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Ich glaub es geht schon wieder los

Dieser Tage wird der alte Schlager von Roland Kaiser „ich glaub es geht schon wieder los“ oft zitiert. Gemeint ist aber die allgemeine Panik ausgelöst von den aktuellen Informationen bezüglich der Verbreitung des Corona-Virus. Die aktuellen Infektionszahlen werden ständig zitiert und hoch gerechnet. Auf allen Kanälen begegnen und Meldungen dazu.

Auch wenn ich im Mai schon davon geschrieben habe das wir beruflich „auf dem Weg zur Normalität“ seien, haben wir bis heute diese nie erreicht. Monatelang hatten wir Kurzarbeit und Ausnahmezustand und erst in den letzten paar Wochen normalisierten sich die Umsätze und das Kaufverhalten der Kunden (fast). Doch jetzt geht die ganze Panik wieder von vorne los.

Am Samstag den 17.10.2020 war ich am Spätnachmittag im nahen Penny-Markt. Das die Regale am Samstag um diese Zeit nicht mehr so voll sind ist normal. Und ich bin auch bewusst erst spät in den Laden, weil ich weiß das samstags sehr viel los ist.

Am Samstag den 17.10.2020 war ich am Spätnachmittag im nahen Penny-Markt. Das die Regale am Samstag um diese Zeit nicht mehr so voll sind ist normal. Und ich bin auch bewusst erst spät in den Laden, weil ich weiß das Samstags sehr viele Schweizer einkaufen und ich dem größten Trubel aus dem Weg gehen wollte.

Dieses den Menschenmassen ausweichen mache ich schon immer so, nicht erst seit Corona! Warum soll ich mich über lange Schlangen an den Kassen ärgern wenn ich schon seit Jahrzehnten weiß das es Samstags vormittags in allen Läden voll wird. Man kann diesem Problem doch einfach aus dem Weg gehen, in dem man zu anderen Zeiten einkaufen geht.

Ich verstehe nicht warum man zu Stoßzeiten einkaufen geht und dann über die anderen Kunden jammert!

Also war ich zwischen 17 und 18 Uhr in dem Lebensmittelmarkt und es war überhaupt nicht voll. Ich wollte nur zwei notwenige Grundnahrungsmittel besorgen, denn für das Wochenende benötige ich in der Regel nicht viel. Großeinkäufe mache ich grundsätzlich nicht Samstags. Ich wollte kein Klopapier kaufen!

Zu meiner Überraschung fand ich ein Bild das ich so nicht erwartet hatte, das gabs im März und April aber doch nicht jetzt im Oktober 2020:

Penny spricht alle Kunden mit „Nachbarn“ an, gemeint sind hier nicht nur die Schweizer Kunden

Sind denn alle Bescheuert geworden?

Ich verstehe diese Hamsterkäufe absolut nicht! Seid ihr alle bescheuert? Selbst wenn es zu einem erneuten Shut-Down käme, dann gebe es dennoch genügend Lebensmittel!

Und selbst wenn es Ausgangs-Sperren gäbe, dann gibt es eine perfekte Ausrede dennoch Einkaufen zu gehen, Klopapier kaufen! Eine Packung Klopapier im Arm beweist das Du etwas notwendiges kaufst.

Ist Klopapier Euer Hauptproblem?

Ich versteh nicht warum die Menschen so darauf verpicht sind genügend Klopapier im Haus zu haben. Wenn ich zu Hause bin, nicht zur Arbeit muss oder kann… dann habe ich doch genügend Zeit mich nach dem Toilettengang mit Waschlappen und Wasser zu waschen!

Außerdem gibt es in meinem Haushalt genügend Ausweichmaterialien, sind denn alle zu dumm diese zu erkennen?

Papiertaschentücher, Küchenrolle, Zeitungspapier, Verpackungsmaterial aus Paketen, Waschlappen, Handtücher, Stoffreste, Altkleider…. habt ihr alle nur zu wenig Fantasie???

Wir alle haben fließend Wasser (die meisten sogar warm) und doch hoffentlich Waschlappen, was soll also diese Panik um Klopapier.

