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RVL Solocard 24, das Tagesticket im Verkehrsverbund Lörrach

Nur wenige Nutzer wissen das es im RVL (Regional-Verbund-Lörrach) eine Tageskarte gibt. Sie heißt Solocard24. Damit kann man innerhalb 24 Stunden beliebig oft im Bereich des RVL fahren. Sie gilt sowohl für alle Buslinien als auch für die S-Bahn. Und noch weniger bekannt ist das an dieses Ticket ganz einfach über die DB-Navigartor App oder am Automaten auch im vorraus buchen kann.

Beinahe zufällig bin ich auf die Informationen dieses Tickets gestoßen. Bisher war ich der Meinung im RVL gibt es kein Tagesticket.

Die Solocard24 ist für beliebig viele Fahrten an einem Tag gültig

Mit der Solocard24 kann man 24 Stunden ab Aktivierung gültig. Also nicht der Zeitpunkt wann man sie kauft, sondern wann man sie das erste mal abstempelt.

So ist sie ideal für Ausflüge bei denen man mehrmals mit Bus oder Bahn im Gültigkeitsbereich des RVL fährt.

Zum Beispiel:

  • man fährt von Eimeldingen mit dem Bus nach Weil (zu Beispiel n Arztbesuch), danach mit der S-Bahn weiter nach Lörrach (zum Beispiel zu Shoppen), dann fährt man mit dem Bus oder S-Bahn weiter bis Schwarzwaldstraße um im Kaufland oder Bauhaus etwas zu besorgen. Später fährt man mit dem Bus wieder nach hause nach Eimeldingen… das wären mindestens 4 Einzelfahrten a 2,80€ und man müsste jedesmal im Bus Kleingeld haben.
  • Ausflug von Lörrach nach Zell (Einzelfahrschein 4,25€) und von dort aus mit dem Bus (Einzelfahrschein 2,50€) zu Talstation der Belchenbahn. Später fährt man das ja wieder zurück unterbricht aber die Fahrt um in Zell… währen Einzelfahrkarten für 13,50€ für eine Person.
die Solocard24 des RVL gilt für einen Erwachsenen und zwei oder mehr Kinder

Was kostet die Solocard24?

Es gibt bei der Solocard 24 zwei Staffelungen, einmal nur für 3 Zonen, dann kostet sie 7,25 €

Für den gesamten RVL Verbund kostet sie 10,25€

  • Wenn wir also wie in unserem Beispiel oben, auf den Belchen fahren wollen, aber in Eimeldingen starten müssen wir ja erst mal mit dem Bus nach Lörrach fahren um dort in die S-bahn zu steigen. Statt mehrerer Einzeltickets nehmen wir die Solocard24 und bezahlen nur 10,25€ egal ob wir die Fahrt unterbrechen oder nicht.

Tagesticket wenn ich nicht alleine reise?

Mit dem Soloticket24 kann ich 2 Kinder bis 14 Jahre kostenlos mitnehmen. Wenn es eigene Kinder sind (Ausweis dabei) sogar beliebig viele. Also Ideal für Familien mit Kindern.

Mehrere Erwachsene wählen die Teamcard24 für 12,50 € (3 Zonen) oder 17,- € (gesamter RVL Geltungsbereich)

Das RVL Ticket Teamcard24 gilt für bis zu 5 Personen

Mit der Teamcard24 fahren bis zu 5 Personen

Mit der Teamcard24 fahren bis zu 5 Personen 24 Stunden beliebig oft. Und dabei kann auch einer später zusteigen oder früher aussteigen. Ideal also für Ausflüge mit Freunden. Dann bucht einfach der, der den weitesten Weg hat das Ticket und die anderen steigen dazu.

Mit der Solocard24 oder Teamcard24 ist es egal wie oft man umsteigt

Mit der Tageskarte von RVL Solocard24 oder Teamcard24 ist es egal wie oft man umsteigt, oder die Fahrt unterbricht. Man ist also 24 Stunden komplett flexibel und kann fahren womit und wann man will.

Für eine Einzelperson mit bis zu 2 Kindern bis 14 Jahre kostet sie 10,25 € und für bis zu 5 Erwachsene bezahlen 17,- €

Warum dieses Ticket nicht Tageskarte oder Tagesticket heißt und warum es kaum bis gar nicht aktiv beworben ist, ist mir schleierhaft. Es gilt in allen Fahrzeugen im RVL Verbund.

Wo bekommt man Solocard24 und Teamcard24?

Beide Tickets kann man an allen Fahrkartenautomaten im RVL Verbund erwerben. Allerdings ist die Navigation bis zu den RVL-Tickets nicht für jeden nachvollziehbar. Wer selten bis nie an den Autoaten Tickets löst kommt nicht so schnell klar. Besonders ältere Personen tun sich da oft sehr schwer.

Beide Tickets sind über die Handyapp der Deutschen Bahn dem DB-Navigator buchbar. Das finde ich sehr praktisch wenn man die App sowieso hat. Meine Erfahrungen mit der App habe ich in dem Blogpost DB-Navigator zusammen gefasst.

Mein Fazit

Preiswertes Ticket wenn man mehrmals an einem Tag fahren will, interessant für Familien oder Gruppen. Ich finde es sehr schade das dieser Tarif so gut wie gar nicht beworben wird.

Bitte beachtet: ich habe diese Informationen am 30.8.2019 zusammengestellt, nach besten Wissen und Gewissen. Zukünftige Preisänderungen oder Änderungen des Gültigkeitsbereiches kann ich nicht berücksichtigen.

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Sightseeing mit dem E-Scooter von Lime

Letzte Woche war ich in Berlin. Viel Zeit für Sightseeing war nicht und deshalb habe ich einen der Elektroroller probiert. Diese Akku betriebenen Roller können dort an fast jeder Ecke angemietet werden.

In Berlin stehen die Geräte genauso an vielen exponierten Stellen wie in Hamburg und ich denke das ist in allen anderen Städten nicht viel anders.

Meine Fahrt mit dem Elektroroller von Lime habe ich direkt am Brandenburger Tor begonnen. Denn auf der Hinfahrt hatte ich mich über die S-bahn geärgert (Zug ausgefallen) und das Wetter war richtig gut. Sonnenschein und fast 25 Grad.

Ich wollte gerne noch zur Siegessäule, die in Sichtweite in der Sonne glänzte und hatte nicht mehr sehr viel Zeit bis ein Flixbus zurück nach Hamburg fahren sollte. Also entschloss ich mich spontan für eine Fahrt mit dem E-Scooter.

Warum einen E-Scooter von Lime?

Rund um das Brandenburger Tor lachten mich alle möglichen bunten Roller aller verfügbarer Anbieter an. Hier hat man echt die Auswahl. Ich hatte die App von Lime bereits auf meinem Handy, da ich ein paar Tage zuvor ein E-Scooter von Lime in Hamburg gefahren bin. Darüber habe ich bereits berichtet.

Ich habe mir nie Gedanken über die Firma die den Roller vermietet gemacht, dazu hatte ich gar keine Zeit. Und ich bin überzeugt 95 % der Nutzer machen das auch nie. Der einzige Grund warum ich das lindgrüne Gerät von Lime ausgesucht habe war das ich die App schon installiert hatte, diese bereits kannte und ich bei meiner ersten Fahrt positive Erfahrung gemacht habe.

Sicherlich geht es allen anderen Nutzern ähnlich. Hat man mal eine App eines Anbieters installiert, dann wählt man nach Möglichkeit diesen Anbieter und installiert nicht noch eine zweite dazu.

ein elektro-scooter Elektroroller von Lime e-scooter
Ein E-Scooter von Lime

Sofort losfahren

In Berlin war ich etwas unter Zeitdruck, und ich kannte die Fahrzeuge ja auch Hamburg. Also nur kurz Akkustand geprüft. Abgescannt und los gefahren.

Den Akkustand eines E-Scooters kann man ganz einfach abrufen. Man kommt nur mit der Hand in die Nähe des Displays und so schaltet sich die Anzeige an. Die Roller sind also permanent im Standby Modus und werden durch Bewegung aktiviert. Ich frage mich ob dies besonders energiesparend ist…

Aber es ist praktisch und schnell, und darum ging es mir in dem Moment. Also schnell mit der App den Roller aktivieren und los gehts. Erst nach 500m Fahrt fiel mir ein das man vielleicht hätte Zustand oder Bremsen oder so kontrollieren können… aber ich hatte ja keine Zeit und es ging ja alles.

Noch sind die meisten Elektroroller recht neu, weil sie erst seit ein paar Monaten zugelassen sind. Und theoretisch werden sie ja jede Nacht von Fachleuten kontrolliert… oder etwa nicht?

