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Gesegnet und Verflucht

Mit dieser Überschrift möchte ich niemanden erschrecken. Ich muss gleich vorausschicken das ich mich persönlich weit mehr als „gesegnet“ fühle als das Zweite.

Aber ich fühle mich verpflichtet früher oder später einen Blogpost mit genau diesem Titel zu schreiben. Weil ich weiß, dass ein nicht geringer Teil meine Freunde und Bekannten eine Stellungsname dazu erwarten.

„Gesegnet und Verflucht“ heißt das neueste Album einer meiner beiden Lieblingskünstler.

Was verbindet mich mit diesem Künstler?

Für diejenigen unter Euch die noch nie so „ein Fan“ wie ich waren möchte ich versuchen dieses *Fansein* ein wenig zu erklären. Dieser Künstler hat mich in meinen Teenie-Jahren sehr beeindruckt und geprägt. Mit 12-13 Jahren war ich sowas von verknallt in diesen gut aussehenden Jungen Mann. Da ging es mir wie Millionen anderen Mädchen in meinem Alter. Bei den meisten ist dies nach kürzester Zeit wieder vergangen und sie fanden plötzlich einen anderen Star „soooo süss!“. Auch mir ging das so. Nur zwei Jahre später dachte ich ich hätte mich in einen anderen Sänger soooo verliebt. Typische Teenieschwärmereien eben.

Aber irgendwas in mir ist „meiner ersten Liebe“ treu geblieben. Meine Fan-Sammlung (einzelne Seiten aus der Bravo usw) aus der Zeit war für mich irgendwie gleich wichtig wie die Fotoalben mit den Fotos meiner Kindheit. Interessanter Weise habe ich über viele Jahre hinweg diese Dinge miteinander aufbewahrt.

Jahrelang war dieser Künstler für mich kein Thema mehr. Jetzt im nach hinein betrachtet muss ich allerdings feststellen das ich in der Zeit ein anderer Künstler eine große Rolle in meinem Leben spielte. Und der Grund dafür ist mir jetzt auch klar. Ich hatte meinen späteren Ex-Mann durch diesen anderen Sänger kennengelernt. Und unser gemeinsames Hobby war „Dieser Sänger“. Inklusive Kaufen aller erdenklichen Tonträger, Konzertreisen usw.

Nur mal so als Erklärung für Außenstehende: Eine neue CD dieses Künstlers kauften wir uns in der Regel 4 mal !

  • einmal für meine Sammlung (original verschweißt in Folie )
  • einmal für seine Sammlung (er wollte ja auch ein ungeöffnetes Exemplar)
  • einmal für den CD Player in der Wohnung
  • ein viertes Exemplar für den CD Player im Auto weil wir uns sonst ständig darum stritten wem die CD aus dem Auto gehört

Wenn Du dieses Verhalten jetzt bescheuert findest, dann hast Du recht. Vor allem macht es mich jetzt noch traurig das jeder von uns sein eigenes Exemplar haben musste, obwohl wir heiraten wollten. Wenn ich ernsthaft mit einem Menschen den Rest meines Lebens zusammen sein will, warum bin ich dann um die Vollständigkeit meiner Sammlung bemüht?

Ihr seht also da herrschte bei mir und bei meinem Ex ein nicht ganz rationales Verhalten.

Dieses Verhalten habe ich wohl nur zum Teil abgelegt. Sammeln ist jetzt nicht mehr so mein Thema. Aber eine gewisse emotionale Bindung zu meinen „Lieblingskünstlern“ ist unbestritten immer noch vorhanden.

Nino de Angelo hat eine neue CD

Okay jetzt ist es raus, wer dieser Held meiner Jugend war (und irgendwie immer noch ist). Und ich gebe zu, hätte ich zu diesem Künstler nicht die oben beschriebene „Bindung“ hätte ich mir eventuell dieses Album niemals angehört.

