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Picknick im November

Ein Picknick im November war bis zum Frühjahr 2020 eigentlich undenkbar. Keiner in Deutschland wäre bisher auf die Idee gekommen im kalten Herbstmonat November im Freien zu Essen. Höchstens mal ne Wurst oder Pommes an einer Frittenbude. Aber richtig geplante Ausflüge zum Essen im Freien macht man doch nicht in dieser Jahreszeit.

2020 ist aufgrund der Corona-Pandemie plötzlich alles anders. Diesen November sind alle Restaurants geschlossen und viele die sonst gar keinen Straßenverkauf haben bieten ihr Essen jetzt „To Go“ an. Selbst hochwertige Speisrestaurants die sonst einer gehobenen Preisklasse angehören verpacken ihre Gerichte nun in Einwegbehältern und geben sie ihren Kunden mit.

Selbstverständlich holen die meisten Kunden das Essen mit dem Auto ab und fahren nach hause um es dort zu genießen. Aber nicht alle!

Was vor ein paar Monaten noch verpöhnt und unschicklich war, ist nun normal! Auf einer Parkbank oder an einer Bushaltestelle sitzen und mit Plastik oder Holzbesteck ein warmes Essen aus einem Restaurant essen.

Vergangenes Wochenende wollten meine Schwester und ich unsere Mutter (81) besuchen. Aber aus Angst sie unter Umständen anzustecken entschlossen wir uns für eine Freiluftvariante:

Kaffekränzchen im Freien mitten im November

Ich hatte eine Thermoskanne voll Kaffee und einen selbst gebackenen Kuchen sowie eine Decke im Rucksack. Selbstverständlich durften Pappteller, Messer, Sprühsahne und Kuchengabeln nicht fehlen.

Wir hatten uns mit meiner Mutter vor der Haustüre verabredet und sie stieg zu uns in das Auto. Mit Mundschutz und dem Vorhaben das wir nicht länger als 15 Minuten zusammen fahren wählten wir die Fahrtrichtung zu einem nah gelegenen Weinberg.

Meine Mutter wohnt inmitten von Weinbergen und auf jedem Hügel gibt es sogenannte „Bammerthüsli“. Das sind kleine Unterstände die früher für die Wachleute, die den Weinberg bewachen gebaut wurden. Diese werden heute noch immer gepflegt und dienen als kleine Ausflungsziele, da sie meist mit Regengeschützten Sitzgelegenheiten ausgestattet sind.

Ein solches Bammerhüsli haben wir angesteuert, normal ist dort selten jemand… doch an diesem milden und sonnenreichen Sonntagnachmittag mussten wir erst mal fragen: „Hallo ist da Jemand?“.

Die Hütte selbst war frei, aber unmittelbar daneben saßen zwei Frauen in Wanderbekleitung auf einer Decke mit Thermosbechern und einem Kuchen! Die beiden hatten sich einen Sitzplatz in der Sonne im Windschatten des Häuschen ausgesucht. Ungewöhnlich für diese Jahreszeit das man jetzt noch am Boden sitzen kann. Dieses Jahr ist der November wirklich ungewöhnlich mild.

Meine Mutter kann mit ihren 81 Jahren nicht mehr so gut am Boden sitzen, deshalb steuerten wir mit unserem „Picknick-Gepäck“ die Bank in der Hütte an. Hier hatte man zwar keine Sonne aber eine fantastische Aussicht! Meine Mutter war begeistert.

Noch mehr freute sie sich über das was ich im Rucksack hatte. Naja, in dem Häuschen gab es keinen Tisch, und so wurde der Kuchen auf der Bank aufgeschnitten und unsere Kaffetassen standen auf den Fenstern. So genoßen wir drei mit einem Mindestabstand von 2-3m und maximalster Belüftung (es windete ziemlich) gemeinsam Kaffee und Kuchen.

Die Spaziergänger die vorbei gingen grüßten freundlich und wunderten sich nicht sonderlich über unser Verhalten. Letzten Jahr wären wir angesehen worden wie Verrückte, doch dieses Jahr ist Picknicken im Weinberg im Bammerhäuschen absolut Gesellschaftsfähig.

Picknick richtig planen?

Na ganz ehrlich, in dieser Jahreszeit kann man ein Picknick nicht wirklich richtig planen. Man muss spontan sein, wenn das Wetter gerade gut uns trocken ist. Raus mit Euch. Überhaupt ist das momentan die beste Gelegenheit um Freunde zu treffen. Denn bei einem Zusammentreffen im freien ist die Gefahr das man sich gegenseitig ansteckt gegen null. Am besten geht ihr vorher ein Stück zusammen spazieren dann ist Euch auch warm genug.

Wichtig sind ein heißes Getränk, Kaffee, Tee oder Glühwein. Bedenke dabei wenn Du Glühwein in einr Thermoskanne transportiert hast, riecht oder schmeckt diese vielleicht zukünftg immer nach Wein. Dafür am besten eine etwas älter Kanne nehmen.