Nein! Werden sie nicht! In der Lime App wird dafür geworben, das man ganz einfach Juicer werden kann. Das man oh viele Vorkenntnisse oder Ausbildung Geld verdienen kann indem man solche Geräte aufläd. Es wird geworben mit „bis zu 100€ pro Tag“ und „Du entscheidest wann und wieviel“…

Die Elektroroller werden Nachts von sogenannten Juicern aufgeladen, Juicer werden kann fast jeder. Alles was man braucht ist ne Steckdose und und Zeit und Transportmöglichkeit die Roller einzusammeln. Sie werden also nicht zentral verwaltet und alle gleich behandelt. Der ein Juicer kümmert sich um 4 oder 5 Roller, der nächste um 10 und sicher gibt es auch Leute die hin und wieder mal 1 oder 2 aufladen. Dadurch ist keine regelmäßge Pflege und Wartung gewährleistet.

Sicher weiß irgendwo ein zentraler Rechner wo welcher Roller ist und wann er zuletzt wie geladen wurde, aber ob dieser die Fahrleistung des einzelnen Gerätes erfasst und diesen nach einer Gewissen Strecke in den Service ruft… ich weiß es nicht !!!

Fakt ist man kann schnell und einfach, so ein Ding schnappen und losfahren. Wenn wir einen Leihwagen abholen, dann checken wir diesen, lesen das kleingedruckte und vergewissern uns das alles seine Richtigkeit hat. Aber bei so einem Roller vertrauen wir blind.

Fahrradwege benutzen

Meine Fahrt auf dem E-Scooter in Berlin, war dann doch etwas länger, da ich einen Umweg fahren musste. Doch alle Straßen die ich genutzt habe hatten Fahrradweg und auf diesem fühlte ich mich recht sicher.

Achso, die Art und weise wie ich mich orientiert habe war auch nicht gerade die sicherste. Ich hatte das Handy mit eingeschalteter Navigation von Googlemaps in meiner Handtasche. Ich dachte ich würde die Anweisungen über Richtungswechsel hören, doch das ist im Straßenlärm nicht immer möglich und darum hab ich mich dann auch noch kurz verfahren.

Auf einem Fahrradweg umdrehen ist keine gute Idee !!! Was mir zwei entgegen kommende Radfahrer unmissverständlich klar machten. Als E-Scooter Fahrer ist man bei Radfahrern eh nicht so sehr beliebt und wenn man dann auch noch Geisterfahrer macht, …gar nicht gut!

Mein Tipp: nicht mit dem Handy navigieren, besser vorher in Ruhe auf der Karte gucken und zum orientieren stehen bleiben.

Meine persönlichen Sicherheits-Tipps auf dem E-Scooter

  • Jacke tragen (auch wenn es warm ist, es entsteht viel Fahrtwind der schnell zu verpanntem Rücken führt
  • Helm tragen! (wenn Du hast, ich hatte beide Male keinen dabei, wenn Du aber planst mit dem Elektroroller zu fahren, nimm den Fahrradhelm mit)
  • Nicht mit dem Handy navigieren!
  • Handy weg packen! (mach das Handy auf stumm und pack es in die Tasche, denn Ablenkung kannst Du jetzt nicht brauchen)
  • Kein Kopfhörer oder Headset! Noch viel mehr als auf dem Fahrrad brauchst Du Dein Gehör um den Verkehr um Dich herum wahr zu nehmen, denn Du bist meistens schneller als ein Fahrrad und Du wirst viel leichter übersehen
  • Rucksack (eine seitliche Tasche stört eher, am besten Du fährst mit einem Rucksack oder ohne viel Gepäck
  • fahr nicht zu lang und zu weit, denn es ist anstrengender als es aussieht, vor allem für Arme und Nacken
  • Bleib auf den Radwegen , wenn keiner da ist musst Du auf der Straße fahren

E-Scooter fahren ist Spaß mit Risiken

Das E-Scooter fahren macht Spaß, zumindest bei schönem Wetter. Aber es ist nicht ganz ungefährlich. Du solltest Dich trotz Fun und Freiheitsgefühl strickt an die Staßenverkehrsordnung halten. Denn wenn irgendwas passiert bist Du als schwächster Verkehrsteilnehmer meist der Verletzte. Du hast so gut wie keinen Schutz um Dich herum. Wenn Du einen Autofahrer behinderst oder schneidest ärgert es ihn, aber wenn er Dich dann versehentlich doch erwischt, dann bist Du schwer verletzt!

Fahre vorausschauend und rücksichtsvoll, achte dabei auch auf die Fussgänger! Du bist viel schneller wie sie, und wenn ihr zusammen stoßt tut es richtig weh. Denke daran Du kannst nicht so gut ausweichen!

Das Gefährlich an den Elektroscootern ist das die meisten Nutzer eigentlich ungeübt sind. Man kann von jetzt auf gleich los fahren und kaum einer macht Trockenübungen oder übt Vollbremsung und Ausweichmanöver. Kommt es zu gefährlichen Situationen kann kaum ein Rollerfahrer richtig reagieren. Ich hab schon Leute gesehen die lieber über eine rote Ampel brettern, weil sie nicht wissen wie sie rechtzeitig anhalten (!!!)

Versicherungslage unklar

Passiert wirklich mal ein Unfall bist Du als E-Scooter-Mieter meistens der gelackmeierte. Denn die AGBs der Anbieter sind so raffiniert das sie meisten fein raus sind. Wenn etwas passiert ist, musst Du nachweisen können das Du dich absolut korrekt und Straßenverordnungskonform verhalten hast. Aber wie willst Du beispielsweise beweisen das die Bremsen nicht richtig gingen , wenn Du das gerät vorher nur wenige Minuten benutzt hast?

Sightseeing mit E-Scooter?

Das kann man mal machen, aber ganz ehrlich? Nicht nochmal. Ich fands anstrengend. Im Grunde achtet man mehr auf den Boden vor einem und auf den Verkehr als auf die Umgebung. Etwas in Ruhe angucken nebenbei geht nicht.

Fotografieren oder so kann man ganz vergessen. Denn man mag nicht wegen jeder Kleinigkeit anhalten, denn das losfahren ist anstrengender als es aussieht.

Einzig allein der Spaß-Faktor „ich bin durch das Brandenburger Tor gefahren“ war gut… ansonsten finde ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad entspannter.

Mein Fazit: No risk no fun

Es macht Spaß damit zu fahren, aber man sollte sich stehts bewusst sein das es ein wenig gefährlich ist. Es ist definitiv was anderes als wenn Du auf deinem eigenen Fahrrad fährst. Das eigene oder auch ein geliehenes Fahrrad können wir besser kontrollieren.

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Allgemein Ausflugsziele

Hamburg Insider-Tipp Veddler Fischgaststätte

Ich hatte meiner Freundin, die gebürtige Hamburgerin ist gebeten ich möchte richtig klassisch Fisch essen. Und sie zeigte mir einen absoluten Insidertipp, die Veddeler Fischgaststätte. Dort gab es frischen Backfisch in einer urigen Kneipenatmosphäre.

Ein Echter Insider-Tipp

Eine Freundin von mir ist gebürtige Hamburgerin und lebt schon ihr Leben lang in der Hansestadt. Sie kennt sich in der Stadt sehr gut aus, und liebt es ihrem Besuch „ihre Stadt“ zu zeigen. Ich bat sie mit mir in ein richtig typisches Fischlokal zu gehen. Und der Bitte kam sie sehr gerne nach.

„Du kennst doch so klassische Kneipen, oder?“ begann sie ihre Einleitung. Ich wollte aber was richtiges Essen und nicht in eine Kneipe… dachte ich, zugegeben ich hatte Hunger…

Sie erklärte mir das wir auf eine Insel in der Elbe müssen, die nur über eine der viel befahrenen Brücken erreichbar ist. Für mich, als Südbadenerin, die den Rhein bei Basel schon als großen Fluss empfindet fast unvorstellbar das in Hamburg ganze Industriegebiete auf Inseln in der Elbe untergebracht sind.

Wir fuhren also über die Brücke und waren umgeben von zahlreichen LKWs mit Containern und einem Verkehr wie im Taubenschlag (Wochentags um die Mittagszeit). Die Gebäude rund herum sind eher hässliche Industriebauten und vor allem Lager und Speditionen.

Mitten drin das Stage-Theater wo gerade König der Löwen aufgeführt wird. Das Gelände um das Theater und den Parkplatz ist gepflegt und hübsch, doch nur eine Straßenecke weiter wieder leicht marode und vom rauen Wetter gezeichnete Industriebauten. Hafengebiet eben…

Wir fuhren an der Zufahrt zum Cruise Center vorbei, der Anlegestelle für die großen Kreuzfahrschiffe, ein Gelände mit einem riesigen ein gezäunten Parkplatz. Doch dann wieder Hafengebiet und ganz viele LKWs. Viele Brücken und Unterfühungen und eine Verkehrsführung die mich schon lang die Orientierung verlieren liessen. Dann hielten wir auf einem Kopfstein gepflasterten Parkplatz, Nebenan wohl ein Firmenparkplatz, jedenfalls standen dort ganz viele weiße Lieferwägen des gleichen Typs. Aber ein Restaurant konnte ich hier nicht ausmachen.

