Samstagsplausch am 17. Dezember 2022

Heute möchte ich wieder im Samstagsplausch mit Euch ein wenig aus meinem Leben plaudern. Mit diesem Text nehme ich wieder bei der gleichnamigen Linkparty bei Karminrot teil.

Diese Samstag ist nicht wie alle anderen. Er ist was besonderes. Heute ist der vierte Adventssamstag. Früher, zu Zeiten vor der Pandemie war dies der absolute „Grosskampftag“ im Einzelhandel.

Advent im Warenhaus

An den vier Samstagen vor Weihnachten haben wir mehr verkauft als sonst vielleicht im Monat, je nach Warengruppe kann man das wirklich so beschreiben. Früher war ich in der Multimedia und CD Abteilung tätig. Da haben wir an diesen Tagen weit mehr umgesetzt als unter dem Jahr. Deshalb war für mich persönlich die Adventszeit immer gleichbedeutend mit viele Kunden und viel Arbeit. Mit Aussagen wie „besinnliche Adventszeit“ konnte ich seit ich in diesem Beruf tätig bin nichts mehr anfangen.

Seit 2010 bin ich in einem ruhigeren Abteilungsbereich tätig doch auch hier gibt es „Saisonale Schwankungen“… Neben der Stoffabteilung gehört auch die Kurzwarenabteilung zu meinem Zuständigkeitsbereich. Mit Kurzwaren wird all der Kleinkram benannt, den man zum Nähen oder Handarbeiten braucht. Wolle, Stricknadeln und all das kleine Nähzeug. Diese Artikel sind meist nicht so hochpreisig. Unser Hauptgeschäft machen wir da mit Fadenrollen und co für ein paar wenige Euros. Aber es gibt auch ein paar richtig teure Artikel. Ein ganz spezieller Fall sind da Nähkästchen aus Holz. Früher haben wir diese nur von September bis Dezember geführt, weil sie auch nur dann als Weihnachtsgeschenke gefragt waren. Nur als Weihnachtsgeschenk war etwas hochwertiges interessant

Doch seit Corona führen wir sie ganzjährig. Vor 2020 war das undenkbar, aber jetzt ist das normal das ich diesen Artikel auch mal im August bei 36 Grad verkaufe. Das Kaufverhalten der Menschen hat sich durch die Auswirkungen der Pandemie verändert.

Was gleich geblieben ist das wir im Winter weit mehr Wolle verkaufen als im Sommer. Das ist normal, weil die Menschen einfach mehr Zeit haben um Handarbeiten zu machen. An langen dunklen Winterabenden hat man für diese Dinge einfach mehr Zeit.

Wird es normaler?

Die letzten beiden „Weihnachtsgeschäfte“ also der Advent 2020 und 2021 kann man nicht als solches bezeichnen. Ab 17. Dezember 2020 hatten wir geschlossen!!! Berufsverbot wegen Pandemie! Das Jahr darauf hatten wir im Dezember noch „G2“ also die Kunden mussten geimpft oder getestet sein. Es kam nur in den Laden wer unbedingt musste… Das kann man in keinster Weise mit dem Vergleichen war früher mal normal war.

Wie früher wird es wohl nie wieder, es gibt ein „neues Normal“ dazu gehört es wohl auch nicht mehr im Advent in den Innenstädten einkaufen zu gehen.

Wie ist der Advent dieses Jahr für mich?

Alles andere als gemütlich und beschaulich… für mich irgendwie nur ein paar anstrengende Woche die ich irgendwie „überleben“ muss…

Schon im November hatte ich gesundheitliche Probleme und auch sonst schien mir alles mögliche das mit belastet und stresst über den Kopf zu wachsen. Steuererklärung, Geldsorgen, Nebenkostenabrechnung usw waren da nur ein paar Punkte die mich belasteten. Aber das meiste ist nun erledigt und es schwebt nur noch das „Schutzschirmverfahren“ als dunkle Wolke über mir. Es fühlt sich einfach Scheiße an wenn der Arbeitgeber mal wieder in einer Insolvenz ist. Ich mach das jetzt das dritte mal mit und es k… mich an.