Was Warmes unter dem Po! Entweder eine Decke, Stuhlkissen oder eine zweite Jacke mitnehmen. Billige Mikrofaserdecken brauchen wenig Platz, sind leicht und tun diesen Dienst sehr gut. Notfalls kann man die Beine damit abdecken.

Warm Anziehen! Auch wenn die Sonne Scheint! Am besten eine Strumphose oder Leggins unter ziehen. Es ist wichtig das man von unten warm hat. Oben hat man ja meistens eine dicke Winterjacke an.

Ausziehen kann man die Jacke immernoch, wenn man sich hinsetzten will sollte man lieber zuviel Kleidung dabei haben als zu wenig!

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Mehrweg Kaffeebecher?

Gerade bin ich auf einen Artikel gestossen in dem der Autor die Sinnhaftigkeit von Mehrwegkaffebechern bezweifelt. Nach dessen Meinung sei es unhygienisch mitgebrachte Kaffeebecher befüllen zu lassen. Weil mich das Thema Müllvermeidung und Nachhaltigkeit sehr interessiert habe ich mal ein wenig über Kaffebecher recherchiert und mir meine Gedanken dazu gemacht.

Kaffee im Becher

Das es Kaffee an jeder Ecke zum Mitnemen gibt ist eigentlich ein sehr neues Phänomän. Bis mitte der 90er Jahre gab es das in Deutschland kaum. Ein Trend der aus USA herübergeschwappt ist. Und warum?

Schuld sind meiner Meinung nach nicht nur vereinzelte Grosskonzerne wie McDonalds und Starbucks sondern vorallem die Filmindunstrie und andere Medien.

Es gibt eigentlich kaum noch eine Kriminal-Serie in der die Ermittler oder andere Figuren nicht irgendwann mit einem Pappbecher in der Hand agieren. In vielen Serien wird dagestellt, das es völlig normal sei morgens mit nem Becher Kaffee in der Hand in das Büro zu kommen.

Selbst wenn im Hintergrund nur ein paar „Büromenschen“ durch das Bild laufen… haben sie Pappbecher in der Hand. Gerade so als wären diese permanent am Kaffeetrinken.

In Sozialen Netzwerken ist es für jüngere total in sich mit Pappbecher für Kaffee oder Kaltgetränk zu zeigen. Verstehe ich persönlich absolut nicht, ich bin noch so aufgewachsen das ich für ein Foto die Hände frei mache und störende und hässliche Gegenstände aus dem Bild entferne. Einen Pappbecher finde ich hässlich.

Aber durch diese Darstellung in der Medien ist ein Becher mit einem Firmenlogo kein Makel mehr sondern ein Statussymbol. Wenn eine Person einen Papp oder Plastikbecher in der Hand hält, dann signalisiert sie damit das sie Geld hat um sich dieses überteuerte Getränk zu kaufen und das sie Zeit hat dieses jetzt zu trinken.

Also geht es doch gar nicht mehr um Kaffee oder Cola sondern um das Heraushängen „guck mal ich kann das“

Und die Büromenschen in den Filmen? Warum kommen sie mit Becher in der Hand zur Arbeit? Ganz einfach, wer direkt von zuhause kommt und keinen langen Anreiseweg hatte, der hat seinen Kaffee zuhause getrunken… Also Stellen Statisten mit Becher Pendler da, die länger brauchen um zur Arbeit zu kommen.

Dann sind diese entweder mit öffentlichen Verkehrsmitteln gekommen oder haben sich den Kaffee auf dem Weg zwischen Parkhaus und Büro geholt…

Öffentliche Verkehrsmittel sind aber in Filmen eher uncool also kaufen diese Figuren ihren Kaffee direkt vorm Büro… was signalisieren sie damit ? „ich arbeite in einer so coolen Gegend das ein Kaffeeladen direkt vor der Türe ist“… oder was?

Für mich ist das eher. „Ich bin so doof die Kaffeemaschine im Büro zu verwenden, ich geb lieber mehr Geld für den Kaffeedealer vor der Türe aus“

Ist Euch schonmal aufgefallen, das es zwar immer wieder Dialoge gibt wo einer den anderen fragt wie er den Kaffee trinkt, oder wer den nächsten holt… aber nie räumt jemand einen leeren Becher weg oder sammelt gar von anderen das Leergut ein. Papierkörbe gibt es an Filmsets sowieso selten bis nie.

Unser Medienkonsum prägt uns immer mehr

Früher, wenn die Figuren im Film irgendwas gemacht haben, dann hat man das als „das gibts nur im Film“ abgehakt. Aber heute wollen junge Leute sein wie die Leute in den Serien, sie wollen so aussehen, so sprechen, sich so kleiden und so Kaffeetrinken wie die Protagonisten. Schon alleine weil die Leute viel mehr und viel länger diese Filmszenen sehen als früher nehmen sie es mehr und mehr als Realität war.

