Archiv der Kategorie: Bahnhof

14. März der Bahnhof in Müllheim verschwindet

Gestern hatte ich meinen regulären freien Tag und geplant war das ich zu meiner Mutter nach Müllheim fahre um ihr beim Einkauf und im Garten etwas zu helfen.

Im Januar und Februar waren Besuche und Erledigungen bei meiner Mutter, die 35 km entfernt wohnt kein Problem. Freunde hatten mir für zwei Monate ihr Auto überlassen und so konnte ich alles mit dem KFZ erledigen. Doch nun muss ich mir jedes mal eine Lösung suchen.

Carsharing in Müllheim

Auch in Müllheim gibt es Carsharing von Stadtmobil. Mittlerer Weile sogar schon 3 verschiedene Fahrzeuge. Für den gestrigen Montag hatte ich den Seat Mii, dessen Standort im Parkhaus auf der Breite ist, reserviert, Geplant war das ich mit dem Zug nach Müllheim fahre, mit dem Bus bis zur Haltestelle „Amtsgericht“ und ab da muss ich nur noch etwa 200m bis zum Leihwagen laufen, Von dem Auto-Standort bis zur Wohnung meiner Mutter brauche ich normalerweise 3 Minuten,,,

Zugverspätung

Doch schon beim zweiten Halt des Nahverkehrszuges wurde mir klar, dieser Zug fährt nicht planmäßig. Schon in Weil am Rhein und Haltingen mussten wir länger warten. Schon nach der halben Strecke rief ich meine Mutter an um ihr zu sagen das sie nicht zur verabredeten Zeit vor der Türe stehen muss, denn der Zug hat bestimmt mehr als 10 Minuten Verspätung und damit erreiche ich den geplanten Bus in die Stadtmitte nicht. Ich spielte schon mit dem Gedanken zu laufen.

Als wir endlich in Müllheim ankamen war ich fast überrascht das das Bahnhofsgebäude noch da ist, denn es ist schon länger geplant das dieses abgerissen werden soll. Das grüne Gebäude steht noch, aber der Vorplatz wo die Bushaltestellen waren ist eine riesige Baustelle. Also suchte ich erst mal die provisorischen Bushaltestellen. Im DB-Navigator zeigte es mir an das in wenigen Minuten ein Bus kommt. Dieser kam exakt pünktlich!

Ich fuhr mit dem Bus wie geplant bis „Amtsgericht“ und ging zum Auto. Ich konnte den Wagen nur 30 Minuten später als ursprünglich geplant abholen, damit war ich ganz zufrieden. Vor dem los fahren rief ich meine Mutter an das ich gleich komme. Ich fuhr los, den Weg den ich immer fahre, normal brauche ich dafür 3-5 Minuten. Aufgrund einer weitläufigen Baustelle ist die wichtigste Durchgangsstraße der Müllheimer Innenstadt eine nur einspurig befahrbare Einbahnstraße. Diese Verkehrsführung kannte ich bereits. Aber mitten in dem Baustellenbereich versuchten gerade ein großer LKW und ein Bagger den Straßenverkehr zu Kreuzen. Oder was auch immer sie vor hatten, ich konnte das längere Zeit nicht wirklich erkennen ob sie nun rausfahren, wieder rein oder Wenden wollen…

Direkt vor mir fuhr ein alter Mann auf einem Fahrrad und wurde von dem plötzlich Rückwärts fahrenden LKW fast übersehen. Ich hupte, und zwei Passanten schien auf um den Fahrer aufmerksam zu machen. Der Alte Mann kam mit dem Schreck davon! Er konnte über den Fussgängerweg aus der Situation entweichen. Doch ich stand irgendwann zwischen den beiden riesigen Baufahrzeugen, die sich in für mich nicht ganz nachvollziehbare Richtungen bewegten. Der Bagger überholte mich (einspuriger Verkehr!) und befüllte den Laster mitten auf der Strasse… äähm…

Baustellen in Müllheim

Nur mal zum richtig vorstellen: Ich saß gerade mal eine Minute in einem anderen ungewohnten Auto und brauchte für eine Strecke die sonst 3 Minuten dauert fast 15 Minuten. Ich war so froh als ich endlich aus diesem Baustellenknuppel raus war.

Meine Mutter brauchte ein paar Erleidigungen, Zuerst zu einem Arzt wo sie ein Rezept abholen musste, dann dieses in einer Apotheke abgeben und dann wollte sie einen Brief unbedingt direkt auf der Post abgeben. Jetzt rate mal wo die Apotheke und die Post sind? Mitten im Baustellenbereich! Meine Mutter verstand nicht, warum ich da jetzt nicht hin fahren wollte. Letztlich bin ich innerhalb der nächsten Stunde drei mal da durch gefahren, weil meine Mutter irgendwas in der Gegend wollte. Du kannst verstehen das ich da leicht genervt war.

Baustelle im Bahnhofsbereich

Eine weitere Erledigung für meine Mutter mussten wir ganz in der Nähe des Bahnhofs machen. Auch dahin mussten wir wegen umfangreicher Baustellen einen Umweg fahren. In Müllheim werden neue Bahngleise gebaut und dafür laufen nun großflächig die Vorbereitungen. Während meine Mutter im Gebäude ihren Termin hatte wartete ich im Auto. Direkt neben mir belud ein riesiger Bagger zwei große Lastwägen mit Erdreich. Faszinierend wie schnell das geht!

Mama will Hilfe im Garten

Meine Mutter hatte schon zuvor am Telefon angedeutet das sie Hilfe im Garten bräuchte, das sei so viel und schwer… ich solle alte Klamotten anziehen, falls ich etwas bei der Gartenarbeit beschädige. Ich hatte allerdings nur alte Schuhe an, bei denen es nicht schlimm ist wenn sie dreckig werden.

Meine Mutter wollte mir noch lang andere Kleidung und andere Schuhe aufdängen und wollte mit mir erstmal besprechen wie man vorgehen könnte um das alles zu schaffen… Moment mal! Ich hatte den Leihwagen bis 17 Uhr reserviert und sie kommt mir mit diesem Anliegen um 16:30 !!!

„Zeig mir einfach worum es geht“. Also nicht lange umziehen und blabla, Runter in den Garten, dort stand noch ein verdorrter Busch aus dem Vorjahr und diesen sollte ich beseitigen. Es handelte sich um dünne Äste einer Staudenpflanze die man ganz einfach mit einer Rebschere abschneiden kann. Meine Mutter dramatisierte das sehr… sie wüsse nicht ob eine der drei Scheren stark genug sei und und ob ich nicht ein geeignetes Werkzeug mitbringen könnte… blabla…

Was denkst Du wie langsam ich bin?

Kurzer Hand verlängerte ich mit der Carsharing App die Buchung für das Auto und begann zu schnippeln. Um 17:15 war der Busch weg und zerkleinert im Bioeimer. Meine Mutter hatte wieder mal ein Problem bis zur Unbewältigbarkeit aufgeblasen. Für mich war das Ding in knapp 20 Minuten erledigt.

Meine Schwester hatte mir am Telefon gesagt das Mama irgendwas von Blumenerde gewollt habe und sie ihr aber wegen ihrer Rückenverletzung abgesagt habe. Ich fragte also „Wo ist die Blumenerde und wo soll sie hin“. Ja die Blumenerde ist ein 40 Liter Sack der da hinten an der Mauer leht, der auf das gerade abgeräumte Blumenbeet müsse… aber das sei zu schwer und das würden wir heute nicht mehr schaffen…

Ich schnappte den Sack, schnitt ihn auf und verteilte die Erde schneller als meine Mutter realisieren konnte das ich den Sack ohne Hilfsmittel bis zum Blumenbeet bewegen kann. Seit Wochen stand die Blumenerde da und sie habe die ganze Zeit überlegt wen sie bitten könnte diese Arbeit zu tun. Ich hab das mal eben in 10 Minuten erledigt.

Meine Mutter bedankte sich etwa 20 Mal dafür. Ich verstehe nicht warum sie mich zuerst durch die Stadt und zum Briefkasten usw jagt, wenn ihr das mit dem Garten so viel wichtiger war. Sämtliche Erledigungen hätten wir viel schneller erledigt wenn sie von Anfang an klarer kommuniziert hätte was noch zu tun ist und wir es in schlauerer Reihenfolge gemacht hätten.

Um 17:45 Uhr brachte ich den Leihwagen zurück. Dafür musste ich übrigens an der Apotheke und der Post vorbei… hätte man alles in einem erledigen können.

Heimreise mit Hindernisse

Meine Ursprünglich kurz nach 17 Uhr geplante Zugverbindung war natürlich weg. Stattdessen wollte ich den Bus um 17:53 nehmen und dann den Zug um 18:07. Mit der Verbindung wäre ich 19 Uhr zuhause gewesen. Leider kapierte ich zu spät das die Haltestelle aufgrund der Baustelle nicht angefahren wird. Das war mein Fehler, selber Schuld. Also entschied ich mich zum Bahnhof zu laufen und einen späteren Zug zu nehmen.

Der Spaziergang tat ganz gut, und ich sah ein faszinierendes Abendrot. Am Bahnhof dann Verwirrung. Das Bahnsteig das ich kenne gibts nicht mehr. Stattdessen die Information mein Zug ginge an Gleis 3 ab. Früher gab es hier nur 1,2 und 5 und nun Wegweiser zu 4 und 6 ? Wo ist Gleis 3?

Gleis drei ist jetzt das war früher Gleis 1 war, das wo ich vorhin angekommen war. Alles andere drum herum ist Baustelle!

Wo ist mein Gleis?
Diesen Wegweiser braucht es wirklich

Ende der 80er Jahre habe ich hier an diesem Bahnhof täglich gependelt. Insgesamt 5 Jahre lang. Damals kannte ich hier jeden Fahrradständer… und heute verlaufe ich mich hier fast…

Unterführung am Bahnhof Müllheim

Das ist die Unterführung die ich jeden Morgen nehmen musste.