„Was ist los hast Du Dich verfahren“ fragte ich meine Chauffeurin doch diese meinte „nein wir sind da!“.

Hier? An der Ecke des Parkplatzgeländes befand sich ein kleines Gebäude, leicht herunter gekommen und Schmucklos doch mit einer Astra-Bierwerbung über der Türe. Ich dachte „was ist das für eine Spelunke?“ denn mein Eindruck war das da in dem keinen Haus sicher nur eine Kneipe ist aber sicher kein Speiselokal. Doch meine Begleitung war sich ganz sicher das wir hier richtig sind. Ich war mit ihr schon an vielen tollen Orten und ich vertraue ihr. Mit jemand Fremden wäre ich dort nicht rein gegangen.

Veddeler Fischgaststätte in Hamburg ein echter Insider-Tipp
Nicht leicht zu finden ist das Gebäude der Veddeler Fischgaststätte

Hinter eine altbackenen Zugluftvorhang steht man sofort mitten in dem Gastraum, der echt nicht groß ist aber voller Leute. Menschen aller Altersklassen und Bevölkerungsschichten drängen sich an eng gestellten einfachen Holztischen. Man sitzt auf ganz einfachen, leicht unmodernen Holzstühlen und es herrscht in dem Raum reges Stimmengewirr aber eine entspannte und gesellige Atmosphäre.

Der Gastraum ist herrlich altmodisch, an den Fenstern hängen Gardinen die Aussehen als seien sie aus den 60er Jahren. Seit dem scheint die Zeit still gestanden zu sein. Nach der schlimmen Sturmflut Katastrophe 1962 als dieser Bereich überflutet war, wurde die Gaststätte wieder so her gerichtet wie sie vorher war.

Veddeler Fischgaststätte in Hamburg
Der Tresen sieht aus wie 1932

Wir setzen uns gleich an den ersten Tisch wo schon Leute sitzen die uns freundlich zunicken. Ein älteres Ehepaar bekommt gerade ihr Essen das die Bedienung im weißen Kittel mit „und hier zwei Kleine“ kommentiert. Diese beiden „kleinen Portionen“ Backfisch mit Kartoffelsalat passen gerade noch so auf die Teller !!!

Die Karte liegt auf dem Tisch und das Speiseangebot füllt nicht mal eine halbe Seite. Es gibt Backfisch in „Gross“, „Klein“ und „Baby“ wahlweise mit Kartoffelsalat oder Pommes, Brathering oder Scholle … dann hat es sich schon.

Fischessen in der Veddeler Fischgaststätte 
Backfisch mit Pommes kleine Portion
zweimal Backfisch „kleine Portion“

Fast jeder hier ist Backfisch, und den isst man mit zwei Gabeln! Die Bedienung ist freundlich und schnell und wuselt zwischen den Tischen hin und her, das ich mich frage wie sie den Überblick behält. Denn es geht zu wie im Taubenschlag. Im Minutentakt verteilt sie Teller mit frisch zubereiteten Backfisch und nimmt neue Bestellungen auf. Zum Bezahlen muss man zu Tresen gehen und dort bei der Chefin bezahlen. So geht es schneller und die Bedienung hat mehr Zeit um neue Portionen zu verteilen.

Denn hier kommt keiner rein um nach dem Essen länger sitzen zu bleiben. Es gibt zwar Kaffee in der Karte (1,80€) doch in der vollen Gaststube konnte ich niemanden sehen der Kaffee trank. Der erfahrene Gast kommt rein, bestellt, isst seinen Fisch, steht auf und zahlt.

Und es sind fast nur erfahrene Gäste hier, Einheimische und Arbeiter die an den Tischen angeregt miteinander schnacken. Und die wissen was gut und preiswert ist. Meine Portion hat 11,30 gekostet und war soooo lecker!

Wer mal was richtig authentisches erleben will und deftig und lecker essen will, für den ist die Veddeler Fischgaststätte ein guter Tipp.

Die Veddeler Fischgaststätte ist schwer zu finden

Die Adresse lautet Tunnelstraße 70, 20539 Hamburg

Am besten in Google-Maps eingeben und damit navigieren denn die meisten Navis finden den aktuellen Weg nicht richtig, weil in dem Gebiet gerade sehr viel neu gebaut wird und die Straßenführung sich in den letzten Monaten mehrfach geändert hat.

Und man fährt sehr leicht daran vorbei, weil man es schlicht übersieht. Wenn ihr bei eine Kreisverkehr seid, der durch zwei benachbarte Brücken durch geht, seit ihr eigentlich in Sichtweite…

Parkplätze gibt es ausreichend. Für Rollstuhl oder Kinderwagen nicht geeignet da schlicht zu eng.

Die Älteste Fischgaststätte Hamburgs

Die Veddeler Fischgaststätte gilt als älteste Fischgaststätte Hamburgs, denn sie wird seit 1932 an diesem Ort betrieben und sie hat damit schon längst Kultstatus. Das Lokal wirbt sogar damit das sie „Hamburgs kleine Speisekarte“ haben.

Mein Fazit

Die Fischgaststätte ist einen Besuch wert, aber man muss Fisch mögen. Denn es gibt schlicht nichts anderes, außer vielleicht einen Salat.

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Sehenswürdigkeit

Ausflugziel in Hamburg: Laeiszhalle auch bekannt als Musikhalle 

Bei meinem letzten Besuch bei einer guten Freundin in Hamburg „verdonnerte“ mich diese zu einem Konzertbesuch in der Laeizhalle. Sie machte es spannend und wollte mir vorher auch nicht sagen wen oder was wir da hören würden. Und auch die andere Bezeichnung „Musikhalle“ half mir nicht weiter.

Ich hatte nur mit bekommen das hier demnächst Helmut Lotti auftritt, also konnte es ja nicht ganz klein sein.

Auf meine Frage was ich anziehen soll wurde eine elegante schwarze Hose und ein Pullover für passend gefunden… Also keine Abendrobe… Aber auch keine Jeans.

Als wir an der Halle ankamen war es bereits dunkel, ich konnte das Gebäude also nicht wirklich von aussen sehen. Nur das die Adresse Johannes-Brams-Platz ist und im Gebäude nochmals eine Brahms Skulptur ließ mich vermuten das uns an diesem Abend Klassik erwartet.

Das Treppenhaus der Laeizhalle
Das Treppenhaus der Laeiszhalle

Die Laeizhalle wurde von dem Haburger Reeder Carl Laeiz gespendet. Er hatte in seinem Testament verfügt das er 1,2 Millionen Mark für die Erbauung einer Musikhalle spendet. Seine Wittwe erhöhte den Betrag später auf 2 Millionen.

Die Halle wurde 1903 auf städtische Gelände im Neobarocken Stil errichtet und 1908 eröffnet.

Gedenktafel für die Stifter der Laeiszhalle in Hamburg
Auf einer Marmortafel im Eingangsbereich werden die Stifter geehrt

Der Eingangsbereich und die Treppen der Halle sind schon alleine Sehenswert. Mit ganz viel Marmor und geschwungenen Formen lassen eine Stimmung wie in einem eleganten Schloss entstehen.

Das beeindruckende Treppenhaus der Musikhalle
Das beeidruckende Treppenhaus

Wandleuchte im Eingangsbereich der Laeiszhalle
Eine Wandleuchte im Gang

Die moderne Technik ist stets perfekt in das historische Ambiente eingepasst. Nichts wirkt wie nachträglich dazu gepackt.

Ich habe ein paar Details fotografiert, an und um den Lampen ist überall Gold und man sagte mir das sei angeblich echtes Gold

Deckenleuchte im Gangbereich der Laeizhalle
eine der vielen stilvollen Deckenleuchten

Der Baustiel ist in allen Details erhalten geblieben. Selbst moderne dimmbare LED Beleuchtung ist perfekt in die geschwungene Decke integriert.

Aufzüge in der Laeiszhalle

Da meine Begleitung leicht gehbehindert ist nahmen wir nicht das imposante Treppenhaus sondern einen seitlich etwas versteckten Aufzug. Ich dachte so „oh die haben es geschafft in diesem historischen Gemäuer nachträglich eine Aufzug einzubauen ohne das es das Ambiente dieses wunderschönen Gebäudes zerstört. Doch das war falsch gedacht. Der Aufzug ist nicht später eingebaut.

Der Aufzug befand sich hinter einer alten mit Schnitzereien verzierten Holztüre. Fast wie ein wunderschöner alter Schrank. Die Türe musste man logischer Weise von Hand öffnen und dahinter befand sich die Aufzugkabine.

