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Meine Korallen im Museum – ein Korallenriff in Baden-Baden

Vom 29.1. bis 26. Juni diesen Jahres ist die Ausstellung „Wert und Wandel der Korallen“ von Christine und Margaret Wertheim im Museum Frieder Burda zu sehen.

Die beiden Schwestern aus Kalifornien möchten mit dieser Ausstellung auf die Problematik der Umweltverschmutzung und der damit verbundenen Zerstörung der Lebensräume der Korallen aufmerksam machen. Denn farbenfrohe und intakte Korallenriffe werden immer seltener, denn ihre Artenvielfalt ist durch die Erwärmung der Weltmeere sehr bedroht.

Das sogenannte Baden-Baden Satellite Reef ist eine von mittlerer Weile schon die 50ste Installation dieser Art weltweit, die die beiden Schwestern initiiert haben. Das Besondere an diesem Kunstwerk ist das die beiden Künstlerinnen es nicht komplett alleine gestaltet haben, sondern das fast 4000 freiwillige Häkler und Häkelerinnen daran beteiligt waren.

Faszinierende Artenvielfalt

Um die fast unendliche Artenvielfalt eines natürlichen Korallenriffs nachzuempfinden braucht es viele Menschen mit vielen Ideen. Denn in der Natur gleicht keine Koralle der anderen. Zwar gibt es typische Grundformen, dennoch ist jedes dieser filigranen von Korallenpolypen erbaute Gebilde einzigartig.

Die Idee für die Nachbildung einer solchen Kolonie viele kreative Menschen einzuladen ist eine sehr gute. Denn auch ein natürliches Riff wird nicht von nur einer Korallenart gebildet sondern von vielen verschiedenen die jeder auf seine eigene Art die farbenfrohen Formen baut.

Ein einzelner Künstler oder eine kleine Gruppe von Menschen könnte niemals so viele Ideen umsetzen das es der Artenvielfalt der Natur nahe kommt.

Dies ist nur ein kleine Ausschnitt des Baden-Baden Satellite Reefs

Begeisternde Ausstellung in Baden Baden

Schon am ersten Wochenende hatte ich die Möglichkeit für einen Besuch. Die Ausstellung wird noch bis 26. Juni gezeigt. Das Museum Frieder Burda befindet sich zentral gelegen Baden-Baden, nicht weit weg von Kurhaus und dem ausgedehnten Kurpark.

Meine Schwester und ich sind mit dem Auto angereist und haben in der Nähe geparkt. Das Museum liegt nicht weit weg von gleich mehreren Parkhäusern und von dort aus ist der Fußweg auch sehr gut beschildert. Kostenlos Parken ist allerdings in der Nähe des Kurparks nicht möglich.

Der Eintritt in das Museum kostet 14 €, es gibt allerdings Ermäßigungen für Schüler, Studenten und Familien. Um Stoßzeiten zu verhindern kann man online Tickets mit Zeitfenster buchen. Das funktioniert über die Firma Ticketfritz sehr gut. Aber ich denke das es auch immer Tickets direkt am Eingang gibt.

Das moderne Gebäude ist gut beheizt und es gibt eine überwachte Garderobe sowie Schließfächer wo man gegebenenfalls sein Gepäck unterbringen kann. Die Ausstellung kann Barrierefrei auch mit dem Rollstuhl oder Rollator besichtigt werden.

Das Baden-Baden Satellite Reef

Das hier in Baden-Baden zusammengestellte Korallenriff bei dem ich mich gemeinsam mit über 4000 anderen beteiligt habe befindet sich im oberen Stockwerk. Im EG werden Elemente von früheren Häkel-Riffs gezeigt. So begrüßt einen schon im Eingangsbereich hängendes farbenfrohes Gebilde. Eine einzelner riesiger Häkel- Helix hängt im Treppenhaus Bereich über mehrere Stockwerke! Ich frage mich nicht nur wie dieses lange Teil nach Baden-Baden geschafft wurde sondern auch wie man ein so großes und umfangreiches Einzelteil häkelt. Denn für mein Sachverständnis scheint es am Stück in 3 Stockwerken umfassender Reihenlänge gehäkelt zu sein.

Im OG befindet sich eine Wand mit allen Namen der Teilnehmer in Alphabetischer Reihenfolge. Da mein Nachname mit A beginnt, befinde ich mich in der obersten Reihe in 4-5 Metern Höhe. Deshalb konnte ich davon kein Foto machen. Aber ich habe eine alte Freundin gefunden, die auch mit gemacht hat.

