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Allgemein Lockdown-Tagebuch

Tag 77 ( Mittwoch 3.3.)

Herzlich Willkommen in meinem Lockdown Tagebuch. Heute ist schon der 77ste Tag ohne meine Arbeit und der 7 Tag nach meiner Krampfadern OP.

Heute geht’s mir schon wieder viel besser. Obwohl ich gestern Abend das erste Mal darüber nach gedacht habe wo ich das Schmerzmittel das ich mitbekommen haben denn eigentlich hin geräumt habe. Denn mein Bein tat ein Weilchen richtig fies weh!

Wobei ich echt selber schuld war. Gestern habe ich die Stützstrümpfe sehr lange an gelassen und sie erst kurz vor dem zu Bett gehen ausgezogen. Ist ja auch richtig so, aber ich hab in der Müdigkeit nicht mehr so ganz realisiert das mein Bein ohne den fixierenden Strumpf ja wieder empfindlicher ist.

Ich hab mir selber weh gemacht…

Stümpfe aus, unter dem Wasserhahn ausgewaschen (stehend), aufgehängt (stehend), Zähne geputzt (stehend)… und dann nicht mehr irgendwo hin gesessen gleich ins Bett. Hingelegt, auf die Seite gedreht und das andere Bein drauf wie gewohnt. Uhh… das drückte ein wenig. War aber erträglich. Ich hatte mal nicht ganz vorsichtig beide Kniegelenke auf einander gezirkelt damit nicht zu viel druck auf den Oberschenkel kommt. Ich dachte noch „hättest Du mal besser aufgepasst“ aber es ging ja und ich dachte mir, ist ja nicht schlimm. Der Stützstumpf drückt da ja auch. Das kann ja nicht schaden.

Beim Einschlafen drehe ich mich immer 2-3 mal, oft merke ich davon gar nichts mehr weil ich dann schon im dahindämmern bin…

Ich dreh mich um und zwar so das mein operierter Schenkel praktisch frei hängt, das gesunde Bein ausgestreckt. Boah was für ein Schmerz!!

Ein Bereich der tagsüber vom Stumpf zusammengepresst wurde, dann vom stehen nach unten gezogen und dann vom anderen Schenkel angedrückt, wurde nun von er Schwerkraft mehr oder weniger vom Knochen weg zur Seite gezogen … Es fühlte sich an als reißt mir etwas das Fleisch von der Schenkelinnenseite!!!

Natürlich war ich sofort hellwach und versuchte zu analysieren was eigentlich los ist und wieso das so plötzlich so weh tut. Nun jetzt wo ich den Text schreibe ist mir das klar, aber gestern Abend nicht sofort.

Aber Beine zusammen und den wehen Schenkel hübsch auf den anderen legen ist die Lösung. Ach wie gut es doch ist das man zwei Beine hat. Und ich bin eigentlich ganz dankbar um ein paar Gramm zu viel an diesen Stellen… da ist alles relativ weich…

Juhu ich kann Duschen!

Mein Bein ist übersät mit wasserfesten Pflastern, die so langsam nicht mehr alle ganz so halten. Es gibt die ersten Ecken die sich lösen. Aber sie erschienen mir alle noch recht dicht.

Nur in der Leiste befinden sich zwei Sticke neben den Pflastern (naht länger als Pflaster) und deshalb sollte ich besser nicht, oder nur ganz vorsichtig duschen.

Heute habe ich mich endlich getraut, 7 Tage nach der OP sollten die Wunden etwas Wasser ab können. Mein Hauptbedenken war das Shampoo… aber Haare Waschen konnte ich echt nicht noch länger herauszögern! Nebenbei bemerkt ich benutze festes Shampoo, da ist die Wahrscheinlichkeit das das Produkt ungewollter Weise unverdünnt an mir herunterläuft eh nicht gegeben. Mehr zu dem Thema unter „das erste Mal festes Shampoo“ und „Langzeit-Test festes Shampoo“.

Duschen ging besser als befürchtet, aber: Ganz ehrlich! Die letzten Tage wäre ich mit dem Beim nicht über den Badewannenrand gekommen! Denn dazu muss man anwinkeln können… das ging paar Tage nicht.

Aber es war gut und richtig das jetzt heute endlich zu wagen und ich fühl mich jetzt wieder wie ein normaler Mensch. Die Wunde ist nicht gereizt oder so. Die Pflaster haben gehalten.

Kaffeetrinken auf dem Tüllinger

Eine Freundin, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe hatte sich zum Kaffeetrinken angekündigt und bot schon im Vorfeld an „ich komme mit dem Auto wir können auch wohin fahren“. Diese Idee nahm ich gerne an, denn im Moment ist mein Bewegungsradius ja sehr eingeschränkt.

Ich packte einen Rucksack mit Stuhlkissen und Fleecedecken sowie einer Kanne Kaffee und die steuerte den Kuchen bei. Leider schien heute die Sonne nicht, aber wir machten es uns trotzdem auf einer der zahlreichen Bänke beim Lindenplatz gemütlich. Mehr über diesen Ort berichte ich unter „Wanderparkplatz Obertüllingen“.

Die alten Bäume am Lindenplatz wirken Mystisch

immerhin bissel „raus“ auch wenn ich grad nicht gut laufen kann

Nach dem Kaffeekränzchen hat mich die Freundin wieder nach hause gebracht. Vielen Dank für den Kuchen, die Blumen und den kleinen Ausflug, ich habe mich sehr darüber gefreut!

Ich wollte noch zur Post und bin danach noch einen kleinen Umweg gegangen im meinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Nicht viel aber immerhin.

Schrittziel natürlich nicht erreicht

Am Freitag werden die Fäden gezogen und dann erfahre ich auch ob ich noch weiterhin „Sparflamme“ machen soll, oder wieder mehr laufen besser ist.

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog und ich hoffe Du kommst morgen wieder in meinem Lockdown-Tagebuch.

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