Bedientafel in dem Holzaufzug in der Laeiszhalle
Selbst die Bedientafel ist im originalen Stil erhalten geblieben

Die Kabine selbst war genauso. Aus Holz mit Schnitzereien und einer kleinen mit roten Samt bezogenen Bank. Soetwas hatte ich noch nie gesehen und ich musste gleich mal die Wand befummeln ob das ganze wirklich echt ist.

Wie wir das von Modernen Aufzügen kennen ist immer irgendwo ein Schild wann er in Betrieb genommen wurde. Und da stand 1908 ! Ähm ich wusste gar nicht das es damals schon Aufzüge gab.

Das Typenschild im Aufzug verrät das es wirklich noch der erste in diesem Gebäude ist.
Das Typenschild im Aufzug verrät wie alt er wirklich ist

Damals wurden die Kabinen mittels Hydraulik nach oben „gedrückt“. Spätesten als der Aufzug los fuhr spürten wir das „andere Fahrgefühl“ ganz langsam bewegten wir uns ins obere Stockwerk.

Der Große Saal der Laeiszhalle

Nochmal mehr beeinduckend ist der große Saal selbst. Ein riesiger Saal in dem fast nichts wirklich gerade ist. Überall geschwungene Linien und Rundungen und auch hier ist alles mit vielen geschmackvollen Details verziert.

Architektur der Laeiszhalle in Hamburg
Die Ränge in der Hamburger Laeiszhalle

Als ich den Saal das erste mal betrat war ich irritiert, draußen war es doch schon Nacht, durch das Glasdach des großen Saals sah es aber aus als sei es heller Tag.

In Wahrheit ist es gar kein Glasdach, über der sichtbaren Glasfläche sind flächendeckend dimmbare LEDs angebracht, so das fast jede Tageszeit simuliert werden kann. Mit dieser Information von meiner Begleitung suchte ich ob ich irgendwo „ne Lampe“ hinter der Glasscheibe ausmachen könnte. Fehlanzeige. Das Dach des großen Saals ist eine perfekte Illusion.

Balkone in der Laeiszhalle, Musikhalle Hamburg
Decken und Balkone sind aufwändig verziert, und alle Linien sind geschwungen

Im Großen Saal der Laeizhalle dominieren die geschwungenen Linien, überall Bögen und Rundungen. Was nicht nur sehr schön aussieht sondern auch zu einer Beeindruckenden Akustik beiträgt.

geschwungene Balkone in der Musikhalle Laeiszhalle
hier sieht man die unterschiedlich geschwungenen Balkone

Der große Saal der Musikhalle bietet Platz für 2000 Zuschauer

Der Saal ist wunderschön, jedoch sind die Sitzreihen recht eng. Denn die roten Samtklappsitze sind auch wie sie ursprünglich mal waren. Der Saal fasst wenn er voll besetzt ist über 2000 Personen. Man empfindet es aber als weit weniger weil man die Menschen auf den den Rängen gar nicht sehen kann. Beziehungsweise wenn man auf einem der Balkone sitzt nimmt man weder die Leute oben noch unten wirklich wahr.

Die Orgel der Musikhalle
Die Orgel der Musikhalle / Laeiszhalle

Über der Bühne eine wunderschöne Orgel, die hier zum Teil zugeklappt ist. Hinter dem Notenständer in der Mitte erkennt man die Türen die Farblich etwas anders aussehen als die Wände. Diese wurde wohl erst später eingebaut und tiefere Informationen gibt es bei Wikipedia.

Während dem Konzert selbst habe ich keine Fotos gemacht, weil ich nicht stören wollte.

Wir hörten ein Konzert mit Auszügen aus diversen Opern. Die 4 Solisten die nicht verstärkt wurden (keine Mikrofone) wurden von einem kompletten Kammerorchester begleitet.

Bei einem Querflöten Solo das der Dirigent selbst gespielt hat (stand mit dem Rücken zu uns) konnte man ihn sogar atmen hören!

Es war echt ein Erlebnis und ich bin dieser Freundin auch sehr dankbar das sie mich da einfach mal „hingeschleppt“ hat.

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Allgemein Sehenswürdigkeit

Das geheime Umkleidezimmer des Kaisers

Bei meinem gestrigen Spaziergang in Hamburg entdeckte ich viele bekannte und auch unbekannte Motive. Ich war gezielt auf die Foto Pirsch gegangen, aber ich wollte auch ein paar unbekannte Details finden.

Am Baumwall, fast versteckt unter der Trasse der Hochbahn entdeckte ich dieses hübsche kleine Häuschen und ich fragte mich was wohl der Zweck dieses Gebäudes ist.

Das Sielhäuschen am Baumwall in Hamburg
Das kleine Häuschen am Baumwall

Ein Sielhäuschen

Meine Bekannte die in Hamburg lebt und aufgewachsen ist wusste natürlich eine Antwort. Es handelt sich hier um ein Sielhäuschen. Also eine Einstiegstelle in die Sielanlagen unter der Stadt. Sielanlage heißt nichts anderes als Kanalisation, welche Damals in Hamburg hoch modern war und die Hamburger waren so stolz auf ihre technische Neuerung das sie dem damaligen Kaiser eine Besichtigung ermöglichen wollten.

Damit der Kaiser Wilhelm II. nicht wie normale Silarbeiter in einem Gulli eine Leiter herunter klettern musste baute man hier in der Nähe der damals auch neuen Hochbahnlinie einen Einstieg mit Treppe und unterirdischer Anlegestelle, von dort aus war eine Bootsfahrt in den unterirdischen Kanälen geplant. Da es dort sicher sehr gut roch, wurde eigens für den Kaiser unter diesem Häusschen ein Umkleideraum für den Kaiser erbaut. Dieser kleine unterirdischer Raum war wohl kunstvoll gekachelt und geschmückt.

Aber vermutlich hat der Kaiser diese Ausfahrt in die Kanalistion nie gemacht. Aus terminlichen Gründen hatte er bei dem Besuch in Hamburg dafür angeblich keine Zeit. Vermutet wurde aber eher das er keine Lust hatte auf den Exkrementen der Hamburger Boot so fahren. Ob er bei einem späteren Termin die Fahrt nachgeholt hat oder nicht, ist nicht bekannt.

Jedenfalls wurde das Umkleidezimmer aus welchen Gründen auch immer verschlossen und zugemauert und später nicht mehr erwähnt. Hat man sich da für die (Scheiss) Idee geschämt?

Erst 2012 als man die neben dem Sielhäuschen stehende Stautue von Wiliam Lindley dem Konstrukteur/Architekten des Sielsystems, auf die andere Seite stellen wollte kam der Zugemauerte Raum zum Vorschein. Dann erst wurde ermittelt warum er gebaut wurde.

Auf Hamburgs Unterwelt gibt es noch mehr solcher Sehenswürdigkeiten.

Besucht doch auch mal meine anderen Hamburg Artikel:

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Allgemein Verkehrsmittel

Unterwegs in Hamburg mit dem E-Scooter von Lime

Freunde die in Hamburg wohnen erzählten mir das es in Hamburg eine E-Scooter Plage gibt. Überall stehen und liegen sie rum, oft mitten auf dem Gehweg und oft an Haltestellen und Kreuzungen. Und die Fahrer der Elektroroller würden meist rücksichtslos und verkehrsgefährdend überall fahren wo sie gerade Lust haben.

In Hamburg gibt es gleich mehrere Unternehmen die Elektroroller im „free flow-Verfahren“ anbieten und miteinander konkurieren. Seit einigen Monaten erst sind sie im Stadtgebiet Hamburg erlaubt und binnen weniger Wochen haben sich zahlreiche Anbieter gefunden die Innenstadt mit ihren Fahrzeugen förmlich überfluten.

Es sieht ja ganz witzig aus, wenn Erwachsene Leute, auch oft in Anzug und Krawatte mit diesen Dingern durch die Straßen düsen. Und sicher ist es manchmal ganz praktisch schnell von A nach B zu kommen. Aber ein Großteil der Anwender sind wohl rein Spaßfahrer und nicht Leute die zur Arbeit fahren.

Elektroroller von Lime in Hamburg
Sie sah der Elektroroller aus

Elektoroller in Hamburg sind „Free-Flow“

Die E-Roller in der Hamburger Innenstadt sind im sogenannten Free-Flow-Verfahren anzumieten. Das heißt man kann sie anmieten wenn man einen findet und dann einfach abstellen und abmelden wo man will. Vorausgesetzt man befindet sich im zulässigen Gebiet.

Die Roller werden Nachts eingesammelt und die Akkus geladen und morgens wieder an bestimmte Punkte verteilt. Als potenzieller Nutzer eines solchen Vehikels kann man nie ganz genau wissen ob wirklich zu der gewünschten Zeit einer oder mehr Roller an einem bestimmten Ort sind. Zwar werden sie morgens an den gleichen Orten verteilt aber man kann sich eben nicht darauf verlassen.

