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Lockdown-Tagebuch Tag 13 ( 29.12.)

Herzlich Willkommen zum dreizehnten Tag in meinem Lockdown-Tagebuch. Seit 13 Tagen habe ich „Notwendige Zwangsfreizeit“. Denn mein Arbeitsplatz ist wie bei vielen anderen auch, geschlossen. Dennoch ist diese „freie Zeit“ keine normale „Freizeit“.

Viele meiner gewohnten Freizeitbeschäftigungen kann und darf ich nicht nachgehen. Eines meiner Hobbys ist das Reisen. Deshalb heist auch dieser Blog „Unterwegs ist das Ziel“ weil es für mich in den letzten Jahren oft nur darum ging irgendwie unterwegs zu sein. Mit Dem Bus, Zug, Auto oder seltener auch mit dem Flugzeug, aber hauptsache unterwegs und was anderes sehen.

Dabei war mir nie wichtig in irgendeinem 5-Sterne-Hotel zu nächtigen. Nee sehr oft war mir die Couch oder das Gästebett bei einer Freundin oder bei meiner Schwester lieber. Hauptsache raus aus dem alltäglichen Trott.

Raus aus dem Alltäglichen Trott?

Jetzt mit etwas Abstand und viel Zeit zum Überlegen wird mir so einiges klar. Könnte es sein das ich unter anderem so gerne und viel gereist bin weil ich verlernt hatte mich zuhause zu entspannen?

Auf einen blöden Spruch eines Bekannten: „Du hast die Wohnung wohl nur zum Möbel unterstellen“ habe ich irgendwann mal „nein nur zum Putzen“ geantwortet. Genau so war mein Empfinden über Monate oder sogar Jahre hinweg. Wenn ich wirklich mal Zeit zuhause hatte, dann musste ich putzen und aufräumen.

Gerade in der zweiten hälfte des letzten Jahres (2019). Da hatte ich zu meinem 90% Arbeitplatz noch einen Nebenjob auf 450€-Basis angenommen. Täglich von 5-7 Uhr in einem Bäckerladen, Backen, Einräumen und Verkaufen. Dann nach Hause und um 9 Uhr dann zum normalen Job. Und das an 5 Tagen in der Woche! Im Hauptjob hatte ich jede Woche 1-2 Freie Tage, die nicht immer zusammenhängend waren.

Habe ich zuviel gearbeitet?

An den Tagen wo ich beides machen musste, da fand natürlich keine Hausarbeit statt. Aufräumen, Putzen, Waschen und wenn dann noch Kapazität da war auch mal Kochen, das fand immer nur an meinen „freien Tagen“ im Hauptjob statt. So konnte es passieren das halt mal Dreckwäsche von fast 2 Wochen angesammelt war, Nicht selten lief meine Waschmaschine Sonntags. Und teiweise habe ich die Bügelwäsche Samstags morgens vor der Arbeit gemacht (weil Samstag ja der Tag war wo ich nicht um 4 Uhr aufstehen musste… aber da ich es die Woche über gewohnt war, war ich halt früh auf).

Aber das war auch nicht ganz so ideal… 4 oder 5 Uhr aufstehen, Putzen, Wäsche, Bügeln usw… und dann erst 11 Uhr zum eigentlichen Arbeitstag… manchmal frage ich mich wie ich das geschafft habe!

Vorfreude auf die nächste Reise zu einem Konzert als Hauptmotivation

Monatelang hab ich dieses Arbeitspensum durchgehalten, aber ich brauchte immer die Aussicht auf irgendein tolles Event. Am liebsten ein Konzert einer meiner beiden Lieblingsänger…

Im Januar diesen Jahres hab ich dann beschlossen das mir das dann auf Dauer doch zuviel ist, und ich habe bei dem Nebenjob um weniger Stunden gebeten. Den Ersten Arbeitsplan mit viel weniger Stunden hatte ich dann im Feburar.

Im Februar hatte ich mich noch auf das grosse lang ersehte Event den „Thomas Anders-Fan-Day“ in der Nähe von Koblenz gefreut. Doch dann kam Corona… Am 28. Feburar hab ich dann realisiert das diese Pandemie auch mich betrifft. Mehr dazu unter „Auf einmal betrifft es mich doch“.

Ab da ging nichts mehr seinen gewohnten Trott… Chorproben und Auftritte wurden abgesagt. Feste und Feierlichkeiten wurden abgesagt. Selbst die sonntäglichen Gottesdienste… zu Anfang war das ja mal ganz angenehm dieses Zuviel an Terminen und Verpflichtungen los zu sein… aber jetzt?

Jetzt ist alles weg !

