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Allgemein Lockdown-Tagebuch

Tag 64 ( Donnerstag 18.2.)

Herzlich willkommen zum 64sten Tag in meinem persönlichen Lockdown-Tagebuch. Hier berichte ich täglich was ich den ganzen Tag so tue während ich nicht Arbeiten darf.

Heute war ein milder Tag mit bedeckten Himmel. Aber nicht düster, paarmal hat die Sonne sogar hervorgeblitzt. Was meiner Stimmung und Motivation etwas zu tun sehr zuträglich war.

Ich muss zugeben das dieser Blog, also das tägliche Berichten was ich tue mich nach wie vor motiviert. Ich bin froh und dankbar das ich diese Idee begonnen habe und noch immer durchziehe.

Was habe ich heute genäht?

Heute Vormittag war ich mal wieder produktiv. Zum einen habe ich auf der Couch mit hoch gelegten Beinen mehre Herzchen gefüllt und zugenäht und auch an der Nähmaschine war ich wieder fleißig. Entstanden sind heute 3 paar Handstulpen. Diese wanderten direkt in die Tragetasche mit den zahlreichen anderen. In den kommenden Tagen werde ich mal einen ordentlichen Karton richten und anfangen sie darin zu lagern. Denn vermutlich kann ich diese Winterartikel bald „einmotten“ weil der Frühling kommt.

Auf dem Bild seht ihr zwei der entstandenen Stulpen. Beide Stoffe habe ich schon mal zu Handstulpen verarbeitet. Ich mache absichtlich aus jedem Stoff mehrere Paare weil ich ja vor habe diese Artikel irgendwann mal auf einem Hobbymarkt oder Basar anzubieten. Wenn Du welche erwerben möchtest melde Dich bei mir.

Herzen für die Onkomützen

Am Tag 61 habe ich bereits berichtet das ich für die ehrenamtlichen Onkomützen-Näherinnen spenden möchte. Ich spende kein Geld sondern kleine Stoffherzen die als kleine Aufmunterung für Krebspatientinnen dienen sollen. Gestern habe ich versprochen mal meine bisherige Produktion zu zeigen:

Meine Spende für die Onkomützen

Auf dem Bild oben seht ihr unten in der Schachtel die fertigen Herzen und oben im Korb noch die unfertigen bereits gefüllten Herzen. Diese muss ich noch von Hand zu nähen. Das erledige ich heute Abend oder morgen früh. Bis jetzt sind es etwa 40 Stück, und ich denke das in die Schachtel mit etwas zusammen drücken ca. 50 Stück passen. Wenn sie voll ist schicke ich sie los.

Die Herzen sind ganz verschieden und bunt gemischt. Man kann sie alle bei 40 Grad in der Maschine Waschen weil sie mit waschbarer Füllwatte gefüllt sind.

Jeden Tag eine „gute Tat“

Ich habe mir vor genommen jeden Tag irgendwie irgendwem zu helfen. Das ist mir ein Bedürfnis trotz oder gerade wegen „Social Distancing“. Weil ich am Tag 48 über die Sachspenden-Sammung für Rumänien geschrieben habe hat mich eine Bekannte angeschrieben das sie gerne Dinge spenden möchte aber nicht weis wie sie die Sachen, unter anderem ein Kinderwagen, dort hin bringen könnte. Sie ist selbst fast Pflegebedürftig und kann weder gut laufen noch Autofahren. Zusammen mit einer Bekannten war ich heute bei Ihr und habe die Sachen abgeholt. Sie war so schlecht drauf, das uns sogar ein Nachbar, der bereits wusste das wir kommen, öffnen musste. Ich habe zwar kurz mit ihr gesprochen aber irgendwie Tragen helfen oder so etwas war ihr nicht möglich.

Für uns war das eine Kleinigkeit, den Kinderwagen und die vollen Taschen ins Auto zu packen und schnell zum Lager zu bringen. Aber für die alte kranke Dame war es echt eine hilfreiche Erleichterung das die Sachen jetzt abgeholt sind.

Wenn Du auch Kleidung, Spielwaren oder Haushaltsgegenstände spenden möchtest und Du weißt nicht wie Du die Sachen zur Sammelstelle bringen kannst, dann darfst Du mich gerne kontaktieren.

Mein Spaziergang heute

Als mich die Bekannte wieder heim gebracht hat war es bereits 16 Uhr und ich hatte zwar was gutes getan aber bin noch nicht viel gelaufen. Also bat ich sie mich nicht nach hause zu fahren sondern „auf der Lucke“ ab zusetzten. Bei der Autobahnausfahrt Kandern, an der Kreuzung wo es nach Ötlingen ab geht hat sie mich abgesetzt. Von dort bin ich nach hause gelaufen!

da hinten ist Lörrach (Bild ist seitenverkehrt)

Auf dem Bild hab ich die Kapuze oben, weil gerade ein frischer Wind blies, aber eigentlich war es nicht sehr kalt.