Die Namen mit dem Buchstaben M sind gerade so hoch das ich ein Bild damit machen kann. Die Wand ist jedoch beschriftet bis zur runter zur Kniehöhe, Über 4000 freiwillige Häkler und Häklerinnen. Darunter auch Schulklassen. (siehe 5 Reihen über meiner Hand)

Sehenswerte Ausstellung gehäkelter Korallen

Das was ihr auf dem Bild hinter mir seht ist nur ein kleiner Teil von einem der Riff Elemente. Das Foto soll den Grössenumfang ein wenig darstellen. Ich denke das dieses Element hinter mir bestimmt 5-6 Meter lang ist und und 3-4 Meter breit. Und es ist nicht das größte!

Bei diesem Bild kann man die Höhe der Korallengruppen erahnen… aber das Bild kommt den Ausmaßen der ausgestellten Objekte in keinster Weise nahe. Hinter manchen Installationen könnte ich mich komplett verstecken.

Was wirklich fasziniert ist die Unterschiedlichkeit, in einem dieser kunstvollen Arrangements befinden sich unzählige Einzelelemente schier endlos wirkender Farbpalette. Unterschiedliche Größen, Farben, Materialien und Macharten direkt nebeneinander. Wie in der Natur ineinander verschlungen und aufeinander aufbauend.

Nur wenn man genau hin schaut kann man einzelne Häkelwerke erkennen. Denn sie sind so raffiniert miteinander kombiniert das sie zu einem faszinierenden Ganzen verschmelzen.

Wo sind meine Korallen?

Eine Zeit lang habe ich versucht meine eignen Elemente zu finden. Dazu hatte ich sogar die Fotos meiner Teile auf dem Handy dabei. Um mich besser an Form und Farbe zu erinnern. Es war mir nicht möglich auch nur eines meiner Teile zu finden. Es gab zuuuu viele Einzelteile und auch andere Mitwirkende waren auf ganz ähnliche Ideen gekommen. Mehr über meine Korallen findest Du unter „Korallen Häkelt für das Museum“.

Ich habe lange gesucht aber kein einziges meiner Objekte wieder erkannt. Vermutlich weil ich „normales Handarbeitsgarn“ verwendet habe. Ich bin vom Fach, beruflich verkaufe ich Handarbeitsmaterialieren und deshalb kenne ich viele Qualitäten so gut das ich sie ständig irgendwo wieder erkenne. Wenn zum Beispiel jemand einen Pullover trägt aus einer mir gut bekannten Wolle so sehe ich das . Aber hier bei dieser Ausstellung nahm ich nur noch ganz selten das Ausgangsmaterial wahr. Und wenn dann nur auf den 3. bis 4. Blick.

Unendliche Materialvielfalt

Nur zum Teil wurde nach Material getrennt, die meisten Riff-Elemente bestanden aus einer wilden Mischung. Bis auf eine komplett glitzernde Komposition, die zum Großteil aus Elementen aus Schwammgarn zusammmengestellt war. Doch selbst hier hat mich die Facettenreichheit und der Farbumfang fast erschlagen. Es ist faszinierend wie ein Material das so markant und gleichförmig wirkt mit Hilfe von so vielen verschiedenen Ideen die Schönheit der Natur nachempfinden kann. Gerade hier stellte sich beim Betrachten der Effekt ein das man glaubt die Wasserbewegung des Meeres wahrgenommen zu haben.

Wieder andere hatten das Thema total anders interpretiert und ich habe paarmal gedacht „oh darauf bin ich noch nicht gekommen“. Eine schier unendlich wirkende Vielfalt an Materialien wurde verwendet.

Es wurden Videobänder, Absperrband und Chipstüten verhäkelt. Und Idee mit einer Häkelarbeit aus Mülltüten auf die Zerstörung von ganzen Lebensräumen für diese Lebewesen aufmerksam zu machen, finde ich nahezu genial. Ist es nicht vor allem unser Müll der die Weltmeere bedroht und zerstört?

Bei einer Installation im Eingangsbereich wird der glitzernde Meeresboden aus Getränkedosenverschlüssen und Coronatest-Verpackungen dargestellt.

Sind es Pflanzen oder Häkelarbeiten?

Während dem Betrachten der Ausstellung vergisst man immer wieder das es eigentlich nur von Laien gehäkelte Elemente sind. Stattdessen taucht man ein in die faszinierende Welt eines Korallenriffs. Und auf diese Schönheit und Verletzlichkeit der Natur aufmerksam zu machen ist ja der Grundgedanke dieser Ausstellung.

Ein Besuch im Museum Frieder Burda lohnt sich

Deshalb möchte ich Dir diese Ausstellung ans Herz legen. Der Weg nach Baden-Baden und der Besuch im Museum Frieder Burda loht sich. Hier ein Video über diese Ausstellung.

Für Diejenigen die nicht nach Baden-Baden reisen können sind sogar Videoführungen geplant. Tickets dafür sollen in Kürze buchbar sein.

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog. Einen Artikel über ein anderes Mitmachprojekt findest Du unter „Fische Häkeln für die Landesgartenschau“