Uschi war viel unterwegs

Aufgrund der Kurzarbeit hatte ich ein sehr langes Wochenende, von Freitag bis einschließlich Dienstag frei. Diese Freizeit konnte ich dank des Fahrzeugs das mir Freunde aus meiner Kirchengemeinde für zwei Monate überlassen haben auch wirklich sinnvoll nutzen.

Meine Mutter konnte an der Beerdigung ihres Bruders im letzten Herbst nicht teilnehmen, und deshalb war es ihr Wunsch wenigstens mal sein Grab zu sehen. Die Witwe des verstorbenen hatte uns schon mehrfach eingeladen, aber irgendwer hatte dauernd einen Grund es zu verschieben. Dieser Besuch war sehr umkämpft. Ständig brachte entweder meine Mutter oder die Tante das Argument „Die Inzidenz ist so hoch“… entweder in diesem Landkreis oder dort.

Meine Mutter reist nicht mehr gerne, das regt sie alles zu sehr auf. Woanders übernachten möchte sie auch nicht mehr. Dabei finde ich das eine Reise auf die Schwäbische Alb doch gar nicht so weit und anstrengend ist. Das haben wir schon mehrfach gemacht. In meinem Artikel „Kirchheim Teck und zurück“. Aber Meine Mutter hat vor einer solchen Fahrt immer große Angst. Irgendwie verbindet sie längere Autofahrten immer mit irgendwelchen Katastrophen. Ständig glaubt sie es gibt eine Panne, Stau oder sogar einen Unfall.

Diese Reise mit meiner Mutter war für Samstag geplant und seit fast zwei Wochen kam sie fast Täglich mit irgendwelchen Argumenten das es nicht gehen würde. Dabei fand ich den Termin ideal, ich hatte frei und war nicht mehr gestresst. Meine Tante hatte Urlaub, das Wetter sollte gut werden und das Hauptargument: „Ich habe jetzt gerade das Auto zur Verfügung“. Mit den Besitzer war es von Anfang an abgesprochen das ich mindestens einmal so eine Strecke fahren darf.

In den letzten Tagen fing dann auch noch meine Schwester an mit dem „bremsen“. Ich erzählte ihr am Telefon das mir ein Stück vom Zahn abgebrochen ist. Ich habe keinerlei Beschwerden davon habe. Sie meinte dazu „Oh dann musst Du Samstag absagen?“ Sie redet schon wie ihre Mutter !!! Wieso glaubt sie das ich wegen so einer Kleinigkeit die geplante Fahrt schon wieder absage?

Die abgebrochene Ecke am Zahn beeinflusst mich und meine Fahrtüchtigkeit in keinster Weise. Ich kann sogar normal essen und trinken und habe keine Schmerzen… also kann ich auch Autofahren!

Autofahrt nach Bern

Vor ein paar Wochen hat sich eine Bekannte aus der Kirchengemeinde bei mir gemeldet, sie braucht Hilfe von jemandem der gerne Auto fährt. Sie muss sehr starke Schmerzmittel nehmen und darf deshalb nicht mehr selber Auto fahren. Muss aber zu einem spezial Arzt in der Nähe von Bern (ca 1 Stunde Autobahn). Ich nannte ihr meine freien Tage und sie versuchte einen Termin bei diesem Arzt zu bekommen. Was nicht einfach war. Letztlich war nur vergangener Freitag möglich. Ich sollte zu ihr kommen und mit ihrem Auto dort hin fahren.

Selbstverständlich sagte ich ihr nichts über die Termindiskussionen mit meiner Familie wegen dem darauf folgenden Samstag. Denn meine Mutter und meine Schwester hätten mir am liebsten verboten am Tag zuvor auch eine weite Autofahrt zu machen!

Weite Autofahrt?

Was bitte ist eine Weite Autofahrt? Die Bekannte die zum Arzt musste vergewisserte sich auch mehrfach „ob ich denn bereit wäre so weit zu fahren?“, „ob es mir denn nichts ausmacht in der Schweiz zu fahren?“, „Ob ich denn keine Angst vor der Autobahn in der Schweiz hätte?“… Wiebitte?

Ich erinnere mich an Zeiten da bin ich abends nach dem Arbeitstag mal eben ins Auto gesprungen und zu einem Konzert in Zürich gefahren. Selbstverständlich danach wieder zurück. Oder wir haben über das Wochenende eine Freundin in Luzern besucht. Für so eine Strecke nahmen wir weder Getränke mit, noch planten wir eine Pippipause. Vor Zielen in der Schweiz hatte ich selten bedenken, weil da eigentlich nicht wirklich weit weg ist.

