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Tag 30 (15.1.2021)

Herzlich Willkommen zum dreißigsten Eintrag in meinem Lockdown-Tagebuch. Hier schreibe ich täglich darüber wie ich meine Zeit während des harten Lockdown zu nutzen versuche.

Heute hat es hier in Lörrach wieder fast den ganzen Tag geschneit. Und der Schnee bleibt massenhaft liegen. So viel Schnee hatten wir schon bestimmt 15-20 Jahre nicht mehr. Und wenn dann war er immer gleich wieder weg. Heuer hatten wir nun schon zwei Tage nacheinander Schneechaos. Obwohl viel weniger Autos unterwegs sind gab es Staus und Sperrungen. Einen Zeitungsartikel dazu findet ihr bei der Weiler Zeitung..

So gerne ich Schnee sehe, und ich verschneite Landschaften liebe. Nach dem Schuh-Desaster gestern hat mich dieses Wetter heute Vormittag etwas angekekst. Deshalb bin ich schon früh in meine zum Nähzimmer umfunktionierte Küche und hab mich in „schöne Fummelei mit Stoffreste“ vertieft.

Nähen:

Mein Pachwork-Projekt von gestern ist noch nicht fertig geworden. Denn ich hab die Erfahrung machen müssen das es gar nicht so einfach ist die Ränder eines solch leicht chaotischen Patchworks auf schöne weise gerade zu bekommen. Die enorme Länge von meinem Werk, über 1.2m zeichnet sich jetzt als Herausforderung ab. Ich muss es nun schaffen mit diversen Tricks die langen Seiten parallel und gerade zu kriegen.

Als ich das gestern einfach so drauf los genäht hab, habe ich gedacht so krumm und schief wäre es einfacher als super exakt und alles im rechten Winkel… Pustekuchen, ist es nicht. Denn ich muss nun alles irgendwie angleichen, damit ich es irgendwie mit einem Rand und eine Rückseite anfügen kann.

äh Moment mal… jetzt gerade hab ich eine Idee. Wieso mache ich Rückseite und „Hintergrund“ nicht einfach im geraden Winkel fertig und nähe das Patchwork nachträglich oben drauf???

Morgen muss ich mal ausprobieren ob das so machbar ist!

Mein Ziel 10 000 Schritte pro Tag

Nach meinem letzten Besuch bei meiner Ärztin hab ich mir vorgenommen jeden Tag auf mindestens 10 000 Schritte zu kommen. Denn auch sie sieht das zu wenige Gehen als Hauptgrund für meine Venenprobleme. Offensichtlich hat sich mein Körper in 33 Jahren im Verkauf derart an viel stehen und gehen gewöhnt das er lange Ruhephasen einfach nicht mehr verträgt.

Da ja zu befürchten ist das wir noch nicht sehr bald wieder arbeiten gehen dürfen muss ich jetzt halt mit viel Spazierengehen gegensteuern. Aber wie wenn es seit 2 Tagen permanent schneit. Die Innenstadt ist voller Schneematsch. Da wo der Schneepflug die Straßen räumt entsteht an den Rändern entweder ein Schneehügel oder eine Matschbrühe. Besonders Ein und Ausfahrten sind besonders ekelig. Und die hat es hier im Stadtgebiet sehr viele.

Davor in den Wald zu gehen wurde ausdrücklich gewarnt, denn durch den vielen Schnee brechen viele Bäume und es besteht die Gefahr von herabfallenden Ästen getroffen zu werden.

In einem Dorf nur etwa 10 km entfernt wurde eine Frau beim Gassigehen mit ihrem Hund von einem Baum getroffen. Als sie gefunden wurde lag der Baum noch auf ihr, wie lange sie da lag ist unklar. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht und starb dort wenig später. Ob ihre Verletzungen oder die Unterkühlung die Todesursache waren weis ich allerdings nicht.

