Archiv der Kategorie: Ausflugsziele

Winterwunderland auf dem Blauen

Der „Blauen“ beziehungsweise der Hochblauen ist ein 1154 hoher Berg am Südwestlichen Rand des Schwarzwalds.

Ich bin ganz in der Nähe in Müllheim aufgewachsen. Von wo aus man den Berg mit der Markanten Silhouette jederzeit sehen kann. Ein Blick zu dem Gipfel, der wirklich meist blau erscheint zeigt den Anwohnern wie das Wetter ist oder wird.

Für meine Mutter, die aus ihrem Küchenfenster einen wunderschönen Blick auf den Berg hat, ist die Aussage „der Blauen ist weiß“ typisch. Doch dieses Jahr war die Bergkuppe gar nicht so oft in weiß gehüllt. Deshalb hatte sie letzten Sonntag die Idee wir könnten mal wieder „in den Schnee fahren“.

Der Gipfel des Hochblauen ist von meiner Mutter aus mit dem PKW in knapp 15 Minuten erreichbar. Aber da es eine sehr Kurvenreiche Strecke ist, ist das kein Weg den man jede Woche macht. Aber seit meiner Kindheit kenne ich regelmäßige Ausflüge auf den Hochblauen.

Ausflug auf den Hochblauen

Interessanter Weise war ich vor fast genau einem Jahr schon mit meiner Mutter auf dem Hochblauen und habe dort wunderschöne Fotos gemacht. Bei „Sonnenuntergang auf dem Hochblauen“ hatten wir allerdings etwas besseres Wetter als diesen Sonntag.

Am Sonntag war es etwas Nebelig, von Fernsicht keine Spur.

Doch umso mehr nahm man die Vereisten Bäume und Büsche wahr. Alles wirkte so verzaubert und unwirklich.

Es war richtig kalt, da brauchte es Mütze und Winterjacke. Viele Leute trugen Schneeanzüge und ein paar kleine Kinder waren beim Schlittenfahren.

Schon die Autofahrt bis zu Gipfel war ein Erlebnis, man kam sich vor als ob man durch einen Märchenwald fährt. Obwohl es mitten am Tag Temperaturen über Null hatte blieben die Bäume weiss. Denn das war nicht nur Schnee sondern gefrorener Nebel der sich auf den Ästen niedergelassen hatte. Wunderschön und faszinierend.

Meine Bilder wirken alle menschenleer. Doch es war recht viel Los auf dem Parkplatz neben dem Hochblauen Hotel. Es mussten sogar schon einige Besucher auf den etwas unterhalb liegenden Parkplatz ausweichen. Aber trotz der vielen Ausflügler, lag um den Gipfel eine ungewöhnliche Stille. Der Schnee und der Nebel wirkten wie ein Schalldämpfer. Auch wenn sich die Menschen unterhielten und die Kinder beim Schlittenfahren quietschten, die Wolke die den Gipfel umschlossen hatte schien alles aufzusaugen.

Ich war mit meiner Mutter unterwegs, die nicht mehr sehr gut zu Fuß ist. Auf geschlossener Schneedecke erst recht. Dadurch sind alle hier gezeigten Motive in unmittelbarer Umgebung des Parkplatzes entstanden. Mitten am Nachmittag.

Auf dem Hochblauen

An einem Sonntag Nachmittag auf dem Hochblauen ist bei schönem Wetter normal sehr viel los. Auch heute waren viele Spaziergänger unterwegs. Auch Familien mit Schlitten und kleinen Kindern. Doch die Meisten hatten den Aussichtsturm als Ziel, wobei ich ihn dieses Mal absolut nicht attraktiv fand… der Nebel war so dicht, das man schon die Spitze des Aussichtsturms kaum sehen konnte. Folglich waren es nur ein paar Verrückte die trotzdem hoch gingen. Denn von Oben konnte man sicher genauso wenig sehen.

Die meisten Spaziergänger folgten dem Rundweg um den Gipfel, der aber für meine Mutter leider auch zu viel ist. Das Hotel auf dem Hochblauen ist leider immer noch Baustelle und nicht geöffnet. Auch nicht das Cafe. Einzig ein rege besuchter Kiosk bietet Coffee to go an.

Mehr Fotos vom Hochblauen findest Du bei „Sonnenuntergang auf dem Hochblauen“.

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Sonnenuntergang am Hamburger Hafen

Vergangene Woche war ich in Hamburg. Im Januar herrscht für gewöhnlich „Hamburger Schietwetter“ mit viel Regen und Wind. Doch ich hatte dennoch zweimal das Glück das es einen imposanten Sonnenuntergang gab.

Schietwetter in Hamburg

Ich gebe zu ich musste gerade googeln wie man das Wort richtig schreibt. Mit IE ist korrekt. Über diesen Begriff gibt es sogar einige Webseiten und eine Regenmantel-Marke ist so benannt. Auf „der Deutsche Wortschatz“ wird Schietwetter genau deffiniert und auch mit „Sauwetter“ übersetzt.

Fotopirsch an den Landungsbrücken

Meine Gastgeberin, die extrem gute Ortskenntnisse hat, hatte mich rechtzeitig zu den Landungsbrücken gefahren. Unweit der gleichnamigen Station der Hochbahn konnte sie parken und sie wollte mir schon Tipps geben von welchen Standorten aus man einen guten Blickwinkel hat. Doch das wäre beinahe nicht nötig gewesen, denn diese Idee hatten andere Leute auch. An allen relevanten Punkten standen Leute mit Handys und Kameras. Man brauchte als nur da hin gehen wo die Leute sind…

Trotz eiskaltem Wind. Ein paar ambitionierte Fotografen mit Stativen und langen Objektiven waren auch da. Einer stand sogar mitten aus der stark befahrenen Straße und visierte von hier aus die Elbphilharmonie an. Diese schillerte in der Abendsonne. Das imposante Gebäude habe ich schon soo oft fotografiert, das ich mich diesmal auf die andere Richtung konzentrierte. Mehr von Elphi unter „die Blaue Stunde auf der Elbphilharmonie“ und „Himmelsblick Hamburg“.

Sonnenuntergang geniessen

Direkt am Ufer herrschte ein unangenehm kalter Wind vom Wasser her. Trotzdem waren fast alle Sitzbänke belegt. Manche Leute hatten sich in Warme Decken gekuschelt und betrachteten aneinander geschmiegt die untergehende Sonne. Andere hatten heißen Tee dabei. Und ein Pärchen stieß mit Sekt oder Champagner an. Es war wirklich arschkalt und unangenehm, doch das schien die Leute hier nicht zu stören.

Und überall Personen die Handys hoch hielten um Fotos zu machen. Manche probierten es mit Selfies, ich auch, doch dafür war das Licht nicht wirklich geeignet. Gegen die tiefstehende Sonne war man einfach nur ein dunkler Schatten. Sicher hätte ich mit viel Geduld und Blitz was erkennbares hin bekommen, doch wegen der Kälte fehlte mir die Geduld. Außerdem sah ich aus wie auf vielen anderen Bildern auch, dick eingemummelt mit Mütze und Kapuze.

Hinter mir das Museumsschiff Rickmer Rickmers, und beinahe andere Passanten, denn trotz Kälte war gerade sehr viel los

Sonnenuntergang am Hafen

Den ganzen Tag über hatte es immer wieder geregnet, eigentlich kein angenehmes Wetter. Doch gegen Spätnachmittag hatte es aufgehellt.

Die Wintersonne geht hinter den Imposanten Verladekränen unter, die das Hamburger Stadtbild entscheidend prägen. Wenn die Langen Ausleger nach oben stehen, dann wartet der Kran auf ein Schiff. Wenn er gerade bei Be-und Entladen ist, dann ist der Arm waagerecht und dann nicht mehr so markant von weitem zu sehen.

An der Wasseroberfläche kann man erkennen das es etwas windig war. Wobei dies meine Süddeutsch geprägte Empfindung war. Meine Gastgeberin würde das noch nicht als „Wind“ bezeichnen. Als gebürtige Hanseatin ist sie da ganz anderes gewohnt.

