Kategorien
Allgemein

Eine ganz normale Woche ?

Nachdem letzte Woche meine beiden Artikel über meinen Einsatz an der Kasse auf solch reges Interesse bei Euch gestoßen sind, werde ich diese Woche noch mehr über meine Arbeit schreiben.

Zugegeben ich war etwas überrascht das Euch mein Arbeitsalltag überhaupt interessiert. Weil ich jetzt so viele Rückmeldungen dazu bekommen habe mache ich jetzt in dieser Richtung weiter.

Mitten im August

Seit Jahren habe ich mir angewöhnt nicht im Juli/August Urlaub zu nehmen. Früher hatte sich das so ergeben weil ich den Kollegen mit Schulpflichtigen Kindern den Vorrang lassen musste und danach habe ich für mich entdeckt das es für mich persönlich angenehmer ist nicht dann Urlaub zu haben wenn gefühlt alle im Urlaub sind.

Wenn man wirklich irgendwo eine Reise buchen will, oder auch nur ein Hotel oder ähnliches ist es in der „Hauptreisezeit“ am teuersten. Die Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten sind in dieser Zeit auch voller als sonst. Zum Beispiel ist der Europa-Park in den Sommerferien total voll.

Hinzu kommt mein langjähriges Problem mit den geschwollenen Beinen im Sommer wenn es heiß ist. Bei Hitze war es die letzten Jahre für mich angenehmer im Klimatisierten Warenhaus. Dieses Jahr habe ich das Problem mit den Beinen endlich nicht mehr.

Kollegin ist im Urlaub

Meine Kollegin hat diese und nächste Woche Urlaub. Das bedeutet ich werde die nächsten Tage hauptsächlich „Einzelkämpfer“ sein… Also so gut wie alleine Arbeiten.

Folglich ist das was für alle anderen die Urlaubszeit und das Sommerloch ist für mich eher das Gegenteil. Diese und nächste Woche habe ich jeweils nur einen freien Tag.

Hinzu kommt mein Nebenjob bei dem ich diese Woche gleich 4 mal eingeteilt bin. Vier mal von 5-8 Uhr arbeiten und an drei Tagen davon dann von 9-18:30 im normalen Job arbeiten. Angesichts dessen kannst Du Dir sicher vorstellen das ich dann den einen freien Tag am Donnerstag brauche nur um mich zu erholen.

Nächste Woche ist dann etwas entspannter, denn da bin ich nur zwei mal beim Nebenjob eingeteilt.

Ganz normale Arbeit

Dadurch das die Kollegin in Urlaub ist werde ich die nächsten zwei Wochen nur in meiner normalen Abteilung im 5. Stock unseres Warenhauses eingesetzt. Kein Kassendienst. Darüber bin ich eigentlich ganz froh.

Zu meinem normalen Zuständigkeitsbereich gehört die Stoffabteilung, die Kurzwarenabteilung (Nähzubehör und Handarbeit) sowie die sogenannte Tischwäsche-Abteilung. Zu letzteren gehören auch Sofakissen und Wohndecken. Alles drei Artikelgruppen von denen man glauben könnte da geht mitten im Sommer nicht viel. Der Renner in den Sommermonaten sind Wachstuchtischdecken, welche wir auch als Meterware anbieten, sowie Stuhlkissen.

Dieses Jahr ist alles ein wenig anders

Doch dieses Jahr ist alles ein wenig anders wie vor der Pandemie. Das Kaufverhalten der Kunden hat sich verändert. Es ist nicht mehr ganz vorhersehbar wie andere Jahre.

In der Stoffabteilung ist viel mehr reduziert. Weil der Winterschlussverkauf ja praktisch ausgefallen ist haben wir immer noch vereinzelte Ware aus dem letzten Winter. Ende August oder Anfang September kommt aber schon die neue Herbst/Winterware und die Sommerware ist noch nicht komplett abverkauft. Deshalb haben wir zum teil mehrfach reduziert! Die Kunden die kommen, die kaufen auch kräftig, aber es kommen immer noch weniger Kunden als andere Jahre.

