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Reiseplanung, wie gehe ich vor?

Heute möchte ich Euch zeigen wie ich eine Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb Deutschlands plane und buche. Bei meiner Reiseplanung benutze ich vorallem Recherche über das Internet. Früher meist mit dem PC und seit dieser kaputt ist fast immer mit dem Android Handy oder dem Tablet.

Heute nehme ich Euch mit auf eine Reise durch meine Hirnwindungen und Gedankengänge und durch diverse Apps und Webseiten.

Anhand eines aktuellen Beispiels zeige ich Euch wie ich vorgehe.

Ich habe von einem Konzertevent erfahren wo ich hin will. Wenn der Termin wie dieses Mal in meinem schon Anfang des Jahres eingereichten Urlaub liegt entfällt die Verhandlung mit meinem Arbeitgeber ob ich frei kriege.

Am 16.Mai findet ein besonderes Event mit Nino de Angelo in Kempten statt. Ein exclusives Abendessen und dazu Musik von Nino&Friends.

1.Wie weit ist das?

Ohne Witz, fast immer ist meine allererste Recherche über Google-Maps, wo liegt der Veranstaltungsort. Wieviele Kilometer ist das von meinem Wohnort entfernt.

Nicht selten führen mich meine Fan-Reisen in kleine Orte von denen man nie zuvor gehört hat. Lest dazu über meine Reisen nach Schwarme oder Velen.

Am praktischsten ist wirklich die Suche über Google-Maps, damit habe ich bisher alles gefunden.

2. Lohnt sich Autofahren?

Das hängt davon ab ob jemand mit fahren möchte. Vor 10 Jahren waren wir eine Gruppe von meheren Fans, die gemeinsam gefahren sind. Teilt man sich die Fahrkosten unter 2 oder mehr Personen ist Autofahren okay. Jedoch für mich als Einzelperson lohnt es sich nur selten.

Für mich alleine habe ich die Entscheidung getroffen das ich nur bis etwa 200km fahre, und nur dann wenn ich in der Nacht noch nach hause kann.

Hotelzimmer und Auto (Carsharing) finde ich zu teuer.

3. Gibt es einen Flixbus?

Flixbus ist unangefochten auf den meisten Strecken die billigste Möglichkeit. Doch Flixbus fährt nicht überall.

Kennt die Flixbus-App den Zielort nicht, suche ich mir in Google-Maps die nahgelegen größeren Städte und sehe nach ob es dorthin gebrauchbare Flixbus Verbindungen gibt.

In meinem Beispiel wären das Memmingen oder München. Nach Memmingen bräuchte ich 7-10 Stunden, jeweils mit Umsteigen und längerer Wartezeit in Zürich oder München… also unbrauchbar!

Nach München gibts sogar ne direkte Verbindung… aber 7 Stunden!!! Uninteressant, denn ich muss dann ja noch weiter.

4. Fährt ein Zug dahin?

Jetzt konmt die Handy-App DB-NAVIGATOR ins Spiel. Hiermit kann man detailiert Zugverbindungen suchen. Und dabei auch Zwischenhalte (über) vorwählen.

Verändert man die Vorstellungen der App nicht schlägt sie vorallem ICE Strecken vor. Für kleinere Distanzen lohnt es sich eventell ICE/IC Züge abzuwählen, doch in diesem Falle entschied ich mich für eine Verbindung über Mannheim und Ulm.

5. Kann ich eine Teilstrecke mit einem PKW von Carsharing machen?

Gerade wenn Veranstaltungen in sehr kleinen Orten sind kann das interessant sein. Doch dieses Mal musste ich feststellen das sich ein Leihwagen ab Ulm nicht lohnen würde.

Ausserdem fahre ich am nächsten Morgen nicht zurrück nach Lörrach, dann wäre Auto zurrückbringen vielleicht hinderlich.

Um herauszufinden ob es in der Nähe bzw. An der Strecke Carsharing Autos, die ich mit meiner Stadtmobil Mitgliedschaft nutzen kann benutze ich die Carsharing Deutschland App

Sparpreisfinder

Nach Möglichkeit versuche ich über den „Sparpreisfinder“ im DB-Navigator ein billiges Ticket zu erhaschen.

Die Deutsche Bahn bietet für fast alle ICE Verbindungen Sparpreise ab 19€ an. Sind diese vergeben, dann gibt es welche für 29€ und schließlich für 39€. Wieviele es auf der jeweiligen Strecke gibt ist nicht bekannt. Man muss also früh dran sein (im Idealfall 1-2 Monate vor der Fahrt).