Museumsschiff Rickmer Rickmers

Dieses Schiff ist ein beliebtes Foto-Motiv bei allen Hamburg Touristen, denn die Rickmer Rickmers liegt an exponierter Stelle direkt bei den Landungsbrücken. Das Schiff kann auch besichtigt werden, das habe ich aber noch nicht gemacht. Mehr Informationen auf Hamburg.de/rickmer-rickmers

Da ich leicht erkältet war, wollte ich nicht zu lange in dem kalten Wind verharren und deshalb verabredeten wir uns im „Alex“. Einem Restaurant direkt an den Überseebrücken. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick über die Hafeneinfahrt. Einen Besuch hier kann ich auch bei nicht so tollem Wetter empfehlen. Das Lokal ist Barrierefrei und kann auch mit Rollstuhl gut besucht werden. Allerdings gibt es viele „Stehtische“ die für Rollifahrer etwas zu hoch zum essen sind.

Wenn man im Alex frühstücken möchte kann man zwischen 8 und 10 Uhr reservieren. Später sind online Reservierungen nicht möglich. Aber man kann anrufen und eine Gruppe oder Rollstuhl anmelden.

Kaffeetrinken bei Sonnenuntergang

Waffeln mit heißen Kirschen und Vanilleeis im Alex

Im Januar geht die Sonne sehr zeitig unter, also eigentlich ist es noch Nachmittag. Darum gönnten wir uns ein Tässchen Kaffee und eine Waffel mit Vanilleeis und heißen Kirschen. Sehr lecker!

Dieses letzte Bild ist vom ersten Stock im Alex durch die Fensterscheibe aufgenommen. Deshalb nicht das aller beste, aber es zeigt ein wenig die Lichtstimmung.

Das Lokal war zu dem Zeitpunkt gut besucht, und es herrschte ein normaler Geräuschpegel. Doch in den Minuten als die Sonnenscheibe zwischen den Kränen versank, da wurde es einen Moment ganz still… die Gespräche verstummten und jeder zweite hielt ein Handy in die Höhe. Nach wenigen Minuten war der Zauber vorbei und der Trubel in dem Gastraum wieder ganz normal.

Mein Tipp:

Wenn Du ein paar Tage in Hamburg bist und zeitlich flexibel bis dann informiere Dich wann Sonnenuntergang ist und versuche dann an den Landungsbrücken oder im Alex zu sein, das kann sich lohnen, auch wenn es tagsüber schlechtes Wetter war.

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Samstagsplausch am 21.1.23

Diese Woche hatte ich Urlaub und habe ein paar Tage bei einer Freundin in Hamburg verbracht. Doch auch von unterwegs möchte ich wie jeden Samstag im Samstagsplausch von meinen Erlebnissen erzählen.

Der Urlaub ist leider nicht ganz so verlaufen wie es geplant war. Vergangene Woche hatte ich eine Nacht mit Schüttelfrost, Fieber, Hals und Magenschmerzen. Weil die Symptome sehr plötzlich auftraten hatte ich zuerst Angst das es wieder eine Corona-Infektion sein könnte. Was sich jedoch nicht bestätigte.

Ich fühlte mich ein paar Tage richtig krank und schlapp und deshalb habe ich eine Reise mit meiner Schwester zum Wellness in Bayern abgesagt. Darüber war sie etwas traurig, hat aber dann die Reise mit ihrem Partner gemacht.

Zugfahrt nach Hamburg

Diese Reise nach Hamburg war schon vor Wochen geplant und ich hatte dafür ein Super-Sparticket bei der deutschen Bahn gebucht. Dabei habe ich ein echtes Schnäppchen gemacht. Erste Klasse für knapp 40 €. Wobei ich dabei meine Bahncard nicht eingesetzt habe, denn meine Bahncard 25 gilt nur für die zweite Klasse.

Die beiden Tickets für diese Reise habe ich jeweils einzeln und ohne Bahncard-Rabatt gebucht. Diesen enorm günstigen Preis konnte ich ergattern weil ich mich mit dem an und Abreisetag nicht fest gelegt hatte und meine Hamburger Freundin hat mit viel Geduld die preiswerteste Konstellation gesucht.

Als es mir vergangenes Wochenende nicht so gut ging, sah es schon so aus als müsste ich diese Tickets verfallen lassen, denn Super-Spartickets sind leider nicht stornierbar. Erst im Laufe des Montags habe ich mich dann entschlossen die Reise doch anzutreten.

Übrigens gibt es das nicht mehr das eine Hin und Rückreise billiger wird wenn man sie zusammen bucht und dazwischen mindestens soundsoviel Tage liegen. Der Preis für diese Buchung wäre der gleiche gewesen egal ob zusammen gebucht oder in zwei einzelnen Buchungen. Ich habe mich nur für zwei Einzeltickets entschieden weil es im Falle von erheblichen Zugverspätungen einfacher ist die Fahrgastrechte (teilweise Erstattung) zu beantragen.

In diesem Fall war die Anreise am Dienstag Vormittag am billigsten. Allgemein sind Wochentage außer Montag und Freitag immer günstiger. Zurück geht es heute (Samstag) Nachmittag. Das hisst ich komme erst gegen Mitternacht zuhause an. Das stört mich allerdings nicht. Morgen ist ja Sonntag und ich kann mich dann noch von der Reise ausruhen.

Sonntags-Abends sind die Verbindungen meistens viel teurer. Weil erstens Sonntags weniger Züge verkehren und zweitens viele Pendler und Urlauber unbedingt am Sonntag zurück müssen.

Anreise

Die Anreise nach Hamburg hat einwandfrei geklappt. Wir hatten in Hamburg gerade mal 4 Minuten Verspätung. Das finde ich akzeptabel angesichts der weiten Strecke und der Tatsache das wir zweimal kurz warten mussten. Beide Male konnte da wieder eingeholt werden. Die Fahrt in der ersten Klasse war sehr angenehm. Ich hatte einen Einzelplatz mit Tisch. Und konnte somit mein Laptop bequem nutzen.

Während der Fahrt hatte ich einen „Besprechungstermin“ mit zwei Personen aus dem Raum Lörrach. Eine Bekannte hatte vorgeschlagen „komm wir machen das per Zoom, im Zug hast Du ja Zeit“ Zu meiner Überraschung funktionierte das einwandfrei. Die Internetverbindung über das WLan funktionierte einwandfrei. Ich konnte die Teilnehmer der Zoomkonferenz sehen und gut verstehen. Hin und wieder mal ist das Bild etwas gestockt aber die Verständigung war sehr gut. Ich hatte zu Anfang des Gesprächs gesagt das ich möglichst nicht reden wolle, wegen der anderen Fahrgäste und das klappte dann ganz gut. Die anderen redeten und ich kommentierte schriftlich im Chat. Die Anderen Fahrgäste wunderten sich nicht, fast jeder war mit Laptop,Tablett oder Handy beschäftigt.

Eine gute Freundin hat mich am Hauptbahnhof abgeholt. Mit dem offenen Cabrio! So sind die Hamburger! Kaum ein paar Sonnenstrahlen zu sehen, schon öffnen sie das Verdeck, auch wenn es kalt ist.

Wusstest Du das Hamburg das Bundesland mit dem größten Cabrio Anteil bei den Autoanmeldungen ist? Nachzulesen zum Beispiel hier.

Kaffeetrinken an der Alster

Weil so schönes Wetter war, kalt aber sonnig. Sind wir zur Außenalster gefahren und haben dort ein Kaffee getrunken. Eingemummelt in Winterjacken und vom Wirt bereit gestellter Decken und Stuhlkissen haben wir die Strahlen der tief stehenden Wintersonne genossen.

Zum Kaffee gab es ein portugiesisches Blätterteig Gebäck. Die Pasteis de Nata sind kleine Törtchen mit Vanille creme gefüllt und schmecken traumhaft… hat mir da nicht neulich jemand davon erzählt?

Auch das ist „Typisch Hamburger“… kaum zeigt sich etwas die Sonne, dann geht es raus an die Alster in die Außengastronomie. Egal wie Kalt! Die Wirtin der „Alsterperle“ erzählte mir das sie ganzjährig geöffnet haben, bei jeden Wetter. Und das obwohl es keinen einzigen Platz im Innenraum gibt. Also Kaffeetrinken draußen ist in Hamburg auch im Januar normal.