Ich erinnere mich noch ganz dunkel an ein Ereignis aus meiner Kindheit. Wir waren gemeinsam mit meiner Oma (1983 verstorben) jemandem am Bahnhof abholten. Ich trug einen Blumenstrauß. Als wir durch die für mich damals gruselige Unterführung gingen fuhr ein Zug darüber und ich hielt mir vor Angst den Blumenstrauß über den Kopf, meine Oma erklärte mir das wenn das Bauwerk einstrürzt so ein paar Blumen mich auch nicht mehr schützen können. An diese Anekdote musste ich immer wieder denken wenn ich da durch musste.

Warten am Gleis 3

der Bahnhof Müllheim ist schon halb weg

Auf diesem Bild siehst Du das von dem Dach am Gleis zwei gar nichts mehr übrig ist. Immerhin funktioniert die Uhr noch… ich war um 18:30 am Bahnsteig…

Der Zug hat 45 Minuten Verspätung

Dann kam die Durchsage das mein Zug 45 Minuten Verspätung hat. Dazu aber keine weiteren Informationen ob vorher fahrende Züge vielleicht auch später sind und ich einen von diesen nehmen könnte… Es blieb nur warten.

Zum Glück hatte ich meine Winterjacke dabei und sogar noch eine Leggins unter der Jeans, als hätte ich es geahnt. Meine prägendste Erinnerung an diesen Bahnhof: „warten und frieren“ …

Es kommt ein Zug

Es kam tatsächlich ein Zug mit der Aufschrift Basel. Ich stieg ein um dort zu erfahren das es sich um den RB 27 der um 18:07 hätte fahren sollen handelte. Leider war mein Handyakku schon so leer das mein Handy in den Energiesparmodus ging, der DB Navigator funktioniert dann nicht mehr. Ich bat meine Schwester per whatapp nach zu sehen ob ich Anschluss in Basel oder Weil am Rhein habe. Sie meinte Weil wäre sinnvoller. Doch dann kam ein Zugbegleiter und als ich diesen fragte, räumte er ein das die S5 ab Weil am Rhein heute nicht korrekt verkehrt und es besser sei bis nach Basel zu fahren. Er war der Meinung das wir die S6 nach Lörrach um 19:47 nicht mehr erreichen würden, aber um 20:17 fährt ja die nächste.

Ich hatte Glück, wir fuhren genau 19:45 in Basel ein und ich rannte wie zahlreiche andere Fahrgäste zum anderen Gleis und wir erreichten die Bahn die exakt 19:47 los fuhr!

So war ich dann um 20 Uhr endich zuhause!

Ich war von 13-20 Uhr unterwegs um mit meiner Mutter ein paar Dinge in der Stadt zu erledigen und etwa 30 Minuten Gartenarbeit zu machen. Solch ein zeitlicher Aufwand für so wenig Hilfe vor Ort.

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So funktioniert die Erstattung wenn der Zug verspätet ist

In diesem Artikel möchte ich Dir erklären wie Du Dein Geld bei einer erheblichen Zugverspätung zurück bekommst. Traditionell gibt es dafür das Formular für Fahrgastrechte, doch seit Juni 2021 gibt es auch einfachere Wege.

Wann steht mir Geld zurück zu?

Wenn Du mit eine Verspätung von 60 Minuten am Zielort ankommst steht Dir eine Erstattung von 25% zu. Wenn Du sogar 120 Minuten später ankommst sogar 50%. Dieses Geld wird Dir jedoch nicht automatisch gut geschrieben oder so. Dafür muss Du selber tätig werden:

Lass Dir bestätigen das Du gefahren bist

Dafür ist es wichtig das ein Fahrkartenkontrolleur dein Ticket abgescannt hat. Nur dann ist ganz sicher nachvollziehbar das Du in dem verspäteten Zug warst. In Nahverkehrszügen kann das manchmal schwierig sein, nicht immer kommt der Zugbegleiter wirklich durch den Zug.

Wenn Du in einem solchen Zug bist und Du durch dessen Verspätung Deinen gebuchten Anschluss nicht bekommst kannst Du Dir dies auch im betreffenden Bahnhof bestätigen lassen. Dazu macht der Mitarbeiter im Reisezentrum einen Stempel auf Dein Ticket. Wenn Du ein E-Ticket im Handy hast druckt er Dir das entsprechend aus. Dieser Service ist immer kostenfrei, bedarf aber manchmal etwas Geduld, wenn die Verspätung viele andere Fahrgäste betrifft.

Was hilft hier der DB-Navigator?

Hast Du Dein Ticket im DB-Navigator gebucht, zeigt Dir die App schon frühzeitig an das Verbindung nicht möglich ist und Du kannst Dich rechtzeitig um eine Bestätigung kümmern. Außerdem zeigt Dir die App schnellstmöglich eine oder sogar mehrere Alternativen an. Selbst wenn Du ein Spartiket oder Super-Spartikelt hast, bei denen eine Zugbindung gilt kannst Du die angezeigte Alternative fahren auch wenn diese teurer oder weiter ist als die ursprünglich gebuchte Strecke.

Ein Beispiel dazu findest Du in meinem Artikel „Was ist wenn der ICE verspätet ist“.

Nach der Reise

Nach der Reise kannst Du dann das „Formular für Fahrgastrechte“ ausfüllen und per Post hin schicken. Früher bekam man dieses Formular in größeren Bahnhöfen am Schalter und es war immer ein Kampf. Manchmal hatten sie zu wenige Formulare und Fahrgäste stritten sich darum. Diese Zeiten sind aber zum Glück schon lange vorbei. Das Formular kann man sich unter diesem Link runter laden und ausdrucken.

Die Hauptschwierigkeit beim Ausfüllen dieses Formulars war oft das man die Zugnummern nicht genau wusste, besonders dann wenn man mit einer Alternativ-Verbindung gefahren ist. Im Grunde müsste man während der Fahrt all diese Details aufschreiben mit Minutengenauer Ankunftszeit usw. Doch wer macht das schon?!

Doch hier hilft der DB-Navigator auch sehr weiter! Denn man kann später alles genau nachlesen.

Erstattung beantragen jetzt auch online

Seit dem Sommer 2021 geht das Beantragen einer Erstattung auch online und das ist eine echt praktische Erleichterung!

Wenn man sich auf dem Handy im DB-Navigator einen Account angelegt hat um Fahrkarten zu Buchen kann man sich auf Bahn.de mit den gleichen Daten auch anmelden.

Einmal eingeloggt kann man sich alle vergangenen Fahrten anzeigen. Und auf der rechten Seite erscheint ein Bleistift Symbol mit „bearbeiten“. Jetzt fragst Du Dich vielleicht was man an einer alten abgefahrenen Fahrkarte noch bearbeiten kann. Du kannst genau hier ein Menu öffnen wo Du die Verspätung angeben kannst. Nach dem Absenden zeigt es Dir sogar an ob Du für eine Erstattung berechtigt bist oder nicht. Wenn Du nur paar Minuten zu spät warst steht Dir nichts zu. Doch wenn Deine Angaben plausibel sind bekommst Du die Meldung „wird zur Bearbeitung eingereicht“

In diesem Vorgang gibst Du auch gleich eine Bankverbindung an, auf die Du das Geld erstattet haben willst. Die Bearbeitungsdauer soll bis zu 4 Wochen betragen, aber bei mir war zweimal nacheinander das Geld in weniger als einer Woche auf meinem Konto.

Wenn eine Erstattung genehmigt wird bekommst Du dies per Brief bestätigt. Du bekommst es also schwarz auf weis.

Zusätzlich erscheint der Vorgang in deinem Login-Konto. Du kannst also alles später nachvollziehen.

Log Dich auf Bahn.de ein

Log Dich auf Bahn.de ein und Du hast den vollen Überblick über alle Deine Fahrkarten.

Übrigens solltest Du Probleme beim einloggen haben und Dein Account gesperrt werden weil Du zu oft das falsche Passwort eingibst… das ist mir gleich zweimal am gleichen Tag passiert… Hilft Dir die telefonische Hotline sehr freundlich weiter. Da man zeitgleich mit dem Handy und dem PC eingeloggt ist passiert das sehr leicht. Die Mitarbeiter an der Hotline kennen die Problematik und helfen sehr schnell weiter.

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Unterwegs … mit Stuttgart 21

Stuttgart 21 nennt sich das ehrgeizige und meiner Meinung nach auch etwas größenwahnsinnige Bauprojekt am Stuttgarter Hauptbahnhof.

Der historische Bahnhof in Stuttgart war (bzw ist) ein Kopfbahnhof. Bisher endeten alle Gleise vor dem historischen Bahnhofsgebäude. Das diese Bauweise für das heutige Verkehrsaufkommen nicht mehr ideal ist brauche ich wohl nicht näher zu erklären. Jeder Zug der hinein fährt muss in die Richtung aus der er kam auch wieder raus fahren, das braucht mehr Zeit und mehr Platz als ein normaler Bahnhof wo die Züge einfach durch fahren können.

In Stuttgart fehlt schlicht und ergreifend der Platz um den Bahnhof einfach in einen Durchfahrtbahnhof umzubauen. Das Innenstadtgebiet von Stuttgart ist dicht gedrängt und sehr zugebaut. Denn Stuttgart liegt in einem „Kessel“ umgeben von Hügeln, die schon längst alle auch schon zum Stadtgebiet gehören und ebenso dicht bebaut sind findet man einfach keinen Platz mehr für zusätzliche Bahntrassen.

Darum kam man auf die Idee einen unterirdischen Fernbahnhof zu bauen. Hier sollten dann die ICEs und co in viel kürzeren Abständen durchfahren und so die Verkehrslage entlasten.

Stuttgart 21 trifft auf Wiederstand

So war die Idee diesen riesigen und aufwendigen Bahnhof bis 2021 zu bauen und deshalb gab man diesem Projekt den Namen „Stuttgart 21“. Doch schon vor Beginn der Bauarbeiten gab es erheblichen Wiederstand in der Bevölkerung und bei Umweltschützern. Jahrelang wurden schon die ersten Vorbereitungen blockiert und gestört.

Bezeichnend dafür waren die Protestdemos. Doch weder Baumbesetzer noch Demonstranten konnten die Planungen aufhalten und so haben die Bauarbeiten mit Verspätung begonnen.

