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Allgemein Ausflugsziele

Illegaler Grenzübertritt?

Am Sonntag Nachmittag war ich spazieren, ursprünglich wollte ich eine Freundin in Lörrach Stettten besuchen, doch diese hatte keine Zeit und so bin ich einfach weiter gelaufen. An der „Wiese“ (so heißt der Fluss) musste ich mich entscheiden, gehe ich Flussaufwärts oder Flussabwärts…

Folgt man dem Weg in Fließrichtung des Wassers, dann kommt man nach wenigen Metern in die Schweiz. In der Zeitung war berichtet worden das dieser Grenzübergang sowie andere „Grüne Grenzen“ wegen Corona geschlossen wurden. Doch in den letzten Tagen wurde mir von Leuten erzählt das zumindest dieser beliebte Radweg wieder geöffnet sei. Alleine diese unterschiedlichen Informationen machten mich neugierig.

Da mir auf den ersten 50 Metern schon mehre Radfahrer entgegen kamen war mir klar der Weg ist offen. Als ich dann zu der Stelle kam, wo mal die Absperrung gewesen ist, erinnerte rein gar nichts mehr daran!

In dem Artikel des Südkurier vom 11. Mai findet man Fotos wie es hier überall aussah.

Doch heute am Sonntag den 7.6. nachmittags war davon absolut nichts mehr zu sehen.

Übrigens über diesen Weg hab ich schon mal berichtet „Radtour am Wiesenufer“. Oder auch bei „Tierpark Lange Erlen„…

wie gewohnt merkt man erst an der Beschilderung das man in der Schweiz ist

Wie gewohnt, so wie es vorher war merkt man eigentlich erst an der nächsten Weggabelung an der anderen Beschilderung das man sich nun auf schweizerischen Gebiet befindet. In der Schweiz sind die Verkehrsschilder kleiner. Dieses Bild ist übrigens keine 1,5 km von meiner Haustüre entfernt aufgenommen.

Nicht ganz sicher ob ich das auch wirklich darf bin ich den belebte Fahrradweg entlang der Wiese weiter gegangen bis zu ersten Brücke. Diese befindet sich neben dem Naturschwimmbad Riehen . Vor dem so viele Fahrräder standen das ich mich gefragt habe ob das eventuell schon geöffnet ist.

Ganz kurz habe ich mit dem Gedanken gespielt bis nach Weil am Rhein zu laufen, aber dann habe ich mich doch anders entschieden und wollte einfach mal ausprobieren ob man nicht eventuell am anderen Ufer der Wiese wieder zurück nach Lörrach gehen kann. Denn Auf diesem Fluss Abschnitt habe ich eigentlich noch nie Leute am anderen Ufer gesehen.

Dort steht ein Wegweiser zu einem Weingut, von dem ich dachte das es eigentlich zu Deutschland gehört… Nur eine kurve entfernt ist der Grenzübergang nach weil am Rhein. Eigentlich ist mir gar nicht klar, welche Gebäude die ich hier am Weinberg sehen kann nun zu Deutschland und welche Zur Schweiz gehören. Also bin ich einfach mal neugierig die Straße entlang.

Ich hatte erwartet das der Weg bei dem Weingut endet, doch der Weg ging weiter…

nur wenige Meter von der „Zollfreien Strasse“

Nur wenige Meter weiter ein richtiger Waldweg, noch kann man den Verkehrslärm der „Zollfreien Strasse“, die sich in einer Kurve über die Wiese windet um im Tunnel zu verschwinden. Paar Schritte weiter hört man nichts mehr davon, nur noch das rauschen der Wiese.

Knorrige Bäume und ein Nebenarm/ Kanal der Wiese

Fast wie ein Märchenwald, keine Passanten, und Walderdbeeren direkt am Wegrand.

hier ist die Grenze

Hier mitten in diesem kaum besuchten Waldstück befindet sich ein Grenzstein und ein Hinweisschild. Beides habe ich auf der anderen Seite an dem beliebten Radweg vergeblich gesucht.

Nun habe ich die Grenze zur BRD wieder übertreten und war somit wieder zurück in der EU. Für uns Lörracher absolut nichts ungewöhnliches, doch während der Corona-Zeit eigentlich verboten.

Innerhalb von wenigen Tagen hat sich die Situation komplett verändert, Bis Mitte März war es normal die „Grüne Grenze“ zu passieren. Dann war es Monatelang absolut verboten. Selbst für Anwohner und Pendler nach Weil am Rhein war ein Grenzübertritt absolut untersagt und die Zeitung berichtete das der Winzer des Weingutes an dem ich eben vorbei spaziert bin, Strafe zahlen musste weil er mit seinem Traktor von seinem eigenen Grundstück zu seinem eigenen Feld auf deutschem Grund ein kleines Stück schweizerische Straße gefahren ist.

Gerüchte besagen auch, das an dem Fahrradweg zeitweise schweizerische Soldaten eingeteilt waren um Grenzübertritte zu verhindern.

Ab kommenden Montag soll die Reisefreiheit zwischen Deutschland und Schweiz wieder hergestellt werden… Dann ist also so ein Spaziergang wie ich ihn unternommen habe wieder erlaubt…

Habe ich etwas verbotenes gemacht?

Noch immer bin ich mir nicht ganz sicher ob das überhaupt erlaubt war was ich gemacht hab. Ich bin letztlich wirklich am anderen Wiesenufer wieder zurück nach Lörrach gelaufen. Und bin auf der Strecke niemandem begegnet. Also diesmal bin ich mir ganz sicher das ich bei meinem Auslandstrip keinen Coronavirus eingeschleppt habe, da ich mit keinem Menschen Kontakt hatte.

Grillplatz an der Wiese in Lörrach Stetten, mal von der anderen Seite

Fazit:

Ein schöner Spaziergang, den ich jedoch erst nach dem 15.6.2020 empfehlen würde.

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Allgemein Do-it-Yourself Häkeln Interior

Mandalas häkeln als Wandschmuck

Mandalas häkeln ist eine entspannendes kleines Projekt bei dem man sehr gut Reste von anderen Projekten verwerten kann. Ich mache sie immer wieder mal wenn ich Lust auf Farbe häkeln habe einfach nur zu Spaß und überlege mir erst wenn sie fertig sind was ich damit mache.

Schon seit längeren hängen zwei kleinere Häkelkreise neben meinem Wandtatoo, ich hatte sie einfach mal mit Stecknadeln dort hin gepinnt und festgestellt das es mir gefällt. Ein drittes und etwas größeres Mandala aus den gleichen Farben lag jetzt monatelang unvollendet herum. Ich konnte mich einfach nicht entscheiden wie ich weiter mache. Das Problem war auch das ich von dem passenden Garn nicht mehr genug hatte um noch sehr viele Runden anzuschließen. Ich suchte also nach einem hübschen Abschluss der nicht sehr viel Material benötigt.

Das Problem war auch die Größe, nur mit Stecknadeln konnte ich dieses Ausmaß nicht haltbar an der Raufasertapete fixieren. Das Deckchen war nun so groß das es zu instabil ist und würde zipfelig herunter hängen.

Jetzt beim Aufräumen bekam ich dieses UVO (Insiderausdruck für unvollendetes Handarbeitsprojekt) wieder in die Hand. Jetzt endlich hatte ich die richtige Idee:

Bei meiner letzten Bestellung bei Rayher.com warnen auch Metallringe dabei. Diese hatte ich eigentlich für diverse Makramee-Projekte gedacht. So kam mir die Idee das Häkelmandala in einen Ring zu spannen.

Ich hatte allerdings keine Ahnung wie man das genau macht und habe einfach mal herumprobiert. Die Idee das Häkelwerk direkt in den Ring anzuhäkeln erwies sich als unpraktisch… die einzelnen Maschen wären extrem groß geworden. Ich brauchte 2-3 Versuche bis ich eine Machart gefunden hatte die funktioniert.