Fußweg durch die Innenstadt

Um die Mittagszeit hatte ich mit einer Freundin zum Teetrinken abgemacht, sie wohnt am anderen Ende der Innenstadt. Weil ich gehofft hatte das dort besser geräumt ist bin ich dann doch fast durch das Zentrum gelaufen. Doch auch dort ist der Zustand des Gehwegs bei jedem zweiten Haus ein anderer. Die einen Streuen, da bildet sich glibberiger Schneematsch, andere Räumen nur einen ganz schmalen Streifen, dann muss man sich mit anderen Passanten absprechen wer zuerst durch geht. Ich finde es beinahe am angenehmsten wo gar nichts gemacht wird. Auf geschlossener Schneedecke laufe ich persönlich fast lieber als auf diesen halbfreien Rutschpisten.

Normal brauche ich zu der Freundin 15 Minuten oder so… heute über eine halbe Stunde. Bei ihr im Vorgarten lag so viel Schnee, das die Gartentüre fast nicht auf ging.

Bei ihr war ich etwa 2-3 Stunden. In der Zwischenzeit hatte der Schneefall aufgehört und das Thermometer zeigte wieder minus 1 Grad an. Was mich erfreute, denn lieber gefrorener Matsch als diese halbgefrorene Schlempe die sich durch meine Schuhe saugt.

Doch ich hatte heute andere Schuhe an als gestern. Ich hab die ollen Stiefel aus der Tüte die ich für die Altkleidersammlung gerichtet hatte gefischt. Die Dinger hab ich nie gemocht und mit ihnen hab ich einen eleganten Gang wie ein Yeti. Aber egal, sie sind wenigstens dicht.

Der Weg an der Wiese im Schnee

Von der Freundin aus wollte ich nicht, direkt nach hause gehen. Erstens um die Innenstadt zu meiden und zweitens um irgendwie auf mein Schrittziel zu kommen. Um mich selbst zu motivieren hatte ich vorher schon beim Bäckerladen ein süßes Teilchen ,für den Bekannten der dort in der Nähe des Fahrradwegs an der Wiese wohnt, gekauft.

Ich war aber noch unsicher ob ich diese Strecke auf Schnee mit diesen ollen Stiefeln gehen wollte. Das ist übrigens genau die Strecke die ich am Tag 27 gejoggt bin. Aber jetzt lag etwa 30- cm Schnee!

Aber ich ging erst mal Richtung Fahrradweg. Und der Weg war wohl geräumt worden, aber wieder zugeschneit. Aber wenigstens kein glitschiger Matsch. Ich ging in raschen Tempo (Joggen geht nicht mit diesen Stiefeln, und war mir auch zu gefährlich das ich evtl ausrutsche) bis zu dem Bekannten (1.3 km) dort gabs nen heißen Tee und einen Toilettengang und dann wollte ich wieder heim gehen.

Inzwischen dämmerte es und es graupelte ganz fein… Aber der Weg war freier, oder ich den Untergrund besser gewohnt, jedenfalls fiel mir das laufen viel leichter als beim hinweg.

Als ich zur Tüllinger Brücke zurück kam war ich grad richtig schön warm gelaufen und dachte: ich mag jetzt nicht wieder in die Matschige Innenstadt ich will lieber hier weiter laufen. Gedacht getan!

Ich bin an der Wiese entlang bis zur Brücke in Lörrach Stetten (Höhe In Punto)… es wurde langsam dunkel. Und eine dünne Palme lag in Brusthöhe quer über den Weg, während zwei Teenies davor für Fotos posierten. Die eine der Beiden riss an den Ästen und der Baum bewegte sich nicht… also bückte ich mich und ging unten durch. Klar hab ich den Rest der Strecke auf die Bäume geachtet. Aber da wirkte keiner mehr gefährlich.

es dämmert schon. Fahrradweg an der Wiese im Schnee

Ich hab’s geschafft!

Ich bin nicht nur wohl behalten in Stetten angekommen, nein auch von dort wieder nach hause gelaufen. Und somit mein Schrittziel erreicht !!!

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