Gegner dieses Bauvorhaben warten schon sehr früh das der Untergrund in Stuttgart nicht wirklich geeignet sei. Jetzt wo die Bauarbeiten laufen gibt es fast wöchentlich Meldungen über unerwartete Probleme und jeder Bauabschnitt wurde bisher viel aufwendiger und teurer als zuvor geplant. Und alles verzögert sich mehr und mehr.

Bahnhof umbauen mit Fahrgästen

Eines der Hauptprobleme ist auch das der Zugbetrieb nicht unterbrochen werden kann, denn die ganze Region ist auf Pendler angewiesen und es wäre gar nicht möglich alle Reisenden auf dem Straßenweg zu transportieren. Deshalb fahren die Züge weiterhin. Allerdings ende die Bahnsteige ein ganzes Stück eher und die Fahrgäste werden über fast wöchentlich anders verlaufende provisorischen Brücken durch das Baustellengelände geleitet.

Umsteigen am Stuttgarter Hauptbahnhof

Gestern Abend bin ich in Stuttgart angekommen und musste am Hbf umsteigen auf die S-Bahn. Das habe ich schon oft gemacht, denn meine Schwester wohnt in Stuttgart, und ich besuche sie seit Jahren regelmäßig mit dem Zug. Bisher dauerte der Umstieg von den Zügen auf die S-Bahn nur wenige Minuten. In der Bahnhofshalle gab es einen Aufzug direkt zu der S-Bahnstation.

Doch gestern brauchte ich für den Weg vom Zug bis zum Bahnsteig der S-Bahn über 15 Minuten! Ich hatte einen kleinen Trolleykoffer dabei, der nicht sehr schwer ist. Und ich bin bin wie ihr wisst recht gut zu Fuß unterwegs.

Die Gleise enden momentan mindestens 500 m von der alten Bahnhofshalle entfernt. Hier befinden sich kleine provisorische Verkaufsstände für Brötchen und Getränke, eine eigentliche Bahnhofshalle gibt es momentan nicht.

Gestern wurden die Reisenden mittels riesiger Plakate und Zeiger und Linien auf dem Boden im Weiten Bogen um das Baustellengebiet geleitet. Zu meiner Überraschung musste ich vom Gleis kommend nach links gehen, obwohl ich weiß, dass die S-Bahn-Station rechts vom Bahnhof liegt.

Überall Bretterwände und Wegweiser, an mancher Stelle sogar noch zusätzlich Personal die den Fußgängern sagen können wo es lang geht. Der Weg ist gut ausgeschildert und mit Holzplatten und Rolltreppen auch so ausgestattet, dass man mit Gepäck oder Kinderwagen gut voran kommt. Aber es ist eine weite Strecke!!! Deshalb waren auch nur sehr wenige Leute mit Rollatoren oder gar Rollstühlen unterwegs.

Ich habe leider versäumt, auf den Schrittzähler zu sehen, aber ich denke ich bin da um den Bahnhof herum mindestens 1 km gelaufen.

Wie beim Wandertag

Die Bewegung der Menschenmassen in den Gängen und Brücken erinnert beinahe an einen Wandertag oder eine Völkerwanderung. Dabei ist allerdings positiv anzumerken das hier wenigstens das „rechts gehen“ echt funktioniert. Und wer sehen bleibt denkt auch meist daran rechtzeitig an den Rand zu gehen, so dass es keine Stauungen gibt.

Aber verwirrend und beängstigend für ältere oder nicht so gut orientierte Personen ist das ganze schon sehr verwirrend. Der genaue Verlauf des Weges ändert sich ständig. An einer Stelle musste wir gestern nach einer Rolltreppe einen U-Turn machen und um sie herum gehen. An irgendwas drum herum orientieren ist so gut wie nicht möglich, denn der Weg ist seitlich mit Bretterwänden verschalt.

Heute morgen alles anders?

Heute morgen mussten wir wieder am Hauptbahnhof von der S-Bahn zum Zug. Und ganz anders als sich erwartet hätte, mussten wir dieses Mal auf der anderen Seite um die Baustelle herum laufen. Diesmal ging es nicht durch hölzerne Tunnels sondern draußen über den ehemaligen Parkplatz und die angrenzende Kreuzung. Zum Teil erkennt man noch die ehemalige Straßenmarkierung, die nun mit einem Gelben Streifen übermalt ist. An jeder Ecke Schilder „Folgen Sie der gelben Linie“

Meine Schwester ist Ortskundig und sie hat festgestellt, dass wir wenn wir an der nächsten S-Bahn-Station ausgestiegen wären und nicht an der „Hauptbahnhof“ wir vermutlich weniger weit hätten laufen müssen. Diese Art der „Passantenumleitung“ ist nicht nur verwirrend und anstrengend sondern auch für Personen mit Gehbehinderung überhaupt nicht machbar.

Stuttgart Hauptbahnhof

Wo ist der Bahnhof?

Auf dem Bild oben, das ich heute morgen gemacht habe seht ihr den Hauptbahnhof der Landeshauptstadt… wie ihr seht, seht ihr nicht viel…

Im Bildhintergrund, hinter dem linken Kran und der Laterne erkennt man die provisorischen Überdachungen der Gleise… da wollen wir hin, müssen aber rund herum um das Loch in der Mitte. Das eigentliche Bahnhofsgebäude ist nicht mehr zu sehen, das liegt rechts vom rechten Bildrand.

Stuttgart 21

Der neue Bahnhof

Dieses Bild ist nun von der anderen Seite gemacht. Ich habe durch einen Bauzaun hindurch fotografiert, was nur an wenigen Stellen möglich ist. Ganz links hinter dem Kran kann man eine Fassade des alten Bahnhofsgebäudes erkennen und rechts im Bild erahnt man drei Tunnelröhren. Ich denke, dass man kein Tiefbau-Architekt sein muss um zu erkennen, dass es wohl dieses Jahr nichts mehr wird mit der Eröffnung von dem neuen Tiefbahnhof.

Ironische Stimmen sagen ja schon das „Stuttgart 21″so heißt, weil der Bahnhof im 21 Jahrhundert fertig werden soll.

Mein Fazit:

Wenn Du technisch interessiert bist und Dir die Baustelle angucken willst ist Stuttgart interessant. Aber wenn nicht rate ich von einem Umstieg in Stuttgart dringend ab. Wenn es nicht zu umgehen ist das unbedingt viel viel mehr Zeit zum Umsteigen einkalkulieren!

Update am 11.11.:

Wenn Dich das Bauvorhaben näher interessiert, vom 6.-8. Januar 2022 finden von 10-16 Uhr die „Tage der offeneren Baustelle“ statt. Der Eintritt ist frei. Näheres unter ITS

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Aufregende Reise mit der deutschen Bahn

Heute schreibe ich wie angekündigt von unterwegs. Ich sitze gerade im ICE und hab den Laptop in das Wlan der Bahn eingeloggt.

Wie erhofft funktioniert das Wlan bis jetzt ganz gut und es hat auch ausreichend funktionierende Steckdosen. Was ja auch zu erwarten war, denn ich habe ja ein Ticket erster Klasse…

So war meine Reise geplant:

  • S-Bahn nach Basel Badischer Bahnhof
  • ICE 108 bis Mannheim
  • ICE 576 nach Hannover

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…

Gestartet bin ich um 11:02 bei bestem Wetter und Sonnenschein in Lörrach, das die S-Bahn eine Minute Verspätung hatte machte mich nicht mal nervös, denn ich wusste das ich in Basel ausreichend Zeit hatte zum umsteigen.

Als die S-Bahn in den Badischen Bahnhof einfuhr konnte ich meinen ICE schon stehen sehen. Es war mir gleich klar das dies meiner ist, weil ich wusste auf welchem Gleis er fährt.

Mit meinem doch etwas überdimensionierten Koffer bin ich dann die Treppe zur Unterführung runter. Der Koffer ist heute nicht ganz so schwer wie er aussieht, also ging es mit der Treppe nach unten ganz gut. Aber dann entschloss ich mich doch lieber die Rampe nach oben zu meinem Abfahrtsgleis zu nehmen. Vor mir ging eine junge Frau mit Skateboard in der Hand die ziemlich schnell ging… bis sie entsetzt stehen blieb, fluchte und umdrehte. Sobald ich auf die Höhe kam wo sie stehen geblieben war ahnte ich Schlimmes… der Zug stand nicht dort wo wir ihn vermuteten. Hä? Ich hab ihn doch eben noch gesehen… Auf einem anderen Gleis fuhr gerade ein laut ratternder Güterzug, also hätte ich den Zug auf nicht abfahren hören können, geschweige denn irgendwelche Durchsagen verstehen.

Doch dann kam mir ein Bahnmitarbeiter mit Handy am Ohr im Laufschritt entgegen und fuchtelte mit einem Arm… er deutete mir und nach mir folgenden Fahrgästen das der Zug ganz am anderen Ende des Bahnsteiges stand. Der Grund dafür ist mir nicht ganz klar, aber Hauptsache der Zug ist da. Ärgerlich fand ich aber dann doch das die erste Klasse ganz am anderen Ende war. Wer den Badischen Bahnhof in Basel kennt weis das die Bahnsteige sehr lang sind…

Als ich dann endlich im Zug war begegneten mir schon die ersten aufgeregten Fahrgäste, die ihren Wagon nicht fanden. Der Zug war nicht vollständig, es fehlten mindestens zwei Wagons der ersten Klasse. Zum Glück hatte ich eine Sitzplatzreservierung für einen der Wagen die wirklich da waren. Durch die fehlenden Wagen war der Erste Klasse Bereich dann doch voller als ich erwartet hatte.

Auch die frei zu lassenden gesperrten Sitze gab es nicht. Es wurden alle Sitzplätze vergeben. Bei meiner Buchung letzten Monat hatte es mir die Hälfte der Sitze als nicht Buchbar angezeigt. Nun konnte man gut erkennen das alle Sitze vergeben waren.

