Schreibblockade oder so

Vielleicht ist es ein oder zwei aufmerksamen Lesern auf gefallen das ich diese Woche noch gar nichts neues geschrieben habe. Selbst bei 1000 Teile raus habe ich schon wieder ausgesetzt.

Mein Problem diese Woche ist nicht der Zeitmangel sondern eine Art Blockade in mir selber.

Wie geht es mir?

Dieser Tage sind mir ein paar Menschen begegnet die mich gefragt haben „wie geht es Dir?“… natürlich antwortet man dann „Danke gut“. Aber wenn ich über die Frage nachdenke bin ich mir da gar nicht mehr so sicher ob das nicht gelogen ist.

Körperlich gehts mit gut. Ich hab kein Corona und keine andere Erkrankung. Mich quälen keine Kopfschmerzen oder Rückenbeschwerden und selbst meine Verdauung macht was sie soll. Und das ich bei Temperaturen über 30 Grad schwitze ist ja auch normal. Aber dennoch fühle ich mich nicht „gut“.

Ausgelöst durch die Todesnachricht einer Freundin, die kaum älter als ich war bin ich mal wieder in einer sehr gedrückten Stimmung. Die Informationen über ihre kurze aber sehr grausame Krebserkrankung machen mich nachdenklich und … naja ich vermute ich knappere gerade ganz nah an der Grenze zur Depression, aber zumindest einer Depressiven Verstimmung herum.

Mir kommt so vieles in meinem Leben so sinnlos vor:

Letzte Woche noch war ich hoch motiviert diesen Blog im August richtig schon nach vorne zu bringen. Ich hatte viele neue Ideen und ehrgeizige Ziele. Doch schon die ersten Tage des Monats wurde ich darin ausgebremst weil ich einfach keine Zeit hatte diese Ideen umzusetzten. Und nun?

Diese Woche hätte ich Zeit dazu gehabt. Und was tue ich? Ich starre das Display meines Laptops an und kriege nichts richtig gebacken.

Noch nicht mal das korrigieren alter Texte, das hin und wieder notwendig ist, gelingt mir diese Woche. Eigentlich müsste ich einiges überarbeiten und an vielen Stellen die Schlagworte korrigieren. Nicht mal das geht. Ich fühle mich unkonzentriert und unmotiviert… über allem schwebt dieses dunkle „Wozu denn?“ …

Der Verstorbenen Freundin hätte das nichts genutzt wenn die Tippfehler und falschen Suchworte in meinem Blog weg gewesen wären. Sie wäre trotzdem an diesem scheiss Krebs leidvoll gestorben. Wenn ich meine Webseite supergut pflege und perfekt aufsetzte nutzt mir das gar nichts wenn ich einen Tumor bekomme…

Irgendwie ist alle Webseitenpflege nutzlos, sinnlos und ohne beständigen Wert wenn solche Schicksalsschläge kommen.

Aber was hat denn noch beständigen Wert?

Wenn ich etwas Sticke, Häkle oder Nähe? Nein

Wenn ich etwas für den Weihnachtsbasar in unserer Kirchengemeinde vorbereite? Nein… denn es ist ja noch nicht mal sicher ob wir diesen Winter wieder normale Basare veranstalten dürfen. Oder ob ich dann noch lebe um die Sachen zu verkaufen… Oder ob der Missionar noch lebt für den wir das Geld sammeln. Oder ob überhaupt irgendwer etwas selbst gemachtes kaufen will oder kann weil wir alle unter der Inflation leiden…

Wozu ?

Über allem schwebt bei mir momentan diese doofe Frage „Wozu?“, „was bringt das noch?“ „Wem hilft das wirklich?“ und „Ist das alles nicht sinnlos???“

Wenn ich bisher in meinem Leben in solche Gedankengänge kam half es mir immer mir etwas zu suchen auf das ich mich freue…

Ich freue mich auf

Ja ich muss mir etwas suchen auf das ich mich freue und ich muss das auch kommunizieren, denn was ich ausspreche zieht mich auch wieder mehr nach oben. Also schreibe ich jetzt hier darüber:

Ich freue mich auf eine Konzertreise am 25.8.. Juhuu das ist ja bald!

Doch davor liegt noch dieser riesige bedrohliche Berg der Inventur und der Sommerlichen Hitze in Lörrach. Einteils denke ich „oh schrecklich wie soll ich das schaffen…“ und „hoffentlich ist das bald vorbei und hinter mir“.

Dabei wird mir klar das ich dieses Jahr ständig hoffe das irgendwas vorbei ist. Mal ist es die arbeitsreiche Woche, der lange Arbeitstag, das Regenwetter, der Winter, der Heuschnupfen, die Kälte, die Hitze…. ständig ist irgendwas bei dem ich denke „hoffentlich ist es bald vorbei“

Und dann so Fälle wie die letzte Woche verstorbene Freundin. (ich will hier keine Namen nennen) äääääääh für diese ist es „VORBEI“. Sie ärgert sich nicht mehr über Arbeit, Wetter oder irgendwas anderes was ich jetzt denke darunter zu leiden.

