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Allgemein Lockdown-Tagebuch

Tag 28 (13.1.2021)

Herzlich Willkommen zu meinem 28. Eintrag im Lockdown-Tagebuch. Was das ist brauche ich wohl nicht mehr zu erklären. Für mich ist es seit 28 Tagen ein fester Bestandteil meines Alltags… ähm ja… so langsam wird der Ausnahmezustand zum Alltag. Geht das Dir auch so?

Das ungewöhnlich lange Nixtun und viel zu wenig bewegen fordert bei mir leider schon Tribut. Meine Venen mögen das viele rumsitzen absolut nicht und ich war heute deshalb beim Arzt.

Noch ist es keine Venenentzündung, aber ich muss nun kräftig gegensteuern das es nicht noch viel schlimmer wird. Das heißt ab sofort permanent Stützstrümpfe tragen. So wie es viele Menschen auf langen Flugreisen machen, so muss ich das jetzt zuhause auf der Couch machen. Kein erhebender Gedanke.

Außerdem soll ich so viel wie möglich laufen! Auf die Idee bin ich auch schon alleine gekommen. Und mein Ziel 10 000 Schritte am Tag ist nun auch „medizinisch notwendig“. Diesmal nicht so lustig gemeint wie in meinem Artikel von Gestern.

Wie versprochen ein neues Nähprojekt

Äh nein, wenn man es genau betrachtet ist es nicht neu. Denn diese Tasche habe ich in den ersten Tagen in dieser Wohnung auf dem Balkon gehäkelt. Das weis ich noch ganz genau. Weil es ja so etwas besonderes war. Vorher hatte ich keinen Balkon gehabt. Im Sommer 2011 habe ich aus hellblauen Baumwollgarn, das ich irgendwo reduziert gekauft hatte frei Schnauze diese Tasche gehäkelt.

Nach dem Umzug beim Auspacken der Kleidung war mir diese hellblaue Bluse aus pflegeleichtem Crash-Satin in die Hand gefallen und ich hab mich erst geärgert das ich sie überhaupt noch in die neue Wohnung mitgenommen hab, denn sie passte schon längst nicht mehr. Aber ich hab diese Bluse geliebt. Sie war so schön pflegeleicht, und war sehr chic mit ihrer Schnürung vorne. Dann fiel mir auf das sie ja genau die gleiche Farbe hat wie das was ich gerade häkle. Also packte ich die Bluse zu den Häkelsachen, weil ich vor hatte aus ihr ein Futter für diese Tasche zu nähen…

Das war 2011 ! Seit dem steckte die Häkelarbeit mit der Bluse in einer Tüte. Heute habe ich nun endlich das ausgeführt was ich schon seit 10 Jahren geplant hatte. Ich habe die Bluse zerschnitten und ein Futter für das Täschchen genäht! Endlich!

upcycling: eine Bluse wurde zum Futter dieser Tasche

Der Stoff der Bluse war sehr weich und fließend. Wie Futterstoff eben. Aber eher weniger geeignet für den Träger. Deshalb habe ich dafür die stabilste Stelle der Bluse genommen. Die Verschluss-Leiste. Die Bluse hatte keine Knöpfe sondern eine dekorative Schnürung. Leider habe ich kein Bild mehr wie sie mal aussah. Aus der Kante mit den Ösen für die Schnürung habe ich den Träger genäht, das Band wurde in die Häkelei eingefädelt und bildet jetzt die Schleife.

Laufen ist die beste Medizin!

Die Ärztin riet mir „Laufen, Laufen,Laufen“, das sei das beste um meine Venen zu unterstützen. Und dann machte sie noch so ne Bemerkung… „ich bin sicher sie schaffen sich Ziele“ … man könnte beinahe meinen sie hat meinen Blog gelesen.