Logischerweise sind angenehme Fahrzeiten immer schnell vergriffen und dadurch teurer. Um Geld zu sparen sollte man auch sehr frühe oder sehr späte Fahrzeiten in Betracht ziehen.

Zu meinem Beispiel: ich könnte für 22,40€ nach Kempten fahren… Aber nach 23 Uhr los fahren, 3 mal Umsteigen und in Ulm über eine Stunde zwischen 3 und 5 Uhr warten… das wäre als Gruppe machbar, aber als Frau alleine, und das bei Temperaturen im einstelligen Bereich, auf keinen Fall!

Der Preis darf auf keinen Fall das einzige Argument sein!

Trick beim Sparpreis finden:

Gibt es auf Deiner Gewünschten Strecke keinen Sparpreis mehr, kannst Du auch mal den Start- oder Ziel-Bahnhof variieren. Manchmal klappt das. Für die Reststrecke kauft man dann einfach ein normales Ticket.

Zurrück zum Beispiel:

Ich könnte mit einem Supersparpreis bis Ulm fahren für 22,40€. 10 Uhr in Lörrach los, 13,55 Uhr in Ulm. Die Reststrecke kostet mich 15,40€. Ergibt 37,80€

Für das Ticket das ich schon vor Wochen gebucht habe ich 32,90€ bezahlt.

Der Flexpreis (den man auch vor Fahrtantritt am Automaten bezahlt) beträgt für diese Strecke 72,-€

Hotelsuche:

In der Regel suche ich Hotels über Booking.com oder HRS. Noch bin ich unentschieden welche der Beiden Seiten die bessere ist. Oft liefern sie die gleichen Ergebnisse.

Da ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreise, ist mir auch wichtig wie weit weg ein Hotel vom Bahnhof bzw. Veranstaltungsort ist. Die Suchen in HRS und Booking.com gehen mir da nicht genug ins detail.

Denn auch hier zählt für mich nicht allein der Preis. Denn was nutzt mir ein billiges Hotel wenn ich viel Geld für ein Taxi ausgeben muss?

Als sehr hilfreich hat sich hier wieder Google-Maps erwiesen. Hier findet man die exakte Lage eines Hotels, aber oft fehlt die direkte Buchungsmöglichkeit.

Also ermittle ich un Google-Maps die Lage und den Namen eines Hotels und suche das dann bei einem der großen Buchungsportale. Doch selbst wenn ich es gefunden habe buche ich nicht ohne vorher zu schauen ob es eine eigene Homepage des Hotels gibt und ob man dort reservieren kann.

Wenn ich ein Zimmer buche, dann nur wenn es kostenfrei stornierbar ist und ich vor Ort zahlen kann.

Gerade bei so kurzfristigen Konzert-Städte-Tripps kann immer etwas dazwischen kommen. Und eine Vorrauszahlung finde ich innerhalb Deutschlands für eine Nacht nicht angebracht.

Die großen Buchungsportale möchten am liebstengleich die Kreditkarte belasten. Wenn es sein muss hinterlege ich die Kreditkarte, aber stimme einer Vorauszahlung damit nicht zu.

Wie komme ich zum Veranstaltungsort?

Oft kann ich über Google-Maps schon abschätzen ob ich die Wege zwischen Hotel und Veranstaltungsort zu Fuss gehen kann. Wenn nicht hat sich eine Freundliche Anfrage beim Hotel als sehr hilfreich erwiesen. Eine kurze E-mail oder ein Anruf und die meisten Hotels sind sehr hilfsbereit und entgegenkomment.

Eine Hotelinhaberin hat mir mal eine Handgezeichnete Wegeskizze ins Zimmer gelegt. Stadplan kriegt man sehr oft, Ein Hotel hat ein Shuttleservice zum Veranstaltungsort organisiert, und einmal hat uns der Koch in Arbeitskleidung mal eben zum Theater gefahren! (Okay da war eine Gehbehinderte mit angemeldet)

Fakt ist: es hilft wenn man mit den Leuten spricht und sagt wo man hin will.

