Kategorien
Gedanken Lockdown-Tagebuch

Lockdown-Tagebuch Tag 22 ( 7.1.)

Heute ist der siebte Januar 2021 und eine Freundin, die mich kurz besucht hat, und ich mussten vorhin beide überlegen welchen Wochentag wir haben. Zum Glück gibt es Smartphones, es ist Donnerstag!

Den Taschenkalender für 2021 habe ich zwar ausgepackt und in die Handtasche gesteckt, aber noch nicht einmal wirklich hinein gesehen. Die paar Absprachen die ich dieses Jahr bisher getroffen habe, habe ich mir alle im Kopf merken können.

Ich hab mich noch gar nicht damit befasst wann die Feiertage usw sind. Das gab es noch nie. Andere Jahre habe ich schon im Oktober begonnen wichtige Termine für das neue Jahr einzutragen. Der Urlaub wurde schon schon markiert und nicht selten habe ich Anfang Januar schon die Tage gezählt bis zum ersten Urlaub ober bis zum ersten Event im neuen Jahr auf das ich mich freue. Dieses Jahr nix, keine Termine keine Highlights.

Und wann ich frei hab interessiert mich überhaupt nicht, ich habe momentan genug frei, wenn der Lockdown rum ist freue ich mich das ich zur Arbeit gehen darf.

Über 21 Tage Routine?

Hast Du gewusst das wenn man etwas 21 Tage lang macht, man sich so sehr daran gewöhnt das es zu einer Routine wird. Man hat sich daran gewöhnt. Deshalb üben Profisportler neu zu erlernende Bewegungsabläufe mindestens 21 Tage hintereinander. Danach ist es oft so das es in Fleisch und Blut übergegangen ist und man es unbewusst so macht. Es gibt Trainer die Strichlisten führen und erst wenn der Sportler es öfter als 21 mal richtig gemacht hat, dann sagt man ist es wirklich erlernt.

Bezüglich des Bloggens bemerke ich auch das ich geübter werde. Es fällt mir immer leichter die Texte zu verfassen. Ich brauche nicht mehr so lange, ich korrigiere und lösche nicht mehr so oft wie zum Beispiel Anfang Dezember. Ob meine Texte wirklich besser geworden sind das müsst ihr beurteilen.

Dies 21 Tage Regel gibt es auch bei vielen Diäten, die meisten erstecken sich über 3 Wochen und länger. Und man sagt die drei ersten Wochen seien die schwierigsten.

Leider gilt diese Prinzip auch bezüglich negativer Angewohnheiten oder den Konsum von Alkohol. Hast Du gewusst das wenn Du 21 Tage lang jeden Tag ein Glas Sekt oder eine Flasche Bier trinkst, Du bereits körperlich abhängig bist. Zwar von einer sehr kleinen Menge Alkohol aber eine gewisse Sucht ist dann bereits da.

Dies gilt im übrigen auch für andere Stoffe wie manche Medikamente. Der Körper gewöhnt sich derart an manche Substanzen das er Alarm schlägt wenn diese nicht mehr wie gewohnt kommt. Das ist dann schon wie ein ganz leichter Entzug. Aus diesem Grund steht in vielen Beipackzetteln „nur nach Rücksprache mit dem Arzt über längere Zeit einnehmen“.

Wenn wir gesund sind und es unserer Psyche gut geht ist so ein mini mini Entzug nicht schlimm. Fast jeder von uns hat das schon mal ausprobiert längere Zeit ohne Zucker oder ohne gesüßte Getränke auszukommen. Es geht schon, irgendwie, wir überleben es, aber es gibt auch Menschen die schon allein Zuckerentzug an den Rand der Verzweiflung bringt.

Aus diesem Grunde versuche ich mir in diesem Lockdown, der nun wirklich erheblich länger dauert als ein normaler Urlaub nicht irgendwelche Dinge anzugewöhnen die ich nicht langfristig behalten will.

Deswegen gehe ich auch wenn ich null Verpflichtungen habe zu einer normalen Schlafenszeit zu Bett und stehe morgens auf. Ich will mir meinen Schlafrhythmus nicht versauen.

Was habe ich heute gemacht?

Heute morgen kam ich etwas langsamer in die Pötte… hab eine ganze Weile gebraucht um zu entscheiden was ich heute erledigen will. Und ich muss zugeben ich habe nicht das gemacht was ich mir vorgenommen habe. Aber immerhin ich hab einiges gemacht:

Nähen

Heute habe ich mir diesem Blauen Stoff, von dem ich 2.5m hatte vorgenommen. Bei diesem weiß ich noch genau warum ich ihn mir damals gekauft habe. Das war als ich hier neu eingezogen bin. Er hat genau die gleiche Farbe wie meine Einbauküche. Zu Anfang hatte ich in der Küche ein offenes Regal stehen, in dem ich alle möglichen Sachen untergebracht hatte. Das sah immer irgendwie unordentlich und doof aus. Mit dieser Stoffbahn hatte ich das Regal einfach zu gehängt indem ich den Stoff nur oben fest geklemmt hatte.

