Samstagsplausch am 3.12.2022

Diese Woche wird mein Samstagsplausch wieder etwas kürzer, denn es gibt gar nicht so viel zu berichten von meiner Woche.

Der Grund ist mir gehts nicht gut und ich bin krank geschrieben. In den letzten Wochen habe ich immer wieder berichtet das ich Schmerzen in den Beinen hatte. Diese haben sich nun auch auf die Arme ausgeweitet. Seit Tagen tut mir ständig irgendwas weh, entweder das Knie oder die Finger. Mal wie ein Wadenkrampf, mal wie Muskelkater in den Oberschenkeln und dann wieder wie wenn mir einer mit der Faust auf den Handrücken haut. Wandernde wechselnde Schmerzempfindungen, die mich was kirre machen.

Hilfe annehmen

Andrea von Karminrot hatte es in ihrem Samstagsplausch 43-22 auch mal thematisiert, wie schwer es sein kann Hilfe von anderen anzunehmen.

Gestern Vormittag war es bei mir so weit das ich heulend auf der Couch saß und nicht mehr weiter wusste. Ich hatte für den Nachmittag einen Termin mit einer Freundin die mir bei der Steuererklärung helfen wollte, und ich wollte dafür wenigstens meine Unterlagen vor holen. Aber schon das alleine stellte sich als unlösbare Aufgabe dar:

Vor dem Schrank in dem ich die Unterlagen vermutete (ja ich gebe zu ich hatte keinen Überblick mehr) Standen Tüten und Taschen mit den Basar-Waren und oben drauf allerhand Klamotten von mir. Um an den Schrank zu kommen musste das Zeug weg! Aber jeder einzelne Griff nach nur einem Kleidungsstück schmerzte! Entweder in den Beinen beim Bücken, in den Fingern beim Zugreifen oder einfach nur die Tatsache den Arm anzuheben!

Eigentlich wäre es ein Arbeitsaufwand von 15 Minuten gewesen die Sachen da weg zu packen! Aber wenn jede Bewegung weh tut wird daraus plötzlich eine Mamutaufgabe!

Heulend zusammengebrochen…

Ich konnte nur noch heulen, ich dachte ich sage jetzt alles ab. Die Steuererklärung, den Weihnachtsbasar… alles… die körperlichen Beschwerden haben dazu geführt das ich mental total am aufgeben war. Obwohl ein einzelner Schmerz ja gar nicht so schlimm ist… aber in der Summe!

Heulend rief ich eine Freundin an die als Heilpraktikerin ausgebildet ist. Diese Beruhigte mich erst mal und ermutigte mich Schmerzmittel zu nehmen und trotz weh mich zu bewegen. Und sie sagte „Hol Dir Hilfe“.

Was ich soll mir Hilfe holen beim Durcheinander vor meinem Schrank im Schlafzimmer aufräumen? Nein das wollte ich nicht. Das ist doch zu privat. Sie meinte bei „Dem Basar-Zeug“… also schrieb ich eine E-mail an das Team, also alle die mit dem Adventbasar in unserer Gemeinde zu tun haben und bat um Hilfe. Ich habe mich dazu durchgerungen eine E-Mail mit dem Betreff „Ich brauche Hilfe“ zu schreiben. Heulend tippte ich die Worte in mein Handy… der eingeschaltete Laptop stand daneben… aber an der Tastatur zu schreiben tat noch mehr in den Fingern und Handgelenken weh als auf dem Handydisplay.

Erst später hab ich gesehen das ich diese Mail versehentlich auch dem Missionar, der auf den Philippinen ist gesendet habe… der kann doch gar nichts an der Situation ändern. Schon kurz darauf meldete sich eine Person von unserem Team und bot mir Hilfe für heute Vormittag an. Dafür war ich sehr dankbar, denn hätte sie gesagt sie kommt sofort, wäre ich auch überfordert gewesen.

Mir war in dem Moment einfach alles zuviel! Es herrschte Durcheinander und Chaos überall, ich wusste weder wo meine Steuerunterlagen sind, noch wo die Basar-Waren sind, und ich wusste nicht wie ich das alles bis Sonntag auf die Reihe bekommen sollte.

Mein nächster Versuch war die Freundin die zum Steuermachen kommen wollte zu verschieben. Sie sagte „okay wir machen das Dienstag, aber ich komm heute trotzdem um Dir zu helfen“. Dieses Angebot mich, aber beschämte mich gleichzeitig. Ich wollte nicht das sie mich so im Chaos auffindet und als die Schmerztabletten (ja mehrere!!!) endlich wirkten begann ich den größten Saustall in meiner Wohnung zu beseitigen.

Ich schaffte es eine Maschine Wäsche zu sortieren und starten und sogar aufzuhängen… (warum gehen die Wäscheklammern so schwer auf? Das ist mir noch nie aufgefallen)…

Staubsaugen

Beim Versuch zu saugen stellte ich fest das der Staubsauger verstopft war. Zum Glück fiel mir wieder ein wo meine Schraubenzieher sind und wie ich den Staubsauger zu öffnen hatte. Aber Auaaaaa… Schraubenzieher drehen… bücken… mit den Fingern den Fremdkörper raus holen. (es war natürlich ein Stofffetzen der zu groß war) also wieder zu machen, zuschrauben… Für diesen Vorgang brauchte ich bestimmt ne halbe Stunde!Dann war auch noch der Beutel voll, aber das war die leichtere Übung.

