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17. März endlich wieder eine Konzertreise

Heute ist Donnerstag der 17. März. In ein paar Stunden fahre ich los. Nach über zwei Jahren endlich mal wieder eine Reise zu einem live Konzert.

Sehr weit ist der Weg nicht. Es geht nach Aspach in der Nähe von Stuttgart. Trotzdem gönne ich mir den Luxus am Vortag schon anzureisen und im angeschlossenen Hotel zu übernachten. Es geht in das Hotel Sonnenhof. Sicher werde ich die kommenden Tage darüber berichten.

Ich freue mich auf das Konzert von Nino de Angelo in der Hazienda, einem dem Hotel angeschlossenen Tanzlokal. Die Eintrittskarten dafür hatte ich schon seit Monaten doch das Event ist wegen den Corona-Auflagen verschoben worden. Der Ursprüngliche Termin war Anfang des Jahres. Mehr dazu unter „Eintrittkarten für den 7. Januar“.

„Früher“ hätte ich das anders organisiert.

Früher, also vor der Pandemie hätte ich das ganz anders organisiert und hätte die preiswerteste Lösung gesucht. Vermutlich hätte ich nicht 3 Tage frei genommen für ein Konzert das nur etwa 250km entfernt stattfindet. Vielleicht hätte ich den halben Tag noch gearbeitet und wäre dann mit dem Baden-Württemberg-Ticket oder mit dem PKW direkt zum Konzert gefahren. Nach dem Konzert wäre ich entweder zu meiner Schwester gefahren, die in Stuttgart wohnt oder ich wäre gleich wieder zurück gefahren.

Ich erinnere mich an einen Auftritt von Nino de Angelo in Stuttgart an einem Sonntag Abend… danach hab ich paar Stunden bei meiner Schwester geschlafen und bin mit einem ganz frühen Zug nach Lörrach gefahren um am Montag ganz normal zu arbeiten.

Doch heute ist die Stuation eine andere, noch nie war es so leicht frei zu kriegen… denn wir arbeiten immer noch Kurzarbeit und dadurch ist ein langes Wochenende von Donnerstag bis Montag möglich. Dafür brauche ich keinen Urlaub oder Überstunden Abbau.

Wer weis wann ich das nächste Mal zu einem Konzert fahren kann? Also wieso Geld sparen? Ich gönne mir dieses Wochenende bewusst das nicht gerade billige Hotel.

Ich will Zeit haben für die anderen Fans

Diesmal plane ich auch bewusst Zeit mit anderen Fans ein. Viel zu oft hat man sich nur kurz vor und nach dem Konzert gesprochen und sich dann hektisch mit „bis zum nächsten Mal“ verabschiedet. Corona hat uns allen gezeigt das es es überhaupt nicht selbstverständlich ist das es ein „nächstes Mal“ gibt. Zum einen weil es zwei Jahre lang so gut wie keine Konzerte gab. Aber auch der überraschende Tod eine Fanfreundin, die mit nur 51 Jahren an Corona gestorben ist hat mir klar gemacht das es keinen Sinn macht immer alles auf „ein andermal“ zu verschieben.

Ich möchte mich dieses Wochenende mit ein paar Freunden treffen und Zeit mit ihren verbringen. Wer weis ob wir uns jemals wieder sehen!

Nino de Angelo live auf der Bühne ist ein Erlebnis

Nino de Angelo auf der Bühne zu erleben ist faszinierend. Wenn er live singt, singt er mit vollem Einsatz und Emotionen wie kaum ein anderer. Für mich ist das jedes mal absolut faszinierend. Doch dieses Mal ist es was ganz besonderes. Über zwei Jahre gab es kaum Konzerte. Außerdem ist er mit seinem aktuellen Album „Gesegnet und Verflucht“ so erfolgreich wie schon seit über 30 Jahren nicht mehr. Es könnte also durchaus sein das diesmal ein etwas anderes Publikum da ist.

Aber so wirklich einschätzen wie die Stimmung und die Resonanz beim Publikum wirklich ist kann man momentan nicht. Entweder es ist extrem viel los oder es kommen extrem wenige Leute weil viele Menschen noch Angst vor Corona haben oder denken das es nicht stattfindet.

Wie der Auftritt abläuft wird auch eine Überraschung sein, auch wenn ich diesen Künstler schon x-mal live erlebt habe denke ich das es nicht „so wie immer“ sein wird. Die Musik von dem neuen Album ist viel Rockiger bei manchen Titeln könnte man eher Head bangen als Foxtrott tanzen. Ich bin echt gespannt wie sich die Leute verhalten. Das es kein gewöhnliches „Schlagerkonzert“ wird kann man ja schon erahnen wenn man dieses Video sieht:

Reisevorbereitungen

So, jetzt beende ich den Artikel und beginne meine Reisevorbereitungen. In knapp 3 Stunden gehts los und ich muss noch Haare färben und Koffer packen.

