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Lockdown-Tagebuch

Tag 71 ( Donnerstag 25.2.)

Herzlich Willkommen in meinem Lockdown-Tagebuch. Es ist der Einundziebzigste Tag in Kurzarbeit Null und der Tag 1 nach meiner Krampfadern OP.

Gestern habe ich Euch nur kurz von meiner Operation berichtet. Diese fand in Weil am Rhein in der Tagesklinik statt. Operiert hat mich Dr.med Volker Herold, dieser ist Chirurg und Phlebologe und auf diesem Gebiet sehr erfahren.

Die Tagesklinik befindet sich direkt neben dem Rathaus und ist daher vom Bahnhof aus gut erreichbar. Alle meine bisherigen Termine dort konnte ich mit der S-Bahn erreichen.

Allerdings für den Operationstag musste ich mir jemanden organisieren der mich mit dem PKW abholt. Denn nach der Narkose darf man mindestens 24 Stunden nicht alleine sein und auch nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

Da ich alleine wohne brauchte ich also eine Person die mich abholt und mindestens 24 Stunden bei mir bleibt. Meine Schwester die sonst in Stuttgart lebt hat dafür extra Urlaub genommen. Wofür ich sehr dankbar bin.

Wie geht es mir einen Tag nach der OP?

Heute Nacht konnte ich einigermaßen schlafen. Aber ich wurde mehrfach wach weil mir das Bein weh tat wenn ich mich gedreht habe. Ich musste dann immer erst wieder eine neue Position finden in der nix drück. Aber es tat eigentlich nur weh wenn ich auf eine der Wunden Druck brachte.

Heute morgen ging das gehen und bewegen schon viel besser als gestern. Aber der sehr enge Druckverband behinderte mich schon sehr. Treppensteigen ging zum Beispiel gar nicht, weil ich das Knie nicht anwinkeln konnte. Die zwei Stockwerke waren ein echtes Hindernis.

Heute Vormittag war ich nochmals beim Arzt, es wurden der Druckverband abgenommen und die Wunden kontrolliert. Erst jetzt wurde mir klar wie viele Wunden ich wirklich habe. An Lende und Bein habe ich bestimmt 10-15 kleine Schnitte und mehrere davon wurden genäht.

Mein Bein sieht im Moment noch schlimm aus, mehrere Blutergüsse und rote und blaue stellen. Aber man versicherte mir das das nach solch einer OP normal sei. Die Blutergüsse würden sich in den nächsten Tagen auch noch etwas verteilen und dadurch noch dramatischer aussehen. Bei mir sei alles in Ordnung und die Wunden sehen so aus wie sie aussehen sollen.

Beim Verbandswechsel wurde der Druckverband entfernt und die einzelnen Schnittstellen mit Wasserfesten Pflastern versorgt. Ich darf das Bein jetzt auch wieder duschen. Allerdings mit der größten Wunde in der Lende sollte ich noch etwas vorsichtig sein. Naja, Duschen ohne Lende nass machen finde ich schwierig, ich werde wohl nur den Waschlappen benutzen.

Schon allein die Tatsache das der Druckverband das Bein jetzt nicht mehr so starr macht bringt Erleichterung. Die Arztpraxis habe ich über die Treppe verlassen obwohl ein Aufzug zur Verfügung steht. Wenn ich sie langsam genug mache kann ich fast alle Bewegungen wieder tun. Aber eben ganz vorsichtig und langsam.

Erster Spaziergang

Meine Schwester hat mich wieder mit dem Auto abgeholt, aber wegen des schönen Wetters ein kleines Picnic im Freien vorgeschlagen. Wir sind zum Landesgartenschau-Gelände (LGS) gefahren, auch bekannt als Dreiländergarten.

Auf einer Bank haben wir es uns gemütlich gemacht. Mein Schwester hatte eine Fleecedecke mit gebracht und wir wählten unseren Platz so das ich das Bein hoch legen konnte.

Zweites Frühstück mit Yoghurt und Mandelhörnchen… lecker.

Auf ebenen Wegen und ganz langsam kann ich fast normal gehen. Einzig etwas größere Schritte schmerzen in der Lende. Normal bin ich allerdings ein schneller Geher mit großen Schritten… also muss ich mich ständig bremsen.

Trotzdem haben wir eine kleine Runde im Dreiländergarten gedreht und ich hab schon wieder eine Ecke kennengelernt die ich noch nicht kannte. Auf einem Spielplatz haben wir dieses Bauwerk entdeckt, das ich ideal fand um bergauf und bergab gehen zu üben. Denn hier kann man sich schön festhalten.

Drachen Spielplatz im Dreiländergarten

Heute hat mich alles viel mehr angestrengt als normal. Und mir war extrem warm. Zum einen weil ich jetzt für die nächsten 4 Wochen lange Stützstrümpfe tragen muss und dies noch nicht gewohnt bin und zum anderen hat mir die Sprechstundenhilfe erklärt dass, das auch eine Nebenwirkung der Narkose sein kann und das dies noch ein paar Tage anhalten kann. Hinzu kommt das es heute wirklich sehr warm war.

Als ich heim kam war ich total nass geschwitzt und k.o.. Dann habe ich mich erst mal zum Mittagsschlaf hin gelegt.

Später sind meine Schwester und ich noch kurz in die Innenstadt um die Krankmeldung bei meinem Arbeitgeber abzugeben und dann gab es das erste Eis von der Eisdiele!

Schrittziel war heute egal

Ganz passabel für einen Tag nach der OP. Aber ich muss sagen ohne Begleitung hätte ich mich nicht getraut so weit rum zu laufen. Wir hatten stets die Absprache das meine Schwester jederzeit mit dem Auto abholen könnte falls es nicht mehr gehen würde.

Mich strengt alles viel mehr an als normal, auch das formulieren und schreiben hier. Ich bitte deshalb um Nachsehen wenn ich hier heute sehr viele Fehler eingebaut habe.

Vielen Dank für Deinen Besuch in meinem Lockdown-Tagebuch, ich hoffe Du kommst morgen wieder.

Eine Antwort auf „Tag 71 ( Donnerstag 25.2.)“

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