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So war mein Tag an der Kasse

Als erstes möchte ich mich für Euer reges Interesse an meinem gestrigen Artikel „heute werde ich die Neue sein“ bedanken. Ich habe vorher nicht damit gerechnet das ein Text über meinen Arbeitsalltag so viel Interesse findet.

Den Arbeitstag gestern habe ich besser überstanden als ich es erwartet habe. Natürlich taten mir etwas die Füße und Beine weh und am Abend war ich etwas platt. Aber es war nicht schlimm.

„Hallo ich bin die Neue“

mit diesem Spruch begrüßte ich die Chefin des Kassenteams. Diese Frau kenne ich schon seit über 30 Jahren. In dieser Zeit hatten wir immer wieder mal mehr oder weniger miteinander zu tun. Sie verstand den Witz sehr gut.

Nicht so die Person die neben ihr stand. Eine junge Dame in Teamdress mit Namenschild die ich noch nie zuvor gesehen habe. Es stellte sich heraus das sie wirklich „die Neue“ ist. Sie war den zweiten Tag zum Probearbeiten da. Sie war genauso irritiert wie ich, das plötzlich zwei Neue zum einlernen gleichzeitig da sind.

Kurzfristig waren wir also 4 Personen hinter der Kassenzeile… Eine Kassiererin, die Chefin, die Neue und ich. Aber nicht lange, die Chefin nahm die Neue mit und ich durfte mich nach kurzer Einweisung in Rufweite zur erfahrenen Kollegin „durchbeissen“

Kassieren kann ich

Wobei man mir über das Kassieren selber nix mehr sagen muss. Ich weis wie die Kasse grundsätzlich funktioniert. Das mit dem Geld ist sowieso klar und Umgang mit Kunden kann ich auch.

Was man mir wirklich erklären musste waren ein paar Sonderfälle wie Gutscheine und Warenrückgaben.

Im Grunde war ich nach kurzer Zeit wieder „voll drin“. Gleich in der ersten Stunde kam ein Kollege von der Herrenkonfektion mit einem Kunden und einem Berg voll Ware zu mir an die Kasse.

Der Kollege hatte dem Kunden einen hochwertigen Anzug verkauft, dazu passend Hemd, Krawatte, Gürtel und sogar noch ein Paar Schuhe.

Ich war froh das der Kollege sofort damit begann die Sicherungsetiketten an dem Anzug zu entfernen. Ich hätte nicht gewusst wo ich diese finden würde. Der Kunde war ein junger Mann mit seiner Mutter. Als dieser an den Kassentisch kam sagte mein Kollege zu ihm „Um drehen!“ … ich war komplett irritiert. Doch der junge Mann drehte sich um und streckte uns seinen Hintern her… Er hatte eine Hose gekauft und diese gleich anbehalten! Wir scannten das Etikett noch an seinem Hinterteil hängend. Das war eine echt lustige Situation. Wir lachten alle Vier.

So gings weiter mit viel Charme und lustigen Sprüchen verkauften wir dem Kunden noch eine Kundenkarte und nebenbei tippte ich alles zusammen. Der Endbetrag lag weit über 500€ und so kassierte ich meinen ersten 500 € Schein seit Jahren!

euro
Photo by Pixabay on Pexels.com „Nein so sah meine Kassenschublade nicht aus!“

Kleiner Fun Fact nebenbei. Früher in die alten Kassenschubladen passte der 500er immer nur so halb gequetscht… das ist heute besser gelöst. In der jetzigen Schublade ist platz für mehrere 500er und 200er.

Plexischeibe nicht das Problem

Die Plexiglasscheibe war nach kürzester Zeit nicht mehr das Problem, man gewöhnt sich sehr schnell an die Akustik. Nur Manchmal irritiert es wenn man die Kollegin nebenan besser hört als den Kunden vor einem. Und wir Kassierer reden gefühlt wirklich ständig… „haben Sie eine Kundenkarte?“, „Wollen Sie eine Tüte?“, „Haben sie 2 € klein?“ usw…

Brauchen sie eine Tüte?

Wie erwartet muss man jetzt beim Kassieren diese Frage viel früher stellen. Wie es sich herausstellt am besten bevor man Endsumme drückt. Was jedoch hin und wieder zu Missverständnissen und Rückfragen führt, denn wir haben momentan 30% auf alle reduzierten Kleidungsstücke. Und diesen Rabatt zieht die Kasse erst ab wenn man Endsumme drückt. Sehr oft fragen die Kunden dann „kriege ich da keine 30%?“. „Doch aber erst wenn ich drücke“.