An der Aussenalster

Hier könnt ihr sehen wie dick eingemummelt ich war. Mütze und Kapuze gegen den kalten Wind. Thermostrumpfhose unter der Jeans ein Muss bei solchen Ausflügen.

Deutsches Hafenmuseum

In den letzten Tagen waren wir unter anderem auch mal am Museumshafen spazieren. Wobei wir keine Schiffe besichtigen konnten, da diese Wegen Winter geschlossen waren. Aber die zahlreichen historischen Kräne und Schiffe bieten auch ohne den zahlungspflichtigen Zugang sehr viele Fotomotive!

Museumshafen, ein Detail an der Peking

Auf den Bildern erkennt man nicht das es sehr kalt war, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt freut man sich nach einer kleinen Fotorunde auf das warme Auto.

Der Museumshafen hat weit mehr zu bieten und auch für Eisenbahn-Fans kann ich einen Besuch dort empfehlen. Wer sich für historische Bahnfahrzeuge interessiert kommt bei der Hafenbahn und weitere dort ausgestellter Exponate auf seine Kosten.

deutsches Hafenmuseum: nicht nur Schiffe… hier eine Übersicht der gezeigten Schienenfahrzeuge

Das Deutsche Hafenmuseum ist noch nicht fertig gestellt. Die eigentliche Eröffnung ist für 2025 geplant. Aber die Sammlung im 50er Schuppen kann schon besichtigt werden.

Besichtigung auf der Peking

Als wir dort waren, war alles geschlossen. Aber ich habe gerade entdeckt das die Peking am kommenden Mittwoch besichtigt werden kann:

Hier der Link zur Ticketbestellung: Besichtigung Peking.

Auf dem Rückweg zur Stadt kreuzte eine aktuelle Hafenbahn unseren Weg. Dieser Zug hatte Autos zum KFZ-Terminal gebracht.

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Mehr über Hamburg?

Meine Korallen im Museum – ein Korallenriff in Baden-Baden

Vom 29.1. bis 26. Juni diesen Jahres ist die Ausstellung „Wert und Wandel der Korallen“ von Christine und Margaret Wertheim im Museum Frieder Burda zu sehen.

Die beiden Schwestern aus Kalifornien möchten mit dieser Ausstellung auf die Problematik der Umweltverschmutzung und der damit verbundenen Zerstörung der Lebensräume der Korallen aufmerksam machen. Denn farbenfrohe und intakte Korallenriffe werden immer seltener, denn ihre Artenvielfalt ist durch die Erwärmung der Weltmeere sehr bedroht.

Das sogenannte Baden-Baden Satellite Reef ist eine von mittlerer Weile schon die 50ste Installation dieser Art weltweit, die die beiden Schwestern initiiert haben. Das Besondere an diesem Kunstwerk ist das die beiden Künstlerinnen es nicht komplett alleine gestaltet haben, sondern das fast 4000 freiwillige Häkler und Häkelerinnen daran beteiligt waren.

Faszinierende Artenvielfalt

Um die fast unendliche Artenvielfalt eines natürlichen Korallenriffs nachzuempfinden braucht es viele Menschen mit vielen Ideen. Denn in der Natur gleicht keine Koralle der anderen. Zwar gibt es typische Grundformen, dennoch ist jedes dieser filigranen von Korallenpolypen erbaute Gebilde einzigartig.

Die Idee für die Nachbildung einer solchen Kolonie viele kreative Menschen einzuladen ist eine sehr gute. Denn auch ein natürliches Riff wird nicht von nur einer Korallenart gebildet sondern von vielen verschiedenen die jeder auf seine eigene Art die farbenfrohen Formen baut.

Ein einzelner Künstler oder eine kleine Gruppe von Menschen könnte niemals so viele Ideen umsetzen das es der Artenvielfalt der Natur nahe kommt.

Dies ist nur ein kleine Ausschnitt des Baden-Baden Satellite Reefs

Begeisternde Ausstellung in Baden Baden

Schon am ersten Wochenende hatte ich die Möglichkeit für einen Besuch. Die Ausstellung wird noch bis 26. Juni gezeigt. Das Museum Frieder Burda befindet sich zentral gelegen Baden-Baden, nicht weit weg von Kurhaus und dem ausgedehnten Kurpark.

Meine Schwester und ich sind mit dem Auto angereist und haben in der Nähe geparkt. Das Museum liegt nicht weit weg von gleich mehreren Parkhäusern und von dort aus ist der Fußweg auch sehr gut beschildert. Kostenlos Parken ist allerdings in der Nähe des Kurparks nicht möglich.

Der Eintritt in das Museum kostet 14 €, es gibt allerdings Ermäßigungen für Schüler, Studenten und Familien. Um Stoßzeiten zu verhindern kann man online Tickets mit Zeitfenster buchen. Das funktioniert über die Firma Ticketfritz sehr gut. Aber ich denke das es auch immer Tickets direkt am Eingang gibt.

Das moderne Gebäude ist gut beheizt und es gibt eine überwachte Garderobe sowie Schließfächer wo man gegebenenfalls sein Gepäck unterbringen kann. Die Ausstellung kann Barrierefrei auch mit dem Rollstuhl oder Rollator besichtigt werden.

Das Baden-Baden Satellite Reef

Das hier in Baden-Baden zusammengestellte Korallenriff bei dem ich mich gemeinsam mit über 4000 anderen beteiligt habe befindet sich im oberen Stockwerk. Im EG werden Elemente von früheren Häkel-Riffs gezeigt. So begrüßt einen schon im Eingangsbereich hängendes farbenfrohes Gebilde. Eine einzelner riesiger Häkel- Helix hängt im Treppenhaus Bereich über mehrere Stockwerke! Ich frage mich nicht nur wie dieses lange Teil nach Baden-Baden geschafft wurde sondern auch wie man ein so großes und umfangreiches Einzelteil häkelt. Denn für mein Sachverständnis scheint es am Stück in 3 Stockwerken umfassender Reihenlänge gehäkelt zu sein.

Im OG befindet sich eine Wand mit allen Namen der Teilnehmer in Alphabetischer Reihenfolge. Da mein Nachname mit A beginnt, befinde ich mich in der obersten Reihe in 4-5 Metern Höhe. Deshalb konnte ich davon kein Foto machen. Aber ich habe eine alte Freundin gefunden, die auch mit gemacht hat.

Die Namen mit dem Buchstaben M sind gerade so hoch das ich ein Bild damit machen kann. Die Wand ist jedoch beschriftet bis zur runter zur Kniehöhe, Über 4000 freiwillige Häkler und Häklerinnen. Darunter auch Schulklassen. (siehe 5 Reihen über meiner Hand)

Sehenswerte Ausstellung gehäkelter Korallen

Das was ihr auf dem Bild hinter mir seht ist nur ein kleiner Teil von einem der Riff Elemente. Das Foto soll den Grössenumfang ein wenig darstellen. Ich denke das dieses Element hinter mir bestimmt 5-6 Meter lang ist und und 3-4 Meter breit. Und es ist nicht das größte!

Bei diesem Bild kann man die Höhe der Korallengruppen erahnen… aber das Bild kommt den Ausmaßen der ausgestellten Objekte in keinster Weise nahe. Hinter manchen Installationen könnte ich mich komplett verstecken.

Was wirklich fasziniert ist die Unterschiedlichkeit, in einem dieser kunstvollen Arrangements befinden sich unzählige Einzelelemente schier endlos wirkender Farbpalette. Unterschiedliche Größen, Farben, Materialien und Macharten direkt nebeneinander. Wie in der Natur ineinander verschlungen und aufeinander aufbauend.

Nur wenn man genau hin schaut kann man einzelne Häkelwerke erkennen. Denn sie sind so raffiniert miteinander kombiniert das sie zu einem faszinierenden Ganzen verschmelzen.

Wo sind meine Korallen?

