Horror-Erlebnisse mit der deutschen Bahn

Da ich früher viele Jahre mit der Bahn gependelt bin hab ich schon alles möglich und unmögliche dabei erlebt. Die älteren Ereignisse fasse ich mal zusammen, denn das soll hier ja kein Bahn-jammer-Blog werden. 

Als Auzubildene wohnte ich In Müllheim und musste zweimal die Woche einen sehr frühen Zug nehmen um den Berufsschul unterricht rechtzeitig zu erreichen. Dieser Zur startete in diesem Bahnhof und ich dachte zuerst das sei ein Vorteil, weill er dann theoretisch keine Verspätung haben kann. Denn um 5.30 ist oft noch dunkel und kalt und das Bahnhofsgebäude ist noch nicht geöffnet.

Einmal fiel der bereitgestellte Zug in dem wir schon sassen aus weil keine funktionierende Lok da war. Einmal konnte der Zug nicht fahren, weil die elektische Versorgung nicht hergestellt werden konnte also Beleuchtung und Heizung nicht gingen. Eigenartigerweise an dem Tag ohne Lok hatten wir wenigstens Heizung und Licht.

Mehere Male wurde ohne Ankündigung ein späterer Zug vor gelassen, nicht selten saßen wir schon alle im Zug und warteten das er jetzt endlich los fuhr und stattdessen fuhr der nachfolge Zug ein. Binnen weniger Augenblicke musste man entscheiden was wohl günstiger ist, sitzen bleiben oder aufspringen und rüber rennen. Es war nicht immer vorteilhaft den anderen Zug zu nehmen, denn wenn dieser auch Verspätung hatte erreichte man den Anschluss in Weil am Rhein nicht und musste über Basel fahren, was ein wenig weiter ist und man dadurch noch später nach Lörrach kam. Dieser 5.30 ab Müllheim hatte so oder so Fahrziel Lörrach. Also wenn man Pech hatte musste man in Weil auf genau diesen warten.

Dabei muss ich erwähnen das sich dieses vor über 20 Jahren ereignet hat und an Handy und Internet nicht zu denken war.

Später pendelte ich ab Eimeldingen, das war nicht ganz so weit und auch nicht ganz so problematisch. Zugverspätungen gibt es immer wieder mal aus den unterschiedlichsten Gründen, aber wenn über die Lautsprecher das Wort „Personenschaden“ genannt wird dann dauert es länger!

Personenschaden bedeutet das eine Person von einem Zug verletzt oder getötet wurde… ganz ehrlich wie groß ist die wahrscheinlichkeit das ein Mensch von einem Zug nur angefahren wird? In der Regel handelt es sich um einen Suizit auf der Strecke. Und je nach dem wie schnell der Zug an der Stelle war umso größer ist der Bereich der abgesperrt und untersucht werden muss. Da es in den seltensten Fällen Augenzeugen gibt die den Vorfall genau gesehen haben muss eine Spezialeinheit der Bahnpolizei kommen und den „Tathergang“ rekonstuieren. Es muss geklärt werden ob es sich um eine oder mehere Personen handelt und ob diese freiwillig im Gleisbett war. Leider gibt es ja auch so gruselige Vorfälle bei denen betäubte Personen abgelegt wurden oder gar bei vollem Bewusstsein an das Gleis gekettet waren. Schrecklich sowas. Da die Spurensicherung Zeit braucht ist die Strecke oft stundenlang gesperrt und sehr oft ist dann auch die Gegenrichtung betroffen. 

Dauert die Sperrung einer Strecke länger wird ein sogenannter Schienenersatzverkehr eingesetzt. Das heist es kommt ein Bus… wenn denn einer frei ist… wenn er denn irgendwann ankommt und dann ist die noch die Frage ob er noch Platz hat… Abenteuer pur!

Aber denk ja nicht das wenn Du mal in einem fahrenden Zug drin bist dann automatisch alles gut wird.

Auch ein planmässig fahrender Zug kann plötzlich gestoppt werden müssen. Klassiker sind hier Schlägereien oder Notarzteinsätze. Dann hält der Zug einfach und es wird gewartet bis Polizei der Arzt da ist. Und meistens wissen 90% der Fahrgäste nicht was los ist.

Dann gibt es ja noch den Faktor Wetter. „Wir sind ja im trockenen und warmen Zug“ wirst Du denken. Hm naja, wenn bei 35 Grad im Schatten plötzlich die Heizung an geht und sich nicht ausschalten lässt ist das nicht mehr witzig

Schlimm können extreme Wetterverhältnisse wie Sturm und Eisregen sein. Bei Regen auf tief gefrohrene Oberleitungen und Gleise können die binnen Minuten vereisen und kann es passieren das nix mehr geht. Besonders problematisch sind hier bei die Weichen, wenn diese zusammengefroren sind und sich nicht mehr umstellen lassen dann… 

Sturm habe ich auf einer Fahrt mit dem ICE von Basel nach Hamburg erlebt! zum einen dürfen alle Züge ab einer gewissen Windstärke nicht schneller als 80 km/h fahren um rechtzeitig halten zu können wenn etwas auf den Gleisen ist. Und auf einmal fährt der Hochgeschwindigkeitszug nicht mehr 250 sondern tuckert in gefühlter Schrittgeschwindigkeit vor sich hin. Fahrpläne kann man dann ganz vergessen. Und ist es dann so weit das ein Baum auf einer Oberleitung liegt heist es warten. Mindestens 1-2 Stunden je nach dem wie schnell die Helfer da sein können… Und THW oder Feuerwehr dürfen da nicht einfach spontan helfen.. nein sie müssen warten bis der gesamte Abschnitt vom Strom genommen wurde.  Auf meiner Fahrt nach Hamburg hatten wir dieses Szenario gleich mehrfach und so kam es das ich nicht 6 sondern 14 Stunden in diesem Zug saß !!!!