„Nachaltiger Leben?“ Aber wo damit anfangen?

„Nachaltiger Leben?“ Aber wo damit anfangen?

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade:“ich möchte nachhaltiger leben, wo fange ich an?“. Das Thema dieser Blogparade finde ich gut, denn ich bin der Meinung jeder von uns sollte in seinem Alltag darauf achten wo er nachhaltiger leben kann und das eigene Verhalten überdenken und korrigieren. Durch die gleichnamige Facebookgruppe habe ich dieses Thema für mich entdeckt.

Eine Zusammenfassung der gesamten Blogparade wird bei the birds new nest erscheinen. Ich bin sehr gespannt auf die anderen Beiträge.

Das Thema Umweltverschutzung und Müllberge können wir nicht einfach auf große Konzerne oder gar auf die Regierungen schieben. Wir können nicht einfach nur jammern der Gesetzgeber müsse irgendwas ändern. Jeder von uns kann und muss dazu etwas beitragen. Denn die großen Firmen produzieren und verkaufen nur die Produkte die auch vom Konsumenten gekauft werden und die Konsumenten das sind wir.

Nachaltigkeit, wo fange ich an?

Du musst nicht von einem auf den anderen Tag dein Leben komplett umstellen und zum extremen Öko-Freak mutieren um nachhaltiger zu leben. Auch kleine Veränderungen in unserem Konsumverhalten und unseren Umgang mit Ressourcen bringen uns dem Ziel , nachhaltiger zu leben,näher.

Definieren wir zuerst mal das Wort Nachhaltigkeit, was es eigentlich grundsätzlich bedeutet. Dazu habe ich schon länger mal einen Text geschrieben. Nachhaltigkeit.

Wenn Du wie ich zum sparsam leben erzogen worden bist, dann hast Du ja eigentlich schon längst das Wichtigste verinnerlicht. Und wenn nicht, dann lies hier meine Tipps zum nachhaltiger Leben:

Frage Dich mal ehrlich, was kann ich einsparen, weil ich es eigentlich gar nicht wirklich brauche?

Wir benutzen so viele Dinge, nur weil wir es so gewöhnt sind, und weil uns die Werbung ein trichtert wir bräuchten sie unbedingt. Frage Dich doch einfach mal ob Du folgende Artikel wirklich benötigst:

  • Weichspüler
  • Fensterreiniger
  • Desinfizierungs-Bodenreiniger
  • Raumduft
  • Kosmetiktücher
  • Abschminkpads aus Watte
  • Slipeinlagen
  • Haarspühlung

Wie viele von den aufgezählten Produkten nutzt Du? Was davon brauchst Du wirklich? Ich bin der Meinung Du brauchst alle nicht, sie sind reine Luxus-Artikel die gar nicht notwendig sind und die nur sinnlos die Umwelt belasten. Wie viele von den oben genannten Artikeln hatten deine Eltern oder Großeltern nicht, und konnten trotzdem gut leben?

Weichspühler weglassen!

Weichspühler ist dazu konzipiert die Fasern einer Textilie glatter und geschmeidiger zu machen. Bei einem dicken Pulli aus reiner Wolle ist dies auch sinnvoll damit er nicht hart und rauh wird. Wie viele Pullis aus 100% Wolle hast Du? Und wenn ja, wäschst Du diese vielleicht auch noch mit einem extra Wollwaschmittel?

Die meisten Textilien heutzutage sind aus Polyester oder Baumwolle. Polyesterfasern werden von einem Weichspühler überhaupt nicht verändert. Es sei denn mit einem Duft parfümiert… Aprilfrische, Alpenduft oder was auch immer… hmm brauchst Du wirklich noch mehr Parfümstoffe, die sich mit dem Duft von Deinem  Deo, Parfum, Shampoo, Creme, Kaugummi vermischen? Das Ergebnis ist Du bist permanent von ganz vielen verschiedenen künstlichen Gerüchen umgeben, da braucht es einen tollen Wäscheduft sicher nicht auch noch.

Ach dann gibt es ja noch unterschiedliche, für die Unterwäsche, für das Schwarze für das Weiße… und jedes Mittelchen enthält andere künstliche Duftstoffe die sich vermischen, was sicher nicht sonderlich gesund ist.

Und Weichspühler benutzten, nur für den kurzen Moment wenn Du den Schank aufmachst und denkst „oh das duftet!“ ???

Meine Oma hatte immer ein Stück Seife in der Ecke von jedem Schrankfach… dieses Seifenstück lag dort jahrelang und duftete immernoch, bis es irgendwann zum Händewaschen benutzt wurde.

Baumwoll-Fasern werden durch Weichspühler weicher und flacher… und dadurch gehen sie schneller kaputt. Du kannst durch zuviel Weichspühler ein neu gekauftes Teil mit nur 2-3 Wäschen kaputt waschen. Einfach nur weil beispielsweise die Fäden mit denen die Nähte genäht sind zu weich werden und durch das Gewebe rutschen, das Ergebnis sind sich auflösende Säume und Nähte.

