Samstag 18.12.

Heute ist schon Dienstag und ich komme jetzt erst dazu endlich mal wieder etwas hier zu schreiben. Die letzten Tage war sehr viel zu tun bei mir und wenn ich dann mal wirklich Zeit hatte am Laptop zu sitzen war ich so erschöpft das ich keine Lust mehr zum schreiben hatte.

Dennoch möchte ich Euch vom vergangenen Samstag erzählen. Emotional gesehen sind für mich ganz persönlich der 18. und der 19.12. die wichtigeren Tage als der 24. und der 31.12. Heilig Abend und Sylvester haben beruflich eine ganz besondere Stellung und jeder redet nur davon. Es gib sogar eine Betriebsvereinbarungen die sicherstellen soll das wir Mitarbeiter einen der beiden Tage frei haben. Obwohl sie sehr sehr wichtige Verkaufstage sind.

Ich erinnere mich an ein Weihnachtsgeschäft in der CD Abteilung, da habe ich mal an einem 24.12. bis 14 Uhr weit mehr verkauft als an einem gut besuchten Advenstsamstag (9-20Uhr). CDs zu verschenken war immer so das letzte „Last Minute Geschenk“ und deshalb war in der Tonträger-Abteilung der letzte Tag extrem viel los. Das war für mich immer der absolute Hyperstress!

Warum ist mir der 19.12. wichtig?

Meine Mutter hat am 19.12. Geburtstag… wenige Tage vor Weihnachten und fast 20 Jahre lang konnte ich an dem Termin nicht frei machen. es sei denn es war ein Sonntag so wie dieses Jahr. Ob ich mit meiner Mutter irgendwas an ihrem Geburtstag unternehmen konnte hing immer nur vom Wochentag ab. Das ich um diesen Tag mehr frei habe war immer sehr unwahrscheinlich.

Nicht so 2020. Da war der große Lockdown und ich hatte das erste Mal viiiiel Zeit. Aber meine Mutter hatte Angst vor Corona und wollte mich an diesem Tag noch nicht sehen. Erst am 24.

Warum ist mir der 18.12. wichtig?

Logischer Weise war der 18.12. immer genauso umkämpft die der 19. Trotzdem ist mir dieses Datum seit dem Teeniealter ein ganz besonderer Tag. Als ich 12 oder 13 war beschlossen eine Freundin und ich uns zum feiern zu treffen, denn unser gemeinsamer Lieblingssänger hatte an diesem Tag Geburtstag. Wir hatten einen Kuchen und einige Zeitungssausschnitte (aus der Bravo) und beschlossen das dies ein ganz besonders wichtiger Tag sei. Das der Kuchen sogar nur der Test für die Geburtstagstorte für meine Mama war, war zweitrangig. In unserer pupertären Schwärmerei schworen wir uns zukünftig diesen „Feiertag“ zu feiern… Wohl gemerkt es handelte sich um den Geburtstags eines Sängers den wir nur aus dem TV und aus der Bravo kannten. Das ich diesen Künstler über 20 Jahre später wirklich persönlich kennen lernen würde ahnten wir natürlich nicht.

Leider habe ich zu dieser damaligen Freundin keinen Kontakt mehr, wir haben uns komplett aus den Augen verloren. Und ich bezweifle das sie überhaupt noch an unseren „Schwur“ denkt. Für mich ist der 18.12. aber immer ein markantes Datum geblieben. Schon alleine weil er der Tag vor dem Geburtstag meiner Mutter ist.

Ein freier Advenstssamstag

Samstags ist für ich seit über 33 Jahren Arbeitstag. Normalerweise bekommen wir einen Samstag im Monat frei. Doch der Dezember war aus dieser Regelung immer ausgenommen. Die Adventssamstag waren stets die umsatzstärksten Tage des Jahres und deshalb hatte da niemand frei.

Seit ich in der Stoffabteilung arbeite ist das nicht mehr der Fall, ich bekomme im Dezember meinen freien Samstag. Diesen kann ich mir aber nicht aussuchen sondern den bekomme ich zugeteilt. Dieses Jahr fiel dieser auf den 18.12.

Als ich den Arbeitsplan erhielt hatte ich ganz kurz einen wirklich abwegigen Gedankengang… ich könnte ja einfach hin fahren. In den Wohnort wo dieser Lieblingssänger wohnt. Völlig verrückte Idee, die ich dann auch ganz schnell verworfen habe. Es ist selten eine gute Idee irgendwelchen Stars in ihrem privaten Umfeld aufzulauern. Und schon gar nicht im Dezember im Allgäu im Schnee! Und erst recht nicht mitten in einer Pandemie…

Feiern was erlaubt ist

Meine Mutter ist mittlerer Weile dreimal geimpft und ihre Angst vor Corona hat sich etwas gelegt, so war es dieses Jahr auch endlich wieder denkbar das wir ihren Geburtstag pünktlich feiern.