Für den Endverbraucher ist es ganz praktisch den E-Scooter am Zielort einfach abzustellen und abzumelden zu können. Aber das führt halt leider dazu das rücksichtslose Nutzer es übertreiben und die Geräte überall stehen und liegen lassen. Was sehr ärgerlich sein kann.

Ich war neugierig auf das E-Roller-Fahren

Diese Sache hat mich neugierig gemacht. Ich wollte das auch mal probieren. Die Elektroroller kann man ganz einfach über eine App anmieten, ohne persönliche Einweisung oder Probefahren oder sonstiges. In meinem Fall hatte ich nicht mal einen erfahrenen Nutzer der mir hätte sagen können wie was funktioniert.

Mein Selbstversuch mit dem Elektroroller in Hamburg

Diese Dinger haben mich neugierig gemacht. Und da ich eh zu Fuß in Hamburg unterwegs war und Zeit hatte wollte ich mir die Sache näher angucken.

Meine Testfahrt mit dem Elektroroller von Lime
Ich wollte es selber ausprobieren

Der einzige Grund warum ich mich für den Anbieter Lime entschieden habe war, das genau in dem Moment als ich keine Lust mehr zum laufen hatte da gerade ein Lime-Roller am Wegrand stand.

Auf dem Elektroroller stand der Hinweis auf die App von Lime die ich auch sofort und ohne Verwechslungsgefahr im Playstore (Android) fand. Ich war in dem Moment nicht in einem Wlan und dennoch ging die Installation recht fix. Nach einer kurzen Registrierung mit Name, Adresse und E-mail wurde ich schon gefragt ob ich den Roller freischalten möchte.

Um den gewünschten Roller freizuschalten muss man mit der Handykamera einfach den QR Code am Roller scannen, dafür muss man der App erlauben auf den Standort der Kamera zuzugreifen.

Was mich allerdings irritierte war das ich das Zahlungsmittel erst nach dem Roller abscannen eingeben musste. Ich habe mich für Paypal entschieden.

Sicherheitshinweise für E-Scooter?

Also die Sicherheitshinweise und „wie es geht“ hab ich erst nach der Aktivierung des Rollers durchgelesen. Ähm… ich finde das sollte man vorher lesen müssen.

Die Hinweise sind nett bebildert und verständlich beschrieben, sowas wie Hemtragen empfohlen und Fahrradwege benutzen… nicht alkoholisiert Fahren, nicht zu zweit Fahren usw.

Der Hinweis auf die Stassenverkehrsordnung kam nur unter ferner liefen…

Das Fahrgefühl auf einem Elektroroller

Ich war echt überrascht wie schwer so ein E-Roller ist. Er ist schonmal viel schwerer als die Tretroller mit denen ich kürzlich gefahren bin. vom Gewicht eher wie ein Mofa.

Zum Anfahren muss man sich erst mal abstoßen wie bei einem Tretroller, was durch das Gewicht nicht gerade einfach ist. Beschleunigen geht erst wenn der Roller eine gewisse Geschwindigkeit hat. Ich brauchte 3-4 Versuche bis ich es raus hatte.

Meine allerersten Versuche habe ich direkt im Straßenverkehr gemacht! Unsportlichen und ungeübten Personen würde ich das absolut nicht raten. Ich selbst bin die letzten Wochen viel Fahrrad und Tretroller gefahren, also Gleichgewicht geübt. Zu allem Überfluss kam mir schon gleich mal ein Bus entgegen und an einer durch eine Baustelle verengten Stelle lies mich ein freundlicher Sportwagenfahrer den Vorrang…

Aber schon zwei Kreuzungen später musste ich mich fragen welche der Ampeln nun meine ist. Man muss binnen Sekunden umdenken vom Fußgänger oder Autofahrer auf… ähm was bin ich denn jetzt?

Genau genommen muss man sich wie ein Radfahrer verhalten, nur das man schneller ist. Was ich angenehm finde ist das man höher ist als beim Radfahren und man dadurch etwas bessere Sicht hat.

Ich war allerdings die ersten 2km noch so unsicher das ich sehr auf den Boden vor mir geachtet habe. Gefährliche Sache, ich wäre beinahe mit einer Radfahrerin kollidiert, nur weil ich nicht richtig geguckt hab.

Mein Fazit

Das Fahren mit dem Elektroroller macht schon Spaß, wenn man es sich mal etwas angewöhnt hat. Aber ich finde es anstrengend. Durch die recht hohe Geschwindigkeit muss man echt sehr auf den Verkehr achten, Häuser angucken oder sowas ist nicht.

Ich war etwa eine Dreiviertelstunde unterwegs und habe fast 5km zurückgelegt und war dann froh absteigen zu dürfen. Ich habe mich im Bereich Schultern und Nacken irgendwie verkrampft, später hatte ich Nackenschmerzen. Als ich gefahren bin hatten wir etwa 20 Grad warm. Für mein Empfinden gerade so noch warm genug um so lange auf dem Roller zu fahren. Bei kälterem Wetter hätte ich da keine Lust drauf.

Meine Bedenken zu den Elektrorollern

Ich habe bezüglich des E-Scooters so meine Bedenken. Sie anzumieten und zu aktivieren ist viel zu einfach, jeder der ein Handy hat kann sie einfach freischalten und losfahren. Alterskontrolle oder gar Kontrolle ob derjenige die AGBs und Sicherheitshinweise verstanden hat gibt es nicht.

Viele Nutzer von Elektrorollern fahren so rüpelhaft weil sie es entweder nicht besser wissen (vielen ist nicht klar was sie dürfen und was nicht) oder weil sie ein Anhalten verhindern wollen weil das wieder anfahren so anstrengend ist.

Ich denke die E-Scooter werden genauso schnell von den Straßen verschwinden wie sie aufgetaucht sind, schon alleine weil sie bei nicht sommerlichen Temperaturen einfach unangenehm sind. Und wer weiß wie sich die Akkus verhalten wenn es kalt wird.

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Ausflugsziele Sehenswürdigkeit

Ein Spaziergang mitten in Lörrach vorbei am alten Waschhaus, ein kleiner Ausflug in die Geschichte

Wieder mal ein Artikel über meinen Wohnort Lörrach. Über fast unbekannte Orte die man aber ganz einfach zu Fuß erreichen kann. Diese Orte erzählen etwas von der Geschichte Lörrachs.

Das ist der Blickwinkel an einem Frühjahrs Nachmittag. Wir blicken in Richtung Tüllinger und kommen gerade von der Baslerstraße und gehen die „Clara-Immerwahr-Str“ hinunter. Von den meisten jüngeren Lörracher wird die Straße immer nur „die zum Mc Donalds“ genannt. Weil sich dieses Restaurant am Ende dieser Straße befindet. So weit gehen wir aber nicht.

Wer war Clara Immerwahr?

Ich hatte keine Ahnung und die Leute die ich gefragt habe auch nicht. Zuerst vermutete ich das diese Frau irgendwas mit Lörrach oder mit der Firma KBC zu tun hatte über deren ehemaliges Arial die Straße führt aber was war weit gefehlt.

Clara Immerwahr war eine der ersten deutschen Chemikerin, zuvor war es noch sehr selten das Frauen studieren durften und dann auch noch diese Fachrichtung. Sie war Jüdin und promovierte als erste Frau an der Universität in Breslau (also kein direkter Zusammenhang mit Lörrach). Später heiratete sie den Chemiker Fritz Haber, der viel später sogar einen Nobelpreis erhielt).

Ihr Mann Fritz Haber war nicht nur erfolgreicher wie sie, er entwickelte auch Dinge mit denen sie absolut nicht einverstanden war. Aufgrund ihrer Fachkenntnisse war ihr sehr früh klar das das was ihr Mann da erforschte nicht wirklich in die Richtung ging die sie gut heißen konnte.

Haber wurde berühmt und erfolgreich, weil er unter anderem eine Chemische Waffe entwickelte, die im ersten Weltkrieg zum ersten mal eingesetzt wurde und tausenden Soldaten den Tot brachte.

Aus Protest gegen diese Fragwürdige Leistung brachte sich Clara Immerwahr um! In ihren Abschiedsbriefen distanzierte sie sich von den Forschungen ihres Mannes.

Warum eine Straße in Lörrach ausgerechnet nach ihr benannt wird konnte ich nicht rausfinden. Wenn Du da mehr darüber weißt würde ich mich über eine Nachricht freuen.

Wir biegen nach der Brücke, Nahe de Metzgerei links auf den kleinen Fahrrad und Spazierweg. Vorbei an einer Wiese mit Obstbäumen.

Natürlich habe ich mich gefragt wieso es hier mitten in der Stadt eine Wiese mit Bäume gibt…

Früher war mal dieses ganze Gebiet Firmengelände der Firma Köchlin, Baumgartner und Cie. besser bekannt als KBC. Hier Standen wohl mal Firmengebäude in den Textilien verarbeitet wurden.