Eine Zeit lang habe ich versucht meine eignen Elemente zu finden. Dazu hatte ich sogar die Fotos meiner Teile auf dem Handy dabei. Um mich besser an Form und Farbe zu erinnern. Es war mir nicht möglich auch nur eines meiner Teile zu finden. Es gab zuuuu viele Einzelteile und auch andere Mitwirkende waren auf ganz ähnliche Ideen gekommen. Mehr über meine Korallen findest Du unter „Korallen Häkelt für das Museum“.

Ich habe lange gesucht aber kein einziges meiner Objekte wieder erkannt. Vermutlich weil ich „normales Handarbeitsgarn“ verwendet habe. Ich bin vom Fach, beruflich verkaufe ich Handarbeitsmaterialieren und deshalb kenne ich viele Qualitäten so gut das ich sie ständig irgendwo wieder erkenne. Wenn zum Beispiel jemand einen Pullover trägt aus einer mir gut bekannten Wolle so sehe ich das . Aber hier bei dieser Ausstellung nahm ich nur noch ganz selten das Ausgangsmaterial wahr. Und wenn dann nur auf den 3. bis 4. Blick.

Unendliche Materialvielfalt

Nur zum Teil wurde nach Material getrennt, die meisten Riff-Elemente bestanden aus einer wilden Mischung. Bis auf eine komplett glitzernde Komposition, die zum Großteil aus Elementen aus Schwammgarn zusammmengestellt war. Doch selbst hier hat mich die Facettenreichheit und der Farbumfang fast erschlagen. Es ist faszinierend wie ein Material das so markant und gleichförmig wirkt mit Hilfe von so vielen verschiedenen Ideen die Schönheit der Natur nachempfinden kann. Gerade hier stellte sich beim Betrachten der Effekt ein das man glaubt die Wasserbewegung des Meeres wahrgenommen zu haben.

Wieder andere hatten das Thema total anders interpretiert und ich habe paarmal gedacht „oh darauf bin ich noch nicht gekommen“. Eine schier unendlich wirkende Vielfalt an Materialien wurde verwendet.

Es wurden Videobänder, Absperrband und Chipstüten verhäkelt. Und Idee mit einer Häkelarbeit aus Mülltüten auf die Zerstörung von ganzen Lebensräumen für diese Lebewesen aufmerksam zu machen, finde ich nahezu genial. Ist es nicht vor allem unser Müll der die Weltmeere bedroht und zerstört?

Bei einer Installation im Eingangsbereich wird der glitzernde Meeresboden aus Getränkedosenverschlüssen und Coronatest-Verpackungen dargestellt.

Sind es Pflanzen oder Häkelarbeiten?

Während dem Betrachten der Ausstellung vergisst man immer wieder das es eigentlich nur von Laien gehäkelte Elemente sind. Stattdessen taucht man ein in die faszinierende Welt eines Korallenriffs. Und auf diese Schönheit und Verletzlichkeit der Natur aufmerksam zu machen ist ja der Grundgedanke dieser Ausstellung.

Ein Besuch im Museum Frieder Burda lohnt sich

Deshalb möchte ich Dir diese Ausstellung ans Herz legen. Der Weg nach Baden-Baden und der Besuch im Museum Frieder Burda loht sich. Hier ein Video über diese Ausstellung.

Für Diejenigen die nicht nach Baden-Baden reisen können sind sogar Videoführungen geplant. Tickets dafür sollen in Kürze buchbar sein.

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog. Einen Artikel über ein anderes Mitmachprojekt findest Du unter „Fische Häkeln für die Landesgartenschau“

Das Baden-Baden Satellite Reef wird eröffnet

Morgen am 29. Januar 2022 wird im Museum Frieder Burda das Korallenriff ,gestaltet von den Schwester Margaret und Christine Wertheim, eröffnet. Die gehäkelten Korallen wurden von rund 4000 Mitwirkenden beigesteuert.

Und ich bin eine davon. Denn ich bin den Aufruf der beiden Künstlerinnen gefolgt und habe auch bunte Korallen nach Baden-Baden geschickt. Ein paar Bilder meiner Stücke findest Du unter Korallen häkeln für das Museum. Bei diesem Kunstprojekt bei dem die einzelnen Häkelarbeiten zu einem großen Korallenriff zusammen gefügt werden mitzumachen, hat mir viel Spaß gemacht. Und ich bin sehr gespannt die endgültige Kunstinstallation zu sehen.

Die Ausstellung eröffnet am 29. Januar

Die Installation wird vom 29. Januar bis 26.Juni in Baden-Baden zu sehen sein. Eine Komposition aus über 40 000 Einzelteilen von über 4 000 Häklern bildet das „Baden-Baden Satellite Reef“. Welches so benannt wird weil es nicht das erste dieser Art ist. Die Schwestern Margret und Christine Wertheim aus Kalifornien haben schon mehrfach ähnliche Projekte gestaltet. So gab es ähnliche Ausstellungen mit dem Namen „Crochet Coral Reef“ bereits in vielen Museen in der ganzen Welt. Eine Liste kannst Du auf der Website von Margaret Wertheim finden.

Die Ausstellung will auf die Zerstörung der Weltmeere hinweisen

Die Grundidee hinter diesem Kunstwerk ist auf die Umweltzerstörung in den Weltmeeren hinzuweisen. Das Museum Frieder Burda hat dazu einen Ausführlichen Text veröffentlicht. Und morgen am 29.1.2022 um 19 Uhr wird es zu diesem Thema einen Artist-Talk auf Youtube mit den Schwestern Wertheim geben.

Das ist mein Beitrag zu diesem Kunstwerk

Meine Werke im Museum

Ich finde nach wie vor die Vorstellung das etwas das ich selber mit meinen Händen gemacht habe nun in einem Museum ausgestellt ist, faszinierend. Auf dem Bild siehst Du meine Einzelteile die ich schon vor Monaten nach Baden-Baden geschickt habe. Ich bin sehr gespannt was daraus geworden ist und ob ich sie vielleicht in dem Gesamtkunstwerk wieder erkenne. Deshalb werde ich die Ausstellung am kommenden Sonntag besuchen.

Ticket für die Ausstellung

Die Tickets für die Ausstellung kann man Online reservieren. Denn ,wie seit Corona immer öfter, man muss ich vorher ein Zeitfenster reservieren. Das funktioniert ganz einfach über die Museums Website „Ticketbuchung“. Wenn Du nicht nach Baden Baden fahren kannst, sind Virtuelle Führung durch die Ausstellung geplant. Bei denen ein Kunsthistoriker per Zoom Konferenz durch die Ausstellungsräume führt. Die Idee finde ich ziemlich cool und das werde ich sicher auch mal ausprobieren.

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15. Januar Sonnenuntergang auf dem Hochblauen

Heute ist Samstag der 15. Januar. Vor einem Jahr habe ich hier täglich mein Lockdown Tagebuch geschrieben, da war das schon der Tag 30.

Dieses Jahr ist die Situation ein andere. Wir haben keinen Lockdown. Mein Arbeitsplatz hat ganz normal geöffnet. Nur dürfen wir nur geimpfte und genesene Kunden ins Warenhaus lassen. Was das zu führt das sehr wenig los ist und die Umsätze schlecht sind. Deshalb sind wir mal wieder in der Kurzarbeit. Bis zum Frühjahr 2020 kannte ich sowas überhaupt nicht.

Diesmal haben wir nicht kürzere Arbeitstage sondern wir haben einfach weniger Arbeitstage. So kam es das ich diese Woche gleich 3 freie Tage am Stück hatte. Diese Situation ist mir bei weitem lieber wie diese lange Zwangsfreizeit im letzten Januar,

Bewegungsfreiheit in Form eines Autos

Weil Freunde aus meiner Gemeinde momentan eine lange Wohnmobil Tour im Ausland machen, hatten sie vorgeschlagen mir ihr Auto zu leihen. Diesen Vorschlag hatte ich sofort begeistert angenommen. Meine Hauptmotivation war das ich mich damit vermehrt um meine Mutter kümmern kann.

Meine Mutter ist 82 und wohnt 30km entfernt. Normalerweise besuche ich sie alle 1-2 Wochen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Doch sie hat noch immer große Angst davor das ich mich im Bus oder Zug bei anderen Fahrgästen mit Corona anstecken könnte. Deshalb habe ich die letzten Monate für die Besuche bei Ihr immer einen Leihwagen genommen.

