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Samstagsplausch am 22. Oktober 22

Herzlich willkommen zum Samstagsplausch, mit diesem Beitrag nehme ich auch an der gleichnamigen Linkparty bei Karminrot teil.

Meine Woche war diesmal nicht ganz so dramatisch wie die Woche davor. Im Letzten Samstagsplausch hatte ich ja gleich von zwei Dramen erzählt. Geldbeutel weg und Corona-Erkrankung. Letztere habe ich gut und schnell überstanden. Genauso plötzlich wie die Symptome kamen, so plötzlich gingen sie auch wieder. Ich habe den Eindruck ich hab da alles irgendwie im Schnelldurchlauf durch gemacht. Wobei ich jetzt hinterher den Eindruck habe als ob mich etwas bremst… bei allem bin ich irgendwie langsamer als gewohnt. Beim Gehen, beim Denken und auch beim Schreiben. Nur weiß ich nicht ob das wirklich so ist oder ich das nur so empfinde.

Seit Mittwoch kann ich wieder normal arbeiten. Der Arzt hatte mich bis Dienstag krank geschrieben, aber da ich recht schnell ohne Symptome war endete meine Isolationspflicht am Montag. Wobei das ganze ja eh nicht mehr so streng ist wie es bei meiner ersten Corona-Infektion im Frühjahr 21 war.

Ich bin wieder gesund!

Am Dienstag hat mich eine Freundin, angerufen und dazu animiert mit ihr spazieren zu gehen. Es war herrliches Wetter und sie geht echt gerne und viel Spazieren. Aber ich zögerte erst etwas, weil ich Bedenken hatte das es vielleicht „zuviel“ für mich werden könnte, oder ich zu langsam für sie bin. Doch sie versicherte mir das sie eine Route ausgesucht habe wo es nicht steil wird und wo wir mehrfach die Möglichkeit haben die Runde abzukürzen. Also ging ich mit.

Herbstspaziergang im Markgräflerland

Bei blauem Himmel und Sonnenschein und fast 24 Grad konnten wir im T-Shirt spazieren. Wobei ich wirklich die erste Zeit sehr langsam war, und fast jede Bank die wir fanden haben wir benutzt. Am Anfang hatte ich leichte schmerzen in den Hüften, etwas was ich sonst bei mir gar nicht kenne. Ich hatte das Gefühl „mein Fahrgestell ist eingerostet“. Doch je länger wir gingen umso besser wurde es. Ich bin dieser Freundin echt dankbar das sie mich zu diesem Ausflug animiert hat. Es hat mir sehr gut getan.

Wir parkten am Lindenplatz oberhalb von Tüllingen und drehten von dort aus eine große Runde. Über diesen Wanderparkplatz habe ich schon mal berichtet unter „Ein paar Minuten Fernsicht in der Mittagspause“ .

Lindenplatz beim Wanderparkplatz Obertüllingen

Hilfe annehmen?

Genau diese Freundin war es auch die mich während meiner Krankheit mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt hat. Das Problem war ja das ich vorher verreist war und deshalb nicht wirklich viel im Haus hatte, weil ich ja geplant hatte länger weg zu sein. Ohne Diskussion war sie für mich einkaufen und hat alles worum ich gebeten hatte und noch viel mehr vor meine Türe gestellt. Ohne solche Freund ist man mit Corona echt aufgeschmissen.

Diese Woche gab es gleich noch ein weiteres Problem bei dem ich die Hilfe von Freunden annehmen musste.

Wasserhahn kaputt

Als ich letzte Woche krank zuhause war, brauchte ich das Wasser in der Küche ungewöhnlich oft. Eigentlich war ich ständig am Tee kochen. Da ich mich nicht gut fühlte hatte ich auch keine Musik an und deshalb konnte mir auffallen das sich der Wasserhahn eigenartig anhört. Immer nachdem ich ihn geschlossen hatte machte er Geräusche! Und es wurde immer mehr… bis ich dann mal in den Unterschrank sah und feststellte das dort alles Nass war. Zum Glück hatte ich dort Putzlappen gelagert, die schon sehr viel Wasser aufgesogen hatten… Doch mittlerer Weile war da schon so viel Wasser das es aus dem Schrank lief!

Natürlich hätte ich die Hausmeisterin informieren können, aber ich weiss das sie nichts anderes gemacht hätte als eine Sanitärfirma beauftragen. Das wollte ich lieber verhindern. Deshalb fragte ich über Facebook ob bei meinen Freunden jemand dabei ist der sich mit sowas auskennt. Zu meiner Überraschung meldete sich mein Chorleiter der promovierter Tontechniker ist. Ich wusste nicht das dies sein erster Beruf war und er erst später umgeschult hatte.

Er kam und sah sich das Problem an, er fand sofort wo der Defekt war und empfahl mir den Wasserhahn auszutauschen. Wir fuhren zu einem Baumarkt wo ich mir mit seiner Beratung ein neues Teil kaufte. Und er baute mir das fachmännisch ein. Ich war soooo erleichtert! So konnten wir dank seiner schnellen Hilfsbereitschaft einen Wasserschaden verhindern. Als Bezahlung für die Arbeit wollte er nur eine freundschaftliche Umarmung! DANKE !!!

Einfach mal annehmen

Früher fiel es mir sehr schwer sowas überhaupt anzunehmen. Meine Mutter hatte mich so erzogen das man dies nicht annehmen darf, weil einem das nicht zusteht. Sie ist jemand der möglichst nie Hilfe annehmen will und alles alleine regeln will. Erst jetzt im Alter als sie merkt das vieles nicht mehr geht nimmt sie hin und wieder Hilfe von Außenstehenden an. Früher hatte sie immer Angst das derjenige dann irgendwas von ihr verlangen könnte.

Seit etwa 10 Jahren habe ich zu einem aktiven Glauben an Jesus Christus gefunden. Dadurch hat sich meine Haltung zum „einander helfen“ grundlegend geändert. Wenn ich einem anderen Menschen helfe, dann tue ich es nicht um von diesem irgendwas zurück zu bekommen. In der Bibel wird Jesus zitiert mit „Was ihr für den geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr für mich getan“. Das bedeutet wenn ich jemandem bei irgendwas helfe, dann tue ich es nicht für denjenigen, sonder für Gott. Und Gott wird mich dafür belohnen und nicht der Mensch der mir das vielleicht gar nicht bezahlen kann.

Im „Reich Gottes“ kommt der Lohn von woanders her. Das mir der Wasserhahn fachmännisch ausgetauscht wurde konnte ich jetzt gerade nicht bezahlen, aber ich bin bereit wenn irgendwo jemand in meinem Umfeld meine Hilfe bei irgendwas braucht dort zu helfen. Auch brauche ich mir über den „wert“ keine Gedanken machen, denn den Ausgleich schafft Gott und nicht ich. Dieses Wissen hat mich um ein Vielfaches erleichtert.

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