Zum Glück erschienen ein paar Fahrgäste nicht, so das mein Grossraumabteil nicht ganz voll wurde.

kurz vor dem Umstieg in Mannheim, da war ich noch guter Dinge

„Fahrgäste mit dem Fahrziel Hamburg bleiben bitte im Zug“

Der ICE 108 fährt nach Köln und ich wollte ihn nur bis Mannheim nutzen. Doch schon vor Karlsruhe gab es eine Durchsage das Fahrgäste mit dem Fahrziel Hamburg bis Frankfurt Fernbahnhof im Zug bleiben sollten. Ich fühlte mich durch diese Durchsage nicht betroffen, denn ich muss doch gar nicht so weit. Und wieso auch sollte ich so früh schon mit einer mich betreffenden Information rechen? Die genannte Zugnummer sagte mir nix, aber das man in Frankfurt auch umsteigen könne fand ich eigenartig. Ich dachte „ach guck an mein Zug fährt auch da lang“…

Umstieg in Mannheim

Beim Umsteigen in Mannheim waren erst mal ganz viele Menschen auf dem Bahnsteig unterwegs, es wuselte nur so. Weil ich wusste das mein Zug auf dem gleichen Gleis abfahren würde, stellte ich mich mit meinem riesigen Koffer erst Mal an die Seite und wartete bis die meisten Leute weg sind.

Dann suchte ich mir den Wagenstandsanzeiger um zu wissen wo die erste Klasse ist… und ging dort hin… komisch nur drei Personen? okay die meisten anderen kommen sicher erst noch, es sind ja noch 20 Minuten.. doch dann das:

Die kleine Schrift auf dem weißen Balken sagt:

Zug fällt aus!

Später erfolgten Durchsagen die erklärten das dieser Zug wegen eines Stellwerkausfalles nicht fährt. Und mit wurde klar das die Durchsage Fahrgäste mit Ziel Hamburg sollen im Zug verbleiben mich doch betroffen hat! Ich hatte mich jedoch ganz auf die Informationen im DB-Navigator (Handyapp) verlassen, dort wurde diese Meldung nicht kommuniziert!!!

Da Stand ich nun in Mannheim und wusste nicht wie es weiter geht. Ein netter älterer Herr der genauso betroffen war fand heraus das um 14:30 der nächste ICE Richtung Hannover geht, allerdings schockte er mich kurz mit der Aussage der Zug würde über Berlin gehen… Das stimmt natürlich nicht, der zu Fährt in die Richtung Berlin.

Augenblicklich befinde ich mich im proppenvollen ICE 278 mit Fahrziel Berlin Ostbahnhof. In diesem Bleibe ich bis Kassel Willhelmshöhe wo ich nochmals umsteigen muss.

Der Zug ist voll ich sitze in der ersten Klasse und hier sind trotzdem fast alle Sitzplätze belegt. Eine Fahrkartenkontrolle kam noch nicht hier durch, und ich hoffe das mein Ticket akzeptiert wird. Eigentlich sollte das so sein, wenn der gebuchte Zug ausfällt.

Fahrkartenkontrolle !!!

Der Bahnmitarbeiter hat gerade eben mein Ticket abgescannt und in seinem Gerät gesehen das mein Zug ausfällt und damit ist klar ich darf hier mit fahren! Gott sei Dank! Ich hatte schon Angst das es Diskussionen geben könnte weil ich ja ein Super-Spar-tiket mit Zugbindung habe. Aber diese ist bei einem Zugausfall aufgehoben. Alles in Ordnung ich bin ganz legal in einem anderen Zug.

Nun muss ich gleich in Kassel Wilhelmshöhe nochmal umsteigen und ich hoffe das dort alles glatt geht. Und wenn nicht dann schreib ich Euch nochmal eine Annekdote aus „Spass mit der deutschen Bahn“. Genug Proviant und Kleidung habe ich dabei falls es nochmal etwas länger dauert.

Wie erleichtert man sich eine Zugfahrt mit FFP2-Maske

In den Zügen den Zügen der Deutschen Bahn besteht momentan Maskenpflicht. In allen Intercitys muss man FFP2 Maske tragen. Ich verrate Dir wie man sich das erträglicher macht.

Auch wenn es noch immer Leute gibt die am liebsten nie Maske tragen. Bei der Reise mit dem Zug muss es sein. Ohne eine Maske darfst Du noch nicht mal in ein Bahnhofsgebäude oder auf einen Bahnsteig. In den Fernzügen der deutschen Bahn besteht sogar die Pflicht eine FFP2-Maske zu tragen.

Dabei ist es absolut unerheblich wie lange man mit dem Zug reist. Jeder Fahrgast ist verpflichtet die Maske zu tragen. Auch die Tatsache das die Zugbegleiter nur ein medizinische OP-Maske tragen ändert daran nichts.

Warum tragen die Zugbegleiter keine FFP2?

Das die Zugbegleiter und andere Bahn-Mitarbeiter meistens nur OP-Masken tragen hat vor allem Arbeitsrechtliche Hintergründe. Ein Arbeitgeber darf seine Angestellten nicht die gesamte Arbeitszeit mit FFP-2 Maske arbeiten lassen. Sollte dies aus irgendwelchen Gründen permanent nötig sein (Medizinische Berufe/Pflege) dann müssen die Mitarbeiter mehr Pausen einlegen. Da dies im Zugbetrieb meistens nicht möglich ist dürfen sie nur OP-Masken tragen.

Dieses darf jedoch von den Fahrgästen verlangt werden, denn diese befinden sich ja freiwillig im Zug und könnten wenn sie es denn wollten die Fahrt unterbrechen. Die Zugbegleiter können das nicht.

Wie macht man sich das tragen einer FFP2 Maske erträglich?

Als erstes, gewöhne Dich vor einer langen Zugfahrt daran. Sinnvoll ist es das tragen einer solchen Maske vorher schon mal zu üben. Nicht nur 10 Minuten in einem Laden, sondern auch mal austesten ob man damit lesen oder laufen kann.

Letzteres ist besonders für Brillenträger wichtig. Je nach dem wie die Maske geschnitten ist sitzt dadurch Deine Brille anders und das könnte bei längerem Tragen unangenehm werden. Deshalb teste das in Ruhe vorher aus.

Die Maske muss passen und richtig sitzen

Auch die FFP2 Masken gibt es von verschiedenen Herstellern in unterschiedlichen Formen und Größen und nicht jede passt auf jedes Gesicht. Probier vor einer längeren Reise aus welcher Maskentyp besser sitzt. Mein Tipp: Nimm eine zweite Maske eines anderen Typs mit, das Du notfalls unterwegs wechseln kannst.

Eigentlich sollte so langsam jeder mit den Masken umgehen können, aber ich sehe immer noch oft Leute die sie schlicht falsch tragen!!! Der Metallbügel gehört nach oben auf die Nase und sollte so geformt sein das die Maske am Gesicht anliegt. Wenn die Maske passt und richtig sitzt ist es auch nicht ganz so unangenehm!

Schmutzige Masken gehören ausgetauscht! Wenn Du länger reisen willst dann steck Dir mindestens eine zweite Maske zum wechseln ein.

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Wie kann man das lange Masken tragen unterbrechen?

Es gibt ein paar völlig legale Möglichkeiten die Maske abzunehmen ohne sich oder andere Fahrgäste zu gefährden, oder zu verärgern.

Die einfachste und privateste Lösung um ein paar Minuten an freie Atmung zu kommen ist ganz einfach der Gang zur Toilette. Niemand verbietet Dir ein paar Minuten im Zugklo die Maske abzunehmen. Und niemand interessiert es wie oft Du das machst. Solange Du die Zugtoilette nicht dauerhaft blockierst darfst Du darin machen was Du willst.

Nicht gerne gesehen ist es im Einstiegsbereich die Maske ab zu nehmen.

Es gibt aber ganz einfache Tricks wie Du auch an Deinem Sitzplatz die Maske kurzfristig abnehmen darfst. Zum Beispiel beim Essen oder Trinken. Wobei Dir dabei keiner vor schreibt wie schnell Du essen musst.

Mein Tipp: Nimm Dir etwas kleines zum snacken mit. Klein geschnittenes Obst oder Gemüse zum Beispiel… und die Dose stellst Du vor Dich hin und greifst hin und wieder wenn jemand dich sieht hinein. Wenn der Schaffner gerade vorbei kommt dann beißt Du halt gerade hinein.

Das ist ein altes Bild das zu dem Artikel „wie macht man sich eine lange Zugfahrt erträglich“ gehört, es dient hier als Beispiel für einen geeigneten Snack im Zug

Wann sollte die Maske auf jeden Fall oben sein?

Ganz klar, wenn Du im Zug hin und her läufst musst Du die Maske tragen!!!

Wenn der Zug gerade hält und in deinem Waggon andere Menschen ein und aussteigen bleibt die Maske ebenso auf der Nase wo sie hin gehört. Denn gerade dann ist sie besonders wichtig, wenn sich viele Menschen vermischen und in Bewegung sind.

Wie verhält man sich wenn andere nörgeln?

Sollte es passieren das Dich ein anderer Fahrgast oder gar der Zugbegleiter anspricht Du sollst die Maske richtig tragen. Dann mach das dann auch! An dieser Stelle eine Diskussion darüber ob die Maskenpflicht sinnvoll ist oder nicht ist absolut unangebracht! Damit nervst Du nur alle anderen! Diskutieren kannst Du zuhause oder am Stammtisch aber bitte nicht in einem Zug wo alle an die gleichen Gesetzte und Regeln gebunden sind.

Im Übrigen interessiert es auch keinen der anderen Fahrgäste ob Du geimpft bist, Asthmatiker oder sonst was bist! Im Zug trägt man Maske und damit basta. Wenn Dir das unangenehm ist will das auch keiner wirklich wissen.

Wie macht man sich lange Zugfahrten erträglich?

Eine mehrstündige Zugfahrt muss nicht schlimm sein, wenn es Dir schwer fällt die Maske so lange zu tragen kannst Du Deine Reise auch so planen das Du Pausen hast. Wenn Du dann richtig frische Luft schnappen willst, solltest Du dafür eine Unterbrechung von mindestens 30 Minuten einplanen. Das ist in den meisten größeren Bahnhöfen gar kein Problem, weil die ICEs meist stündlich fahren.

Ich persönlich komme mit der Maskenpflicht im Zug jedoch ganz gut klar, bin das Maske tragen von meiner Arbeit her gewohnt und beim nur ruhig da sitzen finde ich das nicht zu sehr anstrengend.