Als ich die Arztpraxis verlassen hab war ich sehr nachdenklich und eigentlich nicht so gut drauf. Aber ich lief einfach mal drauf los, nach hause wollte ich nicht. Denn wenn ich mal dort bin das fällt es mir schwerer wieder los zu gehen. Also lief ich einfach drauf los. Ich wusste nicht wo ich hin wollte. Fand aber ich geh jetzt einfach mal paar Straßen lang, die ich noch nicht kenne.

Ich beschloss bis 12 Uhr mindestens in die gleiche Richtung zu gehen und erst dann den Rückweg einzuschlagen. Doch dann kreuzten Leute mit Hunden meinen Weg die einen steilen geteerten Weg hoch gingen. Ich hatte das für eine Zufahrt zu einer Firma oder so etwas gehalten, doch wenn die da hoch gehen und mir nicht gleich wieder entgegen kommen, dann muss der Weg ja irgendwo hin führen.

Der Weg führte an den Waldrand und bald war er auf dem Niveau der Autobahn, ging aber immer noch Bergauf. Von hier hatte man sogar ne tolle Aussicht. Genau jetzt blinzelte die Sonne zwischen den grauen Wolken hervor.

Und dann sah ich die Fußgängerbrücke über die Autobahn. Also von unten von der Autobahn aus hab ich sie schon oft gesehen, aber hier war ich noch nie!

Fußgängerbrücke über die Autobahn A98

Der geteerte Weg geht geradeaus weiter, und die nächsten Tage und Wochen werde ich sicher noch heraus finden wohin. Doch heute bin ich über die Brücke gegangen. Was allerdings etwas gruselig war. Nicht wegen der Autos und LKWs die unter einem hindurch rasen. Nein die Brücke war noch etwas vereist. Der Schnee der letzten Tage ist zwar überall sonst weg getaut, aber der Frost hat die Brückenkonstruktion noch voll im Griff.

Nach der Brücke gabelt sich der Weg. Ich wusste zwar nicht genau wo ich raus komme aber vermutete das ich eher links Richtung zuhause gehe.

Dort kommt man erst mal in einen kleinen Laubwald. Schöne Strecke. Und dann kam ich bei dem Parkplatz hinter der DH-BW heraus.

Duale Hochschule Baden-Württemberg

Ich wusste zwar das es sowas in Lörrach gibt, hatte aber keine Vorstellung davon wie groß das ist. Laut Webseite studieren dort momentan 34 000 Menschen. Weiter Informationen unter Unsere Hochschule.

Ich war beeindruckt von der Größe des Geländes und er Vielzahl der Gebäude. Der Gesamte Campus schmiegt sich an den Hang und ist von der Stadt aus nicht zu sehen. Ich dachte echt hier in der Gegend seien nur Wohnhäuser, das hier Platz für solche Gebäude ist habe ich nicht geahnt. Ich stelle immer wieder Fest, Lörrach ist viel größer als ich immer dachte.

Futuristische Gebäude der DHBW

Die meisten Gebäude scheinen recht neu zu sein. Kein Wunder denn diese Hochschule gibt es in dieser Form erst seit 2009. Ich hätte sicher noch mehr interessante Details entdecken können. Aber es Standen an der Straße mehrere Hinweisschilder das wegen Corona der Aufenthalt von nicht befugten Personen untersagt ist. Deshalb bin ich gar nicht stehen geblieben. Ich finde solche Verbote sollte man angesichts der Situation beachten und sich nicht länger aufhalten als notwendig.

Da ich sehr spontan und planlos los gegangen bin, habe ich versäumt nachzugucken wie weit die Strecke genau war. Ich werde diese Tour in den kommenden Tagen nochmal machen und dann genauer beschreiben.

Ich plane einen Blogpost über interessante Spaziergänge in Lörrach, denn, unterwegs ist das Ziel…

Vielen Dank für Deinen Besuch und ich hoffe Du schaust wieder rein in mein Lockdown-Tagebuch.

Eine Antwort auf „Tag 28 (13.1.2021)“

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