Aus diesem Winkel kannte ich Lörrach noch nicht

Zum ersten Mal bin ich durch den alten Ortskern von Tumringen gelaufen und war ganz fasziniert von den vielen alten verwinkelten Häusern. Ich kannte Tumringen eigentlich nur vom durchfahren. Ich ging bewusst „spazierend“ durch die schmalen Straßen und nahm mal nicht den kürzesten Weg.

offensichtlich vermissen hier einige Anwohner die Fasnacht sehr

Ehrlich gesagt ich habs genossen mich mal einfach um zu gucken ohne jede Eile.

Unten an der Wiese angekommen nahm ich den Weg am Fluss entlang. Das Wasser ist wieder normal, doch an vielen Stellen kann man noch die Hinterlassenschaften des letzten Hochwassers erkennen. Siehe auch Tag 49.

An dem Treibholz im Baum sieht man wie hoch das Wasser war

Auf der Strecke traf ich auf eine Arbeitskollegin, wir haben uns schon sooo lange nicht mehr gesehen… logisch quasselten wir eine Weile. Aber wir trennten uns wieder weil wir unterschiedliche Richtung weiter wollten.

Ich ging bis zur Brücke Stetten (in Puncto) an der Wiese und von dort mit kleinem Umweg nach hause.

Schrittziel erreicht!

Ganz ehrlich! Gerade als ich diesen Text schreibe schaue ich auf mein Handy und es zeigt mir genau das hier an! Das ist nicht manipuliert !!!

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog ich hoffe Du schaust bald wieder bei mir rein.

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Allgemein Lockdown-Tagebuch

Tag 46 ( Sonntag 31.1.)

Und wieder heißt es „Herzlich Willkommen im Lockdown-Tagebuch“. Heute ist der 46ste Tag und ursprünglich war mal geplant das mit diesem harten Lockdown nun Schluss ist. Tja leider nicht und deshalb mache ich hier mit meinen täglichen Berichten auch weiter.

Ich muss zugeben ich habe mich so sehr daran gewöhnt hier zu schreiben, das es mir echt fehlen würde. Und so lange ich treue Leser habe die immer wieder lesen, so lange macht es auch Freude und Sinn.

Warum ich hier schreibe habe ich zu Anfang sehr oft und lang und breit erläutert. Wenn Du das nicht mitbekommen hast das lies mal Tag 4 oder einen der anderen aus der ersten Woche.

Warum will ich so viel laufen?

Aber war ich offensichtlich vergessen habe zu erklären ist, warum ich seit einiger Zeit ständig Schritte zähle und unbedingt 10 000 Schritte schaffen will.

Ich bin Einzelhandelskauffrau, diesen Beruf mache ich seit ich 16 Jahre alt war. Ein wichtiger Aspekt dieses Berufes ist das man den ganzen Tag auf den Beinen ist und viel Stehen und Laufen muss. Die ersten Monate oder sogar Jahre war dies echt hart für mich. Mir taten permanent Beine oder Rücken weh. Doch mit der Zeit hat sich mein Körper daran gewöhnt.

Als ich noch Azubi war, hatte ich massive Probleme mit einem Kniegelenk. Ein Orthopäde riet mir damals zu einer aufwändigen Operation, der Oberschenkel Korrektur um das Kniegelenk zu entlasten. Ich hätte bereits ausgeprägte Verschleißerscheinungen in dem Gelenk und wenn ich das nicht machen würde könne ich mit 30 Jahren nicht mehr richtig gehen! Außerdem müsse ich Orthopädische Schuhe tragen und am besten den Beruf wechseln… Ich war damals noch keine 20 !!!

Auf die Frage woher so was kommt meinte dieser Arzt das sei sicher vom Skifahren oder vom Leistungssport. Keine Ahnung ob der die Patientenakte verwechselt hatte, aber ich stand noch nie auf richtigen Skiern und das was ich im Jazztanz gemacht habe war alles andere als Leistungssport (einmal die Woche 1h die Hälfte der Teilnehmerinnen war übergewichtig).

Nach dieser Diagnose war ich geschockt und bin nicht mehr hin. Und ich hab alles das was er gesagt hat NICHT GEMACHT. Wenn das Knie beim Treppen steigen weh tat, hab ich es trotzdem gemacht. Ganz grausam war es wenn ich mit hohen Absätzen in der Disko getanzt habe… am nächsten Tag konnte ich fast nicht mehr gehen und schmale Hosen passten nicht über mein geschwollenes Knie. Also musste ich mich entscheiden, hohe Schuhe oder nicht tanzen. Da ich in einen Jungen Mann verknallt war der kleiner als ich war… war die Entscheidung schnell gefällt. Seit dem trage ich so gut wie nie hohe Absätze.

Ist mein Beruf schädlich?

Jeder der mal im Verkauf gearbeitet hat weiß wie schlimm die Füße weh tun können vom vielen Stehen. Doch ich hab mit den Jahren herausgefunden welche Art Schuhe mir gut tut. Und je länger man das macht umso mehr gewöhnt man sich daran.

Allerdings jedes mal nach dem Urlaub die ersten 1-2 Tage tuts wieder richtig weh.

