Hast Du keine Angst?

„Hast Du keine Angst wenn Du alleine reist?“ Wurde ich heute gefragt als ich von meiner letzten Reise mit der Bahn und von meiner Planung vom nächsten Wochenende erzählt habe…

Und wenn ich es so richtig überlege NEIN!

Was könnte die Person meinen? Wovor sollte ich Angst haben?

Es geht in diesem speziellen Fall um reisen mit dem Zug in Deutschland, Schweiz und Österreich, also brauche ich ja nicht mal Angst zu haben das ich irgendwie niemanden verstehe. Und die Züge sind derart sicher und komfortabel das eine ähnlich weite Autofahrt anstrengender und gefährlicher wäre. 

Ganz ehrlich müsste ich über 8 Stunden alleine Auto fahren hätte ich Angst davor,  ich würde es sicher können wenn es sein müsste, aber das würde mich maßlos stressen. Viel zu groß wäre meine Angst einen Fehler beim Fahren zu machen oder wegen einer Kleinigkeit „auszufallen“ und dann fest zu hängen. Ich denke da nicht nur an einen möglichen Defekt am Fahrzeug, ne es reicht ja schon ein starker Heuschnupfen Anfall (tränende Augen das ich fast nichts mehr klar sehe) , ein Insektenstich am falschen Ort… oder was mir wirklich schon mal passiert ist… übelkeit!  Sich im Fahrzeug übergeben ist wirklich wirklich ekelhaft!

Nein beim Zug fahren habe ich keine Angst. Das schlimmste was passieren kann ist Verspätung oder Streckensperrung… und beides hab ich schon erlebt und festgestellt „es gibt echt schlimmeres“

Die schlimmste Verspätung hatte ich im ICE nach Hamburg,  7 Stunden Verspätung!!!! Statt 7 Stunden war ich 14 unterwegs,  das war wirklich unangenehm und äußerst anstrengend! Aber es war nie gefährlich,  wir saßen warm, trocken und eigentlich bequem im Zug und mussten einfach warten bis die Strecke vor uns von den Sturmschäden befreit war. Wir sahen zwar die Bäume wackeln aber sonst haben wir von dem Unwetter um uns herum nichts mitbekommen. 

„Hast Du keine Angst belästigt zu werden?“ Nein, auch das ist mir schon passiert… Damals als 18-20 jährige begegneten mir öfters Männer die zuerst nur wissen wollten ob der Zug nach da-und-da fährt und mich dann in längeres Gespräch verwickelt haben um dann irgendwann zu erzählen das sie mich heiraten wollen !!! 

Meine Mutter hat mir von klein auf eingebleut nicht zu vertrauensselig zu sein und Fremden keine Auskünfte über meinen Wohnort usw zu geben. Und so erzählte ich dann solchen Kandidaten nichts über mich. Und mich hat nie einer verfolgt. Schon alleine weil ich erwähnt habe das ich am Zielbahnhof abgeholt werden würde. Das schreckte diese Spinner meistens ab. 

Doch da fällt es mir wieder ein, einer war sehr hartnäckig und ist mit ausgestiegen und wollte mir folgen. Ich bin schnellen Schrittes auf den Bahnhofsvorplatz geeilt und auf einen älteren Herrn zu, der neben seinem Auto wohl auf jemanden wartete. Ich ging auf ihn zu und begrüßte ihn sehr laut mit „Onkel Rolf, das ist aber nett das Du mich abholst“. Ich kannte den Mann gar nicht aber er durschaute die Situation sofort und spielte kurz mit und mein Verfolger suchte das weite.

Also meine Taktik ist immer wenn es brenzlig wird auf andere Leute zu gehen.

Was kann sonst noch passieren? Das man beklaut wird? Ganz ehrlich, das kann Dir auch zuhause oder am Arbeitsplatz passieren.