Ich kaufe nicht mehr wie ich brauche!

Auch wenn die Infektionszahlen angeblich steigen, ich kaufe nicht mehr als ich brauche. Meine Vorrathaltung ist ungefähr genauso wie beispielsweise letztes Jahr. Wenn es wirklich wieder schlimmer wird und wir nirgends hin dürfen, dann ist ein Ausflug in den nahen Lebensmittelmarkt doch eine willkommene Abwechslung. Also wäre ich ja doof sooo viel zuhause zu haben das ich nicht raus muss/darf. Dazu sei angemerkt das ich nur etwa 500 Meter vom nächsten Lebensmittelladen entfernt wohne.

Weiteführende Links:

Wenn Dich das Thema Klopapier sehr interessiert, dann lies doch mal meinen alten Artikel „Was macht der Pandabär auf meinem Klopapier“

Wenn Du wissen willst wie ich das mit meinem Getränkevorrat löse, dann könnte „Warum ich Leitungswasser trinke“ für Dich interessant sein.

Roland Kaiser „ich glaub es geht schon wieder los“

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Allgemein Gedanken

Ein halbes Jahr … und so viel ist anders geworden als geplant

Das erste Halbjahr von 2020 ist in wenigen Tagen vorbei. Manch andere Blogger nutzen diesen Termin für eine Art Rückblick. Doch dieser sieht leider ganz anders aus als es mal geplant war.

In meinem Artikel 20 Tage 2020. Schwärme ich noch von meiner ersten Großveranstaltung und von meinen weiteren Plänen… Da konnte noch keiner Ahnen das dieses Jahr keiner der aufgezählte Pläne klappen würde.

Zugegeben ich bin etwas enttäuscht darüber, das ich dieses Jahr nix großes unternehmen kann. Wobei mir aber klar ist das es schlicht und ergreifend allen so geht.

Meine Reisepläne nach Berlin, Koblenz, Hamburg und München sind geplatzt und auch das große Zusammentreffen mit anderen Fans beim Thomas Anders-Fanday, auf das ich mich so gefreut habe findet dieses Jahr nicht statt. Dieses Event war im Feburar schon verschoben worden. Unter „Auf einmal betrifft es mich doch“ schreibe ich darüber, da war ich noch überrascht, das Corona nun wirklich mein persönliches Leben betrifft. Damals hätte ich nie damit gerechnet das dieses Pandemie unser aller Leben komplett auf den Kopf stellt und ich sogar Angst um meinen Job haben muss. Diese hatte ich dann ab 18. März ganz massiv. Genau dieser Fanday ist nun ein zweites Mal auf April 2021 verschoben worden weil die Verantwortlichen davon ausgehen das dieses Jahr keine Großveranstaltungen mehr möglich sind.

Mein „Frühlingsurlaub“ den ich im März geplant hatte fiel dem Corona-Shut-Down zum Opfer. In den Tagen war meine Joggingrunde die weiteste Entfernung zu meiner Wohnung!

Mein „Sommerurlaub“ war um Juli geplant und diesen durfte ich aufgrund der Planinsolvenz meines Arbeitgebers nicht verschieben. Bis zum Ende der Insolvenz muss unser Arbeitszeitkonto absolut ausgeglichen sein… also keine Überstunden und kein Resturlaub. So kam es das ich nochmal 2 Wochen zuhause verbracht habe. Zwar war diesmal mein Bewegungsradius viel größer und und man konnte schon etwas mehr unternehmen. Aber plötzlich waren sogar kurze Fahrten mit dem Zug irgendwie „gruselig“ über meine Gedanken und Gefühle dabei habe ich unter „Die Angst etwas falsches zu tun“ geschrieben.

Heute ist Sonntag und da Gottesdienste und co immernoch nicht normal stattfinden dürfen habe ich Zeit zum etwas unternehmen. Nun sitzte ich hier und überlege ob ich nachher nicht einfach nur so zum Spaß mit öffentlichen Verkehrsmitteln weg fahre… noch habe ich mich nicht dafür oder dagegen entschieden…

Grübeleien die es früher nicht gab!