Ich möchte Dich ermutigen, auch wenn Du eine Handarbeit ewig rumliegen hast und Du weißt nicht ob und wie Du sie fertigstellen kannst… lass Dir selber Zeit bis die richtige Idee kommt. Manchmal braucht es etwas Umwege bis man die richtige Lösung erkennen kann.

Nach etwas Fummelei hatte ich es dann raus!

Häkelmandala als Wanddeko

An das halbfertige Mandala habe ich noch 3 Reihen Luftmaschenbogen angefügt. Denn ich brauchte ja etwas größere Schlaufen um den Befestigungsfaden durch zu ziehen.

Bei einem früheren Versuch hatte ich nur jede zweite Schlaufe benutzt, das sah nicht gut aus. Doch jetzt gefällt es mir richtig gut.

Wenn Du so etwas machst, und es gelingt nicht so wie Du das wolltest. Probier es weiter, verändere Deine Idee und mit etwas Geduld wird es am Schluss dann richtig schön!

Häkelmandala in einen Ring gespannt

Den Spannfaden habe ich absichtlich noch nicht ganz kurz abgeschnitten, den ich befürchte das sich das Mandala noch etwas auseinander zieht und ich ihn dann nochmal öffnen und nach spannen muss.

so sieht die Wand mit den Mandalas jetzt aus

Da ich schon nach meinem letzten Blogpost soviel gefragt wurde hier nun die wichtigsten Quellen einiger abgebildeten Gegenstände:

Der Bilderrahmen ist schon älter, damals von Hornbach, ebenso der Passepartout. Die Fotografie ist von mir. Der weisse Schrank ist auch schon älter und habe ich vor über 15 Jahren gebraucht gekauft.

Das Wandtatoo ist von Christliche-Aufkleber.de

Der Metallring an dem das Mandala hängt sowie die Lampe sind von Rayher.com

Häkelanleitung Mandala

Da ich mit Häkelschriften nicht so richtig klar komme habe ich zumindest das eine Mandala nach dieser Videoanleitung gearbeitet. Ich finde Caroline erklärt das sehr gut.

Das letzte große Mandala habe ich nach Schnautze gemacht und leider versäumt mitzuschreiben.

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Allgemein Interior

Mein neuer Schreibtisch

(Werbung – da Verlinkungen enthalten) Mein Arzt meint das meine neuerliche Probleme mit Nacken und Schultermuskulatur nicht nur von zu wenig Bewegung in der Corona-Pause kommen, sondern auch von einer ungesunden Stellung bei der Laptop Benutzung. Und da hat er sicherlich nicht unrecht. Seit ich den Laptop habe, bin ich damit vielleicht ein oder zweimal ordentlich am Tisch gesessen. Die restliche Zeit hatte ich ihn auf der Couch auf meinen Knien.

Um diesem Couch-Lotterleben ein Ende zu bereiten musste ein Tisch in geeigneter Höhe her. Denn ich wollte nicht immer um etwas am Computer zu machen in der Küche am Esstisch sitzen.

Also musste wieder ein Schreibtisch her, diesen hatte ich damals das ich den Desktop-PC außer Betrieb genommen habe entsorgt. Er war auch schon sehr ramponiert, hatte über 20 Jahre auf dem Buckel und hatte schon zwei Umzüge mitgemacht.

Jetzt wollte ich gerne einen kleineren „leichteren“… nix mit vielen Schublade oder so. Und vor allem sollte er zu meiner Wohnzimmer Einrichtung passen.

Die Einrichtung in meinem Wohnzimmer ist ein Stilmix in Creme. Nicht in einem Mal geplant und gekauft sondern richtig schön mit der Zeit „gewachsen“. Das Herzstück bildet ein fast 200 Jahre alter Buffetschrank, den eine Freundin vor dem Sperrmüll gerettet und gestrichen hat. Die Farbe ist „durchgeschlagen“, also statt reinem Weiss ist der Schrank jetzt in diversen Cremetönen meliert. Der Schrank hat mittlerer Weile auch einige Stoßstellen und die Farbe war niemals ganz perfekt, aber dadurch ist er jetzt so richtig schön Shabby-Style.

Die Anderen Möbelstücke sind alle irgendwie Creme-Beige, aber jedes eigentlich eine andere Stilrichtung. Nun galt es einen Schreibtisch zu finden der dazu irgendwie passt.

Das ist mein neuer Schreibtisch, hier schreibe ich die meisten Texte für unterwegsistdasziel.blog

Schnäppchen bei EbayKleinanzeigen

Das ist er, mein neuer Traum-Schreibtisch. Der Zufall hat es mit mir sehr gut gemeint und so entdeckte ich eine Anzeige bei Ebay-Kleinanzeigen wo jemand diesen Schreibtisch schnell weg haben will.

Ich hatte kaum Zeit ihn genauer anzugucken, er ist hell, nicht zu groß und ausnahmsweise nicht so hässlich und so habe ich die Anbieterin angeschrieben. Ich wollte eigentlich erst einen Besichtigungstermin mit ihr ausmachen, doch sie schlug vor „wenn Sie sich in den nächsten Minuten entscheiden kann mein Mann den Tisch vor der Arbeit vorbei bringen“… Da ich kein eigenes Auto habe und immer erst einen Leihwagen organisieren muss, sagte ich zu!

mehr darüber bei „Ich habe gar kein Auto“

15 Minuten später stand der Mann mit dem Schreibtisch vor meiner Haustüre. Der Tisch machte einen sehr guten Eindruck also bekam der Mann das Geld und ein guter Freund half mir beim hoch tragen. Dieser Freund meinte dann in meinem Wohnzimmer „ich habe noch einen Bürostuhl in der Farbe Deiner Couch, willst Du den haben?“. Am selben Nachmittag brachte er mir diesen Stuhl. Geschenkt!

Der Stuhl ist auch so ein wenig „Vintage Style“ aber die Höhenverstellung funktioniert einwandfrei und ich sitze sehr gut darauf. So war mein kleines Home-Office innerhalb eines Tages eingerichtet ohne das ich viel Geld dafür ausgegeben habe.

mein Home-Office im Wohnzimmer

Zusammengewürfelt

Rechts neben dem Schreibtisch erkennt ihr ein Regalelement das ursprünglich mal zu einer ganzen Wohnwand im modernen Stil in birkefarben stammt. Die Wohnwand musste damals weichen als ich den Buffetschrank bekam. Den zeige ich Euch bald in einem separaten Post.

Das Regal-Element stand da in der Ecke nur noch so rum, weil ich zu faul war es zu entsorgen. Und jetzt?!

Jetzt ist es perfekt neben dem Schreibtisch, im unteren Bereich ist der Drucker/Scanner untergebracht und in den kleinen Fächern haben die Büro-Utensilien wie Druckerpapier usw perfekt Platz. In Reichweite vom Schreibtisch aus! Besser könnte man es nicht planen.

Meine Büro-Ecke ist zwar wild zusammengewürfelt aber für die neue Nutzung absolut ideal und sinnvoll.

Der Schreibtisch ist vom großen Schweden

Ich hätte vorher sicher nicht bei Ikea nach einem Schreibtisch gesucht, denn ich war bisher der Meinung der Möbel-Stil gefällt mir nicht. Okay ich wurde nun eines besseren belehrt.

Es handelt sich tatsächlich um diesen Tisch: Lillasen

Die Leuchte auf meinem Schreibtisch ist der Lampenfuß „Stockholm“ sowie der Lampenschirm „Rund“. Letzteren möchte ich die kommenden Tage noch „bearbeiten“…

Das Wandtatoo von Christliche-Aufkleber.de habe ich schon seit über 2 Jahren und es hält immer noch sehr gut auf der Raufasertapete.

Wie sieht Eure Einrichtung aus?

Wie sieht denn Eure Einrichtung aus? Ist alles gleich neu und aus einem Guss miteinander gekauft? Oder auch wie bei mir Schritt für Schritt zusammengewürfelt?