Das geht aber etwas ins Geld! Ich kann zwar bei Stadtmobil die Autos sehr preisgünstig Stundenweise anmieten. Aber mal ganz schnell irgendwas erledigen geht fast nicht mehr mit meiner Mutter.

Am liebsten ist es ihr wenn wir alles mit viel Zeit und spontan machen, denn sie weis ja einen Tag zuvor immer nicht „wie es mir geht“. Die Vorstellung ich komme am Dienstag um 14 Uhr, dann müssen wir alles erledigen was sie braucht und um Punkt 17 Uhr muss der Wagen zurück sein löst bei ihr Stress aus. Mit Terminen und Zeitdruck kann sie gar nicht mehr mit umgehen. Wenn sie einen Arzttermin hat, dann ist sie schon 2 Tage vorher nervös weil sie Angst hat es nicht rechtzeitig zu schaffen.

Das geliehene Auto einer Gemeinde-Freundin hilft ihr ungemein!

Wir können irgendwo hin fahren wenn sie sich danach fühlt, und wenn nicht können wir es lassen.

Mehr Freizeit und ein Auto

Letzten Januar hatte ich zwar komplett frei, aber ich konnte meine Mutter überhaupt nicht besuchen. Weder zum Kaffeetrinken, zum im Haushalt helfen noch um sie zum Artzt, oder Einkaufen zu fahren. Diese Lockdown Situation hatte sie schon sehr belastet.

Diesen Januar haben wir zum Glück keine Ausgangssperre oder Reiseverbot wie letztes Jahr. Und ich habe einen PKW mit dem ich ohne auf andere Menschen zu treffen nach Müllheim kommen kann. Das hat meine Mutter schnell verstanden und mir gleich eine ganze Liste von Erledigungen die sie mit mir machen will aufgetragen.

Wir mussten zum Orthopäden nach Freiburg, zur Krankenkasse nach Bad Krotzingen, zum Lebensmittel einkaufen, in dem Baumarkt usw.

Nachdem ich mit ihr paarmal unterwegs war hat sich gezeigt, je mehr ich einfach nur mit ihr rum fahre und sie irgendwas neues sieht (sie kann fast nicht mehr laufen) blüht sie richtig auf.

Also habe ich diese Woche das Auto genutzt um mit ihr „Spazieren zu fahren“:

Spazierenfahren

Am 6. Januar waren wir auf dem Kreuzweg im Schnee. In meinem Artikel „Mal kurz in den Schnee“ hab ich darüber berichtet.

Am Mittwoch waren wir auf dem Hochblauen! Das war faszinierend schön und wir konnten den Sonnenuntergang beobachten.

Hochblauen
Vereiste Bäume auf dem Hochblauen

Sonnenuntergang auf dem Hochblauen

Von der Küche meiner Mutter aus kann man das Hochblauen Hotel sehen. Also weis meine Mutter immer welches Wetter dort ist und ob es Schnee hat. In jedem Telefonat berichtet sie mit „der Blauen ist weis“ oder ähnliches.

Am Vergangenen Dienstag als ich von der Autobahn Richtung Müllheim fuhr fiel mit die Schneebedeckte Silhouette des Blauen auf, man konnte klar erkennen das dort oben die Sonne scheint. Weil uns der Ausflug zum Kreuzweg so gefallen hatte schlug ich meiner Mutter vor das wir spontan auf den Blauen fahren. Sie sagte sofort ja.

Ich kenne sie, hätte ich drei Tage vorher mit ihr planen wollen das wir in die Höhe fahren hätte sie hundert Argumente gehabt warum das nicht geht, Außerdem hat sie ja immer Angst das das Wetter nicht geeignet ist. Aber so sagte sie einfach ja und setzte sich in das Warme Auto und genoss begeistert die Sitzheizung.

Am Hochblauen Hotel angekommen zeigte sich uns eine interessante Aussicht. Die Täler unter uns lagen im dunstigen Nebel doch in der Ferne konnte man die hohen Gipfel der Alpen erkennen. In Richtung Schwarzwald konnte man die Gipfel von Belchen und Feldberg in der Sonne glitzern sehen.

Meine Mutter hatte etwas Angst auf dem zu gehen, so umrundeten wir nur das Hotelgebäude um uns auf der Südseite in die Sonne zu setzten. Ich hatte ein paar Stuhlkissen und zwei Decken dabei und meine Mutter war happy. Als es dann noch einen heißen Kaffee aus dem Hochblauenhotel gab war sie gänzlich zufrieden.

Eingemummelt in Winterjacken und Decken konnten wir ohne frieren eine Weile so in der Sonne sitzen. Einfach schön! Dabei konnten wir sogar einen Gleitschirmflieger beim Start beobachten. Ich fand das etwas mutig das er so kurz vor Sonnenuntergang noch starten wollte.

Hotel Hochblauen im Schnee

Der Sonnenuntergang

Innerhalb von Minuten änderte sich die Lichtsituation. Es war faszinierend. Viele Leute machten Fotos. Ein paar Fotografen mit aufwändiger Ausrüstung waren auch unterwegs. Denn die „Blaue Stunde“ hatte begonnen. Doch ebenso schnell wie das Sonnenlicht weniger wurde sank auf die Temperatur und meine Mutter drängte zum Auto. Etwas langsamer als normal fuhren wir wieder hinunter nach Müllheim „mach langsam es könnte Glatt sein“ ermahnte meine Mutter mehrfach und bis wir bei ihr zuhause ankamen war es bereits dunkel.

Das war ein wunderschöner Ausflug für sie und für mich auch. Ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit mit dem geliehenen Auto. Danke!

Mal kurz in den Schnee, ein Ausflug auf den Kreuzweg

Über dieses Ausflugsziel habe ich schon mal im Sommer geschrieben, siehe dazu „MIni Wanderung am Kreuzweg“. Auch dieses Mal ging es um einen Ausflug mit meiner leicht gehbehinderten Mutter,

Am 6. Januar war bei uns Feiertag und man konnte schon von Lörrach oder Müllheim aus erkennen das es in den Höhenlagen des Schwarzwald geschneit hatte. Meine Mutter ist mittlerer Weile 82 Jahre alt und überhaupt nicht mehr gut zu Fuß. Hinzu kommt das sie sich selbst öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr zutraut. Zum einen aus Körperlichen Gründen und zum zweiten ist ihre Orientierung und Merkfähigkeit nicht mehr so gut und sie hat Angst in den falschen Bus zu steigen.

Doch momentan bin ich in der glücklichen Lage das ich ein Auto einer Freundin nutzen darf und so konnte ich meiner Mutter unkompliziert den Wunsch erfüllen mal wieder „in den Schnee“ zu fahren.

In den Schnee ohne weite Gehwege

Da im Radiodienst durchgesagt wurde das im Bereich Feldberg die Parkplätze ausgelastet sind kam dies nicht in Frage. Wenn es dort so voll ist dann kann es sein das man weit abgelegen parken muss und das geht mit meiner Mutter nicht mehr. Sie kann aus Gesundheitlichen Gründen kaum noch Bergauf oder Bergab gehen. Schon im normalen Stadtgebiet geht sie Strecken über 100m mit zwei Wanderstöcken.

Da wir von Müllheim aus Starteten entschieden wir uns für einen Ausflug zum Kreuzweg. Hier fuhr früher der Skibus hin, der in Sichtweite der Wohnung meiner Mutter startete, so wusste sie früher immer verlässlich wann am Kreuzweg genug Schnee liegt um Ski zu fahren und wann nicht, weil sie jeden Tag die einsteigenden Skifahrer beobachten konnte. Diesen Bus gibt es nun sein ein paar Jahren nicht mehr.

Skilift am Kreuzweg

Ziel dieser Buslinie war der Skilift am Kreuzweg von dem wir glaubten das er für immer außer Betrieb ist. Doch das ist nicht richtig! Als wir am Donnerstag dort waren, war er zwar noch nicht in Betrieb aber er öffnet wieder. Mehr Informationen über Öffnungszeiten und Preise findest Du unter Kreuzwegalm.de. Warum der dort beworbene Kiosk an diesem Feiertag mit tollem Schneewetter nicht geöffnet war ist mir allerdings nicht klar.