Weitere Tipps zu Zugreisen findest Du in meinen Beiträgen:

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Öffentlicher Verkehr… von der Angst etwas falsches zu tun

Wer mich und diesen Blog kennt, der weiß das ich grundsätzlich gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin. Mir machen auch lange Fahrten im Zug oder Bus nichts aus. Vielleicht auch dadurch geprägt das ich in einem Haushalt ohne Auto aufgewachsen bin hatte ich eigentlich nie Probleme mit anderen Menschen im gleichen Fahrzeug zu reisen.

Doch seit diesem Frühjahr ist plötzlich alles nicht mehr so wie es mal war! Die sogenannten „Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19“, die unser aller Leben auf den Kopf gestellt haben sind auch bei mir und meinem Sicherheitsempfinden nicht ganz Spurlos vorbei gegangen.

Anfang März war ich dann schon so nervös, das ich meiner 80 Jährigen Mutter einen riesigen Hamster-Einkauf gebracht habe und ihr gesagt habe ich würde sie bis auf weiteres nicht mehr besuchen. Sie wohnt nur knapp 30 km von mir entfernt. Doch da ich keinen eigenen PKW besitze empfand ich eine Fahrt zu ihr als zu riskant.

Genau das wurde uns ja von allen Medien und von der Regierung eingebläut! „Reisen sie nicht“, „machen Sie keine Besuche!“, „meiden Sie den Kontakt mit älteren Menschen“…

Meine Mutter hat die Situation relativ gut verarbeitet, da sie schon immer sehr zurückgezogen lebt und nicht viele Kontakte hat. Und auch das ich oder meine Schwester sie mal 2 Monate nicht besuchen kommen, kam schon mal vor… war aber eigentlich nie so gewollt.

Diesmal habe ich ihr aber gesagt „ich komme die nächsten Monate nicht“ Weder mit dem Zug noch mit dem Leihwagen“… dieses „das ist zu gefährlich“ musste ich gar nicht dazu sagen. Sie sieht ja auch fern und hat all diese Aufrufe und Warnungen mitbekommen.

Aber was hat diese Situation mir mir gemacht?

Bisher war es nie meine Absicht mich wochenlang nicht um meine Mutter zu kümmern, meistens war das „keine Zeit haben“ mit meiner Arbeit oder irgendeiner Reise verbunden. Ich glaubte wirklich keine Zeit für meine alte Mutter zu haben.

Doch dann kamen die Kontaktverbote… Gymnastik und Chroproben wurden abgesagt, Konzerte und andere Veranstaltungen nach und nach auch alle. Eine Freundin in Hamburg die ich besuchen wollte sagte schon sehr früh „es ist besser wenn Du dann nicht kommt“ und ich dachte zuerst sie übertreibt etwas… doch kurz darauf wurden wir alle dazu aufgefordert überhaupt nicht mehr zu reisen. Plötzlich hatte ich immer mehr Zeit… genau das was ich für meine Mama in den letzten Monaten und Jahren zu wenig hatte… und jetzt war Zeit da aber ich durfte nicht zu ihr fahren.

Spätestens als die Anzeige der nahen S-Bahn plötzlich nur noch „Fahren Sie nur noch wenn es unbedingt sein muss“ anzeigte wurde mir vollends mulmig.

Ich hatte eigentlich nie richtig Angst das ich krank werden könnte, aber die Angst die Krankheit unwissentlich von einem zum andere zu tragen war sehr stark da.

Meine Mutter ist 80 Jahre alt, eigentlich noch ganz rüstig doch Bluthochdruck und Osteroposekrank und … da sie schon fast ewig raucht, Lungenkrank. Also genau das was man Risikopatient nennt!

Selbst wenn dieser Virus bei mir nur ne Grippe oder eventuell noch nicht mal das auslöst, für sie könnte die Krankheit tödlich enden.

Genährt wurde diese Angst durch die Nachricht das mein Onkel, ihr 15 Jahre jüngere Bruder nachgewiesen an Corona erkankt war! Die Ärzte hatten zwar erst alles mögliche Andere bei ihm vermutet, weil er keinen wissentlichen Kontakt mit einem Corona-Fall hatte.

Mein Onkel ist Dialysepatient, Zuckerkrank, hat mehrere Bypässe und ein fortgeschrittenes Lungenleiden. Die Diagnose Corona klang für mich wie ein Todesurteil ! Mehrere Tage hab ich oft und lang mit ihm telefoniert und mich schon fast von ihm verabschiedet. Zusammen hatten wir beschlossen seiner Schwester, meiner Mama, nichts davon zu sagen, weil wir vermuteten das diese schlimme Nachricht sie umbringen könnte.

Nun, mein Onkel musste zwar zeitweilig ins Krankenhaus, und es ging ihm auch sehr schlecht, doch er wurde überraschend bald als „geheilt“ entlassen.

Mittlerer Weile hat er seiner Schwester die ganze Krankengeschichte erzählt und sogar sie meinte dazu „also wenn Du das überlebt hast, dann ist es ja gar nicht so schlimm!“

Dazu muss ich erwähnen das meine Mutter in ihrem Leben schon sehr oft um das Leben ihres kleinen Bruders zittern musste. Er kam auf die Welt als Frühchen und war in der Kindheit immer sehr dünn und kränklich. Als junger Erwachsener hat er so ziemlich alles schlimme angestellt was man sich so vorstellen kann. Alkohol, Drogen, Autounfälle usw… Dann war er mal mit anfang 30 sehr schwer krank. Was genau weiß ich gar nicht, weil ich noch Kind war und mir meine Mutter nix sagen wollte.

Jedenfalls wurde sie ihn die Klinik gerufen um sich von ihm zu verabschieden. Die Ärzte meinten sie könnten nix mir für ihn tun. Er hat überlebt und sich wieder vollständig berappelt.

Dann bei einer Bruch-Operation erwachte er aus der Narkose und der Arzt schimpfte: „was fällt ihnen ein sich in diesem Zustand operieren zu lassen! Sie sind wieder aufgewacht, aber mit dem Zuckerwert sind andere tot“… offensichtlich glaubten die Ärzte, er würde die Narkose nicht überleben. Doch auch das überstand er! Ab da war er als „schwerst Zuckerkrank“ ein ständiger Problempatient.

Meine Mutter meinte schon vor 10-15 Jahren „naja der macht es nicht mehr lang“… doch wieder erwarten starben seine beiden Brüder, jedoch er nicht.

Aufgrund der „Eindämmungsmaßnahmen“ wurde mein Arbeitsplatz 5 Wochen lang geschlossen und ich hatte sowas wie Zwangsurlaub. Eigentlich endlich mal genug Zeit um mich um meine Mutter zu kümmern. Doch ich durfte ja nicht hin. Also telefonierten wir ganz viel, ich glaube sie war sogar glücklich darüber. Und wir schickten mehrfach kleine Päckchen hin und her.

Erst am Muttertag, da habe ich endlich gewagt zu ihr zu fahren. Ich hab lange überlegt was wohl das sicherste und beste ist und habe mich um so wenig Kontakt wie möglich mit anderen Menschen zu haben für die Fahrt mit einem Car-Sharing Auto von Stadtmobil entschieden.

Vor lauter Angst ich könnte den Virus von eine Nutzer vor mir zu meiner Mutter tragen, habe ich sämtliche Stellen im Auto die ich anfassen muss mit einem Desinfektionsmittel abgewischt… Lenkrad, Türen usw. völlig paranoid! Denn das Virus kann auf Oberflächen nicht lange überleben.

Bei meiner Mutter hatte ich es vermieden in ihre Wohnung zu kommen und wir haben uns an den Gartentisch gesetzt. Um ja nix von ihrem Haushalt zu „kontaminieren“ habe ich alles Geschirr und Kuchen mitgebracht und nur den Kaffee hat sie beigesteuert.

Bei diesem ersten Treffen vermieden wir jede Berührung. Keine Umarmung und nix. Aber wir konnten uns sehen und sie hat sich soooooooo darüber gefreut.

Heute war ich bei meiner Mutter

Heute war ich jetzt das zweite Mal bei meiner Mutter und ich bin mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihr gefahren.

Mit der S-Bahn von Lörrach nach Weil am Rhein und dann mit dem Nahverkehrszug bis Müllheim und dort nochmal ein Stück Bus.

Ich muss zugeben ich hatte große Bedenken. Ist das gefährlich wenn mir andere Personen zu nah kommen. Sind vielleicht zu viele Leute im Zug oder Bus… Alles völlig grundlos!

In der S-bahn waren nur ganz wenige Menschen unterwegs, alle mit Mundschutz, eine alte Dame sogar mit Handschuhe und man hat gesehen das sie möglichst nichts anfässt.

Im Zug der deutschen Bahn haben sich die reisenden Personen noch mehr verteilt. Ich saß in einem zweistöckigen Wagon oben, weil dort erfahrungsgemäß weniger los ist und in dem Bereich saß noch ein junger Mann 3 Reihen von mir entfernt. Während der Fahrt ist eine Person an mir vorbei gelaufen, das war es.

In Müllheim hat es mich vor dem Bus gegruselt, weil der erfahrungsgemäß sehr voll ist. Zu meiner Überraschung kam ein größerer Gelenkbus und es waren viel weniger Fahrgäste als sonst. Es war in etwa jede zweite Reihe besetzt, jeder trug Mundschutz und es wurde auf größtmöglichen Abstand zu anderen Personen geachtet.

Auch beim Ein- und Aussteigen ist mir aufgefallen das die Leute alle aufmerksamer und rücksichtsvoller sind und nach Möglichkeit Abstand halten. Also zumindest die Leute die heute unterwegs waren, waren echt besonnen.

Vor meiner Fahrt hatte ich echt Angst ich würde etwas falsches, etwas gefährliches tun. Doch ich kann mir nicht vorstellen das irgendeine Person der ich begegnet bin mich hätte mit irgendetwas anstecken können.

Autoreisezug ab Lörrach

Autoreisezüge gibt es nicht mehr viele in Deutschland. Denn es gibt nicht viele Bahnhöfe wo es möglich ist mit dem Auto auf den Wagon zu fahren. Dies ist nur noch in Hamburg, München, Düsseldorf, auf Sylt (Sonderfall, da es keine Straße zur Insel gibt) sowie Lörrach.