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Allgemein Bahnhof Verkehrsmittel

Öffentlicher Verkehr… von der Angst etwas falsches zu tun

Wer mich und diesen Blog kennt, der weiß das ich grundsätzlich gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin. Mir machen auch lange Fahrten im Zug oder Bus nichts aus. Vielleicht auch dadurch geprägt das ich in einem Haushalt ohne Auto aufgewachsen bin hatte ich eigentlich nie Probleme mit anderen Menschen im gleichen Fahrzeug zu reisen.

Doch seit diesem Frühjahr ist plötzlich alles nicht mehr so wie es mal war! Die sogenannten „Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19“, die unser aller Leben auf den Kopf gestellt haben sind auch bei mir und meinem Sicherheitsempfinden nicht ganz Spurlos vorbei gegangen.

Anfang März war ich dann schon so nervös, das ich meiner 80 Jährigen Mutter einen riesigen Hamster-Einkauf gebracht habe und ihr gesagt habe ich würde sie bis auf weiteres nicht mehr besuchen. Sie wohnt nur knapp 30 km von mir entfernt. Doch da ich keinen eigenen PKW besitze empfand ich eine Fahrt zu ihr als zu riskant.

Genau das wurde uns ja von allen Medien und von der Regierung eingebläut! „Reisen sie nicht“, „machen Sie keine Besuche!“, „meiden Sie den Kontakt mit älteren Menschen“…

Meine Mutter hat die Situation relativ gut verarbeitet, da sie schon immer sehr zurückgezogen lebt und nicht viele Kontakte hat. Und auch das ich oder meine Schwester sie mal 2 Monate nicht besuchen kommen, kam schon mal vor… war aber eigentlich nie so gewollt.

Diesmal habe ich ihr aber gesagt „ich komme die nächsten Monate nicht“ Weder mit dem Zug noch mit dem Leihwagen“… dieses „das ist zu gefährlich“ musste ich gar nicht dazu sagen. Sie sieht ja auch fern und hat all diese Aufrufe und Warnungen mitbekommen.

Aber was hat diese Situation mir mir gemacht?

Bisher war es nie meine Absicht mich wochenlang nicht um meine Mutter zu kümmern, meistens war das „keine Zeit haben“ mit meiner Arbeit oder irgendeiner Reise verbunden. Ich glaubte wirklich keine Zeit für meine alte Mutter zu haben.

Doch dann kamen die Kontaktverbote… Gymnastik und Chroproben wurden abgesagt, Konzerte und andere Veranstaltungen nach und nach auch alle. Eine Freundin in Hamburg die ich besuchen wollte sagte schon sehr früh „es ist besser wenn Du dann nicht kommt“ und ich dachte zuerst sie übertreibt etwas… doch kurz darauf wurden wir alle dazu aufgefordert überhaupt nicht mehr zu reisen. Plötzlich hatte ich immer mehr Zeit… genau das was ich für meine Mama in den letzten Monaten und Jahren zu wenig hatte… und jetzt war Zeit da aber ich durfte nicht zu ihr fahren.

Spätestens als die Anzeige der nahen S-Bahn plötzlich nur noch „Fahren Sie nur noch wenn es unbedingt sein muss“ anzeigte wurde mir vollends mulmig.

Ich hatte eigentlich nie richtig Angst das ich krank werden könnte, aber die Angst die Krankheit unwissentlich von einem zum andere zu tragen war sehr stark da.

Meine Mutter ist 80 Jahre alt, eigentlich noch ganz rüstig doch Bluthochdruck und Osteroposekrank und … da sie schon fast ewig raucht, Lungenkrank. Also genau das was man Risikopatient nennt!

Selbst wenn dieser Virus bei mir nur ne Grippe oder eventuell noch nicht mal das auslöst, für sie könnte die Krankheit tödlich enden.

Genährt wurde diese Angst durch die Nachricht das mein Onkel, ihr 15 Jahre jüngere Bruder nachgewiesen an Corona erkankt war! Die Ärzte hatten zwar erst alles mögliche Andere bei ihm vermutet, weil er keinen wissentlichen Kontakt mit einem Corona-Fall hatte.

Mein Onkel ist Dialysepatient, Zuckerkrank, hat mehrere Bypässe und ein fortgeschrittenes Lungenleiden. Die Diagnose Corona klang für mich wie ein Todesurteil ! Mehrere Tage hab ich oft und lang mit ihm telefoniert und mich schon fast von ihm verabschiedet. Zusammen hatten wir beschlossen seiner Schwester, meiner Mama, nichts davon zu sagen, weil wir vermuteten das diese schlimme Nachricht sie umbringen könnte.

Nun, mein Onkel musste zwar zeitweilig ins Krankenhaus, und es ging ihm auch sehr schlecht, doch er wurde überraschend bald als „geheilt“ entlassen.

Mittlerer Weile hat er seiner Schwester die ganze Krankengeschichte erzählt und sogar sie meinte dazu „also wenn Du das überlebt hast, dann ist es ja gar nicht so schlimm!“

Dazu muss ich erwähnen das meine Mutter in ihrem Leben schon sehr oft um das Leben ihres kleinen Bruders zittern musste. Er kam auf die Welt als Frühchen und war in der Kindheit immer sehr dünn und kränklich. Als junger Erwachsener hat er so ziemlich alles schlimme angestellt was man sich so vorstellen kann. Alkohol, Drogen, Autounfälle usw… Dann war er mal mit anfang 30 sehr schwer krank. Was genau weiß ich gar nicht, weil ich noch Kind war und mir meine Mutter nix sagen wollte.

Jedenfalls wurde sie ihn die Klinik gerufen um sich von ihm zu verabschieden. Die Ärzte meinten sie könnten nix mir für ihn tun. Er hat überlebt und sich wieder vollständig berappelt.

Dann bei einer Bruch-Operation erwachte er aus der Narkose und der Arzt schimpfte: „was fällt ihnen ein sich in diesem Zustand operieren zu lassen! Sie sind wieder aufgewacht, aber mit dem Zuckerwert sind andere tot“… offensichtlich glaubten die Ärzte, er würde die Narkose nicht überleben. Doch auch das überstand er! Ab da war er als „schwerst Zuckerkrank“ ein ständiger Problempatient.

Meine Mutter meinte schon vor 10-15 Jahren „naja der macht es nicht mehr lang“… doch wieder erwarten starben seine beiden Brüder, jedoch er nicht.

Aufgrund der „Eindämmungsmaßnahmen“ wurde mein Arbeitsplatz 5 Wochen lang geschlossen und ich hatte sowas wie Zwangsurlaub. Eigentlich endlich mal genug Zeit um mich um meine Mutter zu kümmern. Doch ich durfte ja nicht hin. Also telefonierten wir ganz viel, ich glaube sie war sogar glücklich darüber. Und wir schickten mehrfach kleine Päckchen hin und her.

Erst am Muttertag, da habe ich endlich gewagt zu ihr zu fahren. Ich hab lange überlegt was wohl das sicherste und beste ist und habe mich um so wenig Kontakt wie möglich mit anderen Menschen zu haben für die Fahrt mit einem Car-Sharing Auto von Stadtmobil entschieden.

Vor lauter Angst ich könnte den Virus von eine Nutzer vor mir zu meiner Mutter tragen, habe ich sämtliche Stellen im Auto die ich anfassen muss mit einem Desinfektionsmittel abgewischt… Lenkrad, Türen usw. völlig paranoid! Denn das Virus kann auf Oberflächen nicht lange überleben.

Bei meiner Mutter hatte ich es vermieden in ihre Wohnung zu kommen und wir haben uns an den Gartentisch gesetzt. Um ja nix von ihrem Haushalt zu „kontaminieren“ habe ich alles Geschirr und Kuchen mitgebracht und nur den Kaffee hat sie beigesteuert.

Bei diesem ersten Treffen vermieden wir jede Berührung. Keine Umarmung und nix. Aber wir konnten uns sehen und sie hat sich soooooooo darüber gefreut.

Heute war ich bei meiner Mutter

Heute war ich jetzt das zweite Mal bei meiner Mutter und ich bin mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihr gefahren.

