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Reiseproviant für 7 Stunden Zugfahrt

Morgen werde ich wieder Reisen. Mit dem Zug nach Hamburg! Zu den Vorbereitungen für die Reise gehört auch, die Verpflegung zu planen. Sicher, fliegen wäre viel schneller, aber genau in dieser Woche viel teurer als mit der Bahn.

Der Grund dafür sind wohl die Fasnachtsferien hier in Baden-Württemberg. Und genau dann wenn ich zurück will gibt es kaum noch Flüge, denn das Wochenende nach Aschermittwoch findet in Basel der Morgenstreich statt.

Bei diesem Fasnachtsbrauch wird morgens um 4 Uhr die Stadt komplett abgedunkelt und musizierende Narren ziehen mit Fackeln und brennenden Wägen durch die Stadt.

Dieses Spektakel zieht Besucher aus ganz Europa an. Selbst Sonderzüge werden eingesetzt. Ich wollte dem Treiben aber lieber aus dem Weg gehen, doch leider muss ich Montag arbeiten. Denn erfahrungsgemäß ist der Morgenstreich-Montag bei uns sehr gut frequentiert da in Basel sehr viele Geschäfte geschlossen haben.

Aus diesem Grund fahre ich dann auch schon Samstag zurück nach Lörrach.

Die kürzeste Verbindung ohne Umsteigen dauert mit dem ICE knapp 6,5 Stunden. Da ich aber wegen der deutschen Fasnacht nur eine doofe S-Bahn Anbindung habe, muss ich in Basel eine Stunde warten.

Also plane ich Essen und Trinken für mindestens 7 Stunden ein.

Grundsätzlich nehme ich immer etwas mehr mit als ich wirklich brauche. Das ist jedoch so beabsichtigt. Denn genau auf dieser Strecke, Basel- Hamburg habe ich 2014 (zufällig auch im März) den absoluten Extremfall erlebt. In ganz Deutschland tobte ein Sturmtief, und bei Sturmwarnung dürfen auch die ganz schnellen Züge nur 80 km/h fahren, um bei einem Hindernis (umgestürzte Bäume) rechtzeitig anhalten zu können. Auf der dieser Fahrt im März 2014 hatten wir das gleich mehrfach! Unsere Fahrt von Basel nach Hamburg dauerte dadurch nicht 7, sondern 14 Stunden! Und ich war froh das ich in meinem Koffer noch Proviant für die kommenden Tage hatte.

Besonders Getränke werden in so einem Extremfall schnell knapp. Seit dem habe ich im Koffer immer eine große Flasche Mineralwasser!

Natürlich rechne ich nicht damit, dass dieses Mal wieder eine solche Odyssee wird. Dennoch packe ich ein Bisschen mehr ein, als ich sonst in 7 Stunden esse.

Das sieht sehr viel aus! Ich nehme natürlich nicht alle Packungen ganz mit.

Die große Mineralwasser Flasche kommt in den Koffer, oft wird sie nur „im Notfall“ raus geholt. Aber ich war schon oft froh darum.

Grundsätzlich benutze ich keine Dosen oder Tetrapacks, nur wiederverschließbare Flaschen!

frisches Obst ist ideal als Reiseproviant

Obst ist immer dabei! Am praktischten ist natürlich Banane.

Äpfel nehme ich lieber klein geschnitten in einer Tubberdose mit. Alternativ im Sommer auch gerne klein geschnittene Paprika oder Salatgurke, da diese weniger Insekten anziehen.

Auf meiner längsten Bahnreise querdurchdiealpen hatte ich eine Paprika und zwei geschnittene Äpfel sowie eine Salatgurke am Stück (für die Rückfahrt) mit.

Auf längeren Fahrten brauche ich immer etwas „Süsses“. Möglichst ohne Schokolade, denn diese kann schmelzen und schmieren.

Diese Waffeln links haben sich als sehr ergiebig erwiesen. Selbst wenn ich nur eine wirklich esse, und den Rest der Packung nur hin und her schleppe, sie bleiben geniessbar. Selbst in den Koffer quetschen verzeihen sie, ohne zu bröseln. Deshalb sind sie fast immer dabei.

