Samstagsplausch am 12. November 2022

Heute ein wenig später als gewohnt möchte ich mit Euch im Samstagsplausch von meiner Woche erzählen. Diesen Artikel verlinke ich bei der gleichamigen Linkparty von Karminrot .

Urlaub im November

Auch wenn es für die meisten etwas ungewöhnlich erscheint. Ich mache seit Jahren gerne eine Woche Urlaub im November. Der Grund ist, ich habe am 11.11. Geburtstag und ich versuche stets diese Woche frei zu bekommen. Außerdem finde ich es ganz angenehm nochmal vor dem stressigen Weihnachtsgeschäft auszuruhen.

Dieses Jahr steht mein Novemberurlaub aber leider unter einem nicht so guten Stern. Wenige Tage zuvor hat unser Arbeitgeber ein „Schutzschirmverfahren“ eingeleitet. Das heißt mal wieder eine Insolvenz. Das betrifft mich jetzt das dritte mal innerhalb 12 Jahre.

Zudem bin ich momentan nicht ganz gesund:

Montag erster Urlaubstag

Am Montag musste ich nochmal „freiwillig“ ins Geschäft weil ich ein paar Sonderbestellungen auf den Weg bringen musste. Durch das Schutzschirmverfahren müssen Bestellungen bei den Lieferanten erst durch den Insolvenzverwalter genehmigt werden. Da ich letzte Woche gleich mehrere Gardinen-Nähaufträge gemacht habe musste jemand das Genehmigungsverfahren für diese Vorgänge auf den Weg bringen. Meine neue Kollegin die erst sein wenigen Wochen da ist kann das nicht tun. Denn das ist selbst für uns „alte Hasen“ etwas kompliziertes. Meine Ehemalige Kollegin ist seit 1.11. offiziell weg. Und dann das deshalb auch nicht mehr erledigen. Meine Führungskraft ist neu in der Position und kennt sich da gar nicht aus….

Hätte ich stur darauf bestanden das ich Urlaub habe, dann wären die Vorgänge bis nächste Woche liegen geblieben und die Bestellungen der Kunden würden dadurch noch viel später bearbeitet werden. Es handelt sich um Massanfertigungen, die sowieso ein paar Wochen brauchen! Deshalb wollte ich eine zusätzliche Verzögerung verhindern.

Also war ich Montag morgen erst mal paar Stunden am Arbeitsplatz. Dabei ging es mir überhaupt nicht gut. Ich hatte massive Schmerzen in den Beinen und hangelte mich von Sitzgelegenheit zu Sitzgelegenheit. Das ist sonst absolut nicht meine Art.

Meine Hoffnung das die Schmerzen durch Ablenkung und Bewegung besser würden hat sich nicht erfüllt. Als ich in der Firma fertig war stand ich vor der Entscheidung, humpel ich jetzt nach hause und hoffe das es von alleine besser wird oder humpel ich die etwa gleiche Entfernung ins Krankenhaus. Ich entschied mich für letzteres, denn ich hatte Angst das es eine Trombose oder ähnliches sein könnte.

Unter „Ein Urlaubstag im Krankenhaus“ hab ich darüber schon mal erzählt.

Dienstag

am Dienstag war es leicht besser, auf jeden Fall war die Angst weg das es was lebensbedrohliches sein könnte. Da der Arzt im Krankenhaus riet die Beine „moderat zu bewegen“ traf ich mich mit zwei Freundinnen zum spazieren gehen.

Zu Anfang musste ich mich bei beiden einhaken, weil ich das Gefühl hatte ich könne nicht alleine gehen… doch nach und nach wurden die Schmerzen, die inzwischen beide Beine betrafen besser. Je länger ich ging umso besser wurde es. Schließlich sind wir 4.5 km gegangen. Zwar viel langsamer als ich das sonst gewohnt bin, aber ich war froh das es überhaupt ging.