Früher als es noch den klassischen Sommer-Schlussverkauf gab, da verkauften wir in zwei Wochen geballt riesige Mengen reduzierter Stoffe… dieses Jahr habe ich schon seit fast 2 Monaten fast alles reduziert und es ist noch immer genug da. Jetzt ist die Phase wo es darum geht möglichst viel noch los zu werden vor der Inventur und bevor die Winterware kommt…

… wohlgemerkt ich hab weiter oben erzählt das ich die nächsten 14 Tage alleine bin … sprich, ich werde in den nächsten Tagen Stoff messen wie ein Weltmeister! Entweder um ihn zu verkaufen oder als Vorbereitung für die Inventur im September.

Macht mir das Angst?

Früher hätte mich diese Vorstellung in Panik versetzt. Ich hätte Angst gehabt das ich es nicht schaffe oder das es zu viel für mich wird. Doch mittlerer Weile bin ich das gewohnt und es löst bei mir keinen Stress mehr aus. Was bringt es es denn wenn ich mich darüber aufrege? Wenn ich in Hektik und Panik verfalle wachsen mir dadurch auch keine 5 Arme mit denen ich mehr schaffe als eigentlich geht.

Ich tue was ich kann! Wenn irgendwas „nicht mehr geht“ und liegen bleibt dann ist das halt so… ich kann es nicht ändern. Ich kann mich nicht klonen oder zerteilen. Eins nach dem Anderen.

Im Gegenteil gerade in solchen Phasen muss ich mich darauf konzentrieren meinen inneren Frieden nicht zu verlieren und immer wieder zur Ruhe zu kommen. Es gab Zeiten in denen ich in solchen Situationen nicht schlafen konnte oder nachts wach wurde weil mir irgendwas eingefallen ist was ich tagsüber vergessen hatte. Ich musste erst mühsam lernen die Arbeit und die unerledigten Aufgaben hinter mir zu lassen.

Es geht auch manchmal etwas nicht

Früher hatte ich den Anspruch an mich selbst „Geht nicht gibts nicht“, ich wollte immer alles schaffen und jedes Arbeitspensum bewältigen. Ein kleines Beispiel dazu, wenn ich früher an der der Kasse war (vor über 15 Jahren in der Multimedia-Abteilung) da war es mir immer unangenehm wenn sich an meiner Kasse eine Schlange gebildet hat. Ich versuchte die dann stets so schnell wie möglich abzuarbeiten.

Ganz im Gegensatz dazu vergangenen Freitag an der Kasse im dritten Stock… wir waren parallel an zwei Kassen nebeneinander. Wenn sich wirklich mal zwischendrin ein Rückstau gebildet hat und mehrere Kunden warten mussten lag das eigentlich nie an den Leuten hinter der Kasse. Fast immer lag es daran das ein Kunde länger brauchte für seine Kartenzahlung oder noch das Geld suchte. Ich musste mich nicht selbst für die Schlange dahinter verurteilen. Früher habe ich das leider sehr oft gemacht und mich dadurch deprimiert und schlecht gefühlt.

Corona hat auch was gutes

Das man mal warten muss, oder irgendwas nicht so funktioniert wie es sollte… das sind wir mittlerer Weile alle gewohnt. Corona hat mich, und ich denke auch viele andere viel geduldiger und gelassener gemacht.

Manchmal geht halt irgendwas nicht … dann bleibts halt liegen oder ich mache es morgen. Früher machte mich das panisch wenn ich viele Aufgaben hatte und mich entscheiden musste welche zuerst erledigen. Jetzt ist das doch fast normal, das man zuerst entscheidet was ist wichtiger und eigentlich schon vorher damit rechnet das irgendwas liegen bleiben muss.

Update: Montag Abend ca 19:40 Uhr

Ich hab heute den ersten Wagen Herbststoffe ausgepackt! Es geht also los mit dem Herbst in der Stoffabteilung. Aber eng wird es nicht. Ich konnte durch ein wenig umräumen und „verdichten“ die neue Ware sehr gut unterbringen.

Einen wirklichen Herbstmodetrend kann ich darin allerdings noch nicht erkennen. Dazu ist es noch zu wenig. Nur soviel bei dieser Lieferung dominieren die Orange/Braun Töne kombiniert mit dunklem Senfgelb.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.