Birkenfeige: wie mein Ficus immernoch gut überlebt

Birkenfeige: wie mein Ficus immernoch gut überlebt

Alle sagen das ein Ficus Benjamini oder auch Birkenfeige so empfindlich sei, und das es gute Pflege braucht das die Pflanze schön bleibt. Nun ich habe absolut keinen grünen Daumen und dennoch lebt mein Ficusbaum bei mir schon über 20 Jahre! Grund genug um mal aufzuschreiben wie ich ihn behandle.

Ich habe nicht viele Zimmerpflanzen, denn ich habe nicht viel Platz und auch keine Lust viel Zeit darin zu investieren.Jedoch überleben zwei Pflanzen bei mir. Auch wenn ich öfters mal verreise!

Den Ficus habe ich damals als fast 1m hohen Baum gekauft. Es war mehr ein Mittleidkauf… denn er sah bemittleidenswert aus. An den Ästen befanden sich nur noch etwa 20 Blätter. Die Pflanze hatte den Standort in einem Lebensmittelmarkt direkt neben dem Eingang nicht vertragen. So bekam ich sie für einen fast symbolischen Preis. An das Genaue Datum kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es muss zwischen 1997 und 1999 gewesen sein.

Nachdem ich ihn ein paar Wochen in meinem Wohnzimmer einfach nur „in Ruhe gelassen habe“ hat er neue Blätter bekommen und nach 2-3 Monaten hab ich ihn in einen größeren Blumentopf aus Ton umgetopft. Weniger weil ich dachte er braucht mehr Platz für Wurzeln, sondern weil er leicht einseitig war und mit dem leichten Kunststofftopf sehr leicht kippte.

Auch in dem neuen Topf war er krumm aber er stand nun sicherer. Platziert hatte ich ihn neben dem Fenster, also auch neben dem Heizkörper. Schon immer hatte ich ihn hin und wieder mal etwas gedreht.

Viele Jahre war er einfach krumm, denn ich hatte Angst das er mir das beschneiden übel nehmen würde. Dann begann mein damaliger Lebenspartner sich mit Bonsais zu befassen. Er schnippelte an seinen kleinen Bäuchen so rabiat herum das ich dachte sie überleben es nicht. Doch er erzielte damit das gewünschte Wachstum. Also habe ich auch mal in die Bücher geguckt und mich nach und nach daran getraut meinen angeblich so empfindlichen Ficus zu beschneiden.

Sicherlich habe ich dabei auch ein paar Fehler gemacht und deshalb gehen heute noch einzelne Äste um die Ecke. Doch insgesamt hat es ihm sehr gut getan und bis heute halte ich es so das ich ihm 1-2 mal im Jahr mit einer Schere zu Leibe rücke und ihn dadurch in die gewünschte Richtung forme.

Nach meinem Umzug nach Lörrach im Sommer 2011 sah er mal richtig schlecht aus, hat sich aber dann irgendwann wieder erholt. Kleinere Veränderungen wie hin und her räumen oder mal 2 Tage am Stück den Rolladen gar nicht öffnen hat er eigentlich nicht sehr krumm genommen. Seit dem darf er zweimal im Jahr kurz unter die Dusche und dann stelle ich ihn ein paar Stunden (oder auch mal nen Tag) auf den Balkon zum abtropfen… diese Prozedur kostet zwar immer ein paar Blätter doch danach gehts ihm gut. Meistens mache ich das zu Beginn und zum Ende der Balkonsaision.

Einen richtigen Wachstumsschub hat er vorletztes Jahr gemacht. Im August 2018 hatte ich mir den Fuss gebrochen und war deshalb in den darauf folgenden 3 Monate eigentlich permanent zu hause und weil ich so viel Zeit hatte, hab ich ihn extrem oft gegossen. Seit dem ist er etwa 180 cm hoch und hat eine schöne volle Krone und keine kahlen Stellen mehr!

So sieht mein Ficus Benjamini bzw Birkenfeige heute aus. Er ist etwa 180 cm hoch und noch immer unregelmäßig geformt.

Diesen neuen Platz auf dem kleinen Hocker hat die Pflanze seit etwas über einer Woche. Bis dahin stand er in der anderen Ecke auf dem Boden. Das Umräumen macht ihm offensichtlich nichts.

Das Schwarze Kästchen mit dem Kabel gehört zu einer Lichterkette die schon seit 3 Jahren in dem Baum hängt und die zur Weihnachtszeit dann wieder eingeschaltet wird. Weil man die Lichterkette ausgeschaltet gar nicht erkennt lass ich sie einfach im Baum.

Unregelmäßiges Gießen und Düngen

Ich bin jemand der ständig das Blumengießen vergisst. Irgendwie war es mir nie so wichtig das ich mir eine regelmäßige Routine angewöhnt habe. In meinem Haushalt gibt es auch nur 3 Blumentöpfe und diese drei Pflanzen haben sich an mich und meine Unregelmäßigkeit gewöhnt.

Den Ficus Benjamini gieße ich mit normalem frischen Leitungswasser… ich weiß meine Mutter hat mir damals eingebläut das Pflanzen abgestandenes Wasser brauchen. Aber ich bin meistens zu faul oder vergesslich irgendwo Wasser für die Blumen vorzubereiten. Und wenn irgendwo mal ein Krug mit Wasser länger stehen geblieben ist… manchmal denke ich daran und kippe ihn in einen der Töpfe aber meistens denk ich nicht dran.

Teuren Dünger kaufen?

Früher habe ich paarmal flüssigen Blumendünger gekauft, doch die Flasche stand ewig herum (mit nur 3 Töpfen braucht man nicht viel). Also habe ich mich mal ans Internet gesetzt und nach preiswerten Alternativen gesucht.

Kaffeesatz als kostenlosen Dünger?

Meine Oma hatte die Rosen in ihrem Garten immer mit Kaffeesatz gedüngt. Seit ich denken kann haben wir benutztes Kaffeepulver gesammelt und meiner Oma für den Garten gegeben. Noch heute muss ich manchmal beim Kaffemaschine leeren an sie denken… leider werfe ich den Kaffeesatz ungenutzt in den Müll. Gerne würde ich ihn wie sie weiterverwenden.

Doch nach intensiver Recherche im Internet fand ich heraus das Kaffeesatz nur für Pflanzen im Freien geeignet ist, da in einem Blumentopf die Verdünnung viel zu gering ist. Theoretisch müsste ich die Pflanze ausbuddeln und unter alle Erde im Topf nur einen Teelöffel Kaffeesatz mischen… da ich meine Pflanzen aber extrem selten umtopfe ist das keine Option für mich.

Aber ich habe herausgefunden das man alten abgestandenen Kaffee (ohne Milch und Zucker) mit Wasser verdünnen kann und damit die Pflanzen Giessen kann. Da ich den Kaffee schwarz trinke bleibt hin und wieder mal eine halbe Tasse unvermischter Kaffee übrig. Und hin und wieder gebe ich das meinem Ficus!

Seit ich das mache hat er wieder mehr „Farbe“ das Grün der Blätter ist ein gesunderes dunkleres Grün. Zuvor war er eine Zeit lang heller und bleich geworden. Die Blätter wirken satter und wellen sich weniger. Also kann mein Spezialdünger ja nicht so schlecht sein.

So sehen die Blätter meines Ficus aus, im Hintergrund sieht man das der Stamm im Grunde aus meheren miteinander verdrehten Stämmen besteht.