Mittwoch

Die Nacht war fuchtbar, die Beine tun beide bei jeder Bewegung weh. Also auch beim Umdrehen im Schlaf… Am Morgen kam ich kaum hoch. Das erste was ich tat war Schmerzmittel nehmen. Ich rief bei meinem Hausarzt an und bekam auch wirklich einen Termin in der Sprechstunde aber mit der Aussage „bringen Sie viel Zeit mit!!“

An der Arzpraxis hängt ein Schild das Patienten mit Corona oder Corona-Verdacht die Räume nicht betreten dürfen sondern dreimal klingeln sollen… Während ich in dem Vollen Wartezimmer wartete klingelte es mehrfach dreimal… die Sprechstundenhilfen rannten ständig hinaus und brachten die Leuten vor der Türe ihre Krankmeldungen oder Rezepte usw. Es ging zu wie in einem Taubenschlag!

Als ich endlich ins Untersuchungszimmer gerufen wurde habe ich mir schon gleich die Hose ausgezogen, damit es dann schneller geht wenn die Ärztin da ist. Das fand diese aber etwas befremdlich. Irgendwie wollte sie meine Beine kaum ansehen geschweige denn anfassen. „Sie waren doch schon im Krankenhaus, Thrombose ist ausgeschlossen“ auch eine weitere Blutabnahme lehnte sie ab. Das sei doch sicher nur eine Muskelzerrung, sowas sei halt schmerzhaft und langwierig. Mein Argument das das andere Bein auch weh tut schob sie auf Humpeln und Schonhaltung.

Schmerzmittel soll ich weg lassen und stattdessen Voltaren Salbe schmieren… In der Apotheke war ich dann etwas überrascht über den Preis dieser Salbe. Aber ich muss zugeben sie bringt ein wenig Linderung… aber nur so die erste Stunde oder so.

Donnerstag

Am Donnerstag war ich bei einer Freundin aus der Gemeinde zum Mittagessen eingeladen, das war sehr schön mal wieder liebevoll bekocht zu werden.

Eine Freundin von mir ist Heilpraktikerin und hat sich meine Beschwerden aufmerksam angehört. Wir haben nur telefoniert, aber sie kennt meine Krankengeschichte und meine Beine. Sie meinte „Du hattest doch erst vor 4 Wochen Corona“…

Sie vermutete das meine aktuellen Beschwerden mit der Durchblutung der Beine zu tun haben. Das würde erklären warum es Nachts und bei Ruhe schlimmer wird und von Bewegung besser. Deshalb riet sie mir die Stützstrümpfe dich ich noch von der Krampfadern Op letztes Jahr im Schrank liegen habe zu tragen. Das tat ich nur sehr wiederwillig… doch nach nur paar Schritten gehen, auf dem Weg zum Mittagessen merkte ich das mir die Kompressionsstrümpfe extrem gut tun!

Ich rief die Heilpraktiker-Freundin an und berichtete ihr „Hey Du hast recht, das hilft“ ! Daraufhin empfahl sie mir ein Medikament und „viel trinken“ sowie „viel Bewegen“.

Also meldete ich mich bei der Bekannten mit der ich am Dienstag unterwegs war (ich wusste sie hat Zeit) und fragte sie ob wir eine Runde machen. Sie willigte ein und drängte diesmal auf eine etwas anstrengendere Route. Nicht mehr nur flach im Park sondern bergauf und bergab im Wald. Es war sooooooo schön!

Blick vom Maienbühl Richtung Basel bei herrlichem Wetter.

Ich bin so dankbar um die nette Begleitung. Sie zeigte mir eine Route die ich noch nicht kannte und reagierte geduldig wenn ich mal wieder bergauf sehr langsam wurde. Auf einem steilen Streckenabschnitt mit Stufen taten mir beide Knie sehr weh. Ich musste mich stellenweise festhalten. Und sie meinte ganz locker „komm wir singen was, das lenkt ab“.

So super ich fühle mich von den Ärzten im Stich gelassen, aber meine Freunde und „Glaubensgeschwister“ kümmern sich um mich und meine Beschwerden und das hilft mir wirklich. Die Freundin am Telefon gab mir das richtige Medikament und die Freundin mit den Spaziergängen gab mir die richtige Bewegungstherapie! Danke Jesus das Du mir solche Freunde an die Seite gestellt hast.