All das hat natürlich dazu geführt das ich nicht fertig war als die Freundin kam. Aber das war mir egal, ich lies das Gerät einfach liegen. Die Freundin fragte mich eindringlich „ist saugen gerade wirklich wichtig?“…. äääh recht hat sie, eigentlich ist der Zustand meiner Fußböden ziemlich egal wenn ich mich kaum bewegen kann.

Aber ich erklärte ihr das ich in der Euphorie das es jetzt gerade nicht so weh tut beschlossen hatte so viel wie möglich zu erledigen. Wer weis wann ich das wieder machen kann. „Hat der Arzt nicht gesagt Du sollst Dich ausruhen?“ äh ja… aber wie soll ich das schaffen wenn ich das Gefühl habe im Chaos unter zu gehen.

Papiere sortieren

Gemeinsam beschlossen wir meine Papiere zu sortieren um darin die erforderlichen Unterlagen zu finden. Boah für mich eine totale Horroraufgabe und für sie „komm wir machen das schnell“. Unter anderem sortierten wir meine Gehaltsnachweise der letzten 34 Jahre !!! Ein Papierberg den wir ganz schnell dezimierten, weil ich auf ihr anraten hin entschied alles was älter als 2014 ist zu entsorgen. Und ich war sooo glücklich das sie den Durchblick mit diesen Sachen hat und mir genau sagen konnte was ich noch brauche und was nicht.

Sie sortiert solche Dinge in sekundenschnelle nach Datum. Ich musste nur noch nach ihren Anweisungen im Ordner ablegen. Und mit jedem Blatt fiel mir ein Stein vom Herzen! Ich sah endlich „Land“ und das es weiter geht und besser wird. Ich war sooooo dankbar für ihre Hilfe! Mein Papierberg ist größtenteils sortiert und alle erforderlichen Dinge für die Steuererklärung haben wir gefunden.

Basar Vorbereitungen

Auch so ein Ding das sich in meiner Vorstellung zu einem riesigen unbezwingbaren Berg aufgeplustert hat. Gleich kommt die Bekannte aus dem Orga-Team und hilft mir. Sie hat mir ein festes Zeitfenster genannt in dem sie helfen kann und ich nehme das als Vorlage für mich. Wir zwei werden in der Zeit gemeinsam die vorhandenen Dinge sichten, sortieren und verpacken. Und danach bin ich dann fertig! Ich muss mich frei machen von diesem Denken das ich immer viel zu wenig gemacht habe. Das ist Quatsch. Unten in dem Aktenschrank hab ich nochmals zwei Kisten mit selbst gemachten Artikeln für den Basar gefunden… ich weis gar nicht mehr genau was ich da drin habe. Also ich hab viel viel mehr Sachen vorbereitet als mir bewusst war. Also reicht es bestimmt.

Außerdem, die Tatsache das diese Person nachher kommt hat mich gestern Abend beflügelt meine Küche zu putzen… also auch diesbezüglich hat sie mir jetzt schon geholfen.

es geht ein wenig besser

Heute Nacht konnte ich endlich normal durchschlafen. Ohne von Schmerzen in den Beinen aufzuwachen. Und heute morgen geht es mir erheblich besser als gestern. Vielleicht auch weil ich weis das mir heute gleich zwei Leute helfen. Am Nachmittag kommt meine Schwester, was ich ihr sehr hoch anrechne, denn sie reist von Stuttgart an!

Huch jetzt ist der Text doch länger geworden als erwartet… vielen Dank fürs Lesen und für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog

6 Gedanken zu „Samstagsplausch am 3.12.2022

  1. Pingback: Wo tut`s denn weh? | Unterwegs ist das Ziel

  2. lutrabee

    Readerproblem gelöst, irgendwie war wohl das Häkchen vom Abo meinen schnellen Fingern und dem langsamen Bildschirm zum Opfer gefallen. Abo wieder aktiv und siehe da …

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  3. lutrabee

    Irgendwie habe ich deinen Samstagblog vermisst, denn irgendwie hat mein Reader ihn nicht angezeigt, tut er auch jetzt noch nicht, das ist aber auch nicht das erste Mal. Deshalb bin ich direkt auf deinen Blog und siehe da, da ist ja doch was.

    Keinen Stress – steht wahrscheinlich ganz groß auf deinem Wunschzettel, aber selbst der Weihnachtsmann könnte damit überfordert sein.

    Du bleibst ja doch in Bewegung, vielleicht nicht ganz die Geschwindigkeit, die du gewohnt bist, aber immerhin. Halte auch mal nach einer erledigten Arbeit inne, und stürze dich vielleicht nicht gleich in das nächste unerledigte Kapitel, so wird dir vielleicht auch bewusster, was du schon alles geschafft hast. Nicht verzagen, das größte Geduldspiel ist das Leben.

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  4. nina. aka wippsteerts

    Ich wünsch Dir ganz viel gute Besserung!
    Das ist einfach das allerwichtigste. Toll, dass Du viel Hilfe bekommen hast. Und von wegen schlechtem Gewissen, so was ruht doch iR auf Gegenseitigkeit.
    Liebe Grüße
    Nina

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  5. Burgi

    Hallo meine Liebe,
    gut hört sich ja ganz anders an und so viele verschiedene Schmerzen an den verschiedensten Stellen können auf ein Weichteilrheuma (Fibromyalgie) hinweisen. Hast Du dass mal abklären lassen?
    Liebe Grüße
    Burgi

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