Im Hintergrund ist der Skilift erkennbar, leider noch geschlossen

Unser Ausflug am 6.1.

Wir sind mit dem PKW von Müllheim aus gekommen. Die Strecke ist sehr kurvenreich und führt am ehemaligen Gasthof Sirnitz vorbei, den es leider auch schon viele Jahre nicht mehr gibt.

Auf der Passhöhe angekommen war meine Mutter sehr überrascht über die vielen Autos. Mir war das schon klar das bei diesem tollen Wetter viele Menschen auf diese Idee kommen. Der Parkplatz war gut gefüllt aber nicht komplett ausgelastet.

Aussicht in Richtung Belchen

Die Aussicht war wirklich faszinierend. Bei dieser Aufnahme lag der Belchen noch in einer grauen Wolke die sich jedoch später auflöste. Trotz der vereinzelten Wolken konnten wir den Sonnenschein und ein tolles Panorama bestaunen.

Nur ein paar Schritte gehen

Wie ich oben erwähnt habe kann meine Mutter nicht mehr gut laufen. Ihr Wunsch war es aber das wir uns an dieser frischen Winterluft etwas bewegen. Zuerst war ihr Ziel „nur bis zum anderen Ende des Parkplatz“ zu gehen. Denn sie hatte große Angst das sie auf dem Schnee ausrutschen würde. Doch es ging viel besser als erwartet.

Am anderen Ende schlug ich ihr vor das wir ein kurzes Stück den Wanderweg Richtung Nonnenmattweiter gehen könnten, dieser erschien mir das erste Stück ziemlich eben. Doch sie gab zu bedenken das es da bergab geht und sie Angst hat nicht wieder zurück zu schaffen. „Lass uns lieber bergauf gehen, dann ist der Rückweg einfacher“. Okay ich rechnete damit das wir 50-100m gehen und dann umdrehen. Doch wieder erwarten schaffte es meine Mutter viel weiter! Sie war förmlich beflügelt durch diese wunderschöne Winterlandschaft.

Schneebedeckte Bäume sind einfach schön

Es war wunderschön, gerade so kalt das man nicht länger stehen oder sitzen bleiben wollte und doch spürte man in der Sonne ihre Kraft. So eine weiße Schneelandschaft tut auch sofort der seelischen Stimmung gut und meine Mutter blühte förmlich auf.

Wenn es bei ihr unten in der Stadt Schnee hat, dann hat sie höllische Angst vor dem Ausrutschen und mag am liebsten gar nicht mehr aus dem Haus. Und nun zwischen den verschneiten Wäldern schlug sie selber vor weiter zu laufen!

Mein Tipp:

Wenn Du in Deinem Umfeld jemand älteres hat, der im Winter sehr zurückgezogen und ängstlich ist, schlaf doch einfach mal vor mit ihm auf dem Kreuzweg zu fahren, hier zu parken und nur ein paar wenige Schritte zu gehen.

Es waren auch sehr viele Familien mit kleinen Kindern unterwegs, So mancher Papa zog den Schlitten an uns vorbei und meine Mutter witzelte „wenn ich nicht mehr kann leihen wir uns von jemand nen Schlitten und Du fährst mich zurück zum Auto“. Tatsächlich schaffte meine Mutter nach einer kleinen Pause auf einem Holzstapel (unbedingt Tüte oder Kissen mitnehmen) den Weg zurück und war am Ende überglücklich. Es war für sie ein wunderschöner Ausflug. Nach etwa 1.5 Stunden waren wir wieder zurück in Müllheim.

Wanderparkplatz Kreuzweg

Den Wanderparkplatz Kreuzweg findest Du auch in den meisten Navis oder in Google Maps. Von hier gibt es zahlreiche ausgewiesene Wanderwege die sowohl im Sommer und im Winter wunderschön sind. Unter „Miniwanderung am Kreuzweg“ beschreibe ich einen Ausflug ebenfalls mit meiner nicht mehr geh freudigen Mutter. Ein tolles Ausflugsziel zu jeder Jahreszeit.

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Ich brauche Ziele

Heute möchte ich wieder beginnen regelmäßiger über meinen Tag zu schreiben. Nicht ganz jeden Tag aber jeden freien Tag. An den Arbeitstagen gibt es nicht so viel zu berichten, weil ich ja nicht nur über die Arbeit schreiben will und ich hab dann ja auch nicht so viel Zeit.

Aber wie es aussieht werde ich jetzt wieder öfter eher zu viel als zu wenig Zeit haben. Es wird wieder gruselig ruhig bei uns im Laden und in uns Mitarbeitern steigt die Angst vor einem erneuten Lockdown hoch. Angeblich ist das momentan noch nicht geplant, aber in den letzten Wochen und Monaten hat sich so vieles so schnell geändert… das man wieder mal mit solchen drastischen Maßnahmen rechnen muss.

Los geht es erst mal mit der Anweisung das wir jetzt mitten im Dezember Überstunden abbauen sollen… Früher war der Dezember der arbeitsreichste Monat des Jahres!

Hoffentlich kein Lockdown

Ich hoffe von ganzem Herzen das es nicht wieder so weit kommt wie letztes Jahr kurz vor Weihnachten. Wir wurden nach hause geschickt ohne zu wissen wann wir wieder kommen dürfen. Vor solch einer Situation habe ich extreme Angst. Der Grund ist das ich Single bin und alleine wohne und über Wochen hinweg alleine zuhause hocken ohne wirkliche Aufgabe macht mich depressiv.

Um dem entgegen zu wirken hatte ich im letzten Lockdown das Lockdown-Tagebuch geführt, in dem ich jeden Tag berichet habe was ich so gemacht habe. Weil der Lockdown vor bei war hab ich damit auf gehört, aber ich muss nun leider zugeben das es mir feht.

Dieses Jahr gab es auch noch dem Lockdown so viele Phasen für mich in denen ich nicht oder nur wenig gearbeitet habe und irgendwann beginnen sich Freizeit, Krankheit und Urlaub gleich anzufühlen. Das Problem ist nicht Langeweile, ich wüsste schon viele Dinge die ich tun könnte. Aber wenn ich keine Aufgabe oder Ziel für den Tag habe, dann dümpele ich so vor mir her und bringe nix davon auf die Reihe.

Ich muss mir Ziele schaffen

Heute war ich bei der Seelsorge, ja sowas hab ich manchmal auch nötig. Mich haben in den letzten Wochen einige Dinge sehr belastet, der Trauerfall, die Sorgen um meine Mutter, Angst das es am Arbeitsplatz wieder schwierig wird… die Angst vor Corona selber ist noch fast das kleinste. Alles das kam mir vor wie ein riesiger Sorgenberg und ich wusste nicht wo anfangen ihn zu bewältigen. Das heutige Gespräch hat mir da sehr geholfen. Vor allem weil es mir klar gemacht hat das ich nicht alles bezwingen muss. Vieles ist einfach so und kann getrost ich unbekämpft akzeptieren. Leichter gesagt als getan. Aber ich konnte den Berg ein wenig aufdröseln und schon ist es nicht mehr ganz so eine große Last.

Aber ein weiteres haben wir zusammen raus gefunden, das ich in ein Loch falle wenn ich keine Aufgabe oder Ziel habe und dann aus dem Blickwinkel des Lochs sehen alle Probleme viel schlimmer aus als sie sind.

Fazit: ich muss mir immer wieder kleine Ziele selber setzten

Und ganz offensichtlich brauche ich es auch irgendwie darüber zu sprechen. So wie beispielsweise die 10 000 Schritte täglich während des Lockdwowns.

Meine Aufgabe ist es nun mir die nächsten Tage Gedanken über meine Ziele zu machen und Euch diese hier mitzuteilen.

manchmal muss man sich einfach was gutes tun

Unmittelbar nach dem Gespräch war ich verheult und aufgewühlt, was völlig normal ist. Weil ich das geahnt hatte, hab ich schon vorher geplant danach einen längeren Spaziergang zu machen. Ich hatte zwar keine Idee wohin, aber einfach raus, los, und irgendwas anderes sehen.