Mit der S-Bahn von Lörrach nach Weil am Rhein und dann mit dem Nahverkehrszug bis Müllheim und dort nochmal ein Stück Bus.

Ich muss zugeben ich hatte große Bedenken. Ist das gefährlich wenn mir andere Personen zu nah kommen. Sind vielleicht zu viele Leute im Zug oder Bus… Alles völlig grundlos!

In der S-bahn waren nur ganz wenige Menschen unterwegs, alle mit Mundschutz, eine alte Dame sogar mit Handschuhe und man hat gesehen das sie möglichst nichts anfässt.

Im Zug der deutschen Bahn haben sich die reisenden Personen noch mehr verteilt. Ich saß in einem zweistöckigen Wagon oben, weil dort erfahrungsgemäß weniger los ist und in dem Bereich saß noch ein junger Mann 3 Reihen von mir entfernt. Während der Fahrt ist eine Person an mir vorbei gelaufen, das war es.

In Müllheim hat es mich vor dem Bus gegruselt, weil der erfahrungsgemäß sehr voll ist. Zu meiner Überraschung kam ein größerer Gelenkbus und es waren viel weniger Fahrgäste als sonst. Es war in etwa jede zweite Reihe besetzt, jeder trug Mundschutz und es wurde auf größtmöglichen Abstand zu anderen Personen geachtet.

Auch beim Ein- und Aussteigen ist mir aufgefallen das die Leute alle aufmerksamer und rücksichtsvoller sind und nach Möglichkeit Abstand halten. Also zumindest die Leute die heute unterwegs waren, waren echt besonnen.

Vor meiner Fahrt hatte ich echt Angst ich würde etwas falsches, etwas gefährliches tun. Doch ich kann mir nicht vorstellen das irgendeine Person der ich begegnet bin mich hätte mit irgendetwas anstecken können.

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Allgemein Do-it-Yourself

Meine Bestellung bei Rayher

Dieser Artikel beinhaltet unbeauftragte Werbung, ich schreibe ihn nur um meine Erfahrung mit der genannten Firma weiter zu geben. Daraus ensteht mir kein finanzieller Vorteil .Den Schriftzug der Marke Rayher kenne ich noch von früher. Als Teenie und Twen habe ich es geliebt in Bastel-Shops zu stöbern. In meinem Fundus befinden sich seit vielen Jahren Dosen mit Perlen dieser Marke. Früher dachte ich jedoch das sei eine englische oder amerikanische Firma. Was ein Irrtum war. Rayher ist ein schwäbisches Familienunternehmen mit Sitz in Laupheim bei Biberach.

Das Logo der Firma Rayher, kaum jemand weiß das es sich um ein Schwäbisches Familienunternehmen handelt

In Folge der Corona-Kriese habe ich mich entschlossen Bastelbedarf online zu bestellen. Ich war auf der Suche nach Makramee Artikeln und diese finde ich hier in Lörrach nicht im Stationären Handel. Und ich möchte augenblicklich nicht zum Shoppen nach Freiburg oder Basel fahren.

Der Onlineshop http://www.Rayher.com machte auf mich einen sehr guten Eindruck. Was mir aber sehr wichtig ist das die Ware aus Deutschland verschickt wird und nicht erst um die halbe Welt geschippert wird.

Bei Rayher habe ich die „komischen Nieschensachen“ wie Metallringe und Holzkugeln usw wirklich gefunden. Bastelgrundmaterial das man für verschiedene Bastel-Diszipinen nutzen kann, die aber dennoch sehr oft durch das Raster fallen und in Stationären Läden immer seltener geführt werden.

Für meinen ersten Einkauf habe ich auf der Webseite einen Gutschein über 5 € erhalten. Ich nehme an dieses Goodie bekommt jeder Neukunde der dort bestellt.

-Update: den Gutschein von 5€ bekommt man für die Registrierung zum Newsletter.

Um die Versandkosten von 3,90€ zu sparen habe ich bei meiner ersten Bestellung darauf geachtet über einen Bestellwert von 49€. Nicht nur weil ich die 4 € sparen will, sondern auch weil ich mehrere kleine Lieferungen vermeiden möchte und dann lieber einmal groß einkaufe.

Es wäre zwar möglich gewesen einen einzelnen Metallring oder andere Kleinigkeit schicken zu lassen, doch ich finde soetwas muss echt nicht sein. Nachhaltig oder Umweltfreundlich ist so ein Bestellverhalten nicht.

Aus diesem Grunde vermeide ich es auch bei Amazon zu bestellen, man kriegt oft gar nicht mit das man von separaten Anbietern kauft und dann kommen 5 Päckchen aus 5 Verschiedenen Richtungen.

Da suche ich mir doch lieber einen Lieferanten der möglichst viele meiner gewünschten Artikel im Sortiment hat. Und dieses alles zusammen senden kann.

Mein erster Großeinkauf

meine erste Bestellung bei Rayher.com

Diese doch etwas umfangreiche Bestellung habe ich mir als „Urlaubsziel“ geleistet. Ich habe jetzt 2 Wochen Urlaub und ich kann nicht wie geplant verreisen. Da auch Schwimmbad und ähnliche Unternehmungen noch nicht möglich sind habe ich mir vorgenommen zuhause zu Basteln.

Neben diesen vielen Metallringen die ich zu Makramee-Blumenampeln und Wandschmuck verarbeiten möchte enthält die Bestellung einen Lampenfuß und einen Lampenschirm.

Die Auswahl an Lampenschirmen und Lampenschirm-Teile ist bei Rayher echt super. Wenn Du je darüber nachdenkst eine Lampe selber zu gestalten solltest Du dort vorbei gucken.

Lieferung und Zahlung

Rayher liefern ausschließlich über DHL was den Vorteil hat das Du gleich mit der Bestellbestätigung eine Paketnummer bekommst mit der Du über die Webseite nachvollziehen kannst wann Dein Paket ankommt.

Des weiteren ist es möglich sich die Bestellung Versandkostenfrei an einen Stützpunkthändler in der Nähe schicken zu lassen. Welche Händler das sind kannst Du unter Händlersuche herausfinden. Für mich kam das bisher nicht in Frage.

Zahlungsmöglichkeiten gibt es viele. Neben Kreditkarte, Rechnung, Sofortüberweisung und Vorkasse stehen sogar Amazon-Pay und Paypal zur Verfügung.

Die Lieferzeit beträgt etwa 4-5 Tage. Bei mir war die Bestellung nach 3 Tagen da obwohl mir DHL eine Mail geschickt hat es käme zu Verzögerungen.

Was ich daraus mache?

Was ich aus diesem Paketinhalt mache darüber werde ich die kommenden Tage hier im Blog berichten.

Heute mein erstes Werk das ich mit Hilfe der kleinen Metallringe gestaltet habe:

Mini Blumenampel aus Acrylgarn

Diese kleine Blumenampel habe ich aus dem gleichen Garn gemacht wie die Blumentopfbehänge aus dem Beitrag „Bunte Knoten für den Balkon“. Ich habe sie frei nach Schnauze ohne eine Anleitung gemacht und sie war mehr oder weniger nur ein Test. Trotzdem hat sie einen Platz auf meinem Balkon gefunden. Ich hoffe nur sie fällt dort nicht zu schnell dem Wetter zum Opfer.

Wenn Du neugierig geworden bist was aus den anderen Sachen wird dann folge mir bei Instagram oder Pinterest.

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Allgemein Ausflugsziele Verkehrsmittel

Baustelle Landesgartenschau… und ich dachte ich kenne mich gut aus!

Heute war ich das erste seit langem ( auch durch Corona) mit dem Auto auf der Autobahn unterwegs. Ich bin den Weg zu meinem Geburtsort gefahren, nur knapp 30m von hier, um meine Mutter zum Muttertag zu besuchen. Die Autobahnstrecke dort hin kenne ich schon seit ich Autofahren darf, oder noch länger.

Selbstverständlich hat sich an der Strecke in den letzten Jahrzehnten viel verändert. In den 90er Jahren bin ich die Stecke fast täglich gefahren. Habe sie schon bei jeder Verkehr oder Wetterlage erlebt. Und eigentlich dachte ich, ich kenn mich aus.