Mittlerer Weile ist mein 4. normal eingereichter Urlaub verstrichen, ohne das ich irgendwo hin gefahren bin. Ohne das ich vorher Tage oder Wochenlang Pläne gemacht habe. Reiserouten und Hotels oder Veranstaltungsorte gesucht, Schnäppchen gebucht habe. Selbst die oft Zeit und Nerfenraubende Vorbereitung fehlt mir jetzt.

Ich bin völlig aus dem Trott !!!

Jetzt bin ich komplett aus dem Trott heraus. Keine Arbeit, Keine Reisevorbereitung, kein Ziel… so langsam fehlt mir sogar der Zeitdruck…

Jetzt aber endlich mal zu heute dem 29.12.2020

Was habe ich heute gemacht?

Arrgh, heute hab ich fast nix gemacht.

Ich bin heute um 3:30 aufgestanden. Normal stehe ich um 4 Uhr auf wenn ich um 5 Uhr arbeiten muss, und heute wollte ich mal ausprobieren ob mir das hilft wenn ich früher aufstehe. Die halbe Stunde habe ich nicht wirklich sinnvoll nutzen können. Ich werde morgen lieber wieder um 4 aufstehen.

Heute Nacht als ich aufgestanden bin hat es hier gestürmt. Also ich hab mich echt gewundert das ich bei der Geräuschkulisse so ruhig schlafen konnte. Der Wind zerrte an der Strassenbeleuchtung die hier an einem Drahtseil an den Hauswänden befestigt ist. Wenn die Lampen vom Wind ins Schwingen geraten, dann knarrt und knirrscht es in der Hauswand.

Manchmal ist das ziemlich gruselig…

Zum Glück hatte sich der Sturm etwas gelegt bis ich um 4:40 Uhr auf mein Fahrrad gestiegen bin. Die Vorstellung das ich evtl einen herunterfallenden Ast oder eine rumfliegende Mülltonne abkriege ist dann nicht so angenehm. Zum Glück hatte sich der Wind gelegt.

Bei dem Job war es extrem ruhig… ja klar… wer geht morgens um 6 zum Bäcker? Nur diejenigen die sich ein Vesper auf dem Weg zur Arbeit mitnehmen wollen… aber wer arbeitet schon „zwischen den Jahren“ und dann noch „mitten im Lockdown“… die Kunden zwischen 6 und 7 Uhr konnte ich fast an einer Hand abzählen. Aber so konnte ich konzentriert und in Ruhe meine Vorbereitungen machen…

Bis zu diesem Rumpelnden Geräusch! Was war das? Es war noch dunkle Nacht, ich sah nichts, keine Personen, kein Fahrzeug und ich konnte das Geräusch zunächst überhaupt nicht einordnen. Aber es war irgendwas direkt vor der offenen Ladentüre…

Es war der Wind der drohte die Markiese vor dem Laden aus der Verankerung zu reissen!!! Ich rannte zur Steuerung und hoffte das die Automatik noch funktionieren würde. Gott sei dank ging alles gut, die Markiese fuhr wieder ein.

Das war dann aber auch das spekulärste was bis 8 Uhr passierte. Ansonsten war es echt so öde wie noch nie. Habe ich schon mal berichtet das ich rumstehen hasse?! Wenn alles gemacht ist und man steht nur da und wartet auf Kunden, das ist ermüdender wie wenn man ständig was zu tun hat.

Als ich dann um 8 Uhr Feierabend hatte bin ich mit dem Rad auch noch in den Regen gekommen und war dementsprechend nicht so toll drauf als ich heim kam. Müde vom Nixtun, generft vom Wetter und … ach was solls… ich bin einfach wieder ins Bett!

Dann habe ich bis 12 Uhr geschlafen!

Und dann war ich erst recht nicht mehr wirklich motiviert, auch viel Kaffee hat dann kaum geholfen. Nichts wollte mir gelingen…

misslungener Entwurf eines Giraffenkopfes

Ich hab zwar versucht ein Tierchen für die „Arche Noah“ zu häkeln, aber es wollte mir nicht gelingen. Wenn Du nicht weist worum es geht lies mal den Artikel von gestern.

Kurz nach 14 Uhr hab ich mich dann aufgerafft wenigstens etwas spazieren zu gehen. Ich brauchte Batterien für die Fahrrad-Rückleuchte und ich bin dazu extra nicht in den nahen Pennymarkt sondern in den weiter entfernten Netto Markt gegangen. Und die hatten die passenden Batterien sogar im Sonderangebot.

Aber als ich dort raus kam regnete es schon wieder deshalb bin ich auf kurzem Wege wieder nach hause. Dadurch waren es leider nur 2.8 km die ich gelaufen bin.

Da dieser Tag nun wirklich nicht so prall war, beende ich diesen Artikel jetzt und gehe jetzt in die Badewanne

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