Der Weg führt uns vorbei am Lörracher Waschhaus, man könnte es fast übersehen, aber eine Plattform mit einer Bank und ein Hinweisschild machen uns darauf aufmerksam.

In diesem Waschhaus wurden noch bis etwa 1965 Wäsche gewaschen!

Das Waschhaus war Teil einer Siedlung die die Firma KBC für ihre Gastarbeiter die meist aus Italien kamen angelegt hatte. Die damals sehr modernen Häuser hatten keine Einrichtung zum Wäsche Waschen und Waschmaschinen gab es noch nicht. So traf man sich regelmäßig am Gewerbekanal um größere Wäschestücke zu waschen.

Hier wurde bis in die 50er Jahre die Wäsche gewaschen. Das Wäsche Waschen war eine zeitraubende und anstrengende Arbeit. Zudem mussten die Wäscherinnen aufpassen, denn der Gewerbekanal führte auch das Abwasser der nahe gelegenen Stofffärberei und war deshalb manchmal etwas bunt…

Lust auf eine Stadtführung zum alten Waschhaus?

Es gibt immer wieder mal Führungen zu dem Thema altes Waschhaus. Die Nächste Veranstaltung dieser Art ist am 29. September Weitere Informationen

Wir gehen weiter am Kanal entlang, der eigentlich „Langer Teich“ heißt. Heute ist es dort sehr malerisch und man merkst nichts mehr davon das dieser Kanal eigentlich für Industrielle Zwecke angelegt wurde.

Der Kanal wird in Lörrach von der Wiese abgestaut und der Wasserstand wird durch verschiedene Schleusen und Tore stets gleich gehalten. Er ist nicht sehr groß und Baden oder Bootfahren ist nicht möglich.

Der Lange Teich fließt bis in die Schweiz und bei Riehen bildet er auch mal einen kleinen Teich, vielleicht kommt der Name daher. Das Wasser wird meines Wissens nach nicht mehr industriell genutzt.

Der Gewerbekanal, der eigentlich „langer Teich“ heisst

Heute ist der Bereich des Gewerbekanals eher Naherholungsgebiet, früher reihte sich hier die Industrie.

Von Fabrikhallen und Werkstätten fast nicht mehr zu sehen.

Ich hoffe mein kleine Exkurs in die Lörracher Geschichte hat Euch wenig gefallen. Über Likes und Kommentare freue ich mich und gerne dürft ihr meine Artikel weiter teilen.

Ich plane in Zukunft öfter über Historische Orte in Lörrach zu schreiben doch oft kenne ich die Orte selber noch gar nicht. Wenn Du was interessantes in Lörrach kennst, gib mir gerne einen Hinweis.

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Bahnhof Verkehrsmittel

Welche Koffergröße für die Fahrt mit dem Zug? Wie groß darf der Koffer sein?

Welche Koffergröße ist am sinnvollsten für eine Bahnfahrt. Dieser Artikel bezieht sich vor allem auf Fahrten mit der Deutschen Bahn innerhalb Deutschlands.

Die Meisten großen Bahnhöfe haben an die Züge angepasste Bahnsteighöhen und Aufzüge. Man muss also nicht mehr allzu viel Angst vor dem Tragen am Bahnhof und den Einstieg in den Zug machen. Dennoch sollte man sich klar machen das man nicht endlos viel Gepäck mitnehmen kann.

Bei Flugreisen ist die zulässige Größe für Handgepäck in der Kabine klar definiert und jeder hält sich daran weil er einsieht das in einem Flugzeug nicht viel Platz ist. Aber wie ist das im Zug? Darf man so viel mitnehmen wie man will?

Wer mit der Bahn verreisen will ist dadurch schnell dazu verführt einen viel zu großen und zu schweren Koffer mit zu nehmen. Aus diesem Grund habe ich mal genauer nach gesehen was eigentlich wirklich erlaubt und erwünscht ist und was nicht.

Die Deutsche Bahn macht klare Angaben

Die Deutsche Bahn macht zum zulässigen Gepäck klare Angaben, die aber kaum jemand findet und sich eigentlich auch keiner wirklich daran hält.

Auf der Webseite der deutschen Bahn findet man irgendwo weit verschachtelt und für nicht so versierte Internetnutzer schwer auffindbar Angaben zur Koffergröße. Bei der Konstruktion der Fächer für die Gepäckstücke wird von den Maßen 70x50x 30 cm ausgegangen. Also sind alle Fächer wo Koffer und andere Packstücke rein passen sollen darauf ausgerichtet und alles was viel größer ist kriegt man kaum irgendwo unter.

Wo sollen die Koffer hin passen?

Laut der Entwickler der ICE Wagons sollen kleine Koffer unter den Sitz und in die Gepäckfächer über den Fenstern. Doch meistens nutzt kaum jemand diese beiden Orte.

Ich selbst habe meinen Koffer fast nie unter dem Sitz, weil er entweder nicht drunter passt oder mir der Boden zu schmutzig ist. Im ICE habe ich ihn meistens vor dem Sitzplatz neben mir und ich lege meine Beine darauf

Auf langen Bahnfahrten ist es wichtig die Beine auszustrecken
Beine ausstrecken im ICE

Dieses Verhalten sorgt auch dafür das sich so schnell nicht jemand neben mich setzt. Aber eigentlich ist das nicht korrekt einen zweiten Platz zu blockieren. Deshalb gebe ich diesen Platz frei wenn der Zug recht voll wird.

Die meisten Leute nutzen die Gepäckfächer über den Köpfen auch erst wenn es voller wird. Und sehr oft merkt man erst dann wem sein eigener Koffer zu schwer ist. Ein Koffer sollte immer nur so groß und schwer sein das man ihn auch selber hoch heben kann.

Das Fach oben, das sogenannte „Gepäcknetz“ benutze ich persönlich fast nie, es ist mir zu mühsam meinen Koffer so hoch zu heben, außerdem habe ich Angst das er bei einer Notbremsung herunter fällt und jemanden verletzt.

Wie viele Koffer darf man mitnehmen?

Es steht weder auf der Fahrkarte noch kann man das am Automaten oder Schalter nachlesen. Aber man darf nicht beliebig viele Gepäckstücke haben. Offiziell darf jeder Fahrgast außer dem Handgepäck ein „Packstück“ mit in den Zug bringen. Als „Packstück“ ist ein einzelnes zusammenhängendes Teil definiert das so groß ist das eine einzelne Person tragen kann. Also es darf auch ein Roller (Zusammengeklappt), Faltrad (Verpackt) oder Schachtel sein. Aber es darf nicht so sperrig und schwer sein das man es zu zweit tragen muss.

Kinderwägen sind zulässig, sollten aber nach Möglichkeit im Eingangsbereich bleiben und evtl zusammen geklappt werden. Allerdings ein Zwillingskinderwagen passt NICHT in die Gänge eines ICE und sollte nicht mitgenommen werden.

Fahrräder und Rollstühle müssen vor Fahrtantritt angemeldet werden, denn es dürfen in einen Wagon immer nur ein Rollstuhl oder 2 Fahrräder. Für Rollstühle gibt es bestimmte Plätze.

Diese Regelung halte ich auch für sinnvoll, stell Dir mal vor ein Zug muss evakuiert werden. Wie sollen die Menschen schnell aus dem Zug wenn eine Person 10 Koffer hat?

In der Praxis wird nicht kontrolliert wie viele Koffer jemand hat.

Die Praxis hat aber gezeigt das es eigentlich niemand kontrolliert wer wieviele Koffer mit in den Zug bring. Das stellt auch meistens kein Problem dar, außer zu Stoßzeiten in den Zügen von und nach Frankfurt oder Zürich. Fernreisende haben oft viel zu viel und zu großes Gepäck dabei.

Oft sind diese Leute auch der Meinung das sie für die überzähligen Koffer bei der Flugbuchung für den Zug mit bezahlt haben. Dem ist aber nicht so. Auch wenn in einer Reisebuchung Zugfahrt bis zum Flughafen enthalten ist und man für den Flug zusätzlich für die überzähligen Koffer bezahlt, im Zug ist das nicht der Fall.

Stell Deinen Koffer so hin das es niemanden behindert!

Jeder Fahrgast ist dazu verpflichtet sein Gepäck so zu verstauen das es keine anderen Fahrgäste behindert. Und genau da liegt das Problem manche Reisende sind so mit dem Gepäck überfordert oder einfach ignorant das sie schwere Koffer im Eingangsbereich stehen lassen. Das ist verboten! Der Bereich der Türen muss frei bleiben!