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Roland Kaiser in Schopfheim

Am 12.Juli 2019 war ich überraschend beim Open Air mit Roland Kaiser. Das war nicht lange geplant. Lest hier wie es dazu kam das ich Roland Kaiser beim Sommersound Fesival in Schopfheim live erleben durfte.

Das Sommersound Festival wird von Badem-fm präsentiert, einem Radiosender den ich nur ganz selten in den Leihwägen von Stadtmobil höre. Da es zeitgleich stattfindet mit dem Stimmen-Festival in Lörrach habe ich noch nie mit dem Gedanken gespielt für ein Konzert nach Schopfheim zu fahren. Schopfheim ist tiefste Provinz, dachte ich.

Obwohl ich sehr gerne auf Konzerte gehe war ich trotzdem noch nie bei einem der großen Konzerte des Lörracher Stimmen-Festivals. Irgendwie waren nie Künstler dabei die es mir wert gewesen wären um die 80€ Eintritt zu zahlen. Schon gar nicht für einen Platz über den ich sonst täglich zur Arbeit laufe. Ausserdem wohne ich in Hörweite, nunja nicht ganz hier bei mir kommt nur noch Lärm an. Man kann nicht mal mehr erkennen wer oder was singt.

Vor einigen Jahren trat mal hier Lenny Krawitz auf und sein „I want to get away“ konnte ich auf meinem Balkon erkennen. Doch die darauf folgenden Jahre wurde die Bühne anders gestellt und an der Beschallung einiges verändert, seit dem kommt hier nur noch Bass und laut an.

Als Anwohner bekommt man eigentlich nur das negative Drumrum mit, die Absperrungen und Verkehrsänderungen, den Lärm der nach hause gehenden Konzertbesucher, den Dreck. Besonders nerfig sind die überall rumliegenden Alkoholflaschen nach so einem Event. Man könnte meinen an solchen Tagen sind die öffentlichen Papierkörbe plötzlich unsichtbar, jeder schmeist sein Zeug hin wo er gerade geht.

Unverhofft zum Kaiser

Wenige Tage vor dem Konzert mit Roland Kaiser in Schopfheim schickte mir eine Bekannte mit der ich schon paar Monate nicht gesprochen hatte ein Foto von zwei Eintrittskarten. „hast Du mich verwechselt?“ war meine erste Frage, denn ich hatte keine Idee was sie damit sagen wollen könnte.

Sie hatte die Karten schon seit Monaten, geplant war das sie mit ihrem Mann zu diesem Event geht. Doch ihr Mann hatte einen Termin den er nicht absagen konnte und alleine wollte sie nicht gehen. Sie hatte schon in ihrem Freundeskreis herumgefragt wohl mehrfach die Antwort „ich hab kein Bock auf Kaiser“ erhalten. Und so fragte sie mich ob ich Bock hätte. Bock und Zeit hatte ich (Freitag und Samstag frei) aber absolut kein Geld und 54€ sind diesen Monat einfach nicht mehr drin. Ihre Antwort war „die Getränke gehen auf Dich!“ und somit sagte ich zu.

Anreise zum Konzert

Da durch die zeitgleichen großen Konzerte Schopfheim und Lörrach beide Städte im Parkplatz-Notstand sind, war schnell klar das wir nicht mit dem PKW anreisen.

Meine Bekannte kam mit dem Zug zu mir und wir fuhren mit der S-Bahn nach Schopfheim. Sie hat ein normales Ticket am Automaten gelöst und 3,50€ bezahlt. Ich bin mit der Ticket2go App für 2,70€ gefahren. Die Fahrt dauerte etwa 20 Minuten, die Bahn war etwas voll, aber es war erträglich. Vom Bahnhof Schopfheim aus, mussten wir nur etwa 250m laufen und waren schon am Veranstaltungsort.

Das Konzert fand auf dem zentral gelegenen Marktplatz statt, der mit Gitterwänden abgesperrt war. Als wir an kamen begann wohl gerade der Soundcheck, sehen konnten wir nichts durch die Absperrung, aber zuhören. Wir kauften uns ein Getränk und ein Brötchen und setzten uns erst mal gemütlich auf eine Treppe in Sichtweite des Einlasses und guckten zu wie sich immer mehr Menschen dort anstellten. Erst als der Soundcheck fertig war stellten wir uns ins Gedränge. Sehr zum Unmut einiger andern Konzertbesucher wurden die Tore nach aussen hin geöffnet. Mich hat das nicht überrascht, denn das kenne ich so von Veranstaltungen dieser Größenordnung. Der Einlass und die Sicherheitskontrollen gingen zügig und reibungslos. Eine Dame von der Security wollte nur kurz in meine Tasche sehen. Das ist normal, Schirme und Glassflaschen waren wie immer verboten.