Der Grund warum die Dinger rechts mit dürfen ist nur die Tatsache, dass sie einzeln verpackt sind. Für längere Fahrten habe ich eines in der Handtasche und 1-2 im Koffer (für Notfall).

„Was neutrales“ die Milchbrötchen sind nicht so ganz ideal, verzeihen gut verpackt aber auch mal 2 Tage im Koffer. Sie sind leicht süß und fluffig dazu braucht man keinerlei Aufschnitt.

Die Kräcker rechts nehme ich nur 3-4 Scheiben mit, sie sind ganz trocken und geschmacklich neutral. Diese hole ich vor wenn mir Sodbrennen oder Übelkeit droht. Das kommt vor wenn der Zug oder Bus stark rüttelt oder vibriert.

Ausserdem sind sie gut wenn man Lust auf etwas knuspriges hat. Was die Brötchen absolut nicht sind.

„Etwas Salziges“ auf jeder längeren Fahrt brauche ich irgendwas Herzaftes, denn von ständig süß kann es einem auch übel werden. Solche abgepackten Salami sind ganz praktisch weil sie nicht gekühlt werden müssen und vorallem riechen sie nicht so extrem wie manche Wurst.

Ich finde es etwas unangenehm, wenn am anderen Ende des Wagon jemand ein Wurstbrötchen auspackt und man das weit riecht. Das ist auch der Grund warum ich keinen Käse mitnehme. Ich liebe Käse, aber je nachdem wie warm es ist, entwickelt ein paar Stunden altes Pausenbrot unangenehmen Duft.

Last but not least, mein ICE- Kaffeebecher.

Wenn ich mit dem ICE unterwegs, bin ist er immer dabei. Mit diesem Mehrwegbecher spart man im Bordrestaurant bzw. Bordbistro den Pappbecher und bekommt dem Kaffee günstiger.

Es passt ein klein wenig mehr Kaffee rein und der Becher isoliert besser, man verbrennt sich folglich nicht fast die Finger und der Kaffe ist länger heiss.

Kleiner Funfact am Rande: die Packung Almtaler Kaminwurzerl passt genau in den leeren Becher. Oder ein klein geschnittener Apfel.

Wenn ich umsteigen muss kaufe ich mir auch mal was unterwegs am Bahnhof, aber wenn dann eher eine Butterbretzel oder Käsebrötchen. Und ess die dann auch recht zeitnah.

Wie Ihr seht, habe ich keine klassische Stulle Brot dabei, denn diese hat sich für mich nicht wirklich als sinnvoll erwiesen.

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ganz Anders als erwartet

Am 29. Januar bin ich morgens um 8 bereits mit dem Zug los gefahren. Über Basel und Mannheim bis nach Bochum. Dort stieg ich auf einen Stadtmobil Leihwagen um. (über das Auto berichte ich in einem separaten Post)

Von Bochum aus musste ich noch ne Stunde mit dem PKW fahren, dank Navigation mit dem Handy habe ich das Sportschloss Velen gegen 17 Uhr erreicht. 

Details zur Planung „in Velen darf ich nicht fehlen“

Dort traf ich mich mit ein paar Fans die ich schon seit vielen Jahren kenne, wir flüchteten als erstes vor der Kälte (der Schlossgraben war zugefrohren!) in die Orangerie und tranken dort erst mal Kaffee. Bei einem kurzweiligen Austausch hätten wir beinahe den Einlass verquasselt… 

Am Eingang wurden nicht nur die Eintrittskarten kontrolliert sondern man musste sich ausweisen das man auch wirklich die auf dem Ticket genannte Person ist. Ungewöhnlich! Im Saal wurde man an seinen Tisch geleitet. Dort fanden wir unsere Platzkärtchen… Fast wie bei einer Hochzeit .Und so sah der Saal auch beinahe aus.

Die Beiden Musiker Achim Bochhausen und Gert Stein betraten die kleine Bühne und begannen zu spielen. Keine Ansage oder Moderation oder so. Als Thomas Anders den singend den Saal betrat wurde etwas applaudiert… aber das verstummte schnell weil alle zuhören wollten. Auch wurden hier und da Fotos gemacht, aber es war nicht dieses hysterische Popstar geknipse sondern alles ganz entspannt und angenehm.