Nun durch Corona sind zwar einige Wochen vergangen seit ich die Autobahnanschlussstelle Neuenburg Müllheim das letzte Mal gefahren bin. Und wie gewohnt habe ich weder Verkehrsnachrichten noch Googlemaps konsultiert. Denn ich kenne die Stecke ja…

Die Stecke bis zur Autobahnabfahrt Neuenburg/Müllheim war wie gewohnt… doch dann fielen mir schon Baustellenmarkierungen und neben der Strasse fehlende Bäume auf… Was sage ich ein fehlender Wald!

Da wurde ganz massiv abgeholst. Schon an der ersten Ampel nach der Abfahrt war ich total irritiert denn man kann jetzt Gebäude im Städtchen sehen, die man die letzten 30 Jahre noch nicht mal im laubfreien Winter sieht.

Aber ich wusste ja, es wird die Landesgartenschau 2022 vorbereitet, und wenn dafür ein kleiner Wald weg muss… okay.

Aber wieso war an dieser Kreuzung so wenig los? Ich kenne die Ecke die letzten Jahre immer nur mit Stau…

Ach ja Corona… es sind weniger Leute unterwegs… und der nahe Grenzübergang nach Frankreich ist geschlossen…

Danach habe ich meine Mutter besucht und wir hatten einen schönen aber Kontaktlosen Nachmittag im Garten hinter dem Haus. Sie hat einen Tisch und Stühle raus getragen und ich habe Kuchen und Geschirr gebracht. Und dieses wieder dreckig mitgenommen, damit ich ihr auch ja nicht diesen bösen schlimmen Virus zutragen kann. Das ist total übertrieben aber es war sogar meine eigene Idee. Außerdem habe ich eine Spühlmaschine und sie nicht, und ich wollte ihr den Aufwand mit dem Geschirr runter und hoch tragen abnehmen.

Für den Heimweg hatte ich gute 30 Minuten eingeplant, bis ich den Stadtmobil Carsharing-Wagen abgeben muss. Normal ist das mehr als genug. Gerade Sonntags wenn nicht viel Verkehr ist…. normal!

Kaum saß ich im Auto meldete der Verkehrsdienst das die B3 auf meiner Strecke wegen eines Unfalls gesperrt sein… war mir aber egal, denn ich wollte ja Autobahn fahren. Dieser weg ist zwar ein paar KM länger aber man kommt schneller an, weil man nicht durch die Dörfer an der B3 fahren muss.

Doch dann bei Neuenburg,dort wo die ganzen Bäume fehlen, die Verkehrschilder fehlen auch teilweise… und die die da sind sind durchgestrichen… ich ignorierte auch das, ich will ja nicht nach Frankreich ich will nur auf die Autobahnauffahrt, die sich kurz davor befindet…

Was ist das??? Die Auffahrt wie ich sie mal kannte ist nicht nur gesperrt, sondern sie ist schlicht… weg ! Kann man sehr gut sehen denn alle Bäume die sonst die Kurve säumen sind genauso weg!

Okay ich fahre weiter gerade aus und unmittelbar vor dem Gesperrten Grenzübergang geht eine kleine Straße ab die mit U1 gekennzeichnet ist. In der Hoffnung das mich dieser Weg an eine provisorische Autobahnauffahr oder wenigsten bis Hartheim wo es einen Autobahnhof gibt führt bin ich dort lang gefahren.

Bauzaun rechts und links und eine Abenteuerliche Verkehrsführung durch mehrere S Kurven um Baustellen herum lande ich zwischen Schrebergärten und einem Ausfluggasthof… doch die Beschilderung U1 geht weiter.

Ich bin irritiert, ich weiß das ich mich auf dem schmalen Streifen zwischen Autobahn und Altrhein befinde, aber ich kann mir echt keinen Reim machen wie ich hier irgendwo sinnvolles ankomme… Inmitten von Landschafstbaustellen komme ich zu einem rund herum eingezäunten U-Turn…. super Umleitung! Diese Umleitung hat mich nur an eine Stelle geführt die geeignet ist auch für LKWs umzudrehen.

Also wieder zurück zur ehemaligen Autobahnanschlussstelle. Dabei fällt mir auf das Teile der Fläche die wohl Landesgartenschau 2022 werden sollen aussehen wie eine Mondlandschaft. Dann komme ich am geschlossenen von Polizei bewachten Grenzübergang vorbei und mir bleibt nichts anderes übrig als in Richtung Karlsruhe auf die Autobahn zu fahren. Um bis zur nächsten Anschlussstelle in die Falsche Richtung zu fahren.

Dieser Exkurs hat mich etwa 15-20km mehr und 30 Minuten länger Zeit gekostet. Zum Glück konnte ich rechtzeitig auf einem Autobanparkplatz halten um die Hotline von Stadtmobil anzurufen, damit meine Reservierung für das Auto verlängert wird.

So ein Anruf kostet mich 1€ aber hätte ich den Wagen zu spät nach Ablauf der Reservierung zurück gebracht hätte mich das eine Strafe von 25€ gekostet.

Landesgartenschau 2022 in Neuenburg, ganz toll, ich bin jetzt schon begeistert * Ironie*

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Allgemein Do-it-Yourself

Upcycling: Jerseyband aus altem T-Shirt selber machen – Gummiband Ersatz

In meinem Blogartikel „Mundschutz nähen, was tun wenn kein Gummiband mehr da ist?“ habe ich erwähnt das Jerseyband eine super Alternative zum Gummiband ist. Doch nicht jeder hat entsprechenden Jersey-Stoff zu hause. In diese Artikel zeige ich anhand vieler Fotos wie man dehnbare Bänder aus alten T-Shirts selber macht.

ein einfaches altes verwaschenes T-Shirt

Zuerst suche ich mir ein altes T-Shirt das ich nicht mehr anziehen mag. Dieses rosa T-Shirt mit dem Stuttgart Schriftzug (war ein Geschenk, ich komme nicht aus Stuttgart) habe ich jahrelang viel getragen. Nun ist es zu verwaschen und auch etwas zu eng, so das ich es aussortiert habe. Es besteht aus Bauwolljersey mit einem kleinen Elastan Anteil.

Die Inforation über die Zusammensetzung findest Du entweder am Etikett oben am Hals oder noch häufiger links unten in der Seitennaht. Wenn kein Etikett mehr vorhanden ist erkennt Du geeigneten Stoff daran, das er sich so anfühlt das Du ihn bei heißem Wetter oder beim Sport gerne auf der Haut hast. Ob Elastan oder ähnliches enthalten ist merkst Du bei älteren Textilien daran das sie nicht die Form verlieren. Wird ein T-Shirt immer größer und weiter, dann hat es meistens kein Elastan drin und wird sich in Streifen geschnitten wohl nicht wieder zusammen ziehen.

Nicht jedes T-Shirt eignet sich selbst wenn es aus Baumwoll-Jersey ist

Nicht jedes T-Shirt eignet sich für diesen Zweck, denn Baumwoll-Jersey ist nicht gleich Baumwolljersey. Du merkst das wenn Du unterschiedliche T-Shirts bewusst anfässt. Um die Unterschiede zu ertasten kann es sogar hilfreich sein kurz die Augen zu schließen. Die Stoffe sind unterschiedlich dick und fest.

Für unseren Zweck eignen sich hier jetzt eher dünnere, weichere Stoffe.