Das man was verliert? Ja ist ärgerlich,  aber auch nicht wirklich schlimm. Und ehrlich, die wahrscheinlich das man einen Schirm oder Jacke liegen lässt ist gleich groß,  ob man nun 5 Minuten oder 5 Stunden fährt. Wenn man beim Aus oder Umsteigen unkonzentriert ist dann ist das so.

Manche haben Angst falsch zu fahren, im falschen Zug zu landen… Naja und wenn, spätestens bei der Fahrkartenkontolle merkt man das. Und dann ist es sicher nicht zu spät um auszusteigen. Ich wüsste nicht das es schon Züge zum Mond gibt. Die Wahrscheinlichkeit mit dem Auto falsch zu fahren ist viel größer,  und da ist „Geisterfahrer“ machen lebensgefährlich.  

Also ich selbst habe keine Angst vorm Bahnfahren wenn man Lesen kann und sich ein bissel sinnvoll vorbereitet dann braucht man auch keinen Hunger, Durst, Kälte, Hitze, Lärm oder Langeweile zu fürchten. 

Meine Tipps für entspanntes Bahnfahren :

  • Nicht zu viel oder zu schweres Gepäck
  • Mehr essen und trinken mitnehmen als man eigentlich braucht (es könnte länger werden)
  • Nicht zu chickimicki kleiden (nicht reich aussehen! Bloß keine Gucci Handtasche )
  • Hand Desinfektionsmittel mitnehmen. Ggf Klopapier  
  • Kopfhörer dabei haben (auch wenn man gar nicht Musik hören will, aber vielleicht möchte man ja zeigen „lass mich in Ruhe „
  • Beim Umsteigen nicht am Rand / in den Ecken rumdrücken sondern dort bleiben wo Leute sind.

Nur ein Spaziergang 

Damit nicht der Eindruck entsteht ich sei ständig weit weg unterwegs mal ein paar Bilder vom heutigen Spaziergang in Lörrach.

Blickrichtung Tüllinger

Der Weg beim alten Waschhaus.

Hier wurde bis in die 50er Jahre die Wäsche gewaschen obwohl dieser kleine Kanal eigentlich das Abwasser der nah gelegenen Stofffärberei führt.

Ein fast zugewuchertes Gartentoor

Idylle am Bach


Ich war woAnders!

Ein schlafarmes und anstrengendes Wochenende liegt hinter mir! Aber ich bereuhe keinen Kilometer!

Am Samstag musste noch ganz normal arbeiten, konnte lediglich meine Arbeitszeit so tauschen, das ich um 14 Uhr schon gehen konnte. Angesichts des warmen Wetters und dem Wissen das ich am Nachmittag lange im Auto fahren würde trug ich am morgen schon medizinische Stützstrümpfe, was nicht chic und angenehm war, aber ich als sinnvoll erwiesen hat.

Nach der Arbeit bin ich ganz kurz heim, Umziehen Koffer schnappen und los !  hier seht ihr mich mit dem Koffer und Leihwagen gegen 15 Uhr in Lörrach.

Mit dem Auto ging es nach Rust,  an einer Tankstelle in der Nähe des Europa-Parks habe ich mich mit Leipzi getroffen. Ich kannte sie vorher noch nicht, und sie möchte hier nicht mit normalen Namen genannt werden. Wir lernten uns also auf der Autofahrt erst kennen. Leibzi hatte ein Navi dabei und so waren wir nicht auf funktionierendes Handynetz angewiesen und konnten so der kürzesten Route nach Saarbrücken durch Frankreich folgen. Die Strecke führt nur Teilweise über die Autobahn. Oft fährt man über kleine Dörfer mit deutsch klingenden Namen aber sehr französischen Aussehen. Und bestimmt 150 Kreisverkehre!

Doch der Weg ist wieder Erwarten wirklich der kürzeste, kaum wieder in Deutschland sind wir auch schon fast in Saarbrücken. Dort angekommen hatten wir noch nicht mal Zeit in das Navi das gewünschte Parkhaus einzugeben, wir orientierten uns an den Massen von wild auf der Strasse geparkten Autos. Da wo so viele Stehen, da muss es einen kurzen Gehweg zum Festgelände des Saarspektakels geben..