Schlimmer wäre es nach München, Köln oder Hannover zu fahren. Für mich ist so ein kleiner Ausflug in die Schweiz kein Stress.

Am Freitag war perfektes Autofahrwetter, trocken und Sonnenschein. Es war eine sehr angenehme Fahrt. Die Patientin die ich zum Arzt bringen sollte war allerdings sehr nervös… ähnlich wie meine Mutter „hoffentlich kommt kein Regen, hoffentlich kommt kein Sturm, Ohje wir haben bestimmt Stau“. Obwohl wir Freitag Nachmittag unterwegs waren gab es keinen Stau, alles war perfekt.

Während der hinfahrt erzählte ich ihr von verschiedenen Fahrten in der Schweiz die ich schon gemacht habe, das beruhigte sie sehr. Fazit: selbst meine verrückten Fanreisen in der Vergangenheit helfen mir nun anderen Menschen zu helfen. Sie war total glücklich darüber das ich sie gefahren habe und bezeichnete mich und meinen Fahrstil als „entspannt und lustig“. Das war wohl genau das was sie auf dem Weg zu dem Termin brauchte.

Autofahrt nach Kirchheim

Am Samstag ging es dann in die Nähe von Stuttgart, das war dann eine etwas weitere Größenordnung. Mehr als dreimal so weit! Es war zu erwarten das meine Mutter noch mehr „den Teufel an die Wand mahlt“ als meine Beifahrerin vom Freitag. Doch ein Erlebnis bei ihr vor der Haustüre stimmte uns schon von Anfang an auf optimistisch:

Beinahe-Crash vor der Abfahrt

Weil in der Strasse kein Parkplatz frei war und sie momentan wegen einer Baustelle eh Sackgasse ist stellte ich das Auto auf dem Bordstein direkt vor der Haustüre ab. Das habe ich schon oft gemacht, mit mindestens 10 verschiedenen Fahrzeugtypen. Da ch Carsharing Kunde bin, habe ich öfters verschiedene Autos. Mehr darüber unter „Stadtmobil- im ländlicheren Raum„Mit zwei Rädern auf dem Gehweg und mit zwei auf der Straße. Zum kurz be und entladen ist das okay. Meine Mutter kann nur noch sehr schlecht gehen, deshalb wollte ich den Weg für sie besonders kurz machen.

Ich stellte den Wagen ab, lies die Fahrertüre offen und ging schnell zur Klingel um ihr zu sagen das ich da bin. Ich kenne meine Mutter, dann dauert es immer noch paar Minuten. Mein Plan war im Auto auf sie zu warten.

In dem Moment kommt ihre Nachbarin um die Hausecke und ich fragte sie ob sie wisse wie diese Poller in der Hofeinfahrt funktionieren. Wegen der Baustelle wollte ich gerne in der Einfahrt wenden. Während ich mit ihr sprach… sah ich mein Auto rollen!

Ich schrie auf und rannte hinterher, durch die offene Fahrertüre konnte ich rein springen und die Handbremse ziehen. Der Wagen kam 50 cm vor einem anderen stehen!

Das diese Straße abschüssig ist, weis ich schon seit früher Kindheit, hier habe ich Rollschuhe und Fahrradfahren gelernt! Ich habe keine Ahnung warum ich die Handbremse nicht angezogen hatte. Die Nachbarin applaudierte meinen filmreifen Stunt. Als meine Mutter endlich unten war erzählte die Nachbarin was passiert war und wie toll ich reagiert hätte. Und ich beschloss, jetzt kann auf der Fahrt nichts mehr passieren, denn es sei ja schon was geschehen.

Bestes Autofahrwetter

Auch auf der Fahrt nach Kirchheim hatten wir super wetter und keinen Stau. Auch die Rückreise hat einwandfrei geklappt. Ich weis nicht warum andere immer vor Ausflügen so negativ „unken“.

Weil alles so schön geklappt hat habe ich am Montag eine alte Freundin in der Schweiz besucht, ich hab sie schon paar Jahre nicht mehr gesehen. Es hat sich so toll ergeben das wir gerade beide Zeit haben und so haben wir uns bei ihr zuhause getroffen und einen schönen Nachmittag und Abend miteinander verbracht.

Auf der Fahrt dort hin hatte ich etwas Probleme mit dem Navi, es hat mich irgendwie im Kreis geleitet. Als ich das bemerkt habe, hab ich dann lieber mit dem Handy navigiert. Dadurch kam ich zwar etwas später aber ich kam gut an.

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