Als erstes Schneidest Du den untersten Saum ab, dabei merkst Du schon ob der Stoff dazu neigt sich zu rollen oder nicht. Wenn nicht ziehst Du nach dem Schnitt das T-Shirt kräftig in die Breite. Passiert nix eignet sich dieser Stoff leider nicht zur Verarbeitung in „Gummiband-Ersatz“

nach dem Schneiden tut sich leider nix, dieser Stoff ist nicht geeignet

Der weiße Stoff auf dem oberen Bild rollt sich nicht ein. dieses T-Shirt ist leider nicht für diesen Zweck nutzbar. Wenn Du ganz genau hin siehst in der Stoff in Rippen gestrickt, als wenn man ganz nah guckt sieht man Linien die längs gehen. Diese Verarbeitungsart verhindert das der Stoff einrollt.

noch ein negativ Beispiel, dieser Stoff eignet sich ebenfalls nicht

Auf dem oberen Bild sehen wir noch ein negativ Beispiel. Der hellgraue Stoff wäre zwar farblich ganz passend für meine Mund-Nase-Masken, aber eignet sich leider überhaupt nicht. Der Stoff besteht aus Polyester, lässt sich leichter und vom Gefühl her weicher schneiden. Also man braucht weniger Kraft mit der Schere… aber die Schnittkante sieht sehr unschön aus und es rollt sich nix, stattdessen bilden sich hässliche „Räufelfäden“. Auch hier erkennt man wenn man ganz nah ran geht, das der Stoff in einem Muster gestrickt ist. Dieses Muster verhindert ebenso ein einrollen.

den Stoff in schmale Sreifen schneiden

Das T-Shirt schneiden wir am besten vom Saum beginnend in schmale Streifen. So in etwa 1cm, Fingerbreit. Probier es besser nicht noch schmaler, denn das macht es nur schwieriger und das endgültige Band könnte instabil werden.

Wichtig beim Stoff schneiden ist eine gute Schere!

Was heißt hier „gute Schere“? . Am besten eine ganz neue Schere die noch nie Papier geschnitten hat. Oder Du hast schon eine richtige Stoffschere.

Die Schere die ich für solche Sachen nutze scheint es schon nicht mehr zu geben. Aber ich denke das die hier verlinkte sehr gut geeignet ist.

Alternativ kannst Du auch einen Rollschneider für Stoff verwenden. Doch dies erfordert viel Übung und ein Rollschneider ist teurer als eine Schere und nicht so oft einsetzbar. Deshalb rate ich Dir nicht nur für diesen Zweck einen anzuschaffen.

Werden Deine Streifen nicht exakt gerade oder etwas zackelig, das ist gar nicht schlimm. Denn wenn sich der Stoff einrollt sieht man davon gar nix mehr.

Wenn Du ein altes T-Shirt zerschneidest brauchst Du auch keine Angst zu haben Material zu versauen. Du darfst also ruhig daran üben.

Was Du nicht versuchen brauchst ist einen bereits abgeschnittenen Streifen nochmal in der mitte durchzuschneiden. Das ist eheblich schwerer als einen Streifen von einem größeren Stück abzuschneiden.

Seitennäte abschneiden

Die Seitennäte einfach abschneiden. Auf diese Art und weise entstehen nur kurze Stücke, die etwa die Breite des T-Shirts haben. Willst Du das Jerseyband für andere Zwecke wie zum Beispiel Häkeln oder Weben verwenden ist dies unpraktisch. Aber für unseren Bedarf, als Gummiband Ersatz für eine Gesichtsmaske sind diese Stücke ideal.

Hier geht es zur Schritt für Schritt Anleitung Behelfsmaske nähen

Nun den Streifen kräftig in die Länge ziehen. Dabei kann es sein das er bis zu doppelt so lang wird. Um den Effekt zu unterstützen fässt Du dazu immer wieder Teilstücke und ziehst diese in die Länge. Wenn sich alles gleichmäßig zusammengerollt hat kannst Du das Band verwenden.

Hier siehst Du zwei Jerseystreifen aus dem gleichen T-Shirt. vor und nach dem „ziehen“

Auf dem oberen Bild siehst Du zwei Streifen aus dem gleichen Stoff… aus meinem T-Shirt vom ersten Bild. Der Streifen wird durch das ziehen viel schmaler und viel länger. Je nach Stoff 1,5 oder 2-Fach so lang wie vor dem ziehen.

Jerseystreifen normal vernähen

Jerseyband kann man ganz normal einnähen

Das so hergestellte Jersey-Band kannst Du ganz normal zuschneiden und wie Gummiband annnähen. Dazu musst du es nicht ganz aufrollen sondern einfach so lassen wie es gerade rollt.

Keine Lust zum selber schneiden?

Wenn Du jedoch keine Lust oder Zeit zum selber schneiden kannst Du auch fertiges Jerseyband bestellen. Vorsicht bei Amazon und Ebay tummeln sich einige Anbieter die entweder total überteuert sind oder auch genau wie beim Gummiband sehr lange Lieferzeiten haben.

Bei Buttinette, die seriös sind und binnen einer Woche liefern gibt es ein Textilgarn das aus dehnbarem Jersey besteht und sich sehr gut eignet. Ich habe es selbst getestet.

So eine Rolle mit 450 Gramm reicht sehr weit und ist somit sehr preiswert!

Textilgarn von Buttinette

Einen ausführlichen Text ob sich das Textilgarn wirklich genauso eignet habe ich auf einem weiteren Blogpost beschrieben.

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Auf dem Weg zur Normalität?

Nun liegt schon eine Woche arbeiten nach dem Corona Shut Down hinter uns. Nachdem wir 5 Wochen lang gar nicht geöffnet hatten durften wir Mitarbeiter nach und nach zur Arbeit antreten. Wobei zeitweise nicht ganz klar war was nun unsere Arbeit ist, so ganz ohne Kunden…

Seit Donnertag vor einer Woche haben wir endlich wieder für unsere Kunden geöffnet. Jedoch ganz anders als erhofft! Wir dürfen nur auf einer Fläche von 800qm für Kunden öffnen, das ist noch nicht mal das ganze Erdgeschoss! Und unser Warenhaus verfügt über insgesamt 7 Stockwerke Verkaufsfläche.

Auf dieser Minifläche dürfen Maximal 40 Personen sein, das heißt selbst die Mitarbeiter dürfen sich nicht alle gleichzeitig im selben Stockwerk aufhalten. Aus diesem Grunde wurden die Besprechungen bei denen wer wir über die weitere Vorgehensweise informiert wurden in mehren Gruppen durchgeführt.

Im Erdgeschoss dürfen nur 6-7 Verkäufer und 2-3 Kassierer arbeiten und alle anderen Mitarbeiter müssen in den restlichen Stockwerken Nebentätigkeiten machen. Aufräumen, Dekorieren, Vorbereitungen treffen auf eine hoffentlich baldige Öffnung des Hauses.

Das Verkaufen in dem abgetrennten Erdgeschoss hat nur wenig mit unserem normalen Arbeitsalltag zu tun. Denn der Kunde kann ja nur die Sortimente im EG selber wählen und anschauen. Alles andere muss der Kunde uns gezielt beschreiben und wir holen die gewünschte Ware dann. Das geht bei einem Ringbuch oder Schulheft sehr gut… bei Schuhe und Kleidung ist das allerdings schon viel schwieriger.

Aufgrund der seit Montag geltenden Maskenpflicht ist der aktuell meist gefragte Artikel Mundschütze oder waschbare Masken aus Stoff. Beides haben wir nicht… noch nicht!

Gummiband ist das neue Klopapier

Da die Bundesregierung und das RKI herausgegeben haben das von Laien genähte Mundschütze aus Stoff auch zulässig sind, sind plötzlich Stoff und Gummiband die wichtigsten Artikel im Warenhaussortiment!

Um dieser Nachfrage begegnen zu können haben wir diese beiden Sortimente in das Erdgeschoss verlegt. Am Prominentesten Platz im ganzen Warenhaus, dort wo man normalerweise auf die Rolltreppen zugeht. Dort stehe ich mit einem Schneidetisch und 2-3 provisorischen Warenträgern voller Baumwollstoff und verkaufe wie verrückt.

Während sich die Kollegen aus anderen Warenbereichen langweilen und nach Arbeit suchen, bildet sich bei mir am Stoffschneidetisch eine Schlange. Als wir noch Gummiband hatten mussten wir mehrfach die Kunden an das Abstandgebot von 1,5m erinnern. Denn in ihrem Gier nach dem begehrten Gummiband war das manchen egal. Doch der Spuk dauerte nicht mal einen ganzen Tag, denn dann war alles ausverkauft!