Kleines Beispiel: Kunde kauft reduziertes für 100€, vor dem Endbetrag zeigt die Kasse 100, drücke ich Endsumme erscheint 70. Um die Tüte dazu zu tippen muss ich den letzten Schritt löschen und es erscheint kurz 100.10€ und manche Kunden dann schon „NEIIIN Keine Tüte“ bis dann wieder 70.10€ erscheint.

Das ist ein Missverständnis das man sehr schnell ausräumen kann. Aber echt nervig sind die Diskussionen mit Kunden die meinen wenn sie erzählen „ich bin ein guter Kunde“ „ich habe unten schon eingekauft“ oder noch lustiger: „Ich habe gespendet“ (???). Es gibt wirklich Leute die glauben das wir ihnen dann eine Tüte schenken dürfen. Das ist nicht der Fall!

Ein Kunde hat mir der Kollegin so lange rum diskutiert bis ich mich eingemischt habe und gefragt habe „machen sie das bei Aldi auch so?“ erst dann war er still und bezahlte die 30 Cent für die große Papiertüte mit Kreditkarte. (angeblich kein Bargeld dabei).

Kostenpflichtige Tragetaschen

Das die Tüten jetzt etwas kosten ist nicht die Schuld unserer Geschäftsleitung. Nein der Gesetzgeber verlangt das Tragetaschen dem Endkunden berechnet werden. Ziel ist es die Leute daran zu gewöhnen ihre Taschen und Tüten mit zu bringen um langfristig Müll einzusparen.

Mit einer Verkäuferin oder Kassiererin deswegen eine Diskussion zu beginnen ist völlig zwecklos!

Wie geht es mir dabei gesundheitlich?

Zuvor hatte ich bedenken das mir die Beine sehr weh tun würden, denn so erinnere ich mich noch an früher. Wenn man mal wirklich den ganzen Tag nur hinter der Kasse war taten die Beine mehr weh als wenn man hin und her läuft.

Sicher hab Ihr gelesen das ich im Februar und Mai dieses Jahres an beiden Beinen die Krampfadern habe ziehen lassen. Mehr darüber findest Du unter „meine Erfahrungen mit dem Varizen Stripping“. Irgendwie habe ich noch nicht ganz darauf vertraut das meine Beine nun besser sind.

Aus reiner Vorsicht hatte ich für den Arbeitstag gestern die Kniestrümpfe mit Stutzfunktion an.

Klar taten mir dir Füße ein wenig weh gegen Spätnachmittag. So dieser typische Anstengungs-Schmerz, der in den Füssen beginnt und dann langsam die Beine hoch zieht und oft im verspannten Rücken endet. Doch ich weis mittlerer Weile ein paar Bewegungen die diesem entgegen wirken und so ging es mir eigentlich sehr gut.

Es ist wirklich so, lange an einer Stelle stehen ist anstrengender als viel rum laufen. Jeder der mal im Verkauf gearbeitet hat weis das.

Insgesamt ging es mir mit der Tätigkeit sehr gut. Die Beine waren Abends nicht schwerer und schmerzhafter als sonst. Mein rechter Fuß war NICHT GESCHWOLLEN !!!

dieses Bild ist nicht von gestern, aber in der Pause habe ich ganz gewissenhaft die Beine hoch gelegt

Ich bin mir sicher ohne die Krampfadern-OPs hätte ich so einen Arbeitstag nicht so gut überstanden. Ich bin froh das ich es gemacht habe.

Mein Fazit

Mal einen Tag an der Kasse aushelfen ist ganz okay. Wenn man es nicht immer machen muss ist es auch ganz kurzweilig. Allerdings bin ich sehr glücklich das ich mich damals für das Verkaufsteam entschieden habe. Die kommenden 14 Tage werde ich voraussichtlich wieder in meiner Abteilung eingesetzt, denn die Kollegin hat Urlaub. Danach werde wohl hin und wieder auch mal an die Kasse müssen. Aber ich weis jetzt das ich es kann und das ich in diesem Bereich auch wieder „up to Date“ bin.

Eine Antwort auf „So war mein Tag an der Kasse“

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