Nachhaltigkeit? Ein Modewort, früher waren wir einfach „Sparsam“

20190608_094217_00002079765814216882303.pngZur Zeit wird in allen Medien, und immer häufiger in der Werbung von Nachhaltigkeit gesprochen. Ein angeblich so neue und modernes Wort, das angeblich die Lösung für all unsere Umweltprobleme  sein könnte…

Laut Duden bedeutet es nicht mehr als „längere Zeit anhaltende Wirkung“ und kommt ursprünglich aus de Fortwirtschaft. Es beschreibst das Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann. Und das nicht erst seit ein paar Jahren. Dieses Prinzip gibt es schon seit Jahunderten!

Früher haben die Menschen viel nachhaltiger gelebt, nur wurde es anders benannt. Noch vor 50 Jahren hat man sich nur etwas neues kauft, wenn das alte kaputt war. Angefangen von der Socke (die man noch stopfte) bis hin zum ersten KFZ das man fuhr bis es nicht mehr ging.

Früher nannte man das Sparsamkeit! Man kochte Marmelade um die Früchte lange aufbewaren zu können und noch nach Monaten oder Jahren davon zu essen. Heute werfen wir die Hälfte der gekauften Früchte in den Müll, nur weil sie nicht mehr so schön aussehen.

Die Generation unserer Urgrosseltern wurde nicht selten in ihrem Hochzeitsanzug begraben, weil man nicht in seinem Leben Unmengen von Textilien gekauft und weggeschmissen hat. Was man hatte wurde aufbewart.

Und die Dinge die neu gekauft wurden, bei diesen wurde auf Qualität und Haltbarkeit geachtet. Ein Kleidungsstück musste jahrelang getragen werden. Material und Verarbeitung mussten so sein, das flicken und reparieren auch möglich ist. Beim Kauf wurde darauf geachtet ob im Saum eines Kleides „etwas mehr drin ist“ um es ggf etwas länger zu machen. Und bei einer Hose wurden die Nähte am Gesäß und Hüfte beäugt ob man da „noch etwas raus lassen kann“. Und heute? Wer nicht selbst das Nähhobby für sich entdeckt hat ist in der Regel so schlecht informiert, das er nicht mal wüsste wo er nachgucken soll ob ein Kleidungsstück änderbar ist oder nicht.

Im Bezug auf reparieren sind wir binnen 2 Generationen komplett verdummt. Unsere Grosseltern, die noch echten Mangel im Krieg erlebt haben, die haben noch gelernt zu repaieren, auszubessern oder sich mit Hilfmitteln zu behelfen. Die Gerneration die jetzt gerade Erwachsen ist hat noch nicht mal gelernt was sie tun können wenn im Malkasten das grün fehlt und sie einen Baum malen wollen…

Einfache Zusammenhänge, wei das man man aus gelb und blau sich den gewünschten Grünton michen kann, werden kaum noch vermittelt.

Und leider führt das so weit, das es einzelne Kinder gibt, die, wenn das Smartphone kaputt ist, nicht mehr wissen wie man mit einem normalen Festnetztelefon telefoniert. Das fängt ja schon damit an, das man die Telefonnummer nicht mehr hat und auch nicht mehr weiss wo man diese nachschauen könnte.

Einfachste  Fähigkeiten wie Aufschreiben von Telefonnummer und diese Raus zu suchen, verkümmern total.

Wenn an einem Kleidungsstück ein Knopf abgerissen ist, wir es weg geschmissen und neu gekauft. Unterhosen, bei denen man den Gummi wechseln kann gibt es kaum noch… Schuhe bringt man nicht mehr zum Schuhmacher, sondern kauft sich jede Saison neue.

Was nebenbei dazu frührt das es kaum noch Schuhmacher und Änderungsschneider gibt. Ganze Berufssparten verschwinden und das Können und Wissen dieser Zünfte verschwindet!

Wir verdummen immer mehr, wir müssen blind daran glauben das das neuste Auto von Marke Soundso so viel Umweltfreundlicher ist als das ältere Modell. Wir können kaum noch nachvollziehen ob das wahr ist oder nicht. Vorkommnisse wieder jüngte Diesel Skandal zeigen einmal mehr wie sehr wir auf die Informationen die der Hersteller gibt vertrauen müssen, weil es viel zu oft keine Möglichkeiten gibt derartiges zu Hinterfragen oder Nachzumessen. Beim Auto können wir höchstens ausrechnen wie oft wir tanken müssen. Aber die Verkaufszahlen der Automodelle zeigen doch, das dies kaum einer noch wirklich macht. Mehr denn je sind überdimensionierte, zu grosse und damit zu schwere SUV Modelle die Renner, obwohl sie viel mehr Sprit und Ressourcen brauchen als kleinere Fahrzeugtypen.

Früher als die Leute noch zu Sparsamkeit erzogen wurden, wäre das undenkbar gewesen. Die Leute hätten sich die kleineren Autos ausgesucht. Das Argument „ich nutze nie neueste und sauberte Technik“ überwiegt dem „ich bewege ein grosses schweres Gerät um mal eben von A nach B zu kommen“

Ein krassen Beispiel sind auch diese Artikel aus Umweltschutzpapier. Ob Schulhefte oder Klopapier, es gibt von fast jedem Papierartikel eine Öko-Version. Und nicht wenige fallen darauf rein, nur weil das Papier leicht grau ist, ist es angeblich sooo viel Besser für die Umwelt als das weisse. Mag sein das für ein solches Heft ein Baum weniger gefällt wird, aber wieviel mehr Energieaufwand muss betrieben werden um Papier aus Altpapier herzustellen? Der normale Laie weiss das nicht und kann dies in der Regel auch nicht nachvollziehen. In den Medien wird Recyclingpapier propagiert und deshalb muss man es glauben und Öko-Papier kaufen.