Warum das Reisen mit dem Auto auf dem Zug aus der Mode gekommen ist, ist mir nicht ganz klar. Es gibt viel mehr Autos als beispielsweise 1973 dem Jahr in dem die meisten Autoreisezüge verkehrten, damals gab es noch 163 Zugverbindungen.

Ein Grund wird wohl sein, das viele Leute heutzutage lieber Fliegen als Zug fahren. Heute fliegt man lieber viel weiter weg als das man das eigene Auto mit nimmt in den Urlaub. Ich persönlich finde diese Entwicklung sehr schade. Warum muss man in Dubai gewesen sein, weiß aber gar nichts über unsere Nachbarländer?

Im Gegensatz zu den anderen Standorten ist Lörrach klein und unbedeutend. Aber es liegt direkt an der Schweizer Grenze und nicht weit von einer der Wichtigsten Nord/Süd Bahntrassen Europas.

Während alle anderen Autozug Verbindungen nach Österreich und Italien führen ist Lörrach der Einzige Bahnhof für Ziele in der Schweiz.

Das macht den Autozug attraktiv für Reisende aus Norddeutschland und Skandinavien mit Ziel Schweiz. Oder für Schweizer die mit eigenem Auto an die Nordsee oder weiter nach Skandinavien wollen.

Deutsche Bahn hat den Autoreisezug 2016 aufgegeben

Die Deutsche Bahn hat den Autoreisezug im November 2016 aufgegeben. Bis dahin betrieb sie die Strecken Lörrach-Hamburg und Hamburg-München. Als nicht rentabel bezeichnete die deutsche Bahn das Geschäft mit dem Auto auf dem Wagon.

Als eine der Gründe warum immer weniger Kunden dieses Angebot nutzen, obwohl es immer mehr Autos gibt, wurden die sich häufenden Aufbrüche an den Autos auf dem Zug genannt. Offensichtlich wurden mehrfach gleich mehrere Fahrzeuge auf dem Zug aufgebrochen.

Mir persönlich stellt sich aber die Frage: warum sollten die Diebe Autos auf einem Zug (gefährlich) eher aufbrechen als geparkte Fahrzeuge? Das kann meiner Meinung nach ja nur daran liegen das viel zu häufig wertvolle Gegenstände in den Autos waren, und dies bei den Tätern bekannt war. Da es unterwegs keinerlei Möglichkeit gib das Auto vom Zug herunter zu holen… dann hat bestimmt keiner ein Auto aufgebrochen um es zu klauen.

Auch wenn es sich für die Bahn nicht rentiert hat, so hat sich ein Nachfolger gefunden und der Autozug fährt weiter ab Lörrach.

Der Flixtrain Wagon am BTE Autozug
Flixbus bietet eine Nachtzug Verbindung zwischen Hamburg und Lörrach an

Doch der Autozug fährt weiter!

Doch der Autoreisezug fährt weiterhin! Zwar nur noch in den Monaten Mai bis Oktober und nur etwa 2-4 mal in der Woche, aber es gibt ihn noch immer.

Die Firma BahnTouristikExpress mit Sitz in Nürnberg hat die Strecke übernommen und bietet Autoreisezüge zwischen Lörrach und Hamburg an. Für 149€ kann man sein Auto oder Motorrad durch ganz Deutschland fahren lassen. Der Preis für die Personenbeförerung variiert je nachdem ob man ein eigenes Abteil oder sogar einen Schlafwagen haben möchte

Es gibt allerdings noch einen weiteren Anbieter der Tickets für diesen Zug anbietet, die Firma Urlaubsexpress bietet Tickets mit oder ohne Fahrzeugmitnahme an. Die Preise dafür sind aber in etwa gleich wie bei BTE.

Und es gibt einen noch preiswerteren Anbieter der Fahrkarten für diesen Zug anbietet. Der Service ist hier etwas weniger, so wird auch kein Frühstück angeboten.

Flixbus hat sich dran gehängt

Die Firma Flixbus hat sich an diesen Zug mit „drangehängt“ und so gab es die letzten beiden Saisons jeweils einen Wagon (gleicher BTE-Wagon wie die anderen) der für Flixbus Kunden reserviert war. Hier gibt es im Gegensatz zu den anderen Wagons kein Frühstück zu der Übernachtung.

Das Ticket für eine Nachtzugfahrt von Lörrach-Hamburg oder umgekehrt konnte ganz normal über die Flixbus Seite oder über die Flixbus-App bzw die Flixtrain-App gebucht werden.

Offensichtlich ist dies für die Saison 2020 auch geplant, denn man kann in der App den Startpunkt „Lörrach Autozug Terminal“ wählen. Da Flixbus aber nur Buchungen bis 3 Monate im Vorraus zulässt können die Verbindungen mit dem Autozug ab Lörrach noch nicht gewählt werden.

Der Flixtrain-Nachtzug wird auch auf der Webseite von BTE beworben, zwar noch ohne Datumsangaben:

https://www.flixtrain.de/nachtzug

Laut der Webseite von BTE verkehrt der Zug wieder ab 8.Mai, auch bei Urlaubs-Express ist dieses Startdatum zu finden.

Reisetage des BTE-Zuges

Der Flixtrain Wagon am BTE-Zug
Der Flixtrain Wagon am BTE-Zug

Ich bin schon mit dem Zug gefahren.

Ich persönlich bin schon mehrmals mit dem Zug gefahren und habe dabei jeweils das Angebot von Flixbbus genutzt. Und ich war sehr zufrieden. Lest in meinem Blogpost Flixnight mehr darüber.

Update 2021

Ab Mai 2021 verkehrt der Autoreisezug wieder. Über Urlaubs-Express kann man Tickets mit und ohne Auto buchen. Allerdings finde ich die Preise recht teuer. Eine Buchung über Flixbus ist leider nicht mehr möglich.

Tipps für eine entspanne Zugfahrt mit der deutschen Bahn

Heute möchte ich die wichtigsten Tipps für eine entspannte und auch noch preiswerte Reise mit dem Zug zusammentragen. Es gibt ein paar Kleinigkeiten auf die man achen sollte, die einem ein Zugreise und die Planung erleichern und stressfreier machen.

Planung:

Wenn Du schon früh weißt wann Du wohin fahren willst und auch bereit bist dich dann auch schon auf eine bestimme Fahrzeit festzulegen, dann kannst Du schon Wochen und Monate vor der Reise buchen.

Die Sparpreise und Supersparpreise der deutschen Bahn kann man bereits Monate vor dem Reisetermin buchen. Hierbei sollte man allerdings beachten, das man Sparpreise nur Teilweise und Supersparpreise gar nicht bei einer Stornierung erstattet bekommt. Die normalen Tickets kann man sich bei einer Reiseabsage komplett erstatten lassen.

Während die Sparpreise eine Zugbindung beinhalten bist Du mit dem teureren Flexticket flexibel und darfst alle Züge an dem Reisetag verwenden. Ideal also wenn Du nicht genau weist wie lange eine Veranstaltung oder ähnliches geht.

Genaue Reisezeit festlegen lohnt sich

Wenn man aber bereit ist schon frühzeitig fest zu legen wann man fahren will, dann kann an richtig viel Geld sparen.

Wie findet man die Sparpreise?

Ich benutzte für alle eine Recherchen und Buchungen bei der deutschen Bahn die Handyapp DB-Navigator und habe darüber bereits geschrieben. In der App kann man sich konfortabel alle Verbindungen anzeigen lassen und auch gezielt nach Sparpreisen suchen. Das lohnt sich wirklich, ich persönlich bezahle meisens nur einen Bruchteil des Flexpreises. Sich mit dieser App selbst über Preise und Reisemöglichkeiten zu informieren lohnt sich immer. Denn die Mitarbeiter im DB-Reisezentrum sind auch nur Menschen die in den Computer gucken und können schnell mal ein Schnäppchen übersehen. Verständlicher Weise sind sie ja auch eigentlich gar nich daran ineressiert Dir die billigste Reisemöglichkeit zu nennen.

Begehrte Reisezeiten meiden!

Montags morgens fahren alle Pendler zur Arbeit, und Freitags Nachmittag wieder zurrück. Wenn Du bei deinen Freizeitreisen diese Zeiten meiden kannst dann tue das auch. Belohnt wirst Du durch weniger volle Züge und günstigeren Resepreis. Manchmal hilft es einen Reisetag nach vorne oder hinten zu schrieben und man bezahlt für die gleiche Fahrt viel weniger.

Auch die Reisezeit macht viel aus, oft sind unbegehrte Reisezeiten wie ganz früh morgens oder spät Abends viel billiger.

Billigeres Ticket bedeutet nicht stressigere Fahrt

Viele Leute meinen wenn man ein billiges Ticket erhascht muss man mit Abstrichen Rechnen und eventuell in überfüllten Zügen ausharren. Aber in Wahrheit ist genau das Gegenteil der Fall!

Es werden pro Zug nur eine gewisse Zahl an Spartickets verkauft, sind diese Ausgebucht gibt es nur noch teurere. Im Umkehrschluss heißt das wenn Du für eine Zugverbindung kurzfristig noch ein Sparticket bekommst, dann ist der Zug nicht sehr voll. Denn die Bahn möchte ja die „Sparfüchse“ in die leereren Züge lenken.

Wenn Du ganz sicher gehen willst kannst Du auch zu eine ganz billigen Sparticket (oder Superspar-Tiket) separat eine Sitzplatzreservierung buchen. Dies geht auch später noch unabhängig von der Fahrkarte. Über die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer Sitzplatzreservierung habe ich bereits geschrieben.

Was Passiert bei Verspätung?

Die Angst vor einer Verspätung ist völlig unbegründet, denn als Bahnkunde sollte man das schon gewöhnt sein… Früher oder Später betrifft es Dich. Weil das eigentlich alle wissen, informiere einfach die Leute die Du besuchen willst „ich komme mit dem Zug“ und schon bist Du nicht mehr der Buhmann wenn Du zu spät kommst.

