Nähanleitung: einfacher Einkaufsbeutel

In diesem Artikel zeige ich Dir mit vielen Bildern wie man ganz einfach einen Stoffbeutel zum Einkaufen, einen sogenannten Einkaufsbeutel näht. Diese Nähanleitung ist auch für Anfänger und noch nicht so Begabte geeignet.

Plastiktüten sind mittlerweile komplett verboten und so braucht man unterwegs immer wieder mal einen kleinen Beutel für kleine Einkäufe. Dieser ganz einfache Stoffbeutel passt in jede Handtasche und ist somit ein treuer Begleiter für spontane Besorgungen.

Was braucht man um diesen Beutel zu nähen?

Du brauchst nur etwa einen halben Meter Baumwollstoff. Je nach gewünschter Größe reichen 50-60 cm bei einer Breite von 140 oder 150 cm völlig aus.

Des Weiteren brauchst Du nur passenden Faden, eine Schere und eine Nähmaschine, in der Du eine Universalnadel eingelegt hast.

Wir brauchen kein Schnittmuster für diesen Einkaufsbeutel

Ein Schnittmuster, das wir erst aufwändig auf den Stoff übertragen müssen, brauchen wir nicht. Wir schneiden uns nur einfache Vierecke aus:

  • Ein Streifen von ca. 10-12 cm Breite über die ganze Stoffbreite (also 140-150cm)
  • Ein Stoffstück etwa 40x 90 cm oder zwei Stücke etwa 40×45

Wenn nun Deine Maße von meinem Vorschlag etwas abweichen ist das nicht weiter tragisch. Dann wird Deine Tasche eben größer oder kleiner. Wenn Du unsicher bist, dann orientiere Dich an einem Baumwollbeutel aus dem Laden, der ein für Dich praktisches Format hat. Ich mag da die kleineren die es im Lebensmittelladen gibt lieber, denn die großen werden, wenn sie voll sind, viel zu schwer.

So wird es gemacht:

Wir beginnen mit den Henkeln, dafür benutzen wir den Stoffstreifen. Diesen knicken wir der Länge nach zusammen und bügeln. Damit ein Knick entsteht.



Stoffstreifen der Länge nach zusammenklappen, links auf links = bedruckte Seite außen

Du hast richtig gelesen: Bügeln! Ohne Bügeleisen ist dieses Projekt weit aufwändiger. Nicht umsonst hat meine Mutter früher immer gesagt „gut gebügelt ist halb genäht“. Das Bügeleisen hilft uns hier wirklich weiter und wir sparen uns damit viel Fummelei mit Stecknadeln.

Wir bügeln den Knick schön fest, klappen den Stoffstreifen dann aber wieder auf.

Der entstandene Knick dient uns jetzt als Lineal um eine Seite des Streifens bis zum Knick einzuklappen.

Hier siehst Du wie ich die untere Hälfte bis zum Knick eingeklappt habe.

Die andere Seite ebenso einklappen und bügeln.

Und nun den Streifen wieder an dem ersten Knick zusammenklappen und bügeln.

Bügeln ist wichtig

Nun nähst Du entlang der offenen Kante knappkantig mit normalen Geradstich.

Wenn Du willst kannst Du dies auf der anderen Seite wiederholen. Es braucht diese zweite Naht nicht zwingend, aber es sieht gleichmäßiger aus und verhindert, dass sich der Griff beim Waschen verdreht. Den fertigen Streifen legst Du beiseite, nun geht es mit der eigentlichen Tasche weiter.

Tasche nähen ganz einfach

Das große Stoffstück für die Tasche (ca 40×90 cm) legst Du links auf links aufeinander. Das heißt die schöne Seite des Stoffs ist außen und guckt Dich an. Auch hier hilft es, wenn Du den Knick am Taschenboden bügelst.

Nun nähst Du jeweils die Seiten etwa nähfüßchenbreit zusammen. Dabei liegt der Stoff links auf links und die bedruckte Seite des Stoffes ist oben. Das ist diesmal korrekt! Denn wir nähen gerade eine sogenannte Französische Naht. Wenn Du dazu lieber ein Video sehen möchtest hier ein Link „Die Französische Naht einfach erklärt“ .

Nahtzugabe und Ecken zurückschneiden

Wenden

Danach nähst Du Seiten nochmals von der linken Seite (schöne Seite innen).

Hier hilft mir die Nadeleinstellung (Nadel links), denn ich nähe nähfüsschenbreit

Nun sieht Dein Nähstück schon aus wie ein Beutel. Doch wir müssen nun die obere Kante säumen. Dazu knicken wir den oberen Rand ca 3 cm um. Dabei hilft es, wenn die Seitennähte in eine Richtung gebügelt sind.

Damit Dein Saum schön gerade wird hilft es alle paar Zentimeter nach zu messen und sobald es stimmt die Kante zu bügeln. Wenn Du geschickt bist mit dem Bügeln kannst du Dir hier die Stecknadeln sparen. Mach es einfach so wie es Dir leichter fällt. Es kann helfen alle 10-20 cm eine Stecknadel zu setzen. Allerdings solltest Du bedenken, die Nadeln stören beim Bügeln, finde ich zumindest.

Diesen Saum nun mit einer knapp-kantigen Naht fixieren.

Jetzt kommen die Griffe.

Dazu schneidest Du Deinen Streifen, den Du vorher genäht hast, zu Hälfte durch. Du hast nun zwei Stücke von etwa 70 cm Länge. Diese legst Du so unter den Saum:

Die Griffe zeigen nun nach unten

Und dann nähst Du eine Naht an der Unterkante des Saum und nähst die Träger dabei mit an.

Am unteren Bildrand erkennst Du, dass ich hier den Freiarm benutze, also das Zubehör-fach der Nähmaschine ist abgenommen.

Nun wird der Saum noch einmal ca 3 cm eingeklappt, diesmal werden aber die Griffe nach oben fest gesteckt. Auch hier hilft immer mal wieder zwischenzeitig bügeln.

Wichtig ist, dass der Griff im rechten Winkel nach oben geklappt wird und gerade bleibt. Lieber zwei Stecknadeln nehmen. Nun nähen wir ganz nah an der oberen Kante. Vorsicht an den Stellen wo der Träger bzw. Griff ist, hier darauf achten, dass er gerade bleibt.

Knappkantig nähen

Auf diesem Bild sieht man, dass bei mir auch mal nicht alles so grade ist wie es sein sollte. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn diese schräge Naht liegt auf der Innenseite und sieht man später kaum.

Fertig ist Deine Einkaufstasche

Wenn Du magst kann Du aus dem gleichen Stoff noch eine Tatüta nähen um darin die zusammengelegte Einkaufstasche in der Handtasche aufzubewahren.

Diese Anleitung eignet sich übrigens auch für Upcycling. Fast alle nicht dehnbaren Stoffe sind dazu geeignet. Zum Beispiel alte Bettwäsche oder Tischdecken.

Wenn Dir diese Anleitung gefallen hat schau Dir noch auch mal meine anderen Anleitungen an.

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