Wie macht man sich lange Zugfahrten erträglich?

Lange Zugfahrten sind nicht jedermanns Sache. Ich habe hier ein paar Tipps zusammen gestellt, wie man sich die Reise mit der deutschen Bahn angenehmer gestalten kann.

Ich reise gerne mit dem Zug. Vielleicht auch weil ich es von Kindheit an gewöhnt war. Aber auch weil ich gelernt hab wie man die Fahrt mit der deutschen Bahn erträglicher macht.

Schon bei der Reiseplanung sollte man sich überlegen welche Verbindung wirklich geeignet ist. Ich finde es etwas stressig wenn man oft umsteigen muss. Besonders im Winter wenn es kalt Ist und in jedem Zug ein anderes Klima herrscht. Verursacht das ein und aussteigen mehr Stress und an und ausziehen als unbedingt notwendig ist.

Ich bevorzuge es lieber länger in einem Zug zu sitzen als alle 30 Minuten um zu steigen.

Mit dem DB-Navigator kann man einfach und übersichtlich nach geeigneten Zugverbindungen suchen.

Auf eine Sitzplatzreservierung verzichte ich meistens, wenn ich andere Reisende beobachte die völlig gestresst Wagen und Sitzplatznummern suchen und fast in Panik geraten weil der Wagon nicht exakt da hält wo sie es erwarten. Also echt! Wenn Dich das stresst eine Nummer zu finden, dann reservier doch einfach nicht und setz Dich hin wo Platz ist.

Reservieren sollten meiner Meinung nach nur Gruppen, Rollstuhlfahrer und Fahrräder (nur in manchen Zügen möglich). Vielleicht noch Familien mit Kleinkinder die ins Kleinkind Abteil möchten. Alle anderen verursachen nur sinnlos Unruhe und Diskussionen.

Mir ist es bei meinen vielen Bahnreisen die letzten Jahre nur ein einziges Mal passiert das ich keinen Sitzplatz fand, Und das war während eines Warnstreiks der Lokführer. Die meisten Züge fielen aus und in solchen Aufnahmesituationen gelten eventuelle Reservierungen auch nichts mehr.

Kleidung:

Es gibt bei der deutschen Bahn (Bei der SBB auch nicht anders) sehr unterschiedliche und unterschiedlich alte Wagons. Und nicht immer funktionieren Heizung und Lüftung gleich gut. Das heißt es kann immer mal wieder sein das es in einem Zug zu warm oder zu kalt ist. Deshalb sollte man sich so kleiden das man im Notfall etwas überziehen oder ausziehen kann.

Gerade in den modernen ICEs ist es gerade im Sommer recht kühl. Ich nehme fast immer eine Fleecejacke mit, wenn ich sie nicht brauche taugt diese auch wunderbar als Kopfkissen.

Stützstrümpfe:

Ja ich weiß ein sehr unangenehmes Thema, Aber ganz ehrlich für Reisen die länger als 7-8 Stunden dauern würde ich sie jedem über 30 empfehlen. Es gibt preiswerte Kniestrümpfe in fast jedem größerem DM oder Müllermarkt und die tun es in den meisten Fällen schon.

Als Dame hast Du ja auch noch die Option eine Stützende Strumpfhose mit Rock zu tragen. Dieser sollte nicht zu eng oder zu kurz sein. Denk daran Du musst stundenlang sitzen und hast evtl Leute gegenüber die Dich anglotzen… wähle gemütliche Kleidung in der Du nicht versehentlich zu viel zeigst.

Auch Hosen und Unterwäsche sollten nicht zu eng sein, denn sonst wird es sehr schnell unbequem. Sinnvoll wäre es sich so zu kleiden wie Du es zuhause auf dem Sofa auch stundenlang aushälst.

Nimm Dir Beschäftigung mit. Nicht nur das Handy sondern auch eine Zeitschrift oder ein Buch zu lesen oder wie ich es meist mache, etwas zum Handarbeiten.

Für Fahrten über 3-4 Stunden auf jeden Fall genug zu trinken mit nehmen.

Ich empfehle immer mindesten eine kleine Flasche Wasser dabei zu haben. Selbst wenn Du lieber Cola oder Saft trinkst. Aber um Notfall kannst du mit Wasser die Hände Waschen, oder den Tisch, den Apfel oder gar den Fleck aus der Hose. Mit Cola würde ich das gar nicht erst probieren.

Genauso wichtig wie Wasser sind auch Papiertaschentücher … man weiß nie was passiert, … Und notfalls ersetzt es fehlendes Klopapier!

Auf langen Fahrten habe ich stets Handindesinfektionsmittel oder Sakrotan Feuchttücher dabei. Ich habe es bisher selten gebraucht, Aber lieber einmal zu viel dabei als zu wenig. Gerade in den Zug Toiletten erlebt man manchmal unangenehme Überraschungen.

Geeignetes Proviant

Wenn man länger fährt sollte man immer was zu essen oder zu naschen dabei haben. Im Idealfall mehr als man wirklich braucht. Zwar kann man an fast jedem Bahnhof irgendwas kaufen. Aber das ist meist überteuert und oft nicht wirklich geeignet.