Am besten planst Du Deine Reise immer so, das es nicht schlimm ist wenn Du eine Stunde oder mehr später ankommst. Ich versuche meine Anreise nie zu knapp zu planen. Wenn man dann wirklich pünktlich vor Ort ist und dann 1-2 Stunden Leerlauf hat ist das doch nicht schlimm noch eine kleine Kaffeepause in einem Kaffee am Zielort zu machen.

Was ist mit der Zugbindung wenn es viel Verspätung gibt?

Ist der ICE so sehr verspätet das Du Deinen Anschlusszug nicht mehr erreichen kanns… dann kannst Du Dich entspannen… denn ab einer Verspätung von mehr als 20 Minuten verliert Dein Ticket seine Zugbindung und Du kannst fahren wann und womit Du willst ! Du solltest Dir dies nur im Zug bestätigen lassen.

So eine Bestätigung zu kriegen ist allerdings manchmal schwierig, denn genau dann wollen fast alle Fahrgäste im Zug irgendwas von dem Zugbegleiter und dieser ist überlastet. Alternativ dazu kannst Du auch am Zielbahnhof des verspäteten ICEs am Serviceschalter eine Bestätigung erhalten… allerdings auch hier wollen das dann wieder ganz viele Leute.

Eine echte Abhilfe schafft da die DB-Navigator App wenn Du Dein Ticket darin gekauft und gespeichert hast. Wichtig ist dann nur das Du in dem verspäteten Zug „kontrolliert“ wurdest. Denn wenn der Bahn-Mitarbeiter dein Ticket mit seinem Gerät abscannt wird automatisch gespeichert das Du in diesem Zug warst.

Fährst Du dann in einem anderen Zug als geplant weiter, sieht das der Kontrolleur dort in System und alles ist paletti. Mehr darüber unter „Was ist wenn der ICE verspätet ist“.

Was Deine Reise entspannter macht:

  • frühzeitig am Bahnhof sein, um evtl Änderungen am Gleis usw mitzubekommen
  • DB-Navigator auf dem Handy haben denn da werden Dir alle Verspätungen und Alternativen angezeigt
  • Geeignetes Gepäck – siehe Welcher Koffer für die Zugreise
  • Geeignetes Proviant – siehe Reiseproviant
  • sinnvolle Kleidung (nicht zu warm anziehen, dennoch leichte Jacke dabei)
  • nimm Dir Beschäftigung mit

Zugfahren muss nicht stressig sein!

Wenn Du ein paar Kleinigkeiten im Vorfeld beachtest muss eine Reise mit dem Zug absolut nicht stressig sein.

Plane Dir zum Umsteigen genügend Zeit ein. Auch dies kann man in der Navigator-App einstellen. Das ist besonders wichtig wenn Du auf die Aufzüge angewiesen bist, denn diese sind sehr oft am Ende des Bahnsteigs und je nach dem vielleicht voll (Fahrräder, Kinderwagen, Rollstühle) und man muss auf den nächsten warten. Wenn Dich solche Momente unter Stress setzten dann plane Deine Reise doch einfach so, das Du an jedem Umstiegbahnhof etwas länger Aufenthalt hast. Etwas frische Luft oder eine Tasse Kaffee können da manchmal sehr gut tun.

Wenn Du Mühe hast mit vielen Menschen, dann reserviere Dir einen nicht sehr ausgelasteten Zug in einem Abteil. Dann hast Du maximal 5 Leute in Deiner Nähe.

Wenn Du Mühe hast mit engen Räumen, dann steige unbedingt in den Großraumwagen und setzt Dich ans Fenster.

Weitere Tipps unter „Wie verhindert man Übelkeit im Zug“.

Wenn Dir meine Tipps gefallen haben:

Wenn Dir mein Text in irgendeiner Form geholfen hat, dann freue ich mich über einen Kommentar. Und gerne darfst Du ihn weiter teilen!

Welche Koffergröße für die Fahrt mit dem Zug? Wie groß darf der Koffer sein?

Welche Koffergröße ist am sinnvollsten für eine Bahnfahrt. Dieser Artikel bezieht sich vor allem auf Fahrten mit der Deutschen Bahn innerhalb Deutschlands.

Die Meisten großen Bahnhöfe haben an die Züge angepasste Bahnsteighöhen und Aufzüge. Man muss also nicht mehr allzu viel Angst vor dem Tragen am Bahnhof und den Einstieg in den Zug machen. Dennoch sollte man sich klar machen das man nicht endlos viel Gepäck mitnehmen kann.

Bei Flugreisen ist die zulässige Größe für Handgepäck in der Kabine klar definiert und jeder hält sich daran weil er einsieht das in einem Flugzeug nicht viel Platz ist. Aber wie ist das im Zug? Darf man so viel mitnehmen wie man will?

Wer mit der Bahn verreisen will ist dadurch schnell dazu verführt einen viel zu großen und zu schweren Koffer mit zu nehmen. Aus diesem Grund habe ich mal genauer nach gesehen was eigentlich wirklich erlaubt und erwünscht ist und was nicht.

Die Deutsche Bahn macht klare Angaben

Die Deutsche Bahn macht zum zulässigen Gepäck klare Angaben, die aber kaum jemand findet und sich eigentlich auch keiner wirklich daran hält.

Auf der Webseite der deutschen Bahn findet man irgendwo weit verschachtelt und für nicht so versierte Internetnutzer schwer auffindbar Angaben zur Koffergröße. Bei der Konstruktion der Fächer für die Gepäckstücke wird von den Maßen 70x50x 30 cm ausgegangen. Also sind alle Fächer wo Koffer und andere Packstücke rein passen sollen darauf ausgerichtet und alles was viel größer ist kriegt man kaum irgendwo unter.

Wo sollen die Koffer hin passen?

Laut der Entwickler der ICE Wagons sollen kleine Koffer unter den Sitz und in die Gepäckfächer über den Fenstern. Doch meistens nutzt kaum jemand diese beiden Orte.

Ich selbst habe meinen Koffer fast nie unter dem Sitz, weil er entweder nicht drunter passt oder mir der Boden zu schmutzig ist. Im ICE habe ich ihn meistens vor dem Sitzplatz neben mir und ich lege meine Beine darauf

Auf langen Bahnfahrten ist es wichtig die Beine auszustrecken
Beine ausstrecken im ICE

Dieses Verhalten sorgt auch dafür das sich so schnell nicht jemand neben mich setzt. Aber eigentlich ist das nicht korrekt einen zweiten Platz zu blockieren. Deshalb gebe ich diesen Platz frei wenn der Zug recht voll wird.

Die meisten Leute nutzen die Gepäckfächer über den Köpfen auch erst wenn es voller wird. Und sehr oft merkt man erst dann wem sein eigener Koffer zu schwer ist. Ein Koffer sollte immer nur so groß und schwer sein das man ihn auch selber hoch heben kann.

Das Fach oben, das sogenannte „Gepäcknetz“ benutze ich persönlich fast nie, es ist mir zu mühsam meinen Koffer so hoch zu heben, außerdem habe ich Angst das er bei einer Notbremsung herunter fällt und jemanden verletzt.

Wie viele Koffer darf man mitnehmen?

Es steht weder auf der Fahrkarte noch kann man das am Automaten oder Schalter nachlesen. Aber man darf nicht beliebig viele Gepäckstücke haben. Offiziell darf jeder Fahrgast außer dem Handgepäck ein „Packstück“ mit in den Zug bringen. Als „Packstück“ ist ein einzelnes zusammenhängendes Teil definiert das so groß ist das eine einzelne Person tragen kann. Also es darf auch ein Roller (Zusammengeklappt), Faltrad (Verpackt) oder Schachtel sein. Aber es darf nicht so sperrig und schwer sein das man es zu zweit tragen muss.

Kinderwägen sind zulässig, sollten aber nach Möglichkeit im Eingangsbereich bleiben und evtl zusammen geklappt werden. Allerdings ein Zwillingskinderwagen passt NICHT in die Gänge eines ICE und sollte nicht mitgenommen werden.

Fahrräder und Rollstühle müssen vor Fahrtantritt angemeldet werden, denn es dürfen in einen Wagon immer nur ein Rollstuhl oder 2 Fahrräder. Für Rollstühle gibt es bestimmte Plätze.

Diese Regelung halte ich auch für sinnvoll, stell Dir mal vor ein Zug muss evakuiert werden. Wie sollen die Menschen schnell aus dem Zug wenn eine Person 10 Koffer hat?

In der Praxis wird nicht kontrolliert wie viele Koffer jemand hat.

Die Praxis hat aber gezeigt das es eigentlich niemand kontrolliert wer wieviele Koffer mit in den Zug bring. Das stellt auch meistens kein Problem dar, außer zu Stoßzeiten in den Zügen von und nach Frankfurt oder Zürich. Fernreisende haben oft viel zu viel und zu großes Gepäck dabei.

Oft sind diese Leute auch der Meinung das sie für die überzähligen Koffer bei der Flugbuchung für den Zug mit bezahlt haben. Dem ist aber nicht so. Auch wenn in einer Reisebuchung Zugfahrt bis zum Flughafen enthalten ist und man für den Flug zusätzlich für die überzähligen Koffer bezahlt, im Zug ist das nicht der Fall.

Stell Deinen Koffer so hin das es niemanden behindert!

Jeder Fahrgast ist dazu verpflichtet sein Gepäck so zu verstauen das es keine anderen Fahrgäste behindert. Und genau da liegt das Problem manche Reisende sind so mit dem Gepäck überfordert oder einfach ignorant das sie schwere Koffer im Eingangsbereich stehen lassen. Das ist verboten! Der Bereich der Türen muss frei bleiben!

Der Zugbegleiter muss die Fahrgäste darauf hinweisen und notfalls auch unfreundlich den Fluchtweg frei machen. Ich finde es unmöglich wenn Fahrgäste mit dem Zugpersonal darüber Diskussionen beginnen. Das Zugpersonal ist weisungsbefugt und der Fahrgast hat sein Zeug da weg zu nehmen. Und egal ob 80 Jahre alt, Bandscheibe oder sonst was. Jeder sollte nur so viel Gepäck mit in den Zug nehmen das er auch selbst in die dafür vorgesehenen Plätze bringen kann.