Der Zugbegleiter muss die Fahrgäste darauf hinweisen und notfalls auch unfreundlich den Fluchtweg frei machen. Ich finde es unmöglich wenn Fahrgäste mit dem Zugpersonal darüber Diskussionen beginnen. Das Zugpersonal ist weisungsbefugt und der Fahrgast hat sein Zeug da weg zu nehmen. Und egal ob 80 Jahre alt, Bandscheibe oder sonst was. Jeder sollte nur so viel Gepäck mit in den Zug nehmen das er auch selbst in die dafür vorgesehenen Plätze bringen kann.

Du musst den schweren Koffer nicht schleppen

Kaum jemand weiß das es noch immer eine Alternative gibt. Früher war es Gang und Gebe das man vor Zugreisen den Koffer „aufgegeben hat“. Diesen Service den Koffer bringen zu lassen gibt es noch immer. Allerdings braucht der Koffer mindestens 2 Werktage und wird an eine Hausadresse oder Hotel geliefert.

Also entweder man packt nur so viel ein wie man auch tragen kann oder man beauftragt den Gepäckservice der Bahn.

Für ganz eilige gibt es sogar einen Overnight Service , der allerdings einen Stolzen Preis hat.

Welche Gepäckstücke sind im Zug am praktischsten

Meiner Meinung nach sind Trollikoffer der kleinen und mittleren Größe am praktischsten. Und zwar die mit 2 Rollen. Die mit 4 Rollen sind zwar auf dem Bahnsteig ganz praktisch, aber im Zug auf dem Teppich im ICE und bei den Rillen zwischen den Wagons rollen diese schlechter. Da haben sich die zum kippen und ziehen als praktischer erwiesen.

Sportliche junge Männer finden diese pseudo Sporttaschen mit Rollen ganz cool, aber ich beobachte oft das diese Taschenform im Zug nicht mehr ganz so praktisch ist. Außerdem habe ich bei diesen Taschen immer den Eindruck das sie halb leer und sinnlos überdimensioniert sind.

Rucksäcke sind beim Umsteigen und für längere Strecken zum laufen sehr gut, aber im Zug sollte man damit besonders vorsichtig sein. Vor allem wenn der Zug sehr voll ist haut man leicht mal den Rucksack einem anderen sitzenden Fahrgast ins Gesicht. Besonders ekelhaft sind dann auch noch zusätzlich angebundene Gegenstände wie Wanderschuhe usw. Wenn schon mit dem Rucksack in den vollen Zug, dann nimm ihn wenigsten solange bis Du Deinen Platz gefunden hast nach vorne.

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Verkehrsmittel

Slowup Basel was ist das?

Die Veranstaltung Slowup Basel Dreiländereck gibt es nun schon das 13. Jahr. Doch lange konnte ich mir nichts darunter vorstellen. Was ist das? Und wer kann wie mitmachen?

Früher sah ich hin und wieder die Plakate die für das Slowup werben sollte, und wusste auch das an dem Tag manche Straßen gesperrt sind. Aber bis ich es mal verstanden habe worum es bei dieser Veranstaltung geht dauerte es ein paar Jahre. Heute wohne ich direkt an der Strecke und konnte mir letztes Jahr das bunte Treiben direkt vor meinem Fenster angucken. Leider konnte ich letztes Jahr nicht teilnehmen weil ich den Fuß gebrochen hatte.

Das Slowup findet an einem Sonntag im September statt.

Dieses Jahr am 15.September. An diesem Tag werden in Basel, Lörrach, Weil am Rhein, Hunigue (Frankreich), Saint-Louis, Pratteln, Muttenz und Grenzach Strassen gesperrt. Von 10-17 Uhr steht ein riesiger Parcours für Fahrräder, Rollstühle, Rollerblader oder Tretroller zur Verfügung.

Auf 3 verschiedenen Schlaufen, die einzeln oder am Stück gefahren werden können stehen insgesamt 70km Straßen nur für den Fahrradverkehr zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen fahren alle in eine Richtung.

Es gibt jedoch keinen festen Start oder Endpunkt und jeder darf beginnen und aufhören wo er will. Die Strecke wird abgesperrt und gut beschildert und an zahlreichen Punkten gibt es Verpflegung und Möglichkeit zum Pause machen und es werden entlang der Strecke zahlreiche Aktionen angeboten.

In drei Ländern werden Straßen gesperrt damit Radfahrer freie Bahn haben

In Deutschland, Frankreich und der Schweiz werden zusammenhängende Straßen gesperrt und so kann jeder ohne Autoverkehr an der Ausfahrt teilnehmen. Verfahren kann man sich nicht, denn die Strecken sind sehr gut gekennzeichnet und man trifft ja ganz viele Mitfahrer.

Wo genau die Strecken sind kann man sich vorab in Flyern oder auf der Webseite informieren.

Die Flyer sind in Lörrach bei der Touristinformation und im Rathaus erhältlich. Aber auch ohne Flyer oder Kartenmaterial kann man sich einfach „dranhängen“.

Kostenloser Spaß für alles was Räder hat

Die Teilnahme am Slowup ist kostenlos. Mit fahren darf jeder der keinen Motor hat, also Fahrräder, Dreiräder, Rollstühle, Roller, Tretroller usw. Sicher darf man auch mit einem E-Bike oder E-Scooter mitfahren… wobei man nicht schneller fahren sollte als die anderen nicht motorisierten Teilnehmer.

Ein rollendes Volksfest

Die Stimmung beim Slowup ist eine gute und entspannte, keiner fährt hier Rennen oder will der schnellste sein. Es geht viel mehr um die Bewegung und die Gemeinschaft. Nicht wenige Teilnehmer bummeln den ganzen Tag auf einer Teilstrecke und nutzen rege die zahlreichen Einkehrgelegenheiten. Aber es gibt auch ambitionierte Teilnehmer die, die gesamte Strecke fahren wollen.

Beim Slowup sind klein und groß unterwegs denn es wird auch für Kinder an vielen Stellen Unterhaltungsprogramm angeboten.

Was tun wenn Du kein Fahrrad hast?

Wenn Du gerne mal dabei sein möchtest, aber kein Fahrrad hast, dann kannst Du Dir beim Velö in Lörrach für das Wochenende ein Fahrrad ausleihen. Am besten ganz schnell anrufen, oder eine Mail schreiben. Wenn Du mal etwas besonderes ausprobieren willst, wie wäre es mit einem Tretroller von Markgräfler Rollertouren?

Doch auch Rollerblades oder Skateboards sind erlaubt!

Weitere ähnliche Veranstaltungen in der Schweiz findet man unter slowUP.ch.

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Allgemein Gedanken

Wer oder was entscheidet was Du kannst?

Wer entscheidet was Du kannst und was nicht? Welche Faktoren entscheiden was Du Dir zutrauen kannst und was nicht. Wie läuft die Entscheidung „das kann ich nicht“ unterbewusst ab?

In dem vergangenen 12 Monaten habe ich gleich mehrfach darüber umdenken müssen was ich „kann“ und was nicht. Aufgrund einer Fußverletzung war ich schlagartig eingeschränkt und konnte schon ganz einfach Dinge plötzlich nicht mehr. Ich musste das erste Mal im Leben so richtig krass erfahren wie das ist wenn man nicht mehr so kann wie man es gewohnt ist.

Wer sagt Dir was Du kannst? Der Arzt?

Früher dachte man ein Arzt hat immer Recht, und er weiß genau was mit Deinem Körper los ist und was Du ihm zutrauen kannst und was nicht. Pustekuchen!

Ich musste die Erfahrung machen das die Aussagen von Ärzten manchmal völlig falsch sind und diese überhaupt nicht einschätzen können was ich wirklich kann und was nicht. Nach einem Arbeitsunfall meinten 2 Ärzte ich hätte wohl eine Bänderdehnung und könnte nach 10 -14 Tagen Ruhe wieder normal arbeiten gehen. Dazu muss gesagt werden das ich einen Beruf habe bei dem ich den ganzen Tag stehe und viel hin und her laufe. Ohne Stehen und Laufen geht mein Job nicht .

Brav und Pflichtbewusst glaubte ich den Aussagen der beiden Ärzte und versuchte nach 2 Wochen wieder zu arbeiten. Es tat weh… aber ich dachte ich sei einfach nur wehleidig und müsse da jetzt durch. Binnen weniger Tage nahm ich 2 Packungen Schmerzmittel, so das die Apothekerin schon meinte „gehen Sie nochmal zum Arzt“. Wochenlang kam ich immer wieder in die Praxis, so das Arzt und Arzthelferinnen schon von mir genervt waren. Die Schmerzen im Fuß wurden immer schlimmer, weil ich mich ja an die Anweisung vom Arzt „lassen Sie die Krücken weg und belasten Sie normal“ gehalten habe.

Erst nach über 4 Wochen wurde bei einem MRT ein gebrochener Knochen und eine Entzündung festgestellt. Von einer Minute auf die andere hieß es plötzlich „nicht mehr belasten“!