Mit den Plastikflaschen das Geiche… es wird zwar immer behauptet die Flaschen seien recyclebar, aber ob dies wirklich gemacht wird ist für Ottto Normalverbraucher nicht nachvollziehbar!

Fakt ist wir kaufen und verbrauchen viel viel mehr als sein muss! Egal von was. Wir sollten und wieder auf die alten Werte der Sparsamkeit zurrück besinnen und dann würden wir automatisch lieber wieder die große Flasche Duschgel kaufen anstatt 5 kleine mit unterschiedlichen Duftrichtungen.

Erinnert ihr Euch noch an die riesengroßen Waschmitteltrommeln aus Pappe die es  in den 70er Jahren gab? Darin kaufte man 20 Kilo Waschpulver auf einmal, und die hielt für ein ganzes Jahr. Die leere Tonne beklebten wir bunt und nutzten sie noch jahrelang als Aufbewarung für Spielsachen. Sie waren manchmal so stabil das man als Kind darauf sitzen konnte.

Und heute? Kleine Mengen Waschmittel sind in Kunsttofftüten verpackt und man sollte laut Werbung am besten für jede Wäscheart ein anderes kaufen, für Weisse Wäsche, für Wolliges, für Schwarzes für Gardinen, für Buntes… und dann am besten noch für jedes extra noch Weichspühler!

Wasfür ein Sinnloser Müllberg ! Kauft man wirklich so viel verschiedenes wie es einem die Werbung suggeriert, dann verbraucht man in einem Jahr mehr verpackungsmüll als in so eine Waschpulvertonne passen würde!

Ich selbst verwende seit über 20 jahren keinen Weichspühler mehr! Meine Handtücher sind saugfähig und griffig, denn ich mag es lieber wenn es auf der Haut beim Abtrocknen etwas ruppelt und nicht nur die superweichen Flusen auf der haut streicheln. Und vorallem halten meine Handtücher fast länger als mir lieb ist.

Ich benutze ein einziges Waschmittel für alle meine Wäsche,  und dosiere es sehr sparsam, nur etwa die hälfte der angegebenen Menge. Seit dem habe ich keine Probleme mit Allergien oder extrem trockener Haut. Wenn ich mal in einem Hotel übernachte, wo die Bettwäsche nach Weichspüler oder Waschmittel duftet habe ich oft Probleme mit trockener Haut, aus dem Grunde trage ich in fremden Betten immer eine lange Pyjamahose, egal welches Wetter.

Wir werden von der Werbeindustrie immer mehr verdummt und zum kaufen kaufen kaufen aninmiert, Ob ein Artikel, haltbar, sinnvoll oder effektiv ist, ist völlig egal. Letztlich interessiert es ja auch nicht ob und wie lange wir ein Produkt wirklich nutzen, hauptsache wir kaufen es!

Kaum einer fragt sich was mit einem Schaumbad mit Glitzerpartikeln passiert nachdem man den Stöpsel zieht… Es soll ja schon Kinder geben die nur noch damit baden wollen… aber diese brauchen ja auch dringend diese Wurst mit dem Gesicht, sonst können sie nicht essen…

Wie ist das bei Euch? Denkt ihr das ihr nachhaltig kauft und lebt?

 

 

4 Gedanken zu „Nachhaltigkeit? Ein Modewort, früher waren wir einfach „Sparsam“

  1. Da liegst du leider zum Teil falsch. Waschmittel enthielt oft Füllsalze, insbesondere Phospate. Die sind schlecht für die Umwelt. Ich kaufe das Waschmittel von Frosch. Das gibt es im Papkarton und hält ewig. Vollwaschmittel, das Bleiche enthält und Colorwaschmittel ohne Bleiche.
    Recyclingpapier benötigt immer einen kleinen Teil Frischfasern. Für die Verarbeitung wird viel weniger Wasser und Energie benötigt. Man sollte aber auch damit sparsam umgehen, da auch dies Ressourcen sind.

  2. Guten Morgen,
    deine Zusammenfassung finde ich super. Ich versuche auch darauf zu achten sparsamer zu leben. Waschpulver kaufe ich wie früher in den großen Pappkartons. Nur wie kann man auf all diese Kunststoffflaschen von Shampoo etc. verzichten? Vor Jahren bin ich damit angefangen Shampoo und Duschgel selbst herzustellen, bis das „Spinnrad“ schloss und ich die einzelnen Zutaten nicht mehr kaufen konnte. Es sollte mehr Werbung gemacht werden für alternative Lösungen. Ich wünsche dir einen guten Tag und denke mehr darüber nach. Dankeschön für die Denkanstöße.
    Liebe Grüße
    Annette

  3. „Back to the roots“ ist auch ein moderner Begriff. Es wäre gut, wenn wir uns wieder darauf besinnen würden.

  4. Wir versuchen auch sehr auf „Nachhaltigkeit“ zu achten bzw sparsam und bewußt zu leben. Mein Vater lebt auf dem Land, wir gehen oft Beeren, Nüsse, Äpfel ect. Sammeln. Waschmittel benutzen wir auch nur eins, im 10kg Karton. Dieses reicht ewigkeiten da wir pro Waschladung nur etwas mehr als ein Kaffeemesslöffel nutzen. Was mich wahnsinnig ärgert ist der Verpackungsmüll.
    LG Nina

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