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Mittwoch 31. März 2021

Leider hat das gestern nicht mit dem täglich berichten funktioniert. Ich war gestern Abend ko und hatte schlicht keine Lust zum schreiben.

Meine Idee war das stattdessen heute Morgen zu machen, aber da ich wieder erwarten nicht um 11 Uhr sondern schon um 9 anfangen musste, habe ich das zeitlich nicht geschafft.

Jetzt erst mal zum gestrigen Tag:

Mit Mutter zum Impfzentrum in Freiburg

Meine Mutter ist 82 Jahre alt und hat sehr große Angst vor Corona. Deshalb war ihr sehnlichster Wunsch sich möglichst schnell impfen zu lassen. Nicht nur zu ihrer eigenen Sicherheit, sie sah es dies auch als ihre Pflicht an, denn sie wurde in einem Brief von der Bundesregierung dazu eingeladen. Ein ähnlicher Brief kam auch vom Land.

Meine Mutter wohn in Müllheim und dort gibt es fußläufig von meiner Mutter entfernt ein Kreisimpfzentrum. Doch dort ist kein Termin zu kriegen. Ob dort überhaupt geimpft wird ist mir nicht so ganz klar… jedenfalls kenne ich niemanden der dort bereits geimpft wurde.

Meine Schwester hat sich um einen Impftermin für meine Mutter bemüht und die einzige Möglichkeit die sich zeigte war Freiburg.

Um mit meiner Mutter dort hin zu kommen habe ich mir von Freunden ein Auto geliehen. Herzlichen Dank dafür! Denn mit Leihwagen wäre das schon ganz schön ins Geld gegangen. Da mir eine Bekannte die mit ihrer Mutter bereits die zweite Impfung dort abgeholt hat erzählt hat das dort alles riesig ist und die Wege sehr weit sind habe ich mir von ihr einen Rollstuhl ausgeliehen.

Als ich meiner Mutter das erzählte,wehrte sie erst mal ab, sie bräuchte keinen Rollstuhl, denn sie könne ja selber laufen… sie wollte auf keinen Fall das ich sie wie eine Behinderte herum schiebe.

geliehener Rollstuhl war ein Segen!

Doch als wir bei der Messehalle ankamen und sie diesen riesigen Parkplatz sah verstand sie warum ich das Teil mit gebracht hatte.

Wir waren fast eine ganze Stunde zu früh da. Eine Stunde vor Einlass standen bereits über 100 Senioren vor der Halle Schlange. Meine Mutter war schon ganz hibbelig und aufgeregt und meinte wir müssen uns unbedingt gleich anstellen.

Doch ich hatte ein klares Argument warum wir noch am Auto bleiben sollten… Eine Kanne frischen Kaffee und Gebäck. So ein Picknick auf dem Parkplatz in der Sonne war ihr dann doch lieber als mit den anderen Leuten Schlange zu stehen. Doch knapp 30 Minuten vor ihrem Termin konnte ich sie nicht mehr aufhalten. Sie wollte zum Halleneingang. Mittlerer Weile war die Schlange fast so lang wie die gesamte Front der riesigen Messehalle.

Ich hatte geschafft sie zu überreden in den Rollstuhl zu sitzen und nun schob ich sie vorbei an der gaaaaaanz langen Schlange bis zum Ende (wir mussten von dieser Seite kommen da hier der Zugang ebenerdig war). Die Leute in der Schlange guckten etwas neidisch. Viele von ihnen konnten fast nicht mehr stehen. Man bedenke das es sich meist um über 80 jährige Personen handelte. Wer einen Rollator mit hatte saß schon längst da drauf.

Ich flüsterte meiner Mutter zu „na? merkst Du was?“ und sie „ja… mindestens die Hälfte der Leute da ist neidisch auf meinen Sitzplatz“. Spätestens als die Schlange in Bewegung kam war sie total dankbar für den Rollstuhl.

Denn gerade „stop and go“ auf Kommando wäre absolutes Gift für ihre schmerzende Hüfte. Sie kann weder lange gehen noch lange stehen. Und beides im Wechsel wenn dann auch noch Leute hinten dran warten geht gar nicht.

Gehbehindert ist nicht das schlechteste

In der Halle wurde die Warteschlange in mehrere Schlangen aufgeteilt. Und es gab eine Extralinie für Gehbehinderte mit Rolli oder Rollator. Fast an jeder Station kamen die Rollis schneller voran als die Gehenden. Später erkannte ich warum… Nicht alle Impfstationen hatten breit genuge Eingänge und deshalb mussten die Rollifahrer in bestimmte Kabinen.

Nach etwa 1.5 Stunden war alles vorbei und erledigt. Für meine Mutter war das ein total aufregendes und kräfteraubendes Event. Für die meisten anderen Senioren. Ich fand das ganze eher eine interessante Erfahrung. Aber vor allem habe ich schon über ein Jahr lang nicht mehr so viele Menschen auf einem Haufen gesehen. Das war echt mal angenehm.

Die Messehalle hat mich sehr stark an die in Offenburg erinnert, wo ich im Januar 2020 beim Chor-Musical „Martin Luther King“ mitgewirkt habe. Boah es kommt wir vor als sei das schon ewig her… Damals als noch Tausende Menschen zu einer Aufführung kommen durften…

meine Mama happy und erleichtert nach dem Pieks

Dieses Bild habe ich im Wartebereich nach der Imfpung gemacht, sonst war es schwierig Bilder ohne fremde Leute im Bild zu machen. Meine Meinung nach war es gut organisiert und man fühlte sich sicher und gut informiert. Für Menschen wie meine Mutter war allerdings die Größe ein großer Stressmoment. Sie war sehr froh das ich sie immer dort hin geschoben hab wo sie hin sollte.

Ich werde die kommenden Tage noch einen separaten Post über das Zentrale Impfzentrum in Freiburg schreiben.

Und was war heute?

Heute war ich ganz normal arbeiten. Wegen Lockdown und Corona war dies erst der 6. Arbeitstag in diesem Jahr. Dementsprechend bin ich noch nicht so ganz im Rhythmus. Ich muss mir noch genau überlegen wie ich das mit dem Schreiben mache an Arbeitstagen. Aber ich denke es wird selten vor 21 Uhr fertig sein.

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