Freitag 11.11. mein Geburtstag

Leider hat es mit der Verabredung zum Frühstück nicht geklappt, aber ich war da dann gar nicht böse drum, so hatte ich Zeit endlich mal was für den Blog zu tun. Denn dazu war ich trotz Urlaub gar nicht gekommen.

Natürlich klingelte ständig mein Telefon. Es ist echt schön wie viele Leute an mich gedacht haben. Aber eine Anruferin war der Knüller „ich stehe gegenüber an der Bushaltestelle, bist Du zuhause? darf ich kommen?“. Ich bat sie herein obwohl ich noch im Pyjama war und meine Wohnung etwas im Chaos versank. Die ganze Woche war ich noch nicht dazu gekommen aufzuräumen und zu putzen. Auch an diesem Vormittag fiel mir jeder Schritt schwer. Doch dieser spontane Besuch motivierte mich aufzuräumen.

Für den Nachmittag war geplant das meine Schwester mit meiner Mutter zu mir kommen und wir dann gemeinsam in ein Wochenende in Herrischried starten. Bei meiner Schwester kam es jedoch zu einigen Verzögerungen und wie so oft Freitags dauerte die Anreise von Stuttgart nach Lörrach viel länger als erwartet. Die beiden kamen erst nach 17 Uhr an und ich stieg nur dazu.

Durch die Verzögerung hatte ich Zeit und Muße zuhause zu putzen usw. das war ganz okay denn auch das geht momentan viel langsamer als ich es gewohnt bin.

In Herrischried angekommen haben wir die Ferienwohnung bezogen und wollten in eine Pizzaria essen gehen. Als wir dort ankamen plötzlich lautes Schlagzeug! Eine Guggemusik (Karnevals-Musikgruppe) kam auf uns zu und… wollte genau in das gleiche Restaurant. Ganz schnell machten wir uns auf um unseren reservierten Platz einzunehmen. Und auch mit der Bestellung beeilten wir uns etwas denn wir hatten die Befürchtung das wenn die ganze Kapelle (40-50Personen) Essen bestellt, wir dann ewig warten müssen.

Die Guggemusik kam herein und begann zu spielen. Ich und die anderen Gäste fanden das toll. Am 11.11. muss man mit sowas rechnen. Aber meine Mutter, die mit ihren Hörgeräten nicht so ganz klar kommt war schockiert über den Geräuschpegel. Sie riss sich panikartig das Gerät aus dem Ohr so das ein Bauteil im Gehörgang hängen blieb. Meine Schwester und die Bedienung versuchten mit eine Pinziette das Teil heraus zu holen aber es gelang uns nicht.

Samstag

Meine Schwester ist mit meiner Mutter in die Notfallpraxis nach Bad Säckingen gefahren in der Hoffnung das die dort helfen können und das Teil aus dem Gehörgang holen können… ich bin in der tollen Ferienwohnung geblieben und nutze die Zeit diesen Text zu schreiben.

Danach werde ich zu einem Spaziergang alleine starten. Und vielleicht dann vielleicht davon hier berichten. Das Beitragsbild zeigt den Rest meines Geburtstagskuchen, den wir zu Frühstück gegessen haben.

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog

Ein Gedanke zu „Samstagsplausch am 12. November 2022

  1. Buchbahnhof

    Das war aber eine sehr anstrengende Urlaubswoche, wenn ich mir das so durchlese. Ich wünsche dir erstmal gute Besserung für deine Beine und hoffe, dass deiner Mutter geholfen werden konnte!
    Aber, wie schön, wenn man solche Freunde an seiner Seite hat, die da sind und einen unterstützen, auch wenn es mal nicht so gut geht. Da kannst du dich wirklich glücklich schätzen. Das ist ein großes Geschenk, finde ich.
    Hab eine schöne Wocxhe
    LG
    Yvonne

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