Den Samstag davor würde ich für Vorbereitungen dafür nutzen. Geplant war das meine Schwester am Samstag schon zu mir kommt und wir gemeinsam einen Kuchen backen für unsere Mama.

Ganz kurzfristig bekam ich eine Einladung zu einer Karaokeparty am 18.12. …

Meine Schwester und ich lieben Karaoke! Deshalb beschlossen wir gemeinsam hin zu gehen und dies unserer Mutter einfach zu verheimlichen. Denn sie ist der Überzeugung das derartige Abendveranstaltungen ja sooo gefährlich seien.

Dieser Ansicht bin ich allerdings nicht mehr. An dem Abend waren wir etwa 25 Personen, von denen ich die meisten privat kenne. An einem gewöhnlichen Arbeitstag im Warenhaus begegnen mir hunderte wildfremde Personen von denen ich nicht weis wie deren Gesundheitszustand ist!

Karaokeparty am 18.12.

Der Wirt war schon etwas mutig das er diese Veranstaltung angekündigt hat. Und der Karaoke-Moderator hat sich echt bemüht den „harten Kern“ seiner Stammgäste zu kontaktieren und für jeden einen Sitzplatz zu reservieren. Auf diese Weise war die Veranstaltung ja fast eine geschlossene Gesellschaft, es waren nur Personen da, die vorher reserviert hatten. Der Wirt hat ganz korrekt jeden von uns auf dem Impfstatus kontrolliert und ein Teil der Gäste war sogar noch zusätzlich getestet.

Für mich hat es sich fast wie ein Familienfest angefühlt, weil ich die meisten Anwesenden schon seit Jahren kenne. Wir ganz verrückten Dauergäste bei Karaokeveranstaltungen kennen uns. Und wir waren alle ganz scharf darauf endlich wieder zu singen. Folglich war das „Zettel ausfüllen“ gleich zu Anfang unser wichtigstes Anliegen.

Früher hat man sich die anderen Sänger mal angehört und dann im laufe des Abends sich mit diesen für gemeinsame Lieder angemeldet. Doch diesmal hechteten wir schon vor beginn zu den anderen Tischen und fragten „singst Du was mit mir“. Oft ist dann erst mal „äähm was können wir beide?“

Am Samstag kam eine Bekannte auf mich zu und fragte „wie heißt das neue coole Lied von Nino de Angelo, und singst Du das mit mir?“ ich dachte erst sie veräppelt mich. „Gesegnet und Verflucht, meinst Du das?“ und sie „okay ich schreibe es auf“. Nunja wenn sie schon den Titel vergessen hatte, dann wird sie wohl den Text auch kaum können. Der Songs ist zwar nicht wirklich meine Tonlage, aber ich kann den Text ganz sicher“. Und ich kenne den Moderator, wenn der keinen Bock auf einen Titel hat, oder etwas nicht kennt nimmt er es gar nicht dran… von daher dachte ich das wird eh nix.

Später sangen zwei Frauen „Jenseits von Eden“ zu meiner Überraschung erwähnte der Moderator das Nino de Angelo heute Geburtstag hat. Die beiden Sängerinnen wussten das zuvor gar nicht, aber sie wollten diesen über 37 Jahre alten Titel unbedingt singen. Danach rechnete ich erst recht nicht mehr mit meinem Duett… doch später wurden wir aufgerufen und sangen gemeinsam „Gesegnet und Verflucht“. Ich fand es schwer, aber es hat dennoch besser geklappt als erwartet. Und wir wurden nicht ausgebuht…

Nein, das ist es ja was Karaoke ausmacht, jeder darf singen was uns wie er will und die Zuhörer tolerieren es wenn mal was nicht so perfekt klingt. Es hat Spaß gemacht und so hab ich dieses Jahr den Geburtstag meines Lieblingssängers gebührend gefeiert. Nach 36 Jahren oder so!

Geburtstagsfeier mit meiner Mama

Die Geburtstagsfeier mit meiner Mama war zwar kurz aber nach ihrem Geschmack. Sie hatte zwar zuvor die Idee sie könnte anschließend ein paar Tage bei mir bleiben, aber das haben wir ihr ausgeredet. Ausgerechnet in der Woche vor Weihnachten wo bei mir im Laden soooo viel los ist und ich sehr viel arbeiten muss, ist das keine gute Idee. Ich hätte schlicht keine zeit mich um sie zu kümmern. Stattdessen wird sie ab Silvester paar Tage bei mir verbringen.

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