Heute ist alles anders als vor einem halben Jahr

Keine großen Reisepläne und Investitionen in Flugtickets und Hotelreservierungen. Eher im Gegenteil, ich habe hier mehrere Gutscheine von Flixbus und der deutschen Bahn das ich momentan nach Möglichkeite suche diese für andere zu verbuchen.

Das dies bei Flixbus sehr gut klappt habe ich letztes Jahr schon beschrieben unter Flixbus für andere Buchen. Doch Flixbus hatte monatelang den Betrieb komplett eingestellt und auch jetzt fahren noch nicht alle Busse. Für Fahrten Ab Lörrach momentan kaum interessant.

Ob und wie das Tickets Buchen bei der Deutschen Bahn für andere Personen funktioniert habe ich diese Woche neu ausgetestet und ich muss sagen es klappte einwandfrei! Das Angebot der deutschen Bahn erwies sich als weit „Kriesensicherer“. Fast alle Züge fahren wieder wie der Fahrplan es vorgesehen hat und die Preise sind momentan noch sehr niedrig. Vermutlich weil noch immer nicht viele Fahrgäste sich in den Zug trauen.

Die deutsche Bahn und die S-Bahnbetriebe (hier in Lörrach die SBB) hatten vorübergehend den Zugbetrieb massiv eingeschränkt. Und wir können echt noch dankbar sein. In Israel fuhren monatelang gar keine Züge und man kann jetzt nur noch online Tickets buchen, weil so elektronisch kontrolliert wird das nicht zu viele Menschen in einem Zug sind.

Bei uns sind wir noch weit weg vom volldigitalen Ticketverkauf. Aber ich denke es geht sehr stark in die Richtung. Schalter um Fahrkarten zu kaufen gibt es zwar vereinzelt noch, doch dieses waren wegen Corona sehr lange Zeit geschlossen. Meine Befürchtung ist, das wenn festgestellt wird das es ohne diese Schalter geht, dann werden diese auch bald abgeschafft.

Die Fahrkartenautomaten auf den Bahnsteigen meide ich persönlich schon lange, entweder sind die beschädigt, defekt oder dreckig. Und Bargeld soll man doch möglichst meiden… Und ich bin nicht so sicher ob ich einem einsamen, unbeaufsichtigten Gerät meine Kreditkartendaten anvertrauen möchte…

Was ich aus der Corona-Kriese gelernt habe

Durch diese ganzen Einschränkungen und Veränderungen die die Corona Pandemie mit sich gebracht hat, habe ich vor allem eines gelernt. Flexibilität! Man muss umdenken können und sehr oft etwas ganz anders machen als man vorher geplant hat.

Keiner kann sich mehr auf seine langfristigen Pläne verlassen. Nix mit „im März fahre ich zum Fanday und im Juni mit der Fähre nach England“. Im Moment ist mir nicht mal klar ob die Fähren überhaupt wieder fahren…

Flexibel musste ich auch hier im Blog sein. Was soll ich denn auch über das „unterwegs sein“ berichten wenn die allgemeine Devise „Stay at home“ galt?

Also habe ich meine Themen geädert. Ich habe über meine Handarbeiten geschrieben. Das mir das nicht ganz neu ist könnt ihr in einem meiner allerersten Artikel auf diesem Blog entnehmen. Handarbeiten und Reisen der Artikel ist aus 2017. Oder Unterwegs mit Babsi.

Dabei habe ich festgestellt das es mir Spaß macht Anleitungen zu entwickeln und zu schreiben. Deshalb werde ich in dieser Richtung weiter machen!

Die erfolgreichsten Anleitungen sind bisher „Behelfsmaske einfach erklärt“ und „Maske nähen ohne Gummi“. Von dem Ansturm auf dieses Themen war ich echt überwältigt. Ich werde weiter an solchen Trends bleiben.

Da wir jetzt langsam nach und nach wieder etwas „unterwegs“ sein dürfen werde ich vermehrt über Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten in unserer Umgebung berichten. Denn es gibt hier bei uns so viel interessantes zu entdecken.

