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Wie geht`s nach der Quarantäne weiter?

Heute habe ich mich sehr geärgert. Ich muss mich echt beherrschen das dieser Artikel kein reiner Motz-Artikel wird. Offensichtlich fühlt sich keiner zuständig.

Heute morgen habe ich mir schon früh den Wecker gestellt um rechtzeitig wach genug zu sein für ein paar wichtige Telefonate. Denn ich musste abklären ob ich nun eine weitere Krankmeldung brauche oder nicht und ob ich ein weiteres Schriftstück brauche aus dem hervor geht das ich aus der Quarantäne entlassen bin. Ich bin also um 7 Uhr aufgestanden.

Das von dem Gesundheitsamt-Anrufer angekündigte Schreiben der Ortspolizeibehörde ist noch nicht angekommen!

Ich wusste nicht was das bedeutet, sind die einfach nur langsam oder hat die Behörde nicht zugestimmt? Einen Ansprechpartner den ich genau das fragen kann konnte ich nicht finden. Und keiner kann mir sagen wer das genau ist.

Hausarzt hilft nicht weiter!

Mein erster Ansprechpartner war natürlich meine Hausärztin, die leider die letzten zwei Wochen im Urlaub war und überhaupt nicht im Bilde war. Für diesen Umstand kann die Frau ja nichts. Ich erklärte den Sachverhalt zuerst der Sprechstundenhilfe und dann der Ärztin. Diese sagte mir dann freundlich aber bestimmt das ich nicht in die Praxis kommen solle. Wenn ich Symptome hätte dürfe ich nicht kommen und wenn ich keine hätte, dann gäbe es ja keinen Grund dafür. Meine Frage „wollen Sie nicht mal nachschauen ob ich gesund bin?“ verneinte sie. Das sei in der Regel nicht notwendig.

In der Regel? Gibt`s das bei dieser Erkrankung ? Eine Krankheit bei dem die einen Patienten fast nichts merken und andere daran sterben???

Ich solle einfach mal selber probieren „ob es geht“ und wenn nicht könnte ich mich ja nochmal melden.

Wie probiere ich „ob es geht“ ohne versehentlich andere in Gefahr zu bringen?

Du erinnerst Dich… bis Samstag 24 Uhr war ich ja angeblich noch so gefährlich und infektiös das ich nicht mal zum Briefkasten gehen durfte. Und nur 2 Tage später ist das alles egal?

Es ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen das ein weiterer Test gemacht wird ob ich noch infektiös bin oder nicht. Wenn der Patient länger als 48 Stunden vor Ende der Quarantäne keine Symptome mehr hat endet diese automatisch…

Und wer kontrolliert ob ich Symptome habe oder nicht??? Keiner! Ich selbst soll das beurteilen und entsprechend kommunizieren. Wenn ich keine Atemnot habe und nicht über 60 Jahre alt bin interessiert es eigentlich keinen.

Ich frage mich wie viele Menschen in dieser Situation wirklich ehrlich zu sich selbst und zu den Leuten die sie anrufen müssen sind. Ich fürchte mal das die ängstlicheren Leute eher übertreiben und sagen „ja ich habe Probleme beim Atmen“ (besonders die, die Maske tragen noch nicht so gewohnt sind). Und ich möchte mir nicht ausmalen wie viele Arbeitnehmer oder Selbstständige lieber sagen „mir gehts gut“ obwohl sie Symptome haben.

Das System hinkt hier meiner Meinung nach gewaltig. Die Entscheidung ob ein Patient weiterhin isoliert wird oder nicht hängt ganz alleine von seinen eigenen Angaben ab.

Ich bin symptomfrei … denke ich

Ich kann jedoch nur beurteilen das ich nicht stark Huste, keine Atemnot und keine Schmerzen habe. Ob die Sauerstoffsättigung in meinem Blut normal oder verringert ist kann ich nicht beurteilen.

Letzteres könnte ich ja vielleicht durch körperliche Anstrengung austesten… ähm ja… ich hatte Mitte letzte Woche hohes Fieber, erfahrungsgemäß fühlt man sich 10 Tage danach noch nicht fit. Und die Tatsache das ich immer noch keine Geduld zum Häkeln oder Stricken habe und ich momentan minutenlang vor mich hin starre ohne irgendwas zu tun… ist das Laune oder nur Null Bock oder gar ein Symptom? Ach ja das Wetter könnte es ja auch noch sein.

Ah übrigens, 4 Stockwerke Treppe steigen mit FFP2 Maske geht… auch wenn ich danach außer Atem bin so sehr das es beim Sprechen stört… ach was viel mehr hat gestört das dann die Brille so unangenehm beschlägt. Wieso beschlägt die eigentlich hinterher und nicht während der Anstrengung? (Physikalische zusammenhänge die eigentlich egal sind)

Ich will auf Nummer sicher gehen! Deshalb freiwilliger Schnelltest

Seit kurzen werden in Lörrach kostenlose Schnelltests angeboten. Jeder Bürger hat einmal die Woche Anrecht auf einen Test. Von diesem Angebot habe ich heute morgen Gebrauch gemacht!