Handtücher und Frotteewaren werden ja gerne weich gespült, weil sie dann soooo schön weich sind… aber wie lange? Auf die Dauer wird Frottee durch den Gebrauch von Weichspühler schneller dünner und vorallem nimmt die Saugfähigkeit ab. Das heißt Du kannst Dich nicht mehr so gut damit abtrocknen. Meine Oma hat ihre Handtücher 20-30 Jahre benutzt. Und heute meinen die Leute sie müssten die Handtücher alle 2-3 Jahre komplett austauschen.

Weichspühl-Tipp von einer jungen Mutti:

Für Neugeborene sind Weichspühler absolutes NoGo! Durch die künstliche Duftstoffe und Weichmacher steigt die Wahrscheinlichkeit das ein Baby Neurodermitis, Allergien und andere Unverträglichkeiten entwickelt.

Von einer Mutti von 2 kleinen Kindern wurde mir weisser Essig empfohlen. Zu jedem Waschgang einfach ein kleiner Schluck Essig in das Weichspühlerfach der Maschine. Der Geruch der Wäsche wird neutralisiert (riecht nicht nach Essig!) Die Fasern bleiben weich und die Farben werden schöner. Ausserdem verhindert Essig das verkalken der Maschine.

Warum Du keinen Fensterreiniger brauchst

Fester aus Glas sind ganz normal glatte Oberflächen die Du mit jedem normalen Haushaltsreiniger, Neutralreiniger putzen kannst. Das es angeblich Streifen oder schlechteres Licht gibt wenn Du nicht speziellen Glasreiniger verwendest ist schlicht und ergreifend Quatsch. Sauber ist Sauber… Streifen entstehen wenn dreckiges Putzwasser auf der Scheibe an trocknet.

Um dies zu verhindern kannst Du die Scheibe mit einer Gummilippe abziehen (diese verschleißt kaum und kannst Du ohne weiteres 10 Jahre die gleiche benutzten) oder mit einem sauberen Tuch nachwischen.

  • kleiner neben Tipp : Gardinen niemals mit Weichspüler behandeln, diese gehen extrem schnell davon kaputt, weil sich die einzelnen Fäden zu leicht voneinander lösen!
  • Der Putzlappen für die Fenster sollte auch frei von Weichspüler sein.

Warum Du den Fußboden nicht desinfizieren musst

Desinfizierende Reiniger sind für den Einsatz in Krankenhäuser oder ähnlichem gedacht, wo sich viele kranke Personen aufhalten um eine Übertragung der Krankheiten zu verhindern.  Es soll verhindert werden das bereits geschwächte Personen noch weitere Erreger von anderen Patienten bekommen.

Wir alle kennen aber die Bericht über die sogenannten Krankenhauskeime, es gibt mittlerer Weile  Krankheitserreger die gegen diese vielen Desinfitionsmittel immun sind. Willst Du sowas zuhause haben? Also wenn bei Dir im Haushalt keine Schwerstkranken oder Kleinkinder die permanent am Boden spielen sind, macht eine übermäßgige Desinfektion gar keinen Sinn.

Und wenn Kinder am Boden spielen… na und? Seit Jahrtausenden haben die Menschen ohne Desinfizierte Sterile Böden überlebt.

Wer braucht Raumduft?

Dazu fällt mir nichts ein, sowas brauche ich nicht!

Nur in der Toilette habe ich  eine Pumpspray-Flasche stehen, die ich nur selten einsetzte. Nur wenn ich Besuch habe und dort einen sehr unangenehmen Duft hinterlassen habe und ich nicht möchte das der Besuch da gleich voll in meine Marke hinein latscht.

Küchenrolle und Kosmetiktücher

Habe ich seit ich einen eigenen Haushalt habe vielleicht 1-2 mal gekauft. Von klein auf war ich nie daran gewohnt dergleichen zu benutzen. Zellstoff herzustellen, wie viel Energie und Rohstoffe dafür vergeudet werden nur weil man zu faul ist einen Lappen aus zu waschen. In der Küche gibt es Lappen und Schwämme um irgendwas zuwischen und zum Abschminken verwende ich einen Waschlappen oder gehäkelte Abschminkpads aus Baumwolle.

Wenn ich sehe welch Mengen Küchenrolle manche Leute völlig unnötig verschleißen stellen sich mir die Nackenhaare, wie kann das sein das die Hälfte des Hausmüll aufkommen nur diese weißn Zellstofftücher sind.

Habe ich wirklich mal ein ekeliges Malheur das ich mit einem Einmal–Papier weg machen will, dann nehme ich das Klopapier! (nur in Notfällen)

(PS ich koche nie so fettig das ich das Essen mit Papiertüchern abtupfen muss um das Fett weg zu bekommen…)

Slipeinlagen?

Trage ich eigentlich nur wenn ich gesundheitliche Probleme habe. Als ich mal eine Blasenentzündung hatte… und wenn ich sehr starken Husten habe, wenn ich so stark Huste das ich mir fast in die Hose mache.

Hin und wieder auf sehr langen Fahrten. Aber für den normalen Alltag versuche ich das ganz zu vermeiden . Es reicht ja schon das ich monatlich ein paar Tage mit den Binden rum laufen muss, da bin ich froh wenn ich sonst nicht Plastik zwischen den Beinen haben muss.