Später bekam ich einen weiteren Schrank in der Küche und das Regal kam weg. Den Stoff hatte ich in den Schrank gelegt und vergessen… Ich bin in diese Wohnung 2011 eingezogen… der Stoff ist also schon 10 Jahre alt. Es wird Zeit das ich entweder etwas daraus mache oder ihn entsorge. Basta!

Auf dem Küchenschrank habe ich schon immer die nicht benutzten Backbleche liegen, die in keinen Schrank passen… und ich hab mich schon so oft darüber geärgert das sie immer Staubig und dreckig sind wenn sich sie mal brauche. Heute kam mir die zündende Idee für diese Bleche und für eine große Salatschüssel die auch da oben steht aus diesem Blauen Stoff Beutel zu nähen. Dann fallen sie weniger auf weil sie die gleiche Farbe haben wie der Schrank darunter und die Teile sind staubgeschützt.

Diese Beutel habe ich bereits zugeschnitten aber noch nicht genäht.

Aus dem Rest des Stoffes sollten ebenfalls Beutel werden, und zwar für die Schuhe die ich im Koffer mitnehmen will. Jedes mal beim Kofferpacken rennt man rum und sucht nach passenden Tüten, warum nähe ich mir nicht einfach für diesen Zweck passende Beutel?

Ich nähe mir Schuhbeutel für in den Koffer… wenigstens eine Reisevorbereitung…

Überraschender Besuch hält mich vom Nähen ab:

Ganz überraschend schrieb mich eine Freundin an ob ich zuhause sei, sie wäre gerade in der Nähe und würde gerne vorbei kommen. Ja klar komm vorbei ich mach uns einen Kaffee oder Tee.

Ich hab mich über ihren Besuch echt gefreut, hab die Nähsachen schnell auf die Seite geräumt und dann haben wir erst mal ein kleines Kaffeekränzchen gemacht.

In unserem Gespräch erwähnte ich die neuen Turngeräte im Rosenfelspark. Die kannte sie noch nicht und meinte spontan: „Zieh Dich an und wir gehen zusammen dort hin“. Der Rosenfelspark ist echt nicht weit weg und ich war da die letzten Wochen schon oft, aber sie schon viele Monate nicht.

(Ich wollte hier zu einem älteren Artikel über den Rosenfelspark verlinken, und dabei hab ich gemerkt das ich diesen schon lange gelöscht habe, weil er nicht gut war… es wird also Zeit einen neuen zu schreiben. Noch ein neues To-Do)

Also zog ich mich warm an und wir gingen zum Park. Mir war klar, das es ihr nur um einen gemeinsamen Spaziergang ging und nicht um die Turngeräte. Und es war echt angenehm, nicht zu sehr kalt und nur wenige Leute im Park unterwegs… doch dann hörten wir Musik… das hört sich an als singt da irgendwo jemand. Die Musik kam nicht von einem der Häuser und weit und breit kein Auto… erst nach einer Weile konnten wir die Quelle ausmachen… unter einem Baum, halb versteckt durch Geäst stand ein Mann und sang in ein Mikrophon das an eine Lautsprecherbox angeschlossen war… man sagt zu so etwas auch Karaokemaschine. Ich wäre gerne zu ihm hin gegangen doch meine Freundin wollte lieber nicht. Als er mit dem Titel fertig war deutete ich ihm „Klatschen“ und er bedankte sich. Dann verabschiedete ich mich mit „viel Spass noch!“ er meinte was mit „irgendwo muss man ja üben“.

Ich finde die Idee gut. Besser er singt im Park als das er seine Nachbarn zu sehr nerft. Er war wirklich nicht zu laut und stört da mitten am Tag niemanden.

Weiter Spazieren…

Ich begleitete die Freundin bis in die Innenstadt und dann trennten sich unsere Wege. Ich hatte einem Bekannten angekündigt ihn heute zu besuchen und ich wollte den Weg zu Fuß hin und zurück machen, damit ich heute endlich mal genügend laufe.

Auf dem Weg habe ich ein paar wenige Fotos gemacht.

Die Wiese von der Tumringer Brücke.

Aber ich habe mein Ziel erreicht! Über 10 000 Schritte!

Screenshot von S-Health

Ich bin echt zufrieden mit meinem Spaziergang obwohl das Wetter nicht sehr einladend aussah war es doch ganz angenehm zum laufen. Mal sehen ob ich morgen auch so eine Runde mache.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.