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Lockdown-Tagebuch Tag 16 ( Neujahr)

Herzlich willkommen in meinem Tagebuch, das ich während dem zweiten, sogenannten harten Lockdown schreibe. Das Ziel dieser Aufzeichnungen ist es unter anderem, mich selbst zu motivieren und mich in dieser notwendigen Zwangsfreizeit nicht zu sehr hängen zu lassen.

Heute ist Neujahr, ein neues Jahr hat begonnen. Mit diesem Jahreswechsel erhoffen sich viele Menschen das das neue Jahr besser wird als es 2020 war.

Andere Jahre hat man die Leute nur aus Gewohnheit und weil man es so macht mit „Gutes neues Jahr“ gegrüßt. Aber dieses Jahr habe ich das Gefühl hinter diesen Worten steckt dieses Mal viel mehr als sonst.

Ein gutes neues Jahr 2021 !

Auch ich persönlich habe viel mehr als andere Jahre den Wunsch den Menschen die ich kenne „Alles Gute für das neue Jahr“ zu wünschen.

Da ich nicht so ein Fan von Weihnachtskarten oder Neujahrskarten bin habe ich mir etwas anderes ausgedacht.

Ein kleiner genähter Neujahrsgruß

Heute morgen habe ich etwas gegoogelt was man denn so als schnelle Kleinigkeit nähen könnte. Es sollte etwas kleines originelles zum Verschenken sein, das man recht schnell in größerer Menge herstellen kann. Bei Pinterest bin ich dann auf genähte Glückskekse aus Filz gestoßen.

Schon vor Monaten habe ich von einem Bekannten mal Stoffreste aus einem Filz ähnlichen Material in Dunkelblau bekommen. Der Stoff war wohl als Möbelstoff gedacht, etwas Steif und robust, aber ich hatte bisher keine sinnvolle Idee was man daraus machen könnte. Genau diese Reste fielen mir jetzt ein und ich musste erst mal suchen ob ich sie wirklich aufgehoben hatte.

Nur Dunkelblau fand ich zu trist und unspektakulär und so holte ich das Körbchen vor in dem ich Reststücke vom Masken nähen aufgehoben hatte. Zum großteils waren es kleine Vierecke die für eine Maske gerade nur wenige Zentimeter zu klein waren. Genau die Größe konnte ich mit diesem Projekt verarbeiten .

Glückskekse nähen

So entstand die Idee statt Neujahrskarten Glückskekse zu verteilen. Natürlich nicht mit irgendwelchen dummen Sprüchen drin sondern mit etwas Mut machendem für das neue Jahr.

Als Schnittmuster diente eine alte CD und an Material konnte ich diese dunkelblauen Möbelstoff-Reste nutzen sowie diverse Reste von Baumwollstoffen und ähnlichem. So ein mini kleines Nähprojekt ist ideal um auch mal sehr kleine Reste aufzubrauchen.

Das vorbereiten und nähen ging mir sehr gut von der Hand und in etwa 1.5 Stunden hatte ich 24 bunte Glückskekse gezaubert

Nebenbei habe ich jeden einzelnen Schritt fotografiert und aus den Bildern werde ich morgen Vormittag eine Anfänger-Nähanleitung basteln, denn dieses Projekt ist ideal für jemand der sich erst an seine Nähmaschine gewöhnen muss.

Ich hatte also drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Etwas kleines zum Verschenken genäht, Reste verwendet und eine Anleitung für meinen Blog vorbereitet. Sehr schön, ich war damit sehr zufrieden.

Glückskekse brauchen auch eine Füllung

Aber es wären ja keine Glückskekse wenn sich in ihrem Innern kein „Glück“ befindet. In einen echten Glückskeks wird vor dem Backen ein Zettelchen mit einer Prophezeiung oder einem Spruch versteckt. Nun meine Kekse aus Stoff kann man im Gegensatz zu echtem Keks ohne Probleme öffnen und wieder verschließen. So war das hinterher „Glück verstecken“ kein Problem für mich.