Von einen Tag auf den anderen von „sie können arbeiten“ zu „auf keinen Fall belasten“ !!!

Geplant war das ich mit meiner Mutter am 3. Oktober den Park in Ettenbühl besuche… nun ja wir waren dort… und meine 79 jährige Mutter hat mich in einem Rollstuhl durch den Park geschoben, so schnell kann es gehen!

Wenn sich „ich kann das nicht“ im Kopf fest setzt

Aufgrund der Entzündung musste ich den Fuß wochenlang entlasten, was ich wegen der erheblichen Schmerzen (die noch schlimmer wurden) auch bereitwillig tat. Doch plötzlich war der Lebensmittelmarkt um die Ecke kaum noch erreichbar. Die Treppen in den 2. Stock was unüberwindbar.

Ich entwickelte komische Taktiken um möglichst wenig in der Wohnung hin und her laufen zu müssen. Mein Lebensbereich beschränkte sich fast nuryy noch auf einen Raum…

Doch dann als es besser wurde… war es im Kopf noch nicht besser. Es gab Situationen das ich vor einem Gullideckel stehen geblieben bin weil ich mich nicht traute darüber zu gehen.

In der Physiotherapie musste ich mühsam lernen wie einfachste Bewegungen funktionieren, und vor allem musste ich bei jeder Kleinigkeit erst wieder lernen das sie nicht weh tun. Dieses „das wird jetzt gleich wieder schlimm weh tun“ war so in meinem Unterbewusstsein verankert.

Wer sagt mir das ich das kann? Ich muss das selber machen!

Wochenlang sagte mir der Physiotherapeut „das kannst Du“, doch ich konnte und wollte ihm oft erst nicht glauben. Manchmal hatte ich das Gefühl er behandelt mehr mein Denken als meinen Fuß.

Mein Hauptproblem war dann meine untrainierte Muskulatur, die ja beim ersten aktivieren auch ein wenig weh tun kann. Doch in meinem Gehirn kam starker Schmerz an. Es gab ein paar Tage (und vorallem Nächte) da hatte ich das Gefühl der Schmerz aus dem Mittelfuß verteilt sich über das ganze Bein bis hin in den Rücken.

Tagelang quälten mich die Gedanken „Ich kann nicht laufen“. Und damit verbunden Existenzängste, wovon sollte ich Leben wenn ich nicht mehr arbeiten kann.

Ich musste lernen mir selbst zu sagen „ich kann laufen“. Ich suchte mir kleine Ziele die ich zu erreichen versuchte… „ich kann bis zu nächsten Bushaltestelle gehen“… „ich kann durch den Supermarkt gehen ohne mich am Regal fest zu halten“

Ich habe die Erfahrung gemacht, das Ärzte zwar Empfehlungen geben können, aber wirklich entscheiden wie viel Schmerzmittel Du brauchst oder wann Du deinen Körper wieder mehr belasten kannst musst Du allein.

Bei diesen Entscheidungen spielen ganz viele alte Faktoren mit

Bei diesen vielen kleinen Entscheidungen „was kann ich und was kann ich nicht“ spielen ganz viele Faktoren im Hintergrund mit. Und den wenigsten sind wir uns bewusst:

  • Erfahrungen die wir vor kurzem Gemacht haben
  • Erfahrungen die wir früher in ähnlichen Situationen gemacht haben
  • Erfahrungen von Menschen im Umfeld und was wir wie davon mitbekommen haben
  • Erfahrungen der Eltern und Grosseltern
  • Ängste der Eltern
  • die eigenen Ängste aus der Kindheit/Jugend
  • was Andere über Deine Situation sagen
  • was Du denkst was andere über Deine Situation denken

Als ich bevor der Bruch diagnostiziert wurde waren meine Entscheidungen viel zu sehr davon geprägt was meine Arbeitskollegen wohl denken und sagen. Und was meine Mutter am Telefon meinte „geh nicht nochmal zum Arzt der kann auch nix machen, reiß Dich zusammen!“

Als es am schlimmsten war, da traute ich mir noch nicht mal mehr zu in die Duschwanne zu stehen, weil ich Angst hatte zu stürzen. Mein Vertrauen in meinen Fuß und mein Selbstvertrauen waren dahin.

Wie sehr mich in dieser Situationen Aussagen von meiner Oma und Mutter die ich als Kind gehört hatte mit beeinflusst haben wurde mir erst viel später klar. Meine Oma sagte manchmal „wenn man nicht mehr laufen kann, dann kann man sich auch nicht mehr selber versorgen und fängt an zu stinken“. Sie sprach von ganz alten Leuten die im Rollstuhl saßen und gewaschen werden mussten… aber ich übertrug unterbewusst diesen Zusammenhang nicht laufen zu können mit sich nicht richtig waschen zu können… Bewusst wurde mir das erst als ich am Telefon zu meiner Schwester sagte „ich stinke wie ein Altersheimbewohner“

Von Klein auf „lass das, das kannst Du nicht!“

Ich bin von frühester Jugend mit solchen Aussagen aufgewachsen „lass das, das kannst Du nicht“, „das geht nicht“. Diese immer wieder gehörten Sätze die sich am Anfang wohl auf Klettergerüst und co bezogen haben prägten mich in meiner Jugend. Ich habe nicht das Gymnasium besucht, obwohl ich mehre Klassen eine der besten war und mehrfach die Empfehlung der Lehrer bekommen habe. Immer nur weil meine Mutter meinte „das kannst Du doch nicht“… „Latein… kannst Du doch nicht“. Obwohl ich die Mittlere Reife mit 1,2 und Auszeichnung abgeschlossen habe, habe ich nicht das Abitur gemacht. Weil meine Mutter meinte ich sollte es gar nicht erst versuchen…

Meine jüngere Schwester hat Abitur und Fremdsprachen-Fachschule gemacht. Ihr war es egal ob jemand sagt „das kannst Du nicht“.

„Das kannst Du“ gegen „das kannst Du nicht“

Während der Rehabilitationsphase nach meiner Verletzung kämpften permanent mehrere Gedankenmuster in meinem Kopf. Nein ich war nicht in einer Reha oder Kur, ich habe alles zuhause mit mir alleine ausgemacht.

Wenn mein Fuß „Aua“ meldete konnte ich binnen Buchteile von Sekunden diese Situation verschieden bewerten „oh nein wie Schrecklich, ich kann nicht weiter“ oder „Jammer nicht, lauf weiter“ oder „Du kannst gar nicht mehr weh tun, Du bist schon längst wieder gesund“…

Es kam mir vor als wenn ich dauernd mit dem Fuß (bzw dem Schmerz) und mit meinen Gedanken rede.

Jede Kleinigkeit konnte ich so oder so bewerten und es fiel mir zu Anfang schwer die positive Variante zu wählen. Erst nach und nach, nach mehren kleinen Erfolgserlebnissen lernte ich wieder eine gesunde Sichtweise auf die Situationen.

Heute muss ich nicht mehr darüber nachdenken ob ich über einen Gullideckel drüber laufen kann und ob ich dafür die richtigen Schuhe an habe. (es gab eine Zeit da glaubte ich nur in einem Paar Schuhe wirklich sicher gehen zu können).

Erfolgserlebnisse feiern, darüber reden hilft

Ich habe festgestellt das es mir unheimlich hilft wenn ich über meine Erfolge spreche oder schreibe. Sicher gab es ein paar Leute in meinem Umfeld die schon genervt waren wenn ich ihnen erzählt habe „heute bin ich 1km ohne Pause machen zu müssen gelaufen“. Aber solche positiven Berichte haben mich aufgebaut. Ein wichtiger Motivator dabei war der Schrittzähler in meinem Samsung Handy. Mit S-Health konnte ich meine Erfolge messen und aufzeichnen. Sehr motivierend ist dann auch mal hin und wieder paar Wochen zurück zu blättern und zu sehen wie viel weiter und schneller man die Wege jetzt schafft.

Mittlerer Weile ist meine Leistungsfähigkeit fast wieder normal, noch nicht ganz so wie sie vorher war (ich erinnere mich an Spaziergänge von 14-18 km das packe ich noch nicht. Aber ich bin auf dem richtigen Weg!

Ich möchte mir selbst beweisen „ich kann!“

Deshalb habe ich beim Badischen Tretroller Cup mitgemacht, obwohl ich vorher noch nie Tretroller gefahren bin. Ich wollte mir und der Welt beweisen das ich auch was ungewöhnliches schaffen kann ohne schlapp zu machen. Und es ist mir gelungen!!! Wie es mir beim meinem ersten Tretroller Rennen ergangen habe ich in einem Artikel beschrieben.

Fazit:

Mach Dir Gedanken darüber warum Du Dir irgendwas nicht zutraust, weißt Du das Du es nicht kannst oder vertraust Du nur falschen alten Aussagen von anderen?