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7. Juli, wenn Uschi mal schnell einen Staubsauger repariert

Der Alltag hat mich wieder und ich finde momentan wenig Zeit und Muße um hier zu schreiben. Auch passiert momentan ja nicht so viel spektakuläres. Trotzdem möchte ich Euch hier auf dem laufenden halten.

Dieser Artikel enthält unbezahlte unbeauftragte Werbung

Gestern war ich bei meiner Mutter. Sie hatte mich um Hilfe gebeten weil ihr Staubsauger nicht mehr richtig funktionierte. Sie beschrieb das Problem etwas eigenartig. Der Sauger würde zwar den Schmutz einsaugen aber dann auf der Seite wieder heraus pusten. Ich solle doch bitte mal nachsehen ob da etwas verstellt sein könnte.

Von ihrer Fehlerbeschreibung konnte ich mir nicht wirklich einen Reim darauf machen. Denn eigentlich gibt es nur saugt oder saugt nicht. Einsaugen und dann daneben wieder heraus blasen geht doch irgendwie gar nicht.

Meine Mutter hat schon seit meiner Kindheit einen Vorwerk Kobold 120. Als ich meine erste Wohnung hatte, habe ich mir das gleiche Gerät „organisiert“ und seit dem bin ich noch immer sehr glücklich damit. Die volle Geschichte darüber findest Du unter „Staubsauger fürs Leben“.

Staubsauger reparieren

Früher war meine Mutter mit solche technischen Dingen geschickter, aber nun im Alter wird sie etwas unbeholfen wenn es um Defekte geht. Weil ich damals als der Motor meines Staubsaugers kaputt war versehentlich zwei Ersatzgeräte gekauft hatte, hatte ich ihr den zweiten angeboten. Aber das wollte sie damals absolut nicht.

Sie will keinen Neuen! Bei diesem weis sie was sie hat und ein neuerer könnte ja schlechter sein als „ihr gutes Stück“. Nun war es so weit, er ging nicht mehr richtig. Ich versprach ihr, nach dem Gerät zu sehen und brachte dazu das Ersatzgerät mit.

Meine Mutter schimpfte, den wolle sie nicht, ihrer würde ja noch gehen, aber eben nicht mehr ganz korrekt. Aber er läuft immerhin noch.

Als ich ankam hatte sie die „Teppichmaschine“ also das untere Teil schon geöffnet auf dem Tisch liegen. Sie zeigte mir den angestauten Schmutz darin und war völlig entsetzt das dort soo viel stecken blieb, sie hätte das Gerät erst vor zwei Wochen geöffnet und gereinigt.

Sofort war mir klar das irgendwas sein müsste was die Saugkraft beeinträchtigt. Irgendein Gegenstand der eingesaugt war oder sowas.

Um die Saugkraft zu testen schloss ich den Schlauch mit der schmalen Düse an und schaltete das Gerät an. Ich hörte sofort da stimmt was nicht, der klingt ganz eigenartig. Am Ende des Schlauchs kam Null sog an!

Also schaltete ich aus und…. äääääähhhhm… das Motorengeräusch lief länger. Normalerweise stoppt der Motor sofort, das kann gar nicht sein das der Motor ohne Strom weiter läuft. Ich sagte meiner Mutter das der Motor kaputt sei. „nein der klingt schon immer so“ behauptete meine Mutter. Dazu muss ich sagen das sie ein Hörgerät braucht, und das in der Regel zum Staubsaugen nicht trägt. Sicher hört sie das Motorengeräusch gar nicht richtig.

Ich nahm mein Ersatzgerät aus der Tasche und schaltete es an. Meine Mutter wunderte sich über den Klang, „Stimmt so klang das früher“. Okay… geklärt, der Motor ist wohl schon eine Weile nicht mehr in Ordnung.

Offensichtlich hat die Teppichmaschine zwar den Staub eingezogen, aber weil der Sog des Motors nicht reichte fiel der Staub wenn genügend zusammen ist wieder heraus.

Du darfst Deinen Staubsauger behalten

Das Ersatzgerät ist auch nicht mehr das jüngste und der grüne Stoffsack um den Staubbeutel sieht ziemlich verschossen aus. Meine Mutter betonte mehrfach das ihr Gerät doch in einem viel besserem Zustand sei. Also versprach ich ihr, sie dürfe ihr eigenes Gerät behalten. Ich tauschte einfach nur die Motoreinheit aus. Sie guckte wie ein Auto, als ich mit wenigen Handgriffen die beiden Geräte auseinander nahm und wieder zusammen setzte.

Schon ein wenig traurig, wenn man bedenkt das sie es war die mir das alles vor vielen Jahren mal gezeigt hat.

Mit dem „neuen alten“ Staubsauger hab ich dann die ganze Stube gesaugt. Das Gerät ging wieder einwandfrei! Ich nahm mir auch gleich zwei etwas schlechter zugängliche Ecken vor und machte dort gründlich sauber. Hinter einem Schränkchen fand ich einen langen Schuhlöffel, den ich mit der Fugendüse hoch hob. Meine Mutter war überrascht das der Sauber das schwere Teil heben konnte. Wenn sie das gar nicht mehr gewohnt war, dann zog der alte Motor schon länger nicht mehr richtig.

Das der Staubsauger jetzt wirklich wieder in Ordnung ist wollte sie mir immernoch nicht glauben. Er nachdem sie mit dem Gerät in ihrem Schlafzimmer selber tätig war erkannte sie die Verbesserung.

„Hast Du es grad rumpeln hören?“ „sooo groß war der Stein der mir gerade vom Herz gefallen ist!“

Das ist die Ausdrucksweise meiner Mutter wenn sie mir sagen will das sie total glücklich und erleichter ist das etwas gut ausgegangen ist. Jetzt erst gab sie zu das sie höllische Angst hatte das der Staubsauger ganz kaputt ist und sie einen neuen haben müsse. Und sie will auf keinen Fall einen anderen.

Diesen Wunsch, weiterhin das gleiche Gerät nutzen zu können konnte ich ihr nur erfüllen weil ich bei Ebay das gleiche alte Modell gekauft hatte.

Andere Leute lieben alte Autos, ich liebe alte Staubsauger

Dieses Modell, der Vorwerk Kobold 120 wurde in den 1970/1980er Jahren gebaut und wird heute noch gebraucht gehandelt. Ebenso gibt es weiterhin noch umfangreiches Zubehör oder Ersatzteile.

Also könnte man doch wirklich von einem Nachhaltigem Haushaltsgerät sprechen.

Mehr über diesen Staubsauger findest Du in meinem Blogpost „Mein Staubsauger fürs Leben“

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