Ganz unbewusst ist es den Medienmachern schon lange nicht mehr, oder warum gibt es kaum noch Szenen wo Menschen rauchen? Schaut Euch doch mal aufmerksam einen alten Film aus den 60er Jahren an. Man sieht Schauspieler beim Zigaretten anmachen und beim Rauchen… in den neueren Filmen gar nicht.

In den 80ern war es normal das irgendwann mal jemand einen Scotch oder Wiskey einschenkt, und das weis man nur, weil dies natürlich im Dialog auch noch erwähnt wird.

Heute gibt es kaum noch Szenen bei denen die Sprechende Person ein Getränk in ein chices Kristallglas einschenkt… wenn überhaupt hat sie eine Plastikwasserflasche in der Hand oder einen Pappbecher. Müllproduzierendes Verhalten ist also in!

Trinken wir wirklich so viel Kaffee?

In diesen Amerikanischen Krimiserien, haben die Charaktere dauernd Becher in der Hand… da fragt man sich, trinken sie wirklich so viel Kaffee?

Manchmal holen sie sich ja selbst spätabends einen Kaffee ab… und tragen diesen die ganze Szene mit sich rum… Aber das die sich mal die Lippen verbühen, oder der Kaffee schon zu kalt ist, das kommt natürlich nicht vor.Der Pappbecher in der Hand ist zum Stilmittel geworden!

Aber trinken wir wirklich ständig und überall Kaffee? Pro Kopf verbrauchen wir Deutsche im Jahr etwa 162 Liter Kaffe, das sind heruntergerechnet 0,4 Liter also gerade mal zwei kleine Tassen (oder sollte ich hier Becher schreiben? ). Selbst wenn man Kinder und Nichtkaffetrinker herrausrechnet… Und laut diversen Umfragen trinken Kaffefreunde durchschnittlich 3-5 Tassen am Tag.

Trinken wir den Kaffee wirklich unterwegs?

Ich weis es nicht wie es bei Dir ist, aber ich trinke meinen Kaffee am liebsten entspannt zuhause aus einer Tasse am Tisch oder auf der Couch sitzend. Oder sehr gerne in einem gemütlichen Caffee sitzend. Zu dem Getränk gehört für mich das Stillsitzen und innehalten. Ähnlich wie bei den Rauchern, wenn sie eine genüssliche Raucherpause machen, die wenigsten rennen gestresst von A nach B und haben dabei eine Zigarette in der Hand…

Aber unseren Kaffee sollen wir so konsumieren? Dieses Bild das die Medien da Zeichnen halte ich für nicht erstrebenswert.

Für mich persönlich gehört Kaffeegenus und einer Porzellan oder Steingut Tasse zusammen. Und wenn ich mal irgendwo eine Plastiktasse erwische ( Grillen, Strassenfest) dann schmeckt der Kaffe schon gleich nicht mehr so gut.

Wenn ich einen Kaffebecher benutze

Kaffee aus Papp- oder Plastikbechern trinke ich grundsätzlich nur auf Reisen. Wenn ich die Möglichkeit habe in ein Caffee einzukehren mache ich lieber das, als mir an einem Automat einen Kaffee zu ziehen. Zwar ist der Togo Becher meistens billiger, doch diesen wähle ich nur wenn ich unter Zeitdruck bin, zum Beispiel beim Umsteigen an Bahnhöfen.

Ich reise gerne mit der Bahn, weil man im Zug auch mal aufstehen, und zum Beispiel ins Bordbistro gehen kann. Für längere Zugreisen (mehr wie 1h ICE Strecke) nehme ich mir dazu  meinen DB Kaffeebecher mit.

Nicht nur weil ich Müll vermeiden will, sondern vorallem weil dieser dicker und fester ist und deswegen eher die Haptik einer Kaffetasse hat. Der Kaffee schmeckt einfach besser als aus einem Pappteil bei dem man sich auch noch die Finger fast verbrennt. Der DB Becher isoliert besser und man bekommt keine heissen Finger, zudem bleibt der Kaffee länger warm.

Wenn ich also mein Proviant für eine längere Zugfahrt vorbereite ist immer der Becher dabei. Hat man sich da mal dran gewöhnt ist es gar kein Mehraufwand mehr.

Den Becher bekommt man in allen ICE Bistros und Restaurants. Ich benutze ihn seit mehren Jahren und er ist mir auch schon paarmal runter gefallen. Ich übergebe ihn meistens sauber und ohne Deckel den Mitarbeitern, diese spühlen ihn dann oft mit heissem Wasser kurz aus. Da ich meinen Kaffee ohne Milch oder Zucker trinke habe ich auch keine Bedenken das der benutzte Kaffeebecher in der Tasche schlecht wird. Wenn man davor Angst hat kann man ihn in jeder Zugtoilette mal kurz mit Wasser ausspühlen.