Thomas sang mehere amerikanische Klassiker die ich zwar kannte aber noch nie von ihm gehört hatte dazwischen sprach er viel und ging dabei sehr auf die Texte ein und erwähnte das die Textübersetzungen auf den Tischen zu finden seien… sowas gab es noch nie ! Wir erinnern uns, Thomas Anders die Stimme von Modern Talking, dem Inbegriff für bescheuerte sinnfreie Texte die einfach nur gut klingen! Und er macht uns auf die Texübersetzungen aufmerksam?

Das musikalische Programm wurde jeweils von den Menu Gängen unterbrochen, was ich aber absolut nicht als störend oder iritierend empfand. Im Gegenteil beim Essen konnte man sich wunderbar mit seinen Tischnachbarn über das gehörte austauschen. Da die Tische nacheinander das Essen bekamen ergab sich immer wieder genügend Zeit um sich zu unterhalten oder auch mal an einen anderen Tisch zu gehen. Besonders die Raucher genossen diese Freiheit. Das Ende der „Pause“ wurde völlig unkompliziert durch schliessen der Türe angekündigt und man konnte dann ganz gemächlich den Platz wieder einnehmen. Thomas kam wieder singend hereingeschlendert und setzte das Program fort, die Konzentration der Zuschauer auf das was gesungen und gesagt wird war sofort wieder da. 

Celebrate life war das Motto des Abends, ungewohnt tiefsinnig und nachdenklich sprach Thomas über das Leben und wie schnell man vergisst es wirklich zu geniessen… und wie schnell es doch vorbei sein kann. In diesem Zusammenhang erzählte er von einer älteren Freundin mit der er telefoniert hatte und unmittelbar nach dem Gespräch ihm klar wurde das er sie nie mehr sprechen würde. Wir langjährigen Fans kennen diese Geschichte denn daraus entstand der Titel „dance in heaven“ der damals auf dem Album „When will I see you again“ erschien. Das war mitte der 90er Jahre, warum sprach er jetzt davon ???

Thomas sang den Titel und widmete diesen seiner Mutter die vor wenigen Monaten verstorben ist. Boah! Ich war nicht die einzige die Tränen in den Augen hatte !

Ich habe Thomas Anders die letzten 25 Jahre schon unzählige male live erlebt. In den unterschiedlichsten Veranstaltungen von groß bis ganz klein… ich dachte ich hätte alles schon gesehen und kenne sein ganzes Repertoire. Weit gefehlt, „Dance in heaven“ war bis zu dem Zeitpunkt des Abends der erste Titel den ich schon mal von ihm gehört habe. Ebenso kannte ich  „send in the clowns“ das er damals 1997 bei der Musical Gala sang und das unvermeidliche „You´re my heart you´re my soul“. Letzteres war der einzige Titel zu dem er nicht auf den Text einging… aber er war mit in dem kleinen booklet auf den Tischen zu finden.

In einer der Pausen sah ich mir das Heft näher an und ich musste zugeben, ich kannte all diese Songs, nur nicht von Thomas… Nur ein Text, da dachte ich „hä was ist das?“ im Hinterkopf übersetzte ich das in englische aber ich konnte mich an kein Lied erinnern.

Gibt es auch nicht! Im letzten Konzertblog lies Thomas die Bombe platzen… ach was, falsch beschrieben, im Gegenteil, kein lauter Bums… sondern eine locker nachdenkliche Moderation über das Leben mit seinen unvermeidlichen Höhen und Tiefen… und das Thomas´ neues Album in deutscher Sprache sein wird.

Thomas Sang „das Lied das Leben heißt“! Ein wunderschöner tiefsinniger Text perfekt Interpretiert… er singt „Du liebst mich… und Du zerstörst mich“ so das man genau das dabei empfindet. 

Vor diesem Abend dachte ich Thomas kann mich nicht mehr überrraschen und begeistern, aber das war ein Irrtum. Er kann !!!