Alles mit Schokolade ist fast immer zu meiden. Im Sommer schmilzt sie ausserhalb des Zuges und im Winter im Zug/Koffer… man braucht nur die Tasche versehentlich zu nah an der Heizung anstellen und die Sauerei ist groß. Und sicher möchtest Du nicht mit braun verschmierten Händen durch einen vollen, wackelnden Wagon bis zur nächsten (oder übernächsten) Toilette torkeln.

Genauso alle Milchprodukte wie Joghurt und Co. Sind für so eine Fahrt absolut ungeeignet.

Lest in meinem Post Proviant für 7 Stunden Zugfahrt mehr darüber.

Beschäftigung

Nimm etwas zur Beschäftigung mit!

Und verlass dich dafür nicht nur auf dein Handy. Zwar werden in den meisten ICEs Wlan und Steckdosen abgeboten, aber es kann ja immer sein das etwas nicht richtig funktioniert. Dein Handy braucht dann unterwegs (je nach Strecke viel mehr Akku und Datenmenge als gewohnt).

Sinnvolle Unterhaltung ist immer ein Buch oder eine interessante Zeitschrift. Hier solltest Du vielleicht nicht gerade den dickesten Wälzer einstecken.

Zeitschriften und Zeitungen solltest Du aus Rücksicht auf andere Reisende auch wieder mitnehmen auch wenn Du sie fertig gelesen hast.

Ich nehme auf längeren Fahrten immer etwas zum Handarbeiten mit. Weil ich das sehr beruhigend und angenehm finde. Allerdings suche ich mir für unterwegs eher einfachere Projekte aus, bei denen ich mich nicht zu sehr konzentrieren muss.

Nicht selten sieht man Leute im Zug die an ihrem Laptop arbeiten und schreiben. Für mich wäre das nichts, denn die Bewegung im Zug stört mich beim Tippen und meine Konzentration ist auch nicht so gut. Ich wähle lieber eine Tätigkeit bei der ich hin und wieder aus dem Fenster gucken kann.

Ist die Fahrt länger als 6-7 Stunden nehme ich mir mehere unterschiedliche Sachen zur Beschäftigung mit, um mir ein kurzweiligeres Empfinden zu geben. Zum Beispiel Strickzeug, Buch und Handyspiel… denn ich mag weder 7 Stunden Lesen noch so lange am Handy fummeln.

Mal telefonieren ist okay, und wenn auf der Strecke nicht zuviele Tunnel sind ist dies auch gut möglich. Aber ich rate es auf ein Minimum zu beschränken um andere Fahrgäste nicht zu nerfen. In den Zügen der deutschen Bahn gibt es „Ruhebereiche“ wo man nicht telefonieren darf. Hier dann bitte auch das Handy auf stumm stellen, denn alle 20 Sekunden ein Nachrichten Ton kann auch sehr störend sein.

Genügend Trinken!

Und damit meine ich Wasser und andere Nichtalkoholischen Getränke. Auch wenn die Vorstellung danach auf ein Zugklo zu müssen etwas den Appetit zügelt. Es ist wichtig das der Körper genug Wasser bekommt wenn er schon zu wenig bewegt wird. Denn egal wie oft Du aufstehst und hin und her läufst, es ist viel zu wenig Bewegung.

Last but not least, das Thema Toiletten:

Nicht immer ist die näheste Toilette auch die sauberste. Kleiner Tipp, ganz forne oder ganz hinten im Zug gehen die wenigsten Leute aufs Klo und so ist es zu erwarten das es da am saubersten ist.

Ganz super glänzend sauber ist es in einem Zugklo nie! Deshalb ist es sinnvoll Desinfektionstücher oder ähnliches mit zu nehmen.

Ich habe auf Reisen stehts etwas zum desinfizieren und Papiertaschentücher in der Handtasche.

Ja ganz wichtig nimm die Handtasche mit zur Toilette! Handy, Geldbeutel, Fahrkarte und evtl weitere Wertgegenstände sollte man nicht am Platz zurücklassen.

In der Toilette niemals Handtasche auf den Boden stellen, denn Du weißt nicht wann das Klo das letzte mal übergelaufen ist.

Tasche an einen Haken hängen denn auf oder neben dem Waschbecken abstellen kann auch schief gehen…

Beine Ausstrecken

Versuche Deine Beine so oft wie möglich auszustrecken und hoch zu legen. Wenn der Zug nicht voll besetzt ist geht das sehr gut. Auch ohne Schuhe auf ein Sitzpolster zu bringen.

2 Gedanken zu „Wie macht man sich lange Zugfahrten erträglich?

  1. Sehr schöne Tipps. Ich saß schon mal gegenüber einer Mutter mit kleinem Kind. Das Kind kippte das süße Getränk über den Tisch und die Mutter wischte mir dann alles auf den Schoß und erklärte mir, dass das ja alles kein Problem sei. Das Leben in der Bahn ist bunt. Da hilft nur Gelassenheit. Grüße.

  2. Ich fahre keine Bahn und werde es auch nicht machen. Meine letzte Zugfahrt war 1997, da mußte ich beruflich nach Lyon um einen Busfahrer abzulösen. 😊
    Was ich aber gerne mache, ist mit alten Dampfzügen zu fahren. 🚂
    Lieben Gruß, Ewald
    ☃️🎄☃️🎄☃️

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