Dieser ist zwar nicht für „ehemalige Patienten“ gedacht, aber ich hatte ja meine Mail, das ich seit 20.3. aus der Quarantäne entlassen bin in der Tasche. Ich habe halt die original E-mail vom Gesundheitsamt ausgedruckt weil ich noch kein Schreiben von der Polizeibehörde habe. Fakt ist, das hat ja auch keinen interessiert. Keiner kontrolliert das ob nicht jemand der eigentlich unter Quarantäne steht auf der Straße rum läuft.

Heute morgen um 9:40 hatte ich einen Termin bei der Teststation auf dem Parkplatz der Georges-Köhler-Straße.

Die Anmeldung dafür erfolgt online über die Bahnhofs-Apotheke . Ich habe heute morgen meinen Termin recht zeitnah bekommen.

Der Ablauf vor Ort war entspannt und recht angenehm. Die Abstriche wurden im Freien genommen. Bei Regenwetter ist das sicher weniger angenehm aber heute morgen war das ganz okay.

mein erster Spaziergang seit zwei Wochen führte mich zum Testzentrum

Auf dem Bild seht ihr die spontane Stehparty auf dem Parkplatz. Aber die Wartezeit war echt nicht lang. Ich war versehentlich 10 Minuten zu früh da und ich kam dann ziemlich genau zur gebuchten Zeit dran.

Der Test wurde durch eine stark vermummte Person durchgeführt. Das Teststäbchen wurde zuerst in den Mund und dann in die Nase eingeführt. Beides tat nicht weh, aber war etwas unangenehm. Eine Dame vor mir hatte dabei kurz einen Würgereiz. Ich fand das im Mund gar nicht so schlimm, aber in der Nase… nicht nur das mir die Tränen in die Augen schossen. Das ist normal bei mir das passiert schnell, selbst beim Augenbrauen zupfen. Was mich echt überrascht hat das ich hüsteln musste als sie mit dem Ding in meiner Nase war… und das gleich zwei mal… Aber auch das irritierte die Testnehmerin nicht, auch das sei sie gewohnt. Die beiden Damen haben das echt nett und mit Humor gemacht.

Nach mir war ein 5 jähriger kleiner Junge dran, und die Mitarbeiterin ist echt nett auf ihn zu gegangen und hat ihm das verständlich erklärt das er keine Angst haben braucht. Der kleine hat weder geweint noch gezuckt. Echt tapfer!

Die eigentliche Abwicklung geht sehr schnell, denn die meisten Testpersonen hatten wie ich die Anmeldung und das unterschriebene Einwilligungsformular dabei. Ich habe jedoch mit bekommen das für einen jungen Mann das Formblatt vor Ort ausgedruckt wurde und dann konnte er es vor Ort unterschreiben.

Auf das Testergebnis warten ist eigentlich nicht erwünscht, weil ja eine Personenansammlung verhindert werden soll. Ich habe jedoch mit bekommen das eine Person auf das Ergebnis gewartet hat und dieses als Als Ausdruck bekommen hat. Mir und allen anderen Teilnehmer wurde das Ergebnis des Schnelltests per e-mail mitgeteilt.

Die Leute sind zum Teil mit dem Auto, dem Fahrrad oder wie ich zu Fuß angekommen. Parkplätze hat es mehr als genug. Und ich hatte den Eindruck das der eine oder andere im Auto gewartet hat bis er das Ergebnis hatte und dann erst weg gefahren ist.

Ich hatte mein Ergebnis innerhalb 30 Minuten. NEGATIV !

Mit dem Ergebnis, Chef angerufen

nachdem ich das Ergebnis des Schnelltest hatte war ich beruhigter und habe meine Chef angerufen. Dieser war ganz locker und gefasst. Ich bin ja nicht der erste Fall dieser Art. Aber er hat mir erst mal verklickert das ich heute und morgen „frei habe“. Am Mittwoch bin ich wieder normal eingeteilt. Das hat mich dann doch etwas entspannt. Bis dahin ist der Brief der Polizeibehörde dann wohl endlich da.

Spazieren probiert

Auf dem Rückweg vom Testzentrum habe ich einen Umweg gemacht und wie oben erwähnt habe ich an einer großen Treppe meine Leistungsfähigkeit leicht gecheckt. Ausgerechnet direkt nach der Treppe hab ich einen alten Bekannten getroffen und wir haben uns kurz unterhalten (mit Abstand) in diesem Gespräch war ich dann doch noch etwas atemlos, was den Bekannten etwas irritierte. Doch als ich berichtete das ich eigentlich gerade das erste mal außer Haus unterwegs bin verstand er es besser.

Am Spätnachmittag bin ich noch mal eine kleine Runde „um den Block“… wie eine alte Oma… unglaublich das ich in meinem Lockdown-Tagebuch täglich die Kilometer gezählt habe Als Beispiel guck Dir mal Tag 67 an.

Heute waren es insgesamt knapp 7400 Schritte , etwas mehr als 5 km allerdings in mehreren Etappen und dazwischen ganz viel auf der Couch sitzen. Ab übermorgen ist das wieder vorbei, dann darf ich mich endlich wieder im Laden bewegen.

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