Der Laden ist zu!

Heute ist der 18.3.2020 und für mich persönlich so etwas wie „Tag Eins der neuen Zeitrechnung“. Seit heute habe ich plötzlich viel zu viel Zeit. Aufgrund der Maßnahmen zur Verlangsamung der Corona-Virus Infektionen ist mein Arbeitsplatz seit heute geschlossen. Das gesamte Geschäft bleibt bis mindestens 16.4. geschlossen und wir Mitarbeiter sollen zuhause bleiben.

Noch vor wenigen Monaten habe ich in dem Artikel „Bloggen braucht Zeit“ darüber gejammert das ich keine Zeit habe regelmäßig zu schreiben. Und nun habe ich plötzlich ganz viel davon.

Unterwegs ist das Ziel – in momentan leider ein etwas unpopulärer Titel für einen Blog, denn unterwegs sein darf zumindest hier in Deutschland keiner mehr. Also muss ich mir was einfallen lassen und schreibe deshalb über das „Nichtunterwegssein“

Erster Tag „zuhausebleiben“

Obwohl wir die letzten Tage damit gerechnet haben das wir früher oder später zu machen hatten wir doch gar keine Vorstellung davon wie das ablaufen würde.

Heute morgen kam ich auf das Gebäude meines Arbeitsplatzes zu und mir fielen schon von weitem Schilder an den Türen auf die sonst nicht dort sind. Also bin ich näher dran…. „Wir schließen unser Haus“. Von dem Versuch dieses Schild zu fotografieren wurde ich von innen von unserem Chef abgelenkt, dieser rief mir durch die Glastüre zu „das können Sie von mir als Original haben“…

Nach einer guten halben Stunde rum stehen und nicht genau wissen was wir tun sollen (ganz ohne Kunden) wurden wir zu einer Besprechung gerufen. Es wurde ein Brief der Firmenleitung vorgelesen und wir wurden informiert das unsere Filiale bis mindestens 16.4. geschlossen bleibt, unter Umständen sogar länger! Und dann wurden wir heim geschickt! Es war eine ganz eigenartige Stimmung, eigentlich war keiner wirklich froh um „Zwangsfreizeit“. Etwas vergleichbares hat noch keiner von uns erlebt, denn das gab es bis dato noch nie.

Ich muss echt zugeben das mir persönlich die Aussicht auf wochenlanges alleine zu hause sein etwas Angst macht. Ich bin Single und lebe alleine. Mal paar Tage mich ganz alleine beschäftigen ist für mich normal und kein Problem. Dabei helfen mir mein Handarbeitshobby und auch dieser Blog. Beruflich bin ich es jedoch gewohnt ständig mit vielen verschiedenen Menschen zu sprechen. Und dabei in Bewegung zu sein. Beides wird mir mit Sicherheit fehlen.

Jetzt endlich habe ich Zeit für alles das was ich immer schon mal erledigen wollte oder was in den letzten Monaten liegen geblieben ist…

Was ich heute gemacht habe:

Heute war wunderschönes sonniges Wetter, aber Spazieren oder Radfahren wollte ich dann doch nicht, denn wir alle haben ja die Anweisung „Bleiben sie zuhause“. Um Zuhause aber doch an frischer Luft zu sein habe ich ja meinen Balkon… aber der war noch winterliches Stiefkind. Also habe ich damit begonnen den Balkon zu säubern.

Mein Balkon ist nicht überdacht und so bildet sich über den Winter auf dem Boden eine Moos Schicht, die bei Feuchtigkeit sehr leicht rutschig wird. Also habe ich begonnen den Boden gründlich zu reinigen:

Andere Jahre habe ich sowas in kürzester Zeit mit einem geliehenen Dampfstrahler gemacht… dieses Jahr kann ich mir keinen ausleihen fahren… und ich hab ja genügend Zeit, also von Hand!

Letztendlich habe ich zwei Tage lang immer wieder an dem Balkonboden geschrubbt. Denn ich habe mir bewusst dafür viel Zeit gelassen. Abwechseln habe ich eine Runde geputzt und dann wieder eine ausgiebige Pause auf der Couch mit Stricken gemacht.

Eine weitere Herausforderung waren die alten Balkonmöbel, die ich letzten Winter nicht in den Keller getragen habe, weil ich geplant hatte sie dieses Frühjahr zu entsorgen und mir neues zu kaufen.

Angesichts der Situation „Kurzarbeit 0“ verzichte ich auf so eine Investition. Ich weiß nicht wie es genau finanziell weiter geht. Keiner weiß wie lange wir mit weniger Geld auskommen müssen.

so sah es vor meiner Putzaktion auf dem Balkon aus

Das eine intensive Reinigung notwendig war seht ihr auf dem Bild. Zusätzliche Information, der Boden ist Metall und wird durch das Moos rutschig.

Ich habe also die ersten zwei Tage „Zwangsfreizeit“ sinnvoll genutzt und diesen Zustand erheblich verbessert.

Als Reinigungsmittel habe ich nur zwei Sachen benutzt. Den Neutralreiniger von Penny (ins Putzwasser für den Boden) und den Alleskönner von Prowin auf den Möbeln… bissel einweichen und dann mit Schwamm schrubben.

Klar die ollen Möbel werden nicht mehr richtig weis, die oberste Schicht des Kunsstoff ist angegriffen und rau geworden. Aber das ist mir egal. Alle Teile sind noch stabil und Gäste kommen die nächste Zeit eh nicht.

Da ich momentan nicht über aktuelle Reisen und Ausflüge berichten kann werde ich mich hier einfach nur über mein tägliches Leben mitteilen. In der Hoffnung das es da draußen doch noch jemanden gibt der das Lesen mag.

In diesem Sinne bleibt bitte zu hause und bleibt gesund!

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