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Allgemein Bahnhof Verkehrsmittel

Öffentlicher Verkehr… von der Angst etwas falsches zu tun

Wer mich und diesen Blog kennt, der weiß das ich grundsätzlich gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin. Mir machen auch lange Fahrten im Zug oder Bus nichts aus. Vielleicht auch dadurch geprägt das ich in einem Haushalt ohne Auto aufgewachsen bin hatte ich eigentlich nie Probleme mit anderen Menschen im gleichen Fahrzeug zu reisen.

Doch seit diesem Frühjahr ist plötzlich alles nicht mehr so wie es mal war! Die sogenannten „Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19“, die unser aller Leben auf den Kopf gestellt haben sind auch bei mir und meinem Sicherheitsempfinden nicht ganz Spurlos vorbei gegangen.

Anfang März war ich dann schon so nervös, das ich meiner 80 Jährigen Mutter einen riesigen Hamster-Einkauf gebracht habe und ihr gesagt habe ich würde sie bis auf weiteres nicht mehr besuchen. Sie wohnt nur knapp 30 km von mir entfernt. Doch da ich keinen eigenen PKW besitze empfand ich eine Fahrt zu ihr als zu riskant.

Genau das wurde uns ja von allen Medien und von der Regierung eingebläut! „Reisen sie nicht“, „machen Sie keine Besuche!“, „meiden Sie den Kontakt mit älteren Menschen“…

Meine Mutter hat die Situation relativ gut verarbeitet, da sie schon immer sehr zurückgezogen lebt und nicht viele Kontakte hat. Und auch das ich oder meine Schwester sie mal 2 Monate nicht besuchen kommen, kam schon mal vor… war aber eigentlich nie so gewollt.

Diesmal habe ich ihr aber gesagt „ich komme die nächsten Monate nicht“ Weder mit dem Zug noch mit dem Leihwagen“… dieses „das ist zu gefährlich“ musste ich gar nicht dazu sagen. Sie sieht ja auch fern und hat all diese Aufrufe und Warnungen mitbekommen.

Aber was hat diese Situation mir mir gemacht?

Bisher war es nie meine Absicht mich wochenlang nicht um meine Mutter zu kümmern, meistens war das „keine Zeit haben“ mit meiner Arbeit oder irgendeiner Reise verbunden. Ich glaubte wirklich keine Zeit für meine alte Mutter zu haben.

Doch dann kamen die Kontaktverbote… Gymnastik und Chroproben wurden abgesagt, Konzerte und andere Veranstaltungen nach und nach auch alle. Eine Freundin in Hamburg die ich besuchen wollte sagte schon sehr früh „es ist besser wenn Du dann nicht kommt“ und ich dachte zuerst sie übertreibt etwas… doch kurz darauf wurden wir alle dazu aufgefordert überhaupt nicht mehr zu reisen. Plötzlich hatte ich immer mehr Zeit… genau das was ich für meine Mama in den letzten Monaten und Jahren zu wenig hatte… und jetzt war Zeit da aber ich durfte nicht zu ihr fahren.

Spätestens als die Anzeige der nahen S-Bahn plötzlich nur noch „Fahren Sie nur noch wenn es unbedingt sein muss“ anzeigte wurde mir vollends mulmig.

Ich hatte eigentlich nie richtig Angst das ich krank werden könnte, aber die Angst die Krankheit unwissentlich von einem zum andere zu tragen war sehr stark da.

Meine Mutter ist 80 Jahre alt, eigentlich noch ganz rüstig doch Bluthochdruck und Osteroposekrank und … da sie schon fast ewig raucht, Lungenkrank. Also genau das was man Risikopatient nennt!

Selbst wenn dieser Virus bei mir nur ne Grippe oder eventuell noch nicht mal das auslöst, für sie könnte die Krankheit tödlich enden.

Genährt wurde diese Angst durch die Nachricht das mein Onkel, ihr 15 Jahre jüngere Bruder nachgewiesen an Corona erkankt war! Die Ärzte hatten zwar erst alles mögliche Andere bei ihm vermutet, weil er keinen wissentlichen Kontakt mit einem Corona-Fall hatte.