Ich bin in Lörrach Stetten im Wohngebiet Läuselhard und der Hügel nebendran gelandet. Unterwegs hatte ich mir ein Getränk und eine Tafel Schokolade gekauft und exakt im richtigen Moment habe ich eine Bank mit einem wunderschönen Blick Richtung Basel entdeckt. Die kannte ich noch nicht, obwohl ich im Lockdown öfters dort unterwegs war.

auch „schlechtes Wetter“ kann schön sein

Obwohl das Wetter heute wirklich nicht sehr einladend war konnte ich ohne zu frieren eine Weile auf der Bank verweilen. Mich faszinierten zuerst die dunklen Wolken die schnell vorüber zogen. Doch trotz des düsteren Wetters konnte man bis zu den schneebedeckten Bergen in der Schweiz sehen. Zeitweise leuchtete der Horizont leicht Abendrotähnlich in Rottönen. Leider ist es mir nicht gelungen diese Lichtsituation mit dem Handy einzufangen.

Die Pause auf der Bank hat richtig gut getan, es war genau das was ich in dem Moment gebraucht habe!

Ein Thema für unterwegsistdasziel

Beim Laufen hab ich mir Gedanken gemacht ob ich heute wohl genügend Themen hätte um wieder einen schönen langen Blogpost zu schreiben. Irgendwie brauchte es doch ein Highlight das Euch bissel mehr interessiert als nur meine Emotionale Lage. Und genau dann entdeckte ich das hier:

Holzschnitzereien aus Lörrach Stetten

An einem normalen Wohnhaus fand ich diese Präsentation mitten in einem Holzstapel. Total schön gemacht und liebevoll präsentiert. Im Hauseingang dann noch ein Tisch an dem man geschnitzte Kleinigkeiten ab 9€ kaufen kann sowie das man klingeln soll wenn man die Krippenausstellung im Gebäude anschauen möchte.

Holzschnitzkunst Bodenheim

Es handelt sich um die Firma Holzschnitzkunst Bodenheim und die Ausstellung ist momentan täglich von 10-20 Uhr geöffnet. Man kann telefonisch einen Besichtigungstermin machen, oder einfach an der Türe klingeln. Mehr Informationen über das Angebot findest Du auf www.holzschnitzkunst-bodenheim.de

Diese Firma fertigt auch Wandreliefs, Grabmale oder Familienwappen.

Wenn Du mal in Lörrach Stetten unterwegs bist lohnt sich ein Abstecher zu der Krippenausstellung im Badstubenweg.

Ziel erreicht:

Also heute habe ich mein Ziel erreicht etwas neues zu entdecken, etwas mit dem ich nicht gerechnet habe. Das Schrittziel hab ich mit 6900 Schritten nicht ganz geschafft (aber das ist ja auch nicht soo wichtig)

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Unterwegs … mit Stuttgart 21

Stuttgart 21 nennt sich das ehrgeizige und meiner Meinung nach auch etwas größenwahnsinnige Bauprojekt am Stuttgarter Hauptbahnhof.

Der historische Bahnhof in Stuttgart war (bzw ist) ein Kopfbahnhof. Bisher endeten alle Gleise vor dem historischen Bahnhofsgebäude. Das diese Bauweise für das heutige Verkehrsaufkommen nicht mehr ideal ist brauche ich wohl nicht näher zu erklären. Jeder Zug der hinein fährt muss in die Richtung aus der er kam auch wieder raus fahren, das braucht mehr Zeit und mehr Platz als ein normaler Bahnhof wo die Züge einfach durch fahren können.

In Stuttgart fehlt schlicht und ergreifend der Platz um den Bahnhof einfach in einen Durchfahrtbahnhof umzubauen. Das Innenstadtgebiet von Stuttgart ist dicht gedrängt und sehr zugebaut. Denn Stuttgart liegt in einem „Kessel“ umgeben von Hügeln, die schon längst alle auch schon zum Stadtgebiet gehören und ebenso dicht bebaut sind findet man einfach keinen Platz mehr für zusätzliche Bahntrassen.

Darum kam man auf die Idee einen unterirdischen Fernbahnhof zu bauen. Hier sollten dann die ICEs und co in viel kürzeren Abständen durchfahren und so die Verkehrslage entlasten.

Stuttgart 21 trifft auf Wiederstand

So war die Idee diesen riesigen und aufwendigen Bahnhof bis 2021 zu bauen und deshalb gab man diesem Projekt den Namen „Stuttgart 21“. Doch schon vor Beginn der Bauarbeiten gab es erheblichen Wiederstand in der Bevölkerung und bei Umweltschützern. Jahrelang wurden schon die ersten Vorbereitungen blockiert und gestört.

Bezeichnend dafür waren die Protestdemos. Doch weder Baumbesetzer noch Demonstranten konnten die Planungen aufhalten und so haben die Bauarbeiten mit Verspätung begonnen.

Gegner dieses Bauvorhaben warten schon sehr früh das der Untergrund in Stuttgart nicht wirklich geeignet sei. Jetzt wo die Bauarbeiten laufen gibt es fast wöchentlich Meldungen über unerwartete Probleme und jeder Bauabschnitt wurde bisher viel aufwendiger und teurer als zuvor geplant. Und alles verzögert sich mehr und mehr.

Bahnhof umbauen mit Fahrgästen

Eines der Hauptprobleme ist auch das der Zugbetrieb nicht unterbrochen werden kann, denn die ganze Region ist auf Pendler angewiesen und es wäre gar nicht möglich alle Reisenden auf dem Straßenweg zu transportieren. Deshalb fahren die Züge weiterhin. Allerdings ende die Bahnsteige ein ganzes Stück eher und die Fahrgäste werden über fast wöchentlich anders verlaufende provisorischen Brücken durch das Baustellengelände geleitet.

Umsteigen am Stuttgarter Hauptbahnhof

Gestern Abend bin ich in Stuttgart angekommen und musste am Hbf umsteigen auf die S-Bahn. Das habe ich schon oft gemacht, denn meine Schwester wohnt in Stuttgart, und ich besuche sie seit Jahren regelmäßig mit dem Zug. Bisher dauerte der Umstieg von den Zügen auf die S-Bahn nur wenige Minuten. In der Bahnhofshalle gab es einen Aufzug direkt zu der S-Bahnstation.

Doch gestern brauchte ich für den Weg vom Zug bis zum Bahnsteig der S-Bahn über 15 Minuten! Ich hatte einen kleinen Trolleykoffer dabei, der nicht sehr schwer ist. Und ich bin bin wie ihr wisst recht gut zu Fuß unterwegs.

Die Gleise enden momentan mindestens 500 m von der alten Bahnhofshalle entfernt. Hier befinden sich kleine provisorische Verkaufsstände für Brötchen und Getränke, eine eigentliche Bahnhofshalle gibt es momentan nicht.

Gestern wurden die Reisenden mittels riesiger Plakate und Zeiger und Linien auf dem Boden im Weiten Bogen um das Baustellengebiet geleitet. Zu meiner Überraschung musste ich vom Gleis kommend nach links gehen, obwohl ich weiß, dass die S-Bahn-Station rechts vom Bahnhof liegt.

Überall Bretterwände und Wegweiser, an mancher Stelle sogar noch zusätzlich Personal die den Fußgängern sagen können wo es lang geht. Der Weg ist gut ausgeschildert und mit Holzplatten und Rolltreppen auch so ausgestattet, dass man mit Gepäck oder Kinderwagen gut voran kommt. Aber es ist eine weite Strecke!!! Deshalb waren auch nur sehr wenige Leute mit Rollatoren oder gar Rollstühlen unterwegs.

Ich habe leider versäumt, auf den Schrittzähler zu sehen, aber ich denke ich bin da um den Bahnhof herum mindestens 1 km gelaufen.

Wie beim Wandertag

Die Bewegung der Menschenmassen in den Gängen und Brücken erinnert beinahe an einen Wandertag oder eine Völkerwanderung. Dabei ist allerdings positiv anzumerken das hier wenigstens das „rechts gehen“ echt funktioniert. Und wer sehen bleibt denkt auch meist daran rechtzeitig an den Rand zu gehen, so dass es keine Stauungen gibt.

