Induzierte Erdbeben? Ich schreibe jetzt einfach was ich denke

Heute morgen bin ich um 5:15 Uhr von einem Geräusch aufgewacht. Ein Knierschen und Knacken des Laminatbodens, der in meiner Wohnung im Schlafzimmer und im Wohnzimmer verlegt ist. Es hörte sich an, als ob eine Jemand durch meine Wohnung läuft. Im ersten Moment dachte ich da ist jemand , dem war aber nicht so. Mein nächster Gedanke war, vielleicht kam das Geräusch auch vom Dach, manchmal wenn es sehr stürmt knarrt auch das Holzgebälk über mir… doch auch das war nicht der Fall.

Ich stand auf und suchte nach einer möglichen Ursache und fand nichts! Kein Sturm, keine Bauarbeiten vor dem Haus (morgens um 5 ist es ja sehr unwahrscheinlich das ein schweres Baugerät vorbei fährt).

Meine nächste Reaktion war, im Internet nach Erdbebenmeldungen zu recherhieren! Warum ich auf so eine Idee komme?

Nun, es gab eine Zeit da hatte ich sogar in meinem Internetbrowser ein Lesezeichen gelegt hatte, weil ich die Seite mit den Erdbebenmeldungen des Regierungspräsidiums Freiburg fast täglich besucht habe, weil unser Wohnhort sehr häufig von Mikrobeben erschüttert wurde.

Das war etwa 2006/07. In Basel hatte man zuerst ohne das Wissen der breiten Öffentlichkeit versucht ein Erdwärmekraftwerk zu bauen. Die Idee war ein sehr tiefes Loch zu boren, dort Wasser hinein zu pumpen und wenn sich dieses von der Erwärme erhitzt hat damit Energie zu erzeugen. Grundsätzlich vielleicht ein guter Ansatz Umwelfreundliche Energiequellen zu erschließen, aber leider nicht durchführbar.

Die Bohrung wurde nicht weit weg vom Rhein in unmittelbarer Grenznähe zu Deutschland und Frankreich vorgenommen. Man dachte wohl das es eine Gute Idee ist, weil der Rhein stets genügend Wasser führt. Denn es wurden enorme Mengen Wasser in die Tiefe gepumpt. Ausserdem ist hier im Rheingraben die Erdkruste besonders dünn, also muss man nicht so weit bohren wie an anderen Orten.

Das dieses Gebiet eigentlich ein Erdbebengebiet ist, ist bekannt… dafür muss man kein Geologe sein um das zu wissen! 1356 Wurde Basel durch ein verherendes Erdbeben zerstört und man geht davon aus das sowas nochmal passieren kann.

Ich wohnte damals in Eimeldingen, einem kleinen Dorf etwa 7 km Luftlinie von der Borstelle entfernt. Und wir Anwohner hatten null Ahnung was auf dieser grossen Baustelle direkt hinter der Grenze eigentlich gemacht wird.

Mein Lebensgefährte hatte mehre Vögel und diese begannen sich ungewöhnlich zu verhalten: Zum Beispiel saßen wir ruhig vor dem TV und verfolgten das Fersehprogramm als plötzlich und für uns ohne erkennbaren Grund die Wellensittiche und Nympfensittiche in Panik verfiehlen. Die flatterten und schien wie wir das vorher nicht kannten. Solches wiederholte sich mehrfach, auch Nachts wenn alles ruhig war und wir fanden zuerst keine Erklärung dafür.

Wenig später wurde ich Nachts wach weil mein Bett wackelte, ich vermutete das mein Freund dies ausgelöst hatte doch dieser murmelte im Halbschlaf etwas von „Erdbeben“… Daraufhin recherchierte ich im Internet und fand die Meldungen über Mikroerdbeben in unserem Ortsbereich. Später konnte konnten wir das Aufsflippen der Vögel sogar einzelnen Beben zuordnen.

Diese nahmen immer mehr zu, doch tagsüber bemerkte man die meisten nicht, weil man ja meist in Bewegung war. Eines Tages befand ich mich an meinem Arbeitsplatz in Lörrach (fast 20 km von Borstelle entfernt) plötzlich fielen bei uns im Lager Stapel mit DVDs um, die immer schon so gestanden waren und die Kollegen von unseren Restaurant beklagten umgestürzte Tellerstapel so das diese zu Bruch gingen.

Erst jetzt, da die Bevölkerung die Erschütterungen, die teilweise bis Erdbebenstärke 3,5 erreichten, wahrnahm wurde auch bekannt was los war.

Im Rahmen des Geothermieprojektes Basel hatte man begonnen Wasser in die Gesteinsschichten in etwa 5000 Meter Tiefe zu pumpen, ohne genau zu wissen was das auslösen würde. Es war mit Mikrobeben gerechnet worden, aber im Grunde war man sich nie wirklich sicher wo und in welcher Stärke diese auftreten würden. Denn die Erschütterungen wurden viel stärker und weit weiträumiger als erwartet!

Nach zahlreichen Beschwerden von Anwohnern und Umweltschützern wurde das Projekt eingestellt!

Heute Morgen, inspiereirt durch das Geräusch,  habe ich ein bischen im Internet recherchiert und einige Berichte gefunden. Die Bohrstelle war verschlossen worden und musste wieder geöffnet werden um Wasserdruck abzulassen. Bisher ist etwa ein Drittel der Wassermenge die in die Gesteinschichten gepumpt wurde wieder hoch gekommen und es ist bis dato nicht klar ob man das Loch nun endlich dauerhaft verschliessen kann oder nicht. Noch immer ist nachweisbar das induzierte Erdbeben damit ausgelöst werden und die weitere Entwicklung ist noch nicht absehbar.

Für mich ist es unverständlich wie man in einer so dicht besiedelten Umgebung in derart unsicheren Untergrund solche Experimente macht. Denn im Grunde war es ein Experiment, niemand wusste zuvor genau was passieren würde oder was nicht. Das Eingepumpte Wasser hat sich nicht so verteilt wie erwartet wurde. Ich bin kein Geologe aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir das da Dinge gemacht wurden, die man nicht richtig einschätzen konnte.

Nebenbei bemerkt, die Atomkraftwerke Fessenheim (Frankreich) und Wyhlen sind gar nicht so weit weg… ich möchte nicht austesten wie erdbebensicher diese sind.

Diesen Text habe ich nach eigenem Laienhaften Wissenstand geschrieben, ich erhebe keinen Anspruch auf geologische Korrektheit. Es spiegelt nur mein persönliches Empfinden und Eindruck aus den Medienberichten wieder.