Das Stehen geht nicht nur auf die Füße sondern auch auf den Rücken. Auch hier kommt es ganz darauf an wie viel man sich sonst bewegt und wie gut die Rückenmuskulatur trainiert ist.

Seit etwa 10 Jahren arbeite ich im 5 Stock, da ist mein Abteilungsbereich mal eben das halbe Stockwerk. Was ein Außenstehender als Nachteil sehen würde ist gar keiner. Weite Wege zwischen drin sind gesünder für Beine und Rücken. Seit ich dort arbeite gehe ich an einem Arbeitstag etwa 12-15 km (normaler Tag, wenn viel los ist auch mal mehr).

Dieses Pensum bin ich gewohnt und ich hab gemerkt das es mir besser tut als zum Beispiel früher in der begrenzten CD Abteilung.

Ich hatte schon mal eine unfreiwillige lange Pause

2018 hatte ich mir den Mittelfußknochen gebrochen und ich war da durch 4 Monate krank. Auch als der Fuß schon längst verheilt war, konnte ich kaum weiter als 500m gehen und musste Pause machen. Nicht nur weil meine Beinmuskulatur verkümmert war, sondern auch mein Kreislauf war derartig weite Strecken nicht mehr gewohnt.

Das ich in dem Zustand erhebliche Mühe hatte einen Arbeitstag zu überstehen könnt ihr Euch denken. Wirklich besser wurde das erst als ich mit der „Wiedereingliederung“ beginnen durfte. Die ersten Tage war es für mich fast ein Drama wenn ich zur Toilette im anderen Stockwerk musste… Treppe hoch und dort erst mal verschnaufen… doch täglich wurde es besser. An so einen Nullpunkt der körperlichen Leistungsfähigkeit möchte ich nach Möglichkeit nie wieder kommen!

Meine normale Leistungsfähigkeit kam erst durch das voll arbeiten wieder zurück. Zwar habe ich Monatelang immer wieder zusätzliche Pausen gemacht aber es wurde mit jedem Tag besser.

Dieses tägliche Training fehlt mir jetzt!

Bleiben Sie gesund !

Dieser Satz der sich in den letzten Monaten zum allgemeinen Gruß entwickelt hat, habe ich mir hinter die Ohren geschrieben. Wenn es irgendwas gibt was ich jetzt im Lockdown tun kann, das dazu bei trägt das ich gesund bleibe, möchte ich dies tun.

Schwimmen oder andere Sportarten die man zusammen mit Anderen macht dürfen wir ja momentan leider nicht. Deshalb versuche ich wenigstens durch regelmäßiges Gehen und Laufen meinen Körper fit zu halten.

Für Dich wird 10 000 Schritte zwar viel klingen, aber das sind nur etwa 7-8 Km… also wenig gegenüber einem normalen Tag an meinem Arbeitsplatz. Mein tägliches Schrittpensum möchte ich bis zum Ende des Lockdowns auch noch erhöhen. Aber Momentan knappere ich noch an den 10 000.

Was habe ich heute gemacht?

Heute Vormittag habe ich wieder ein wenig an den Unsichtbaren Dingen in meinem Blog gebastelt. Nimmt keiner wirklich wahr, aber ich hoffe das mir diese Dinge das Bloggen zukünftig ein wenig vereinfachen. Diese Sachen mache ich momentan mit hoch gelegten Beinen auf der Couch um meine Venen nicht unnötig zu belasten.

Nähen:

Heute habe ich wieder mehrere Handstulpen genäht. Wobei ich dabei einen Stoff verarbeitet habe der wirklich sehr unangenehm fusselt, dadurch ist meine halbe Küche jetzt mit nem grau/Schwarzen Film bedeckt und morgen werde ich erst mal Putzen müssen.

Ich habe mein Schrittziel erreicht

Heute Nachmittag hatte ich mit einer Freundin abgemacht, ich hatte ein paar Unterlagen für sie ausgedruckt. Damit ich dennoch auf meine Schritte komme bin ich schon 1.5 Stunden eher los gelaufen.

Gegangen bin ich einen Weg über den ich hier schon mal geschrieben habe. Durch den Wald Richtung Salzert. Dann an der Jugendherberge vorbei wieder im Wald Richtung Süden um dann diesen Weg über die Felder nach Lörrach Stetten wo ich vor paar Tagen so in den Regen gekommen war. Wann war das noch gleich… äh… ganz ehrlich ich bin froh das ich dieses Tagebuch hier schreibe. Da kann ich nachgucken. Es war am Tag 38.

Heute hat es nicht geregnet. Aber die Wege usw sind trotzdem nass. Meine Schuhe sahen so aus:

In Lörrach Stetten bin ich dann ein paar Gassen und Straßen lang, die ich noch nicht gesehen habe. Stetten ist viel größer als ich dachte!

Heute bin ich einen netten Bogen gelaufen.

Auf einmal bekommt der Satz „Unterwegs ist das Ziel“ eine ganz neue Bedeutung.