Du musst den schweren Koffer nicht schleppen

Kaum jemand weiß das es noch immer eine Alternative gibt. Früher war es Gang und Gebe das man vor Zugreisen den Koffer „aufgegeben hat“. Diesen Service den Koffer bringen zu lassen gibt es noch immer. Allerdings braucht der Koffer mindestens 2 Werktage und wird an eine Hausadresse oder Hotel geliefert.

Also entweder man packt nur so viel ein wie man auch tragen kann oder man beauftragt den Gepäckservice der Bahn.

Für ganz eilige gibt es sogar einen Overnight Service , der allerdings einen Stolzen Preis hat.

Welche Gepäckstücke sind im Zug am praktischsten

Meiner Meinung nach sind Trollikoffer der kleinen und mittleren Größe am praktischsten. Und zwar die mit 2 Rollen. Die mit 4 Rollen sind zwar auf dem Bahnsteig ganz praktisch, aber im Zug auf dem Teppich im ICE und bei den Rillen zwischen den Wagons rollen diese schlechter. Da haben sich die zum kippen und ziehen als praktischer erwiesen.

Sportliche junge Männer finden diese pseudo Sporttaschen mit Rollen ganz cool, aber ich beobachte oft das diese Taschenform im Zug nicht mehr ganz so praktisch ist. Außerdem habe ich bei diesen Taschen immer den Eindruck das sie halb leer und sinnlos überdimensioniert sind.

Rucksäcke sind beim Umsteigen und für längere Strecken zum laufen sehr gut, aber im Zug sollte man damit besonders vorsichtig sein. Vor allem wenn der Zug sehr voll ist haut man leicht mal den Rucksack einem anderen sitzenden Fahrgast ins Gesicht. Besonders ekelhaft sind dann auch noch zusätzlich angebundene Gegenstände wie Wanderschuhe usw. Wenn schon mit dem Rucksack in den vollen Zug, dann nimm ihn wenigsten solange bis Du Deinen Platz gefunden hast nach vorne.

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Sind Kofferanhänger sinnvoll? Soll man das Reisegepäck beschriften?

Heute beschäftige ich mich mit der Frage ob Anhänger an Koffern und Taschen mit Name und Adresse überhaupt noch zeitgemäß sind. Wann ist es ratsam das Gepäck zu kennzeichnen und wann nicht.

Meine Mama hat mir das damals so beigebracht: An den Griff des Koffers musste ein wasserfester Anhänger mit Name und voller Adresse. Am Besten in Druckschrift damit das auf ja jeder lesen kann. Des weiteren musste ein genauso großes Schild in den Koffer. Als ich noch ganz klein war, hat sie diese sogar im Futter des Deckels eingenäht (Lederkoffer mit Textil Innenfutter). Ihrer Meinung nach müsse immer die volle Adresse drauf, damit man den Koffer falls er verloren geht wieder bekommen kann.

Adresse auf dem Koffer wird als Risiko bezeichnet

In den letzten Jahren wird aber immer mehr davor gewarnt die gesamte Adresse auf den Koffer zu schreiben. Es soll ganze Banden geben, die an großen Bahnhöfen und Flughäfen nach Koffern von abreisenden Urlaubern Ausschau halten, um Adressen ausfindig zu machen wo die nächsten Tage und Wochen keiner zu hause ist. So wissen Bösewichte genau wo man einbrechen kann. Je größer der Koffer umso länger ist vermutlich der Aufenthalt.

Aus diesem Grunde wurden die Handelsüblichen abgedeckten Kofferanhänger entwickelt, bei denen die Adresse verdeckt ist. Will man die Adresse lesen muss man das Teil erst öffnen und das braucht Zeit und das geht nicht ganz unauffällig. Am Bahnhof und am Flughafen sollte man die eigenen Gepäckstücke eh nie unbeaufsichtigt lassen. Viel zu groß ist die Gefahr das etwas geklaut wird oder noch schlimmer etwas in das Gepäck dazu gepackt wird.

sea flight sunny fashion
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Heute gibt es viel mehr Alternativen

Heutzutage gibt es viel mehr Alternativen zur Postadresse. Man könnte nur die Handynummer oder eine E-Mail Adresse angeben. Dann weiß keiner wo genau eine Wohnung leer steht, aber man kann kontaktiert werden.

Digitale Lösung:

Wer auf Nummer Sicher gehen will und Digitale Spielereien mag dem kann ich diesen Artikel empfehlen:

Bagtap – Silikon – digitaler Gepäck und Reiseanhänger

Hier wird die Adresse eine QR Code zugeordnet und der Finder kann diese über das Internet abrufen. Am Koffer selbst sieht man keinen Namen und nichts. Die Hinterlegte Adresse kann man jederzeit ändern.

Auf diese Weise kann man auch das Hotel oder die Ferienwohnung hinterlegen.

Wann ist eine Beschriftung des Koffers Pflicht?

Es gibt Reiseveranstalter die eine Kennzeichnung wem welches Gepäckstück gehört explizit verlangen. Sehr oft stellen diese Anbieter kostenlose Anhänger zur Verfügung. Oft reicht hier die Angabe von Name und Bestimmungsort bzw das Hotel. Bei Busreisen bei denen das Gepäck von Hand verladen wird ist das üblich.

Bei Flixbus muss man seinen Koffer auch beschriften. Dazu wird einem bei der Buchung ein Anhänger zum Ausdrucken zur Verfügung gestellt. Darauf steht auch nur der Name des Reisenden und der Bestimmungsort.

In einem Flixbus muss man sein Gepäck selbst ein und ausladen, doch die Kennzeichnung soll verhindern das jemand einen falschen Koffer mit nimmt. Außerdem darf jeder reisende nur einen Koffer kostenfrei mitnehmen, jeder weitere wird berechnet.

Auf Flugreisen wird der Koffer oder das Gepäckstück sowieso mit einem Klebeetikett gekennzeichnet. Darauf steht meistens nur die Flugnummer und der Zielflughafen. Einen weiteren Anhänger mit der kompletten Adresse halte ich für nicht sinnvoll. Denn das Fluggepäck ist so lange außerhalb der eigenen Aufsicht. Da weiß man wirklich nicht ob nicht jemand mit unehrlicher Absicht die Adressen liest und weitergibt. An Einbecherbanden oder ähnliches.

Meine Persönliche Erfahrung mit der Adresse im Koffer

Seit ich nicht mehr bei den Eltern wohne mach ich auch keine Kofferanhänger an mein Gepäck. Irgendwie kam mir das immer altmodisch und blöd vor. Dennoch habe ich mit der Adresse im Koffer eine gute Erfahrung gemacht.

Ich hatte meiner Mutter einen Koffer geliehen und nachdem sie ihn mir zurück gegeben hat, habe ich nicht daran gedacht das sie vielleicht ihre Adresse im Koffer belassen hat.

Als ich dann Monate später mit dem gleichen Koffer unterwegs war passierte mir ein Fauxpas! Ich stellte den Koffer in den Nahverkehrs Zug von Stuttgart nach Karlsruhe und stieg noch mal kurz aus, weil durchgesagt wurde der Zug hätte erhebliche Verspätung. Da ich kurz unaufmerksam war, fuhr der Zug mit meinem Koffer davon! Sofort ging ich zum Informationsschalter und meldete das, weil ich verhindern wollte das mein Koffer einen Bombenalarm oder ähnliches auslöst. Der Bahnmitarbeiter versuchte im Zug anzurufen, was ihm nicht gelang. Deshalb informierte er den Endbahnhof Karlsruhe und dort ging ein Mitarbeiter gezielt auf die Suche nach meinem Koffer… ich konnte ja genau sagen wo ich ihn abgestellt hatte, doch der Koffer war weg!!!

So fuhr ich ohne Gepäck nach hause und verabschiedete mich schon innerlich von den Kleidungsstücken darin. Zwei Wochen später rief mich meine Mutter aufgeregt an: Sie habe einen Brief erhalten das ihr Koffer jetzt in Karlsruhe aufgetaucht sei! Welcher Koffer? Wieso?

Sie hatte für ihre Reise mit dem Koffer einen Aufkleber mit ihrer Adresse in den Deckel geklebt und dieser wurde nun von DB-Mitarbeitern gefunden. Später konnten wir folgendes nachvollziehen:

Einem Fahrgast war der Herrenlose Koffer aufgefallen und weil dieser Angst vor einer Bombe oder ähnlichem hatte, hat er den diesen auf einem der Zwischenhalte einfach raus auf den Bahnsteig gestellt. Dort fiel er erst Tage später einer Reinigungskraft auf und wurde an die Sammelstelle für Fundsachen in Karlsruhe geschickt. Dort wurde er geöffnet und die Lebensmittel (2 Äpfel, ein belegtes Brot und eine Packung Kekse) entsorgt. Es wurde nach einer möglichen Bombe und einer Adresse gesucht und der Aufkleber meiner Mutter gefunden.

In dem Brief wurde sie dazu aufgefordert den Koffer persönlich abzuholen. Wir nutzten dies für einen gemeinsamen Mutter-Tochter Tagesausflug nach Karlsruhe. Mit dem Zug hin, Koffer holen, Eis Essen und nach einem kurzen Spaziergang um den Bahnhof herum wieder zurück.

Der Inhalt meines Koffers war komplett und unbeschädigt. Lediglich die Lebensmittel (Reiseproviant ) waren aus hygienischen Gründen entsorgt worden. Selbst mein Föhn und die elektrische Zahnbürste waren noch da.

Mein Fazit:

Seit diesem Erlebnis habe ich immer eine Visitenkarte oder einen Zettel mit meiner Adresse und Handynummer in jedem Gepäckstück. Seit kurzen besitze ich so einen digitalen Kofferanhänger konnte ihn aber wegen Corona leider noch nicht nutzen. Ich werde hier darüber berichten.

Digitale Kofferanhänger gibt es in großer Auswahl bei Amazon, hier ein paar Tipps:

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Kofferanhänger selber machen

Wenn Du selber kreativ werden willst und ein wenig nähen kannst, dann habe ich hier eine schöne Idee. Bei antetanni habe ich eine tolle Anleitung für Gepäckanhänger entdeckt.. Schau dort mal vorbei, die sind wirklich nicht schwer zu machen.