Das Cover und die Aufmachung der CD wirkt auf den ersten Blick düster und gruselig. Es gibt Menschen die beschreiben die Musik mit Dark Rock oder ähnlichem…

Dem kann ich nicht zustimmen! Okay ich habe keine Ahnung was „Dark Rock“ usw sein soll. Ich hab irgendwie Mühe mit diesen Künstlern die einen auf künstlich düster und destruktiv machen und sich nur aus Show-Gründen mit okulten Symbolen usw umgeben. Ich denke das es in dem Bereich genauso viel Fake gibt wie in der immer fröhlich lächenlden „Heile-Welt-Schlagerszene“.

Auf dieser CD hören wir definitiv 100% Nino de Angelo-Musik. Zwar mit mehr lauter Gitarre als sphärische Sytheseiser, aber so extrem viel anders ist die Musik meiner Meinung nach gar nicht. Klar ist seine Stimme rauer und älter geworden. Auch an einem solch einer Stimme gehen die Jahre (und diverse Krankheiten) nicht spurlos vorbei. Aber ich fände es auch unglaubwürdig würde er noch klingen wie er damals als 19 jähriger als er mit „Jenseits von Eden“ seinen Durchbruch feierte.

Auch nicht nur aus biologischen Gründen kann er nicht mehr so klingen wie damals, die Musikbranche und die Geschmäcker haben sich verändert und der Künstler selbst hat sich entwickelt und versuchte in der Vergangenheit schon „rockiger“ zu klingen. Und diesmal hat er sich mit diesem Wunsch gegen alle Kritiker und Plattenbosse durchgesetzt. Endlich! Denn Der Erfolg gibt ihm recht.

Die Texte auf „Gesegnet und Verflucht“ sind schonungslos offen und allein das hätte schon nicht in ein happy-lappy-Schlagersound gepasst. Aber auch De Angelos gereifte Stimme passt nicht mehr in ein Schmuse-Gewand.

Mir gefällt das Album sehr gut, und empfinde es nach paarmal hören gar nicht mehr so düster wie beim ersten Eindruck. Obgleich Textstellen wie „alles was ich fühle ist das Gegenteil von Glück“ von tiefer Trauer und Verzweiflung erzählen, dominiert für mich dann doch am Ende die Hoffnung. Es hinterlässt den Zuhörer nicht mit depressiven Suizitgedanken wie manche es von „Dark Music“ erwarten.

Mich persönlich hat der Titel „denn wir wissen nicht was wir tun“ sehr erfreut. Schon beim ersten Lesen der Trackliste dachte ich „Endlich“! Nach „Jenseits von Eden“ und „Giganten“ schließt sich jetzt nach über 30 Jahren der Reigen der James Dean-Filmtitel. Mir war schon immer klar, das Nino irgendwann einen Song mit diesem Titel machen würde.

Das es sich bei der Thematik in dem Song nicht um die Handlung des Spielfilms handelt ist aber auch klar. „Jenseits von Eden“ und „Giganten“ hatten letztlich auch nichts damit zu tun. Viel mehr bezieht sich „Denn wir wissen nicht was wir tun“ wohl eher auf das Jesus-Zitat „Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“ (für die nicht-Christen unter Euch, das sagt Jesus während der Kreuzigung, kurz bevor er stirbt).

Nino de Angelo bringt diesen Satz in Bezug auf die fortschreitende Umweltverschmutzung… „wie lange hält uns Mutter Erde aus, wir stehen schon an ihrem Grab“… und letztlich schreit auch er zu Gott „denn wir wissen nicht was wir tun“.

Es bringt nicht viel nur über Musik zu schreiben. Vielleicht gibt`s Du der Sache eine Chance und hörst hier mal hinein:

Über diesen Link kannst Du die CD bestellen, oder als mp3 Downloaden. Dabei handelt es sich um einen Afiliate link bei dem ich ein paar cent verdienen kann wenn Du darüber bestellst.

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog

3 Antworten auf „Gesegnet und Verflucht“

Hm, de Angelo war nie so mein Fall, ich bin Fan der Rolling Stones und besonders von Mick Jagger

da bin ich halt mehr der *Softie*… wobei ich hab mal vor vielen Jahren ein Stones Konzert in Basel erlebt… 3. Reihe direkt vor der Bühne… das war krass (mit Vitamin B rein gekommen)

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