Ich will nicht mehr denken „hoffentlich ist es bald vorbei“, denn es kann so schnell alles vorbei sein. Ich will mich nicht mehr nur mit hängen und würgen durch die Wochen quälen. Sehr gerne würde ich wieder täglich freudig und dankbar darüber berichten was mit schönes wiederfahren ist… denn mir wiederfährt nach wie vor viel schönes.

Mein Focus ist verrutscht

Mir wieder fährt momentan täglich schönes und positives doch mein Blick klebt leider etwas auf den negativen und traurigen Dingen fest. Und ich versuche krampfhaft ihn davon zu lösen. Und Du merkst jetzt langsam das ich sogar diesen Text dazu benutze meinen eigenen Focus wieder in die richtige Richtung zu verschieben.

Fangen wir damit an das ich mich nicht nur auf die Konzertreise am 25. freue sondern auf etwas näheres, einen ausgelassenen Karaoke-Abend am morgigen Samstag.

Ich könnte jetzt schon wieder betrauern das ich erst später kommen kann wegen der Arbeit, oder das eine Freundin die ich dazu eingeladen habe nicht kommen kann, oder das ein „Karaoke-Spezi“ nicht kommen kann weil er nach einer Corona-Erkrankung immer noch auf der Intensivstation liegt. Nein ich MUSS und WILL mich daran freuen das ich hin kann.

Ich lebe, ich bin gesund, ich habe Zeit und ich hab noch ein bissel Geld um dieses in einer Bar auszugeben. Alles Umstände für die ich dankbar und froh sein könnte.

Ist Dankbarkeit der Schlüssel?

Davon bin ich überzeugt, das danken und loben mir und meiner Gedankenwelt helfen. „Danken hilft vor Wanken und loben zieht nach oben“ ein Zitat von, ich weis nicht wem. Aber an diesem Spruch ist sehr viel dran.

Um meiner Dankbarkeit für meine eigentlich sehr gute Lebenssituation ein sichtbares Zeichen zu geben war ich gestern zum Blutspenden. Denn ich bin sehr sehr dankbar das ich so gesund bin das dies möglich ist. Mit über 50 ist das nicht mehr selbstverständlich!

Blutspenden ist nicht schlimm

Blutspende in Wollbach

gestern war ich bei einer Blutspenden Aktion vom Roten Kreuz in der Turnhalle in Wollbach. Das ist ein kleines Dorf in der Nähe von Kandern.

Seit ich einen Blutspendeausweis habe werde ich von diversen regionalen Einheiten des roten Kreuz eingeladen, doch ich kann halt nur dann zur Spende kommen wenn ich an dem Aktionstag frei habe. Das ist leider nicht sehr oft der Fall. Selbstverständlich gibt es auch immer wieder Spendenaktionen hier in Lörrach, doch die letzten Monate hat mir das immer terminlich nicht gepasst. Außerdem finde ich das die Organisation bei den Terminen „auf dem Land“ manchmal besser und liebevoller ist. Oft finden diese Veranstaltungen in einer Turnhalle statt und das finde ich etwas angenehmer als in einem Schulhaus in einzelnen Klassenzimmern.

Blutspenden ist weder schmerzhaft noch gefährlich und meiner Meinung nach sollte das jeder der tun der gesund ist und keine der Ausschlusskriterien erfüllt. Das warme Wetter ist kein Hinderungsgrund wie ich vor paar Jahren bei der „Blutspende bei 38 Grad“ beschrieben habe.

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog und danke das Du weiter gelesen hast obwohl ich am Anfang etwas sehr rum gejammert habe.

4 Gedanken zu „Schreibblockade oder so

  1. Pingback: Samstagsplausch am 13. August 2022 | Unterwegs ist das Ziel

  2. Unterwegs mit mir

    Ich kann Deine Gedanken voll nachvollziehen. Am 1.8 ist mein Freund und Lebenspartner plötzlich und ohne Vorwarnung an einer Lungenembolie verstorben. Es ist als ob einer ein Stock ins Lebensrad gesteckt hat.

    Viele Dinge kommen nur langsam in Gang und oft auch dieses „warum“. Freunde stützen mich.

    Witziger Weise war ich auch am Mittwoch hier in der Klinik zur Blutspende, war aber ein schon länger vereinbarter Termin da ich diese „RotKreuz“-Termine immer verpasse. Leider waren meine Venen nicht kooperativ und haben sich immer an die NAdel angesaugt und so kam in der vorgeschrieben Zeit nicht genug raus. Naja beim nächsten Mal wieder. Aber es hätte mich sehr gefreut wenn ich damit hätte helfen können.

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    1. Uschi Beitragsautor

      Das mit dem „es kommt zu wenig“ wird besser je öfter man es probiert.

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    2. Uschi Beitragsautor

      Vielen Dank für Deinen netten Kommentar und auch noch mein Herzliches Beileid zu Deinem Verlust. Das ist ja noch sehr frisch und ich kann mir gut vorstellen das Du das noch gar nicht richtig realisiert hast. Ich wünsche Dir viel Kraft und Lebensmut.

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