Alle Gummibänder die halbwegs für Gesichtsmasken gebrauchbar sind ausverkauft. Normal führen wir ein umfangreiches Sortiment, mit verschiedenen Marken, Qualitäten und Farben… aber jetzt ist alles weg.

Neue Ware ist noch nichts gekommen, weil unsere Läger ja auch Kurzarbeit Null hatten und erst seit wenigen Tagen wieder arbeiten. Die normale Warenversorgung muss jetzt erst wieder anlaufen.

Alles andere als Normal!

Die Art und weise wie wir augenblicklich arbeiten ist alles andere als normal. An die Mundschütze hat sich kaum jemand richtig angewöhnt. Viele haben Probleme Luft zu kriegen oder mit beschlagener oder runter fallender Brille. Das Handling der eigenen Maske ist das eine, aber die Kommunikation mit anderen die auch Maske tragen auch gewöhnungsbedürftig.

Mit einer Mund-Nase-Abdeckung im Gesicht muss man viel lauter und deutlicher sprechen als gewohnt. Ein großer Teil der Mimik steht nicht mehr zur Verfügung. Das fällt besonders auf wenn man etwas ironisch oder lustig meint, der andere kann das oft nicht so richtig erklären. Man muss also Dinge die man sonst nicht ausspricht auch noch sagen „haha lustig gemeint“ oder „Bloß nicht!“.

Du musst sprechen wie wenn Du in einem Chat keine Emojis einsetzen kannst. Denn Dein Gesicht funktioniert nur noch teilweise.

Ich denke wenn man das länger gewohnt ist, mit Menschen zu reden deren halbes Gesicht verdeckt ist, dann kann man irgendwann die Mimik auch etwas lesen und verstehen, aber noch ist dies für die meisten Menschen Neuland und die Mundschütze erschweren massiv die Kommunikation.

Besonders schwierig ist dies für Menschen die nicht gut hören. Und schüchterne Menschen haben noch größere Probleme sich auszudrücken.

Nächste Woche soll es endlich normaler werden

Nach dem neuesten Informationsstand gehen wir davon aus das wir am Montag dann endlich das ganze Haus für Kunden öffnen dürfen. Ob das jetzt wirklich so kommt, oder ob wieder irgendein Verbot dazwischen kommt, weiß ich nicht.

Ich glaube es erst wenn es wirklich soweit ist!

Ich hoffe sehr das dann endlich etwas mehr Normalität eintritt, wenn ich nicht mehr mit meinem provisorischen Tisch im Erdgeschoss verkaufen muss. Aber ich fürchte das es nie mehr ganz so wie vor Corona werden wird!

Es bleibt spannend wie sich die Dinge entwickeln! Ich werde hier weiterhin berichten denn so richtig „normal“ läuft ja noch nichts.

In diese Sinne „bleib gesund“ und bis bald.

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Erster Arbeitstag nach dem Shut Down

Gestern war mein erster Arbeitstag nach der großen „Corona Pause“. Ich hab mich sehr darauf gefreut weil ich mir vom wieder arbeiten dürfen wieder mehr Normalität erhofft hatte. ist

Nun wirklich normal war das nicht!

Es war sehr schön die Kollegen wieder zu sehen. Und auch teilweise lustig zu sehen wie sich diese in den letzten Wochen verändert haben. So mancher Kollege hat plötzlich einige Kilos mehr. Gerade die Männer haben entweder zu lange oder Maschinchen-kurze Haare. Viele sind braun gebrannt wie wenn sie im Urlaub waren. Die meiseten Kolleginnen haben keine perfekten Gelnägel mehr. Aber im allgemeinen scheinen die Damen das Friseur Problem besser im Griff zu haben als die Herren.

Unsere Arbeit ist noch lange nicht normal

Aufgund der Auflagen das nur Geschäfte bis 800qm öffnen dürfen haben wir nur teile des Erdgeschoss für den Kundenverkehr geöffnet. Nur eine kleine Zahl von Mitarbeitern darf im Erdgeschoss mit direktem Kundenkontakt arbeiten. Alle anderen müssen im Rest des Gebäudes bei nicht vollständiger Beleuchtung und Klimaanlage Aufräumen, vorbereiten, usw. Wobei viele von uns sich fragen was wir dann tun wenn alles erledigt ist.

Aufgrund der Situation haben wir eine Mitarbeiter eine „Arbeitspflicht“, auch wenn nicht wirklich viel zu tun ist… ganz eigenartige Stimmung.

Im Erdgeschoss, dort wo die Kunden hin dürfen sieht das ganz anders aus!

Damit auf keinen Fall zu viele Menschen gleichzeitig im Verkaufsraum sind muss ein Kollege den ganzen Tag an der Türe stehen und jede Person die rein kommt oder raus geht zählen. Dazu verwendet dieser eine Handyapp, über diese alle anderen Mitarbeiter sehen können wieviel im EG gerade los ist. Wären dort zu viele Menschen dürfte keiner von oben nach unten kommen und der Kollege am Eingang darf niemanden mehr rein lassen.

Die Gefahr das zu viele Kunden auf einmal kommen war gestern noch nicht. Noch wissen nicht alle Lörracher das wir geöffnet haben und das sie bei uns das Gesamte Sortiment wieder kaufen dürfen. Ich denke das muss sich erst wieder herumsprechen.

Wenn ein Kunde einen Artikel aus einer anderen Etage möchte wird er von einem EG Mitarbeiter möglichst genau gefragt was er sucht. Dann wird jemand von den anderen im Rest des Hauses herumwuselnden Kollegen gebeten die entsprechende Ware runter zu bringen und ggf den Kunden zu beraten.

So haben wir gestern Nähmaschinen, Haarschneidemaschinen, Herrenanzüge, Schulhefte und sogar einen Basketball verkauft.

Also der Verkaufvorgang ist komplett anders als sonst! Der Kunde muss klar sagen können was er sucht, muss Zeit und Gedult aufbringen, weil der entsprechende Mitarbeiter und die Ware ja erst geholt werden muss usw.

Für die Kollegen auf der Fläche im EG ist es dann auch noch wichtig die „wartenden“ Kunden räumlich zu verteilen… Sie sollen nach Möglichkeit nicht alle in einer Ecke stehen. Dieses „Kunden herumschicken“ ist etwas total neues… das sind wir bisher nicht gewohnt. Einen expriziten „Wartebereich“ darf es aus Sicherheitsgründen nicht geben, weil sich dann dort zu viele Menschen zu nah kommen könnten.

Der gefragteste Artikel

Der am meisten nachgefragte und gekaufte Artikel am 23. April 2020 war:

Stoff und Gummiband

Aufgrund der ab Montag geltenden Auflagen muss jeder in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften einen Mundschutz tragen! Doch diese sind kaum zu kriegen. Deshalb versucht nun jeder der nähen kann sich entsprechende Behelfsmasken zu nähen.

Alle Geschäfte die Gummiband verkaufen und seit Montag schon wieder geöffnet sind, sind ausverkauft! Da wir bis vogestern zu hatten, waren wir die einzigen die noch welches verkaufen konnten.

Normal führen wir eine riesige Auswahl von 3 verschiedenen Firmen im 5.OG. Dort darf aber kein Kunde hin. Also habe ich kurzerhand das gesamte Gummisortiment in Körbe gepackt und einen kleinen Tisch Baumwollstoffe die für Masken geeignet sind und bin damit ins EG umgezogen.

Um im Erdgeschoss mit Kundenkontakt arbeiten zu dürfen musste ich sogar nochmal eine separate Sicherheitseinweisung bekommen. Und dann ging es los. Ohne eigentliche Warenträger, mit nur einem Tisch, einem Meterstab und einer Schere stand ich direkt vor der Rolltreppe (die ja nicht in den Betrieb genommen werden durfte) und verkaufte wie verrückt Stoff und Gummi!

