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Allgemein Lockdown-Tagebuch

Tag 73 ( Samstag 27.2.)

Herzlich willkommen zu meinem Tag 73 im harten Lockdown und Tag 3 nach der Krampfadern Operation.

Es geht mir schon erheblich besser, dieses eigenartige Hitzeempfinden, vor allem Abends und Nachts ist weg und ich kann mich wieder wie gewohnt in meine Bettdecke knuddeln. Offensichtlich ist dieses eine Nebenwirkung von der Narkose.

Im Liegen fühlt sich mein Bein beinahe wieder normal an. Jetzt erst wird mir klar wie geschwollen alles war, ich konnte kaum auf der Seite liegen. Das geht jetzt wieder. Nur das Umdrehen ist nach wie vor leicht schmerzhaft.

Ruhestörung in der Nacht

Ich war schon lang eingeschlafen da wurde ich war vor Gebrüll auf der Straße. Also nicht einfach nur Betrunkene die sich zu laut unterhalten sondern mehrere Personen die sich über längere Zeit richtig anschien. Aus dem Bett aufstehen fällt mir noch schwer, aber als der Radau direkt unter meinem Fenster nicht besser wurde, stand ich auf und ging zum Fenster. Ich bewegte als erstes die Rollladen absichtlich geräuschvoll rauf und runter. Das wirkt manchmal schon wenn die Störer merken das sie Aufmerksamkeit erregen. Aber dies mal half das nicht. Mittlerer Weile war meine Schwester auch schon wach geworden und fragte mich was das los sei.

Ich öffnete das Fenster und sah mehrere Personen mitten auf der Straße sich prügeln! Auch standen noch weitere Personen dabei die wohl die Schläger beruhigen wollten. Aber alle schien sie durcheinander. Ich rief „Hey ist mal Ruhe!“ und „Verschwindet“ aber keiner der Akteure schien mich wahr zu nehmen. Es war einfach viel zu viel Gebrüll.

Ich rufe die Polizei!

Ich drehte mich um, um mein Telefon zu holen, da schrie plötzlich einer „Polizei, Polizei ruft die Polizei“. Okay das war auch gerade mein Gedanke und so wählte ich die Nummer des Polizeireviers. Ich gab an Schlägerei auf der Straße und 5-7 Beteiligte und nach wenigen Minuten waren 3 Polizeiautos da. Die Streithähne ließen sich zwar schnell auseinander treiben, aber viel leiser wurde es nicht. Jeder der Schläger berichtete mit fast der gleichen Lautstärke was angeblich passiert sei.

Also ganz normal drauf waren die alle nicht. Ich vermute sie standen teilweise unter Drogen. Einer von ihnen hatte nackten Oberkörper und auch als er mit den Polizisten sprach schien er nichts von der Kälte zu merken.

Ich blieb nicht lange am Fenster, denn mir kalt. Ich hab nur noch mitbekommen das ein Linienbus nicht weiter fahren konnte wegen den Leuten und den Polizeiwägen auf der Straße.

Meine Schwester und ich gingen wieder ins Bett. Ich war fast eingeschlafen, da rief mich die Polizei zurück. Die hatten noch ein paar Fragen. Ähm ich bin jetzt nicht ganz sicher ob ich auch höflich genug geantwortet hab, denn ich war ja schon bereits das zweite Mal aus dem Schlaf gerissen worden.

Landkreis Lörrach hat keine Ausgangssperre mehr

Bis vor 1-2 Wochen hatten wir hier im Landkreis Lörrach eine nächtliche Ausgangssperre… oh da war es ab 20 Uhr immer schön leise in der Straße. Außer hin und wieder mal ein Hund nichts zu hören. Solche Ausschreitungen waren gar nicht möglich weil keiner raus durfte. Das war ein positiver Nebeneffekte.

Was habe ich heute gemacht

Ich hab erst mal ein wenig länger geschlafen. Dann hat mir meine Schwester Kaffee und Frühstück ans Bett gebrach. Total lieb!

Meine Schwester hatte vorgeschlagen für mich zum Recyclinghof zu fahren. Ich hatte im Keller einige Dinge die schon länger weg mussten, wofür ich ein Auto brauchte um es zu transportieren (alte Matratze). Ich sollte aber mit kommen weil sie Bedenken hatte das sie mit dem fremden Autokennzeichen vielleicht nicht abladen darf.

Am Recyclinghof Lörrach mussten wir Schlange stehen (in den Autos) aber das wurde ganz raffiniert gelöst, man fährt sozusagen eine „Warteschleife“ damit sich die Autos nicht auf die Straße stauen. Das haben sie viel besser gelöst als im Frühjahr 20.

Dafür war es dann im Recyclinghof echt entspannt. Kein Gedränge und Gehupe. Aufgrund meiner frischen Wunde bin ich brav im Auto sitzen geblieben und habe nur den anderen Leuten zu gesehen.

Kleiner Spaziergang

Von dort aus sind wir zum Parkplatz beim Impulsiv gefahren weil wir ein paar Schritte im Grütt spazieren gehen wollten. Meine Schwester hatte aber etwas Bedenken als sie die Wegweiser zur Abstrichstelle und zum Kreisimpfzentrum sah. „Oh nein ich will da nicht hin wo viele Menschen sind“ diese Angst war unbegründet. Die Abstrichstelle war komplett geschlossen und Menschenleer. Bei der zum Impfzentrum umgebauten Sportzentrum war zwar offensichtlich offen (es brannte Licht im Gebäude) doch wir sahen nur einen einzelnen Security vor der Türe stehen.

Vorbei an der Halle gingen wir ein kleines Stück im Sonnenschein. Dabei entstand dieses Foto. Ich finde mein linkes Bein sieht doch noch etwas dick aus, oder?

Danach sind wir wieder nach hause und ich hab nochmal ne Pause und Mittagsschlaf gemacht. Ich bin immernoch schlapper als normal. Aber es wird besser.

Am Späten Nachmittag haben meine Schwester und ich nochmal einen kleinen Spaziergang gemacht, auch nur kurz und nur ganz ebene Strecke. Das gehen geht jeden Tag etwas besser, aber ich mache noch immer sehr kleine langsame Schritte. Und es strengt mich viel mehr an als gewohnt.

mit diesem Schrittergebnis am 3. Tag nach der OP bin ich mehr als zufrieden

Dafür das die OP erst drei Tage her ist gehts mir echt schon ziemlich gut. Wobei ich echt sagen muss das mich die Tatsache das ich jederzeit meiner Schwester sagen könnte „Ich kann nicht mehr, hol das Auto“ hat mich sehr ermutig. Ab morgen bin ich dann wieder allein unterwegs und dann bin ich vorsichtiger.

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