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Lockdown-Tagebuch, Tag 1

Seit dem 16. Dezember gilt in Deutschland der „harte Lockdown“ welcher die Schliesung des Einzelhandels beinhaltet. Das Warenhaus in dem ich arbeite ist also erneut wochenlang komplett geschlossen. Für uns Mitarbeiter bedeutet das „Kurzarbeit Null“.

Diese Situation hatten wir schon einmal, im März diesen Jahres und ich habe in meinem Artikel „Der Laden in zu“ über meine damaligen ängste und Gefühle geschrieben. Dieses Mal ist der Schock nicht ganz so stark, denn wir haben alle damit gerechnet das es zu einem erneuten Lockdown kommen wird. Doch wir glaubten alle das dies mit Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft erst nach den Feiertagen sein wird. Leider haben sich die Ereignisse die letzten Tage überschlagen und der Lockdown wurde auf 16.12. vorgezogen.

Gestern war der Laden auch zu, aber diesmal durften wir Mitarbeiter wenigstens noch einen ganzen Tag lang arbeiten. Bei geschlossenem Verkauf hatten wir die Chance in Ruhe alles gründlich aufzuräumen und die Weihnachtsware wie Christbaumschmuck und Weihnachtstischdecken weg zu räumen.

Ich persönlich habe sogar Zeit die Weihnachtsstoffe für die Inventur (voraussichtlich August) zu messen und mit Inventurzettel zu versehen. Weihnachtliche Stoffe haben wir dieses Jahr sehr viel über behalten. Denn dieses Jahr gab es keine Weihnachtmärkte und Basare und somit haben die Leute auch nicht dafür Dinge genäht und gebastelt.

Warum ein Lockdown-Tagebuch?

Ich habe beschlossen diesmal eine Art Tagebuch hier zu schreiben und Euch zu berichten was ich so in der unfreiwillig freien Zeit mache.

Ich bin Single und lebe alleine, beim Shut-down im Frühjahr hab ich auf die Dauer sehr darunter gelitten das ich mich so wenig anderen Menschen mitteilen konnte. Aber auch die viele freie Zeit hat mich auf die Dauer fertig gemacht. Mal ein paar Tage nur faul auf der Couch sitzen und TV gucken ist ja mal ganz nett, aber wenn man über Wochen hinweg keine Termine und Ziele hat wird es schwer für mich.

Plötzlich war alles so egal, egal ob ich aufräume, egal ob ich Geschirr spühle, egal ob ich mich Dusche oder die Zähne putze… Ich hatte mir zwar einige Handarbeits-Projekte vorgenommen, aber davon nur einen kleinen Teil wirklich umgesetzt weil ich in eine ungesunde Lethargie geraten war.

Dieses möchte ich bei diesem Shut-Down unbedingt verhindern. Ich möchte nicht im nächsten Jahr wegen Depressionen behandelt werden müssen“

Meine Theorie ist wenn ich Euch berichten muss was ich gemacht habe, dann mache ich auch irgendwas sinnvolles.

Was ich heute gemacht habe:

Ich bin wie schon die ganze Woche um 4 Uhr aufgestanden (ja um Vier!) denn ich mache noch immer den Nebenjob im Bäckerladen, für den ich wiedermal sehr sehr dankbar bin. Wenn Du wissen willst wie ich es schaffe morgens so früh raus zu kommen, auch darüber habe ich schonmal geschrieben „Frühaufstehen“.

Also von 5-8 habe ich dort meinen gewohnten Job gemacht.

Im laufe des Vormittags habe ich das Chaos in meiner Küche „entschärft“… noch nicht ganz beseitig. Da ich die letzten 3 Tage so viel gearbeitet habe, hatte ich die Tasche mit dem Geschirr vom Mittagessen immer nur abgestellt und am nächsten Tag eine frische genommen… Es standen mittlerer Weile 10 Taschen mit Einkäufen, dreckigem Geschirr, Abfall, Besteck, Post… usw rum. Mit dem vielen Zeug das noch auf der Arbeitsfläche rum stand kamen dann 2 Spühlmaschienen Ladungen zusammen.

Ich habe lange mit meiner Mutter telefoniert, sie wird am Samstag 81 und möchte nicht das ich komme… sie will lieber alleine feiern und freut sich dann an Weihnachten über Besuch. Gut so, ich wollte das auch schon vorschlagen, denn so kann ich bis dahin die Kontakte zu anderen Menschen fast auf null bringen und sie Weihnachten nicht anstecken.

Später habe ich meinen Staubsauger auseinander genommen. Mein Vorwerk Kobold 120 mit der Teppich-Bürste 340 wollte nicht mehr richtig saugen… irgendwie schob er den Dreck nur hin und her um ihn an anderer Stelle wieder auszuspucken. Ich liebe diesen Uralt Staubsauger, weil ich ihn selber reparieren kann! Die Geschichte zu diesem Gerät erzähle ich Euch die kommenden Tage.

Update am 20.12.: Hier ist die Geschichte zu meinem Staubsauger Kobold 120

Da der Motor die normalen Geräusche gemacht hat vermutete ich das Problem in der Teppichbürste unten. Die Bürsten waren zwar voller Fäden und Stoff-Fusseln (wenn Uschi näht gibt es immer Sauerei) aber die waren offensichtlich nicht das Problem. Ich nahm also auch die Bodenplatte ab und fand eine riesige Knolle zusammengepresstem Staub und Dreck. Mit Blumenblättern und Papierfetzen, aber beides konnte diesen Stau nicht verursachen. Irgendwas anderes musste da dicht machen. Ich fand schlieslich etwas hartes, das sich genau bei dem Knick zum Rohr verkantet hatte. Ein Plastikteil… ein grünes Rundes Ding. Und ich fand auch heraus woher es kommt. Weiter oben am Staubsauger gibt es eine Taste um die Teppichbürste ab zu machen, diese hat keine Abdeckung mehr… Der Staubsauger hatte sich also an einem Teil von sich selbst verschluckt. Nachdem ich das Gerät wieder zusammengebaut hab funktionierte wieder alles einwandfrei!

Diese Tastenabdeckung kann man neu nachbestellen, das werde ich die kommenden Tage auch mal machen, noch ein Vorhaben das ich dann auch eher umsetzte weil ich es Euch angekündigt habe.

Zum Mittagessen hatte ich mir Spinat mit Nudeln gemacht.

Ausserdem habe ich heute die Waschmaschine heute gleich drei mal laufen lassen. Zweimal mit normaler Wäsche und im dritten Waschgang war meine Lieblingshandtasche und 2 Rucksäcke. Taschen und Rucksäcke aus Textil lassen sich einwandfrei in der Maschine waschen. Alle Teile sehen nach dem Waschen sehr gut aus.

Lockdown-Tagebuch Tag 2

5 Antworten auf „Lockdown-Tagebuch, Tag 1“

Schreibe eine Antwort zu Lockdown-Tagebuch Tag 7 (23.12.2020) | Unterwegs ist das Ziel Antwort abbrechen

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