Aufgrund der Auflagen dürfen wir dem Kunden, also so eine kleine Packung Gummiband nicht direkt in die Hand geben. Also verteilte ich diese provisorisch auf der Glassvitrine der Schmuckabteilung (Schmuck darf zur Zeit nicht verkauft werden und die Fläche ich abgetrennt.

Mein Verkaufsgespräch lief mehrfach so ab das ich mit dem Meterstab auf die entsprechende Gummipackung gezeigt hab… Mit dem Meterstab rum fuchteln und den Kunden etwas deuten wäre früher totalen no go gewesen! Und jetzt ist das plötzlich normal.

Normal ist es seit neuesten auch das ich den Kunden sage „gehen sie etwas zurück, wir müssen Abstandhalten“ oder „bleiben sie dort stehen“

Kurzfristig musste ich sogar die Kunden die Gummiband wollten auseinander schicken! Dabei viel mir auf das der Meterstab dabei ganz hilfreich ist. „Abstand halten! Das hier ist ein Meter!“

So, jetzt muss ich aber für heute Schluss machen, denn ich muss vor der Arbeit noch ein paar Masken nähen!

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Morgen geht es wieder los!

Ab morgen darf ich wieder zur Arbeit. Nach 5 Wochen unfreiwilligem „arbeitsfrei“ geht es endlich wieder weiter. Zwar nimmt unser Geschäft den normalen Betrieb noch nicht vollständig wieder auf, wir Mitarbeiter dürfen aber kommen und vorbereitende Arbeiten machen.

Ohne Zweifel ich freue mich darauf! Endlich wieder die Kollegen sehen und mit dem einen oder anderen Quatschen. Endlich wieder was sinnvolles machen und endlich wieder eine richtige Tagesstruktur.

Ich bin Single und wohne alleine. Das bedeutet „Stay at home“ heißt vorallem viel alleine sein. Grundsätzlich habe ich kein Problem damit mal paar Tage alleine zu sein, doch spätestens nach 2-3 Tagen muss ich mindestens Telefonieren, ober am liebsten gleich mit mehreren Personen per Whats-App oder E-Mail komunizieren.

Das Reden mit anderen Menschen fehlt mir besonders, denn ich bin es beruflich gewohnt viel zu reden. Aber wenn keiner da ist zum reden…

Der allgemeine „Shut Down“ hat dafür gesorgt das ich 5 Wochen fast nur in meiner Wohnung zugebracht habe.

Die ersten Tage bin ich in Aktionismus ausgebrochen und habe Dinge gemacht wie Balkon reinigen und Schränke aufräuen. Und ich hab ständig geputzt… dann habe ich mich selbst etwas gebremst und habe mir jeden Tag absichtlich Arbeit für den nächsten oder übernächsten Tag aufgehoben… also Tätigkeiten die mir einfielen absichtlich verschoben, damit ich noch irgendwelche Ziele habe.

Fernsehen war für mich die erste Woche sehr wichtig, doch dann wurde mir das sehr schnell zu doof… dazu muss ich anfügen das ich unter normalen Umständen vielleicht einmal pro Woche oder alle 2 Wochen was im Fernsehen angucke. So wenig das ich schon vor Jahren das TV-Gerät abgeschafft habe und nur noch hin und wieder über das Internet mit dem Laptop gucke.

Anfänglich habe ich die Berichterstattung über Corona auch verfolgt und mir sehr viele Reportagen darüber angesehen und Berichte gelesen habe… aber irgendwann kam der Punkt wo ich nix mehr über Corona lesen oder hören wollte.

Gott sei dank hatte ich noch meinen „Nebenjob“ wobei dort ja auch kein ganz normaler Betrieb mehr herrscht. Ich hatte dort keine festen Arbeitszeiten sondern war der Springer der angerufen wurde wenn es irgendwo knapp ist. Uih und ich war froh wenn ich angerufen wurde. Für paar Stunden Arbeit hab ich mich geduscht und Haare gewaschen und freudig her gerichtet als wenn ich zu nem Date gehe… Einfach nur weil ich mich darauf gefreut habe das ich von Menschen wahrgenommen werde.

Mal ein paar freie Tage ohne Termine und Verpflichtungen zuhause im Pyjama rum gammeln kann zwar ganz erholsam sein. Aber wenn man das plötzlich ständig machen kann ist es dann auch nicht mehr schön.

Man verliert den Biss… und die Ordnung. Irgendwann ist es egal ob das dreckige Geschirr noch rum steht, ob das Wollknäul von der Couch gerollt ist, oder ob der Berg mit der Wäsche im Bad immer höher wird. Ich hatte ein paar Tage so eine „ist doch alles egal“-Haltung. Was eigentlich gar nicht gut ist. Plötzlich wird alles so … egal…

Ganz ehrlich da hat mir dann dieser Blog geholfen, weil er irgendwie für mich das Tor zur Außenwelt war und ich irgendwas schaffen und schreiben wollte das eben nicht egal ist. Nun ja, nicht gerade einfach wenn der Blog „Unterwegsistdasziel“ heißt in einer Zeit in der das erklärte Ziel ist das man eben nicht unterwegs ist. #bleibzuhause, #lörrachbleibtzuhause, #stayathome … meine Unterwegs Themen interessieren gerade niemanden und die Besucherzahlen gehen in den Keller.

Also habe ich mich darauf besonnen was ich gerne tue wenn ich zu hause bin und mich entschlossen jetzt einfach darüber zu schreiben. Aus dieser Idee heraus sind ein paar Häkelanleitungen entstanden, die ich auch bald noch um weitere erweitern werde…

Aber seit Ostersamstag komm ich fast nicht mehr dazu! Statt nix tun hab ich auf einmal richtig viel zu tun. Ich nähe Behelfsmasken!

Nachdem meine Mutter (80) mich dazu überredet hat das ich ihr ein paar dieser Mund-Nase-Masken nähe hab ich mich dann endlich mal an die Nähmaschine gesetzt. Und vor allem habe ich mal mein Stoff-Fundus nach geeigneten Stoffen durchforstet. Zu meinem Entsetzten fand sich dort weit weniger als ich dachte das sich wirklich gut für einen Mundschutz eignet. Ich hab dann damit angefangen für meine Mutter, meine Schwester und eine Freundin diese Dinger zu fertigen und hab festgestellt das das ja ganz gut von der Hand geht.

Erst danach habe ich mich bei “ Lörrach hilft“ gemeldet und seit Ostersamstag habe ich bereits 150 Behelfsmasken für das Projekt genäht! Mehr dazu unter Masken nähen für Seniorenheim

Diese Aufgabe hat mir gut getan, endlich etwas sinnvolles tun. Und endlich wieder Ziele stecken und erreichen! Ich hab mich richtig rein gesteigert und richtig Spaß daran gefunden. Je mehr man näht umso schneller und leichter geht es von der Hand.

… und plötzlich wollen alle etwas von mir!

Und spätestens seit gestern, als bekannt wurde das ab Montag Masken-Pflicht im öffentlichen Verkehr und im Verkauf gilt, wollen ganz viele Leute was von mir.

Immer mehr Freunde und Bekannte fragen mich nach Behelfsmasken. Gut das ich jetzt so viel Übung und Routine habe. Ich fertige die Dinger momentan fast wie am Fließband…

… aber jetzt gerade schreibe ich diesen Artikel… und warum?

Ich habe kein Material mehr!!! Ich habe keine Gummibänder mehr, und es gibt gerade keine zu kaufen!

Morgen darf ich wieder zur Arbei ! Ratet mal womit ich dort zu tun habe?!

Stoff und Gummiband !

Ich freue mich also morgen im doppelten Sinne auf meinen Arbeitsplatz. Wenn es stimmt dürfen wir Mitarbeiter morgen auch einkaufen, dann wäre mein Gummiband-Problem gelöst. Bis dahin muss ich etwas von der Nähmaschine pausieren.

In diesem Sinne genieße ich jetzt den letzten freien Abend von 5 Wochen Zwangsurlaub.