Aber verwirrend und beängstigend für ältere oder nicht so gut orientierte Personen ist das ganze schon sehr verwirrend. Der genaue Verlauf des Weges ändert sich ständig. An einer Stelle musste wir gestern nach einer Rolltreppe einen U-Turn machen und um sie herum gehen. An irgendwas drum herum orientieren ist so gut wie nicht möglich, denn der Weg ist seitlich mit Bretterwänden verschalt.

Heute morgen alles anders?

Heute morgen mussten wir wieder am Hauptbahnhof von der S-Bahn zum Zug. Und ganz anders als sich erwartet hätte, mussten wir dieses Mal auf der anderen Seite um die Baustelle herum laufen. Diesmal ging es nicht durch hölzerne Tunnels sondern draußen über den ehemaligen Parkplatz und die angrenzende Kreuzung. Zum Teil erkennt man noch die ehemalige Straßenmarkierung, die nun mit einem Gelben Streifen übermalt ist. An jeder Ecke Schilder „Folgen Sie der gelben Linie“

Meine Schwester ist Ortskundig und sie hat festgestellt, dass wir wenn wir an der nächsten S-Bahn-Station ausgestiegen wären und nicht an der „Hauptbahnhof“ wir vermutlich weniger weit hätten laufen müssen. Diese Art der „Passantenumleitung“ ist nicht nur verwirrend und anstrengend sondern auch für Personen mit Gehbehinderung überhaupt nicht machbar.

Stuttgart Hauptbahnhof

Wo ist der Bahnhof?

Auf dem Bild oben, das ich heute morgen gemacht habe seht ihr den Hauptbahnhof der Landeshauptstadt… wie ihr seht, seht ihr nicht viel…

Im Bildhintergrund, hinter dem linken Kran und der Laterne erkennt man die provisorischen Überdachungen der Gleise… da wollen wir hin, müssen aber rund herum um das Loch in der Mitte. Das eigentliche Bahnhofsgebäude ist nicht mehr zu sehen, das liegt rechts vom rechten Bildrand.

Stuttgart 21

Der neue Bahnhof

Dieses Bild ist nun von der anderen Seite gemacht. Ich habe durch einen Bauzaun hindurch fotografiert, was nur an wenigen Stellen möglich ist. Ganz links hinter dem Kran kann man eine Fassade des alten Bahnhofsgebäudes erkennen und rechts im Bild erahnt man drei Tunnelröhren. Ich denke, dass man kein Tiefbau-Architekt sein muss um zu erkennen, dass es wohl dieses Jahr nichts mehr wird mit der Eröffnung von dem neuen Tiefbahnhof.

Ironische Stimmen sagen ja schon das „Stuttgart 21″so heißt, weil der Bahnhof im 21 Jahrhundert fertig werden soll.

Mein Fazit:

Wenn Du technisch interessiert bist und Dir die Baustelle angucken willst ist Stuttgart interessant. Aber wenn nicht rate ich von einem Umstieg in Stuttgart dringend ab. Wenn es nicht zu umgehen ist das unbedingt viel viel mehr Zeit zum Umsteigen einkalkulieren!

Update am 11.11.:

Wenn Dich das Bauvorhaben näher interessiert, vom 6.-8. Januar 2022 finden von 10-16 Uhr die „Tage der offeneren Baustelle“ statt. Der Eintritt ist frei. Näheres unter ITS

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24. Oktober Sonntagsspaziergang bei Müllheim

Heute war ein sonniger Herbstsonntag mit blauem Himmel und milden Temperaturen. Ich habe diesen Tag für einen kleinen Ausflug mit meiner Mutter genutzt.

Gestern Abend habe ich nach langer Zeit mal wieder bewusst das TV-Programm verfolgt. Einer meiner Lieblingssänger Thomas Anders hatte angekündigt bei der Schlagerboom TV-Show mit Florian Silbereisen dabei zu sein.

Diese Silbereisen Shows hatten mich (vor Corona) generft. Für mein Empfinden waren sie zu lang und zu langweilig. Immer die gleichen Künstler und irgendwie immer das gleiche Konzept.

Doch jetzt nach fast zweijähriger Abstinenz hat mich das jetzt mal echt interessiert. Ich wollte sehen ob die wirklich wieder zehntausende Zuschauer in die Halle lassen. Mich interessierte das drum rum fast mehr als die auftretenden Sänger selbst.

Angestachelt wurde dieses Interesse auch noch davon das ich ein paar Leute kenne die vor Ort in der Dortmunder Westfalenhalle waren. Eine ehemalige Arbeitskollegin (aus Lörrach!) hatte bei Facebook gepostet das sie bereits morgens um 6:30 vor der Halle auf den Einlass wartete. Auf diese Weise hat sie es natürlich in die erste Reihe geschafft!

Die Show hat mir ausnahmsweise sogar gut gefallen, obwohl mich der Auftritt von Thomas Anders und Florian Silbereisen nicht vom Hocker gerissen hat. Der Titel den die beiden gesungen haben gefällt mir gar nicht. Aber in die Show hat er gepasst.

Für mich war das ein ungewöhnlich langer Fernsehabend.

Trotzdem bin ich heute morgen um 7 Uhr aufgestanden. Ich mag einfach nicht mehr gerne lange schlafen. Und außerdem wollte ich um 9:30 rechtzeitig los gehen zum Gottesdienst. Der Spaziergang bis zum Gemeindezentrum hat mir sehr gut getan, bei strahlend blauen Himmel und morgendlicher Herbstsonne.

Nach dem Gottesdienst bin ich dann zu dem vorher reservierten Car Sharing Auto um zu meiner Mutter nach Müllheim zu fahren. Sie hat sich sehr über den mitgebrachten Nusszopf gefreut und nach einem gemütlichen Kaffeetrinken sind wir dann ein wenig raus gefahren.

Sonntagsausflug bei Müllheim

Meine Mutter hatte die Idee das wir zu einem nahen Hügel bei Müllheim fahren könnten, dort war ich schon sehr sehr lange nicht mehr. Den Ort nennt sie noch immer „Jude-Galge“… diesen Ausdruck hatte ich als Kind öfters gehört und ich hatte befürchtet es sei ein Überbleibsel aus der NS Zeit und würde nur noch umgangssprachlich so genannt. Doch dieser Ort ist 1653 urkundlich erwähnt und heißt wirklich Judengalgen. Was man so alles erfährt wenn man mal nach schlägt.

Aussicht vom „Judengalgen“ in Richtung Blauen

Es war herrliches Wetter und die Farben der herbstlichen Bäume strahlten um die Wette. Leider kommt das auf den Fotos überhaupt nicht zur Geltung.

In Westlicher Richtung konnten wir die Silhouetten der Vogesen sehen, auch diese sieht man auf den Fotos gar nicht mehr.

Auf diesem Bild kannst Du erkennen das wir ohne Jacken unterwegs waren, die Sonne hatte heute echt noch so viel Kraft das es uns beinahe in den Pullis zu warm wurde.

Auch zu erkennen ist das meine Mutter nur noch mit den Wanderstöcken unterwegs ist. Im Hintergrund der Feldweg den wir nur ein wenig hin und her gegangen sind. Diese Strecke ist gerade noch so flach genug das sie ohne viele Schmerzen gehen kann. Bergauf und Bergab macht ihr immer mehr Mühe. Deshalb ist sie immer ganz happy wenn ich mit einem Auto komme und mit ihr ein wenig raus fahre.

Mais im Markgräflerland

Der Spaziergang mit meiner Mutter hat echt gut getan. Mir ist mal wieder bewusst geworden in welch schönen Landschaft wir hier leben. Ich mag die sanften Hügel des Markgräflerlandes. Gerne wäre ich viel länger und weiter gewandert, doch meine Mutter ist echt nicht mehr so gut zu Fuß und war dann ganz froh als wir wieder zurück am Auto waren. Kaum vorstellbar das wir früher öfters bis zum Judengalgen gelaufen sind. Ich erinnere mich sogar an ein Kinderfoto von hier, wo sogar noch der Kinderwagen meiner Schwester mit drauf ist…

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