„wir Christen pflegen in solchen Momenten einfach um einen Parkplatz zu beten!“ erklärte ich meiner eher Atheistischen Beifahrerin. Und schwups hatten wir einen Parkplatz! Maximal 1000m Luftline vom Gelände.

Am Gelände angekommen meinte Leibzi „und wie willst Du bei sooo vielen Menschen in die erste Reihe?“ Es spielten gerade Glasperlenspiel und der gesamte Platz war gut gefüllt. „ich weis noch nicht, aber ich weis das ich zuerst eine Toilette brauche“ also fragte ich mich durch wo die Toiletten seien… zufällig direkt neben der Bühne…

Von den Toiletten aus orientierten wir uns auf „erste Reihe“… dafür umrundeten wir erst mal den Rollstuhlfahrerbereich… irgendwie schien der die Menschenmassen hinter uns abzuschrecken, denn dahinter war recht gutes durchkommen bis zur Mitte. aber da wollte ich nicht bleiben. „Dabei sein ist alles“ ist bei solchen Anlässen nicht mein Motto. Glasperlenspiel kündigten Ihren letzten Song an und das brachte schon Bewegung ins Publikum… einige viele aus den ersten Reihen wollten gehen. Diese Bewegung machten wir uns zu nutze, und immer wenn uns jemand entgegen kam, rutschten wir ihm entgegengesetzt.
Dann waren Glasperlenspiel fertig und die Moderatoren kündigten eine Umbaupause an. Was noch mehr Menschen zum Gehen bewegte… und wir immer wieder aufgerutscht. Nach etwa einer halben stunde standen wir in der ersten Reihe !!!

hinter uns erkennt ihr noch das Bühnenbild der Vorgruppe. Doch wie finden wir Claudia? Da weder Internet noch whatsapp unserer Handys funktionierten schrieb ich Ihr eine Sms „wir sind in der ersten Reihe“… „rechts oder links“ fragte sie zurück was ich aber gar nicht mehr beantworten konnte denn keine 5 Minuten später klopfte sie mir auf die Schulter!

Ich schätze auf dem Platz waren 5000-8000 Menschen, und wir finden uns!

drei verrückte freuen Sich!

und so sah es hinter uns aus.

Der Auftritt von Thomas Anders war toll, ich war überrascht das er wirklich 90 Minuten sang. Leider gab es nur einen Titel aus seinem aktuellen deutschsprachigen Album. Ansonsten fast nur Modern Talking Klassiker.  Obwohl ich alle Titel seit fast 30 Jahren auswendig kann schafft es Thomas trotzdem immer wieder irgendwo ne kleine Überraschung einzubauen.  Billie Jean… War diesmal in einem anderen Modern Talking Song versteckt. 

Sehr schön fand ich die Akustik Version von Lady Lay… oh man… Der Titel war ursprünglich auf dem zweiten Mt-Album von 1985! Zwar gab es 1998 auf „Back for good“ aber diese Version hatte auch damit kaum was zu tun.

Thomas sang den Titel auf dem Hocker sitzend nur begleitet von Lars, welcher durch einen gebrochenen Finger gehandicapt war, aber dennoch super Gitarre spielte. Und dann brachte er nach langem mal wieder „when will I see you again“. 

Meine Fotos sind nicht so Hammer mäßig geworden, aber auch weil ich mich mehr darauf konzentriert habe die Musik und die Stimmung zu genießen. Ich hab getanzt wie vor fast 20 jahren… oder 30… stimmt irgendwie beides. 

Nach dem Konzert sind wir noch über 60 Kilometer zu einer Freundin von Leibzi gefahren. Die uns total nett mitten in der Nacht mit Pizza und Kaffee versorgt hat. Ich habe dann 3,5 stunden geschlafen und die anderen beiden haben „durchgequasselt“ 

Warum wir am Morgen so früh weg mussten erzähle ich in einem separaten Post.