Ich wollte aber auf keinen Fall irgendwelche doofen Standardsprüche. Es sollte schon etwas spezielles sein. Als erstes dachte ich an „Alles Gute 2021“ aber das fand ich dann auch zu doof.

Auch die Idee auf den Zettelchen in den Keksen ganze Bibelferse zu verstecken fand ich auch nicht ganz ideal. Ersten muss ich dann sehr klein schreiben, und zweitens ich wollte die Kekse ja nicht nur entschiedenen Christen schenken sondern auch Mitmenschen bei denen ich gar nicht so genau weis, wie sie zur Bibel stehen.

Ich entschied mich für eine bunte Mischung aus Bibelzitaten und einfachen zusagen wie „Jesus liebt Dich“. Die ich auf etwas festerem Papier ausgedruckt und ausgeschnitten hab.

Ich muss sagen, das Ganze hat mir richtig Spaß gemacht.

Die Kekse müssen verteilt werden!

Gegen 15:00 war ich fertig mit den Keksen und machte mich mit dem Fahrrad auf den Weg. Zuerst zu einer Arbeitskollegin die nicht weite weg wohnt.

Sie war total überrascht und hat sich über die Geste sehr gefreut. Eine Weitere Arbeitskollegin hab ich nicht selbst erreicht, aber ihr Sohn und ihr Mann waren da und haben sich über die Überraschung gefreut. Bei 3 weiteren Türen wurde mir nicht geöffnet, ich denke die Leute waren nicht zuhause, bei einem der Haushalte kenne ich deren Auto und das war nicht zu sehen.

Dann bin ich weiter Richtung Nordstadt da leider zwei Leute auch nicht da. Aber eine Chorkollegin war zuhause und nahm die Glückskekse gerne an, sie gab mir auch die Adressen von zwei weiteren Chorkolleginnen, von denen ich nicht wusste wo diese Wohnen. Auf dem Weg zu denen hab ich eine gute Bekannte mit meinem Besuch überrascht, sie und ihre Mutter waren echt von dem Neujahrsgruß gerührt.

Freude gemacht, mit Kleinigkeit

Richtig gut kam meine Idee mit dem Neujahrsbesuch bei der 82 jährigen Chorkollegin an, die die letzten Monate jedes zusammentreffen usw vermieden hat weil sie große Angst vor Corona hat. Aber sie wollte mich unbedingt umarmen. Es war so herzlich und schön sie wieder zu sehen. Auch sie verwies mich auf eine weitere Chorkollegin ich doch bitte nicht vergessen sollte.

Da wir aber viel länger als geplant gequatscht haben, wurde es schon dunkel und ich werde morgen zu der anderen Chor Seniorin radeln und sie mit einem Neujahrs-Glückskeks überraschen.

Schon im dunkeln habe ich noch zwei Bekannte zuhause erreicht, beide haben sich über die Überraschung sehr gefreut. Insgesamt habe ich heute 18 Glückskekse verteilt, morgen mach ich nochmal ein paar.

Es geht überhaupt nicht darum was man bringt, ob es jetzt was wertvolles oder sinnvolles ist. Es geht viel mehr um die Geste das man irgendwas macht und sich die Mühe macht vorbei zu kommen.

Das war meine Aufgabe heute

Das war also meine Aufgabe heute, eine witzige Kleinigkeit nähen und dann verteilen. Manchmal kann das anderen Menschen eine Freude machen so einfach sein. Heute war ein schöner und ausgefüllter Tag.

PS: Dieser Blogpost kommt heute etwas später als gewohnt, denn ich wurde vorhin während des Schreibens jäh erschreckt… Martinshorn direkt vor meinem Fenster. Ein Feuerwehreinsatz mit mindestens 8 Fahrzeugen! Diese fuhren zum Schulgebäude hier in der Straße. Der Schulbereich ist bin elektrischen Pollern gesichert und diese mussten erst herab gelassen werden. Solange stehen die Einsatzfahrzeuge direkt bei mir vorm Haus… Krankenwagen und Polizei waren auch dabei. Diese sind aber nach wenigen Minuten wieder weg, ich vermute also das das eine Feuerwehrübung ist. Aber erschrocken bin ich allemal.

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