Mein Onkel ist Dialysepatient, Zuckerkrank, hat mehrere Bypässe und ein fortgeschrittenes Lungenleiden. Die Diagnose Corona klang für mich wie ein Todesurteil ! Mehrere Tage hab ich oft und lang mit ihm telefoniert und mich schon fast von ihm verabschiedet. Zusammen hatten wir beschlossen seiner Schwester, meiner Mama, nichts davon zu sagen, weil wir vermuteten das diese schlimme Nachricht sie umbringen könnte.

Nun, mein Onkel musste zwar zeitweilig ins Krankenhaus, und es ging ihm auch sehr schlecht, doch er wurde überraschend bald als „geheilt“ entlassen.

Mittlerer Weile hat er seiner Schwester die ganze Krankengeschichte erzählt und sogar sie meinte dazu „also wenn Du das überlebt hast, dann ist es ja gar nicht so schlimm!“

Dazu muss ich erwähnen das meine Mutter in ihrem Leben schon sehr oft um das Leben ihres kleinen Bruders zittern musste. Er kam auf die Welt als Frühchen und war in der Kindheit immer sehr dünn und kränklich. Als junger Erwachsener hat er so ziemlich alles schlimme angestellt was man sich so vorstellen kann. Alkohol, Drogen, Autounfälle usw… Dann war er mal mit anfang 30 sehr schwer krank. Was genau weiß ich gar nicht, weil ich noch Kind war und mir meine Mutter nix sagen wollte.

Jedenfalls wurde sie ihn die Klinik gerufen um sich von ihm zu verabschieden. Die Ärzte meinten sie könnten nix mir für ihn tun. Er hat überlebt und sich wieder vollständig berappelt.

Dann bei einer Bruch-Operation erwachte er aus der Narkose und der Arzt schimpfte: „was fällt ihnen ein sich in diesem Zustand operieren zu lassen! Sie sind wieder aufgewacht, aber mit dem Zuckerwert sind andere tot“… offensichtlich glaubten die Ärzte, er würde die Narkose nicht überleben. Doch auch das überstand er! Ab da war er als „schwerst Zuckerkrank“ ein ständiger Problempatient.

Meine Mutter meinte schon vor 10-15 Jahren „naja der macht es nicht mehr lang“… doch wieder erwarten starben seine beiden Brüder, jedoch er nicht.

Aufgrund der „Eindämmungsmaßnahmen“ wurde mein Arbeitsplatz 5 Wochen lang geschlossen und ich hatte sowas wie Zwangsurlaub. Eigentlich endlich mal genug Zeit um mich um meine Mutter zu kümmern. Doch ich durfte ja nicht hin. Also telefonierten wir ganz viel, ich glaube sie war sogar glücklich darüber. Und wir schickten mehrfach kleine Päckchen hin und her.

Erst am Muttertag, da habe ich endlich gewagt zu ihr zu fahren. Ich hab lange überlegt was wohl das sicherste und beste ist und habe mich um so wenig Kontakt wie möglich mit anderen Menschen zu haben für die Fahrt mit einem Car-Sharing Auto von Stadtmobil entschieden.

Vor lauter Angst ich könnte den Virus von eine Nutzer vor mir zu meiner Mutter tragen, habe ich sämtliche Stellen im Auto die ich anfassen muss mit einem Desinfektionsmittel abgewischt… Lenkrad, Türen usw. völlig paranoid! Denn das Virus kann auf Oberflächen nicht lange überleben.

Bei meiner Mutter hatte ich es vermieden in ihre Wohnung zu kommen und wir haben uns an den Gartentisch gesetzt. Um ja nix von ihrem Haushalt zu „kontaminieren“ habe ich alles Geschirr und Kuchen mitgebracht und nur den Kaffee hat sie beigesteuert.

Bei diesem ersten Treffen vermieden wir jede Berührung. Keine Umarmung und nix. Aber wir konnten uns sehen und sie hat sich soooooooo darüber gefreut.