Gesundheitlich?

Es geht mir besser !!! Meine Symptome, diese eigenartigen wandernden Schmerzen in Armen und Beinen sind fast vollständig verschwunden. Einzig noch das linke Knie ist zeitweise etwas „steif“. Aber ich kann normal laufen und es stört nur noch beim in die Hocke gehen, hin setzten und ähnlichem. An den Händen sind die Missempfindungen fast ganz weg. Manchmal zickt der eine Mittelfinger. Aber es behindert nicht mehr meine normalen Bewegungen. Schultern und Hüften sind wieder normal!

Was noch immer etwas da ist, ist ich habe fast permanent kalte Hände und ich bin noch etwas „ungeduldiger“ als normal. Ich hab immer wieder das Gefühl irgendwas geht nicht schnell oder gut genug. Aber da muss ich mich bremsen.

Auch habe ich den Eindruck es stört mich ungewöhnlich viel wenn ich jemandem etwas sage und ich hab das Gefühl es kommt nicht an. Situationen wie „bitte bezahlen Sie einen Stock tiefer in der 4. Etage“ und Kunde antwortet „Ja muss ich da runter?“ Hallo??? Hört mich jemand? Ich sagte gerade „tiefer“ und „4. Etage“… Manchmal möchte ich dann die Person anschreien „Auf dem Dach kannst Du nicht bezahlen!“ .

Wenn es mir gut geht, sind mir solche Situationen egal… Ich kenne es ja seit 34 Jahren. Aber momentan merk ich in solchen Momenten das ich noch nicht wieder ganz „ausgeglichen“ bin und mich sowas mehr aufregt als es sollte. Ich bin irgendwie allergisch gegen Doofheit…

Auf zur Arbeit:

Ich muss nun schon zum Ende kommen denn ich muss mich zur Arbeit fertig machen. Heute habe ich „Frühschicht“ von 9-18 Uhr… denn an den Adventssamstagen haben wir länger geöffnet. Die Kollegen von der Spätschicht sind heute bis 20 Uhr für die Kunden da.

Gestern Abend kurz vor Ladenschluss hatte ich eine Kundin angesprochen die sich konzentriert die Lichterketten angeschaut hat „Kann ich ihnen noch was helfen? Wir schließen in 4 Minuten“ und sie „Nein unten an der Türe stand 20 Uhr“! (will sie mich belehren wie lange ich da sein muss? Denkt sie, sie weis mehr als die Leute die hier arbeiten?) „Ja da steht aber auch am Samstag schließen wir um 20 Uhr, heute ist Freitag“ …

… lieber Gott bitte schenk mir Geduld für den heutigen Tag! Ich möchte in solchen Momenten nicht aussprechen was ich in dem Moment von demjenigen halte…

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel. blog

2 Gedanken zu „Samstagsplausch am 17. Dezember 2022

  1. Hannelore

    Hallo,
    der Online Handel ist eben bequemer für viele, da wird bestellt und vielen ist es egal ob sie dann zu Hause sind oder nicht den die kommen ja wieder und es kostet nichts.
    Ich persönlich wäre voriges Jahr gerne noch vor Weihnachten im Einzelhandel einkaufen gegangen, aber ich durfte nicht denn ich war zwar putzmunter und Gesund aber böse da Ungeimpft.
    Alle haben mitgemacht bei diesem 2 G und ausgerechnet die schon Geimpften hatten auch immer noch Angst.
    Gruß
    Hannelore

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  2. Regula Babajeza

    Man weiss halt nie, womit sich Menschen, die man trifft, gerade herumschlagen. Da ist es eventuell einfach total unbedeutend, in welchem Stockwerk man sich aufhält. Überhaupt ins Geschäft zu gehen, war schon anstrengend genug. Und im schwierigen Alltag, was wissen wir denn, können auch mal die Tage durcheinander geraten. Geduld, Geduld, das ist mein tägliches Gebet. Liebe Grüsse zu dir. Regula

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