Wenn Deine Unterhose so ist, das sie an dem Ort unangenehm ist… dann ist es nicht die richtige Unterhose!

Haarspülung / Conditioner

Ich habe und hatte immer schon etwas längere Haare und habe sehr viel mit Spülungen und Contitioner experimentiert und lange gesucht was meinem Haar gut tut. Meine Erfahrung ist: weniger ist mehr !!! Je weniger Produkte ich in das Haar klatsche umso besser ist die Frisierbarkeit und umso länger fetten sie nicht.

Bei manchen Produkten habe ich den Eindruck das sie fast süchtig machen, einmal damit angefangen braucht man immer mehr davon. Seit einigen Jahren verwende ich keine regelmäßige Spühlung/ Conditioner mehr, weil ich ein Shampoo gefunden habe wo es nicht mehr nötig ist. Probiere es doch einfach mal aus ob Du das nicht einfach weglassen kannst.

Mein wichtigster Tipp für nachhaltigeres Leben

Wasser sparen!

Nicht zu oft Duschen und Baden. Mehr als einmal am Tag Duschen ist nicht gesund für Deine Haut und ist Wasserverschwendung. Haare nicht täglich waschen, denn sie fetten davon schneller, finde Deinen persönlichen idealen Rythmus. Duschen braucht viel weniger Wasser als ein Vollbad. Und dann kommt es ja auch noch darauf an wie lange man duscht… Duschgel und Shampoo sparsam dosieren, je weniger Du auf die Haut klatschst umso weniger Wasser brauchst Du um es nachher wieder runter zu kriegen. Eine normale Körperpflege muss keine Schaumorgie sein!

Es gibt viele Dinge die Du einsparen kannst

Wenn Du Dir diesen Artikel bis hier her durchgelesen hast vermute ich mal das Du an diesem Thema so sehr interessierst bist das Du schon längst alleine auf die Idee gekommen bist unnötige Plastiktüten einzusparen.

Wenn nicht ist es jetzt höchste Zeit! Gewöhne Dir an in deiner Handtasche einen Beutel oder Netz zu haben, um auch bei spontanen Einkäufen keine Plastiktüte zu brauchen. Es gibt mittlerer Weile so viele praktische und schicke alternativen.

Nachhaltigkeitstipp Einkaufsnetz

In den 70er Jahren hatte sie jeder. Und nun sind sie wieder total angesagt. Ich habe mir welche selbst gehäkelt, die Anleitung dazu habe ich aufgeschrieben.

Lebensmittel überlegt einkaufen

Ich denke das wir vor allem beim Einkauf von Lebensmitteln mehr mitdenken sollten. Macht es wirklich Sinn verpackten Käse in Scheiben zu kaufen wenn in einer Packung nur 100-200 Gramm sind? Eine Plastikhülle für 5 Scheiben? Wäre es nicht sinnvoller eine größere Packung zu wählen? Könnte man nicht den Käse auch unverpackt an der Käsetheke kaufen?

Ganz besonders schlimm finde ich wenn Obst und Gemüse unnötig verpackt sind. Wozu wird eine Salatkurke einzeln in eine Plastikfolie eingeschweißt??? Ich kaufe dann lieber die Gurke ohne Folie, denn ein kleiner Schönheitsfehler an ihrer Schale stört mich nicht.

Wozu werden Äpfel in Schachteln mit 4 oder 6 Stück eingeschweißt??? Muss das sein?

Woher kommen meine Lebensmittel?

Damit meine ich nicht das man jetzt ab sofort nur noch auf dem Bio-Bauernhof einkaufen darf… aber auch bei meinem alltäglichen Einkauf im Supermarkt kann ich darauf achten wie weit meine Lebensmittel transportiert wurden:

Bei Obst und Gemüse wähle ich stets das aus das am wenigsten weit transportiert wurde. Klar Bananen und Ananas gibt es in Europa nicht. Aber Äpfel aus Chile halte ich für absolut unmöglich! Äpfel wachsen auch in Deutschland, ich brauch keinen Apfel der um die halbe Welt verschifft werden musste, nur weil der Mensch der in erntet dort weniger Lohn bekommt.

Erdbeeren im Dezember? Ich kaufe keine Erdbeeren im Dezember. Das ist wirklich absolut unnötig im Winter wenn es in Europa keine frischen Erdbeeren gibt diese zu kaufen. Man kann eingelegte im Glas oder Dose kaufen… oder schlicht bis zum Frühjahr warten.

Fazit: ein bisschen nachhaltiger Leben ist gar nicht so schwer!

Es ist gar nicht so schwer „ein bisschen nachaltiger“ zu leben. Aber es lohnt sich auch ganz kleine Kleinigkeiten zu ändern. Denn viele Kleinigkeiten ergeben dann doch eine merkliche Verbesserung.

In diesem Sinne möchte ich Dich ermutigen in deinem Alltag die Augen offen zu halten was Du einsparen oder verbessern kannst.

4 Gedanken zu „„Nachaltiger Leben?“ Aber wo damit anfangen?

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