Heute war ich bei meiner Mutter

Heute war ich jetzt das zweite Mal bei meiner Mutter und ich bin mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihr gefahren.

Mit der S-Bahn von Lörrach nach Weil am Rhein und dann mit dem Nahverkehrszug bis Müllheim und dort nochmal ein Stück Bus.

Ich muss zugeben ich hatte große Bedenken. Ist das gefährlich wenn mir andere Personen zu nah kommen. Sind vielleicht zu viele Leute im Zug oder Bus… Alles völlig grundlos!

In der S-bahn waren nur ganz wenige Menschen unterwegs, alle mit Mundschutz, eine alte Dame sogar mit Handschuhe und man hat gesehen das sie möglichst nichts anfässt.

Im Zug der deutschen Bahn haben sich die reisenden Personen noch mehr verteilt. Ich saß in einem zweistöckigen Wagon oben, weil dort erfahrungsgemäß weniger los ist und in dem Bereich saß noch ein junger Mann 3 Reihen von mir entfernt. Während der Fahrt ist eine Person an mir vorbei gelaufen, das war es.

In Müllheim hat es mich vor dem Bus gegruselt, weil der erfahrungsgemäß sehr voll ist. Zu meiner Überraschung kam ein größerer Gelenkbus und es waren viel weniger Fahrgäste als sonst. Es war in etwa jede zweite Reihe besetzt, jeder trug Mundschutz und es wurde auf größtmöglichen Abstand zu anderen Personen geachtet.

Auch beim Ein- und Aussteigen ist mir aufgefallen das die Leute alle aufmerksamer und rücksichtsvoller sind und nach Möglichkeit Abstand halten. Also zumindest die Leute die heute unterwegs waren, waren echt besonnen.

Vor meiner Fahrt hatte ich echt Angst ich würde etwas falsches, etwas gefährliches tun. Doch ich kann mir nicht vorstellen das irgendeine Person der ich begegnet bin mich hätte mit irgendetwas anstecken können.

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Erster Arbeitstag nach dem Shut Down

Gestern war mein erster Arbeitstag nach der großen „Corona Pause“. Ich hab mich sehr darauf gefreut weil ich mir vom wieder arbeiten dürfen wieder mehr Normalität erhofft hatte. ist

Nun wirklich normal war das nicht!

Es war sehr schön die Kollegen wieder zu sehen. Und auch teilweise lustig zu sehen wie sich diese in den letzten Wochen verändert haben. So mancher Kollege hat plötzlich einige Kilos mehr. Gerade die Männer haben entweder zu lange oder Maschinchen-kurze Haare. Viele sind braun gebrannt wie wenn sie im Urlaub waren. Die meiseten Kolleginnen haben keine perfekten Gelnägel mehr. Aber im allgemeinen scheinen die Damen das Friseur Problem besser im Griff zu haben als die Herren.

Unsere Arbeit ist noch lange nicht normal

Aufgund der Auflagen das nur Geschäfte bis 800qm öffnen dürfen haben wir nur teile des Erdgeschoss für den Kundenverkehr geöffnet. Nur eine kleine Zahl von Mitarbeitern darf im Erdgeschoss mit direktem Kundenkontakt arbeiten. Alle anderen müssen im Rest des Gebäudes bei nicht vollständiger Beleuchtung und Klimaanlage Aufräumen, vorbereiten, usw. Wobei viele von uns sich fragen was wir dann tun wenn alles erledigt ist.

Aufgrund der Situation haben wir eine Mitarbeiter eine „Arbeitspflicht“, auch wenn nicht wirklich viel zu tun ist… ganz eigenartige Stimmung.

Im Erdgeschoss, dort wo die Kunden hin dürfen sieht das ganz anders aus!

Damit auf keinen Fall zu viele Menschen gleichzeitig im Verkaufsraum sind muss ein Kollege den ganzen Tag an der Türe stehen und jede Person die rein kommt oder raus geht zählen. Dazu verwendet dieser eine Handyapp, über diese alle anderen Mitarbeiter sehen können wieviel im EG gerade los ist. Wären dort zu viele Menschen dürfte keiner von oben nach unten kommen und der Kollege am Eingang darf niemanden mehr rein lassen.