Das Konzert war ausverkauft, laut Zeitung waren 3500 Zuschauer da. Ich emfpand das eher als weniger, aber das liegt vielleicht an dem Platz, der einem gar nicht so gross vor kommt. Das Wetter war ideal, nicht zu warm und nicht zu kalt. Es waren zwar für den Abend kleinere Schauer angesagt, aber die kamen nicht. Und ich denke auch nicht das der Wetterbericht irgendwelche Kartenbesitzer zum wegbleiben veranlasst hat.

Roland Kaiser hat mich begeistert

Natürlich kannte ich Roland Kaiser von früher, also so 80er, ZDF-Hitparade-Zeiten. Meine erste selbst gekaufte Single war „Santa Maria“, wenn mich nicht alles täuscht war das 1982!

Aber in jüngerer Zeit habe ich mich nicht sehr mit seiner Musik befasst. Klar an „Warum hast Du nicht Nein gesagt“ ging nicht an mir vorbei. Aber die anderen aktuellen Titel kannte ich so gut wie nicht.

Dennoch konnte ich überraschend viele Titel mitsingen (nicht nur Joanna und Santa Maria!), so manchen hatte ich gar nicht mal mehr als Roland Kaiser-Song in Erinnerung. Aber schon krass wie man sich an Lieder und Texte erinnert die man schon fast Jahrzente lang nicht mehr gehört hat.

Roland Kaiser hat es geschafft mich zu begeistern, auch ohne viel Show und riesige Effekte. Im Gegenteil ich mag Pyro-Effekte und Konfetti-Regen gar nicht. Es gab noch nicht mal eine Videowand im Hintergrund (wie ich es seit paar Jahren von Thomas Anders gewohnt bin) aber ein abwechslungsreich agierendes Musikerensemble.

Ich finde es bewundernswert, das dieser Mann in diesem Alter und vorallem mit der Krankheitsgeschichte so ein 2,5 Stunden Programm durchhält. Und das von Anfang bis Ende in Anzug und Kravatte, noch nicht mal ein Knöpfchen hat er geöffnet.

Der Programmaufbau hat mir gefallen, ich nehme mal an das immer abwechelnd ein neuer und ein alter Titel kam. Ganz genau kann ich das nicht beurteilen, weil ich die Lieder vorher nicht kannte und nicht einordnen kann wie alt oder wie neu sie sind. Ich stand ziemlich weit forne, etwa 3 Reihe und dort empfand ich den Sound als sehr gut, ich könnte die Texte gut verstehen.

Roland Kaiser beim Sommersound Open Air auf dem Schopfheimer Marktplatz
Auf diesem Handy Schnappschuss seht ihr welche super Sicht ich hatte, perfekt

Schopfheim feiert Roland Kaiser

Die Stimmung auf dem Schopfheimer Marktplatz war sehr gut. Auch vor dem Konzert waren die Leute sehr entspannt und es gab kein Gedrängel oder Gequetsche. Wohl vorallem weil das Durchschnittsalter der Zuschauer etwas über 30 war, keine kreischenden Teenies. Aber es waren auch jüngere Zuschauer dabei. Direkt neben mir war eine Familie mit einem etwa 12-14 Jährigen Mädchen, die auch total hin und weg war.

Die meisten Konzertbesucher kamen wohl aus Schopfheim und Umgebung. Dennoch gab es Fans im „Kaisermania“-T-Shirt von weiter weg und hinter mir stand eine Dame aus Dresden, die wohl schon mehere Konzerte von Roland besucht hat.

Nach dem Konzert haben wir noch einen Sekt an der Bar getrunken. Aus richtigen Gläsern, was ich sehr angenehm fand. Das Glaspfand war 2€ angemessen und mir ist aufgefallen das der Platz nach dem Konzert nicht extrem vermüllt war. Es lagen keine Becher usw rum!

Mein Fazit:

Das Konzert hat mir sehr gut gefallen. Roland Kaiser ist live echt überzeugend und 54€ sind für das was geboten wird angebracht. Die Organisation und das drum rum des Sommersound fand ich gut! Für nächstes Jahr werde ich die Augen offen halten und mich frühzeitig informieren wer beim Sommersound auftritt.