Die Gefahr das zu viele Kunden auf einmal kommen war gestern noch nicht. Noch wissen nicht alle Lörracher das wir geöffnet haben und das sie bei uns das Gesamte Sortiment wieder kaufen dürfen. Ich denke das muss sich erst wieder herumsprechen.

Wenn ein Kunde einen Artikel aus einer anderen Etage möchte wird er von einem EG Mitarbeiter möglichst genau gefragt was er sucht. Dann wird jemand von den anderen im Rest des Hauses herumwuselnden Kollegen gebeten die entsprechende Ware runter zu bringen und ggf den Kunden zu beraten.

So haben wir gestern Nähmaschinen, Haarschneidemaschinen, Herrenanzüge, Schulhefte und sogar einen Basketball verkauft.

Also der Verkaufvorgang ist komplett anders als sonst! Der Kunde muss klar sagen können was er sucht, muss Zeit und Gedult aufbringen, weil der entsprechende Mitarbeiter und die Ware ja erst geholt werden muss usw.

Für die Kollegen auf der Fläche im EG ist es dann auch noch wichtig die „wartenden“ Kunden räumlich zu verteilen… Sie sollen nach Möglichkeit nicht alle in einer Ecke stehen. Dieses „Kunden herumschicken“ ist etwas total neues… das sind wir bisher nicht gewohnt. Einen expriziten „Wartebereich“ darf es aus Sicherheitsgründen nicht geben, weil sich dann dort zu viele Menschen zu nah kommen könnten.

Der gefragteste Artikel

Der am meisten nachgefragte und gekaufte Artikel am 23. April 2020 war:

Stoff und Gummiband

Aufgrund der ab Montag geltenden Auflagen muss jeder in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften einen Mundschutz tragen! Doch diese sind kaum zu kriegen. Deshalb versucht nun jeder der nähen kann sich entsprechende Behelfsmasken zu nähen.

Alle Geschäfte die Gummiband verkaufen und seit Montag schon wieder geöffnet sind, sind ausverkauft! Da wir bis vogestern zu hatten, waren wir die einzigen die noch welches verkaufen konnten.

Normal führen wir eine riesige Auswahl von 3 verschiedenen Firmen im 5.OG. Dort darf aber kein Kunde hin. Also habe ich kurzerhand das gesamte Gummisortiment in Körbe gepackt und einen kleinen Tisch Baumwollstoffe die für Masken geeignet sind und bin damit ins EG umgezogen.

Um im Erdgeschoss mit Kundenkontakt arbeiten zu dürfen musste ich sogar nochmal eine separate Sicherheitseinweisung bekommen. Und dann ging es los. Ohne eigentliche Warenträger, mit nur einem Tisch, einem Meterstab und einer Schere stand ich direkt vor der Rolltreppe (die ja nicht in den Betrieb genommen werden durfte) und verkaufte wie verrückt Stoff und Gummi!

Aufgrund der Auflagen dürfen wir dem Kunden, also so eine kleine Packung Gummiband nicht direkt in die Hand geben. Also verteilte ich diese provisorisch auf der Glassvitrine der Schmuckabteilung (Schmuck darf zur Zeit nicht verkauft werden und die Fläche ich abgetrennt.

Mein Verkaufsgespräch lief mehrfach so ab das ich mit dem Meterstab auf die entsprechende Gummipackung gezeigt hab… Mit dem Meterstab rum fuchteln und den Kunden etwas deuten wäre früher totalen no go gewesen! Und jetzt ist das plötzlich normal.

Normal ist es seit neuesten auch das ich den Kunden sage „gehen sie etwas zurück, wir müssen Abstandhalten“ oder „bleiben sie dort stehen“

Kurzfristig musste ich sogar die Kunden die Gummiband wollten auseinander schicken! Dabei viel mir auf das der Meterstab dabei ganz hilfreich ist. „Abstand halten! Das hier ist ein Meter!“

So, jetzt muss ich aber für heute Schluss machen, denn ich muss vor der Arbeit noch ein paar Masken nähen!