Ich werde kommende Woche für diese Reise ausgeben:

  • 32,-€ Zugticket
  • Essen bei „Nino & Friends 69€
  • für 45,-€ Hotel
  • 17,80€ Zugticket nach Stuttgart

Eine erlebnisreiche Wochenmitte (es ist ein Donnerstag) für 164 €

Uschi unterwegs im Zug in der  S-Bahn Zugreise
Unterwegs im Zug. Hier startet und endet jede Zugreise in der S-Bahn nach Basel
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Blogparade Low-Budget Reisen

Nach dem meine etste Blogparade so gut angekommen ist, mache ich gleich nochmal bei einer mit. Doch in erster Linie weil das Thema gut zu mir und meinem Blog passt. Travel.charmy.at ruft zu einer Parade zum Thema low-budget-reisen auf. Da mache ich gerne mit:

Blogparade Low-Budget-Reisen

Als erstes möchte ich mal definieren was „Low-budget-Reisen“ für mich ist. Denn eigentlich reise ich immer nur low-budget denn es ist bei mir immer das Ziel möglichst wenig Geld aus zu geben.

Ehrlich gesagt war ich noch nie in der Lebenssituation das ich mit paar Tausend Euro ins Reisebüro gehen konnte und „zeigen Sie mal was sie mir für dieses Geld verkaufen können“ sagen konnte.

Meine Reisen sind stehts umgekehrt motiviert. Ich will dort hin und ich will herausfinden wie am besten und am preiswertesten hin komme. In ein Reisebüro gehe ich selten, und wenn dann weiß ich auch schon was ich will und was es kosten darf.

Ich persönlich reise gerne mit Bus und Bahn, aber mir ist bewusst das es nicht wenige Mitmenschen gibt die das total schrecklich und unzumutbar finden. Selbst in meinem Umfeld gibt.s Personen die sagen: „was? Mit der Bahn? Niemals“ oder „ich fahr doch nicht Bus, ich habe ein Auto“.

Dabei ist Bahnfahren gar nicht so billig. Löst man die ganz normalen Fahrkarten bezahlt man viel mehr als nötig. Es gibt viele Tarife und Sparangebote und wer sich nicht die Mühe macht und sich informiert legt drauf.

Und gerade die ältere Generation, die evtl schon mit den Fahrkarten Automaten Mühe hat, kommt mit der Tarifauskunft über das Internet oder gar Handyapp überhaupt nicht klar. Folglich erscheint Bahnfahren für diese Leute sehr teuer.

Busreisen hat dann eher den Ruf sehr preisgünstig zu sein. Aber diese über Reisebüros oder Kataloge angebotenen Pauschalreisen sind oft nur „pseudogünstig“, ich habe solche als Jugendliche paar mal mit gemacht und für mich entschieden das das nicht das gelbe vom Ei ist.

Dafür reise ich in der letzten Zeit gerne und günstig mit Flixbus. Die Tickets dazu kann man nur online oder mit der Flixbus-App buchen und genau damit haben sogar Gleichaltrige (Generation 30-50) teilweise schon Probleme. Was dazu geführt hat das ich für mehere Leute in meinem Bekanntenkreis schon Fahrten gebucht habe. Hier mehr davon.

Mir macht das sogar Spaß im Internet, auf Suchportalen und in Handy-Apps das günstigste Verkehrsmittel zu suchen! Ein Hobby das wohl nicht so viele teilen.

Allerdings gibt es für mich auch Grenzen. Ich möchte nicht mehr 10-12 Stunden in einem Bus sitzen. Das halten meine Beine nicht durch! Die gleiche Dauer im Zug ist aber nicht so schlimm, weil man im Zug sich besser bewegen kann und oft auch die Möglichkeit hat die Beine hoch zu legen.

Bei der Unterkunft bin ich sehr flexibel und ich habe auch schon sehr gute Erfahrungen mit Air B&B gemacht. Allerdings ist das immer etwas „Glückspiel“ dabei. Man kann es super toll erwischen, oder auch mal nen Reinfall. Da kann auch mal ein Klotürenschlüssel fehlen oder eine Katze eifersüchtig sein…

Bei Hotels bin ich nicht extrem anspruchsvoll, wenn ich alleine Reise sind mir auch Aufzug und Gangbreite egal, aber wenn ich mit einer Gehbehinderten Freundin unterwegs bin, dann muss ich auf „Rollstuhltauglichkeit“ achten. Und ihr glaubt nicht was da alles gelogen und getrickst wird. Einmal waren wir als ganze Gruppe in einer angeblich Rollstuhlgerechten Jugendherberge… nur leider befanden sich alle unsere Zimmer und der extra gebuchte (und bezahlte) Gemeinschaftsraum nicht im Rollstuhltauglichen Gebäudeteil! Zum Glück waren wir genug Leute und konnten so abwechselnd den Rolli die Treppen rauf und runter tragen!

Da sind wir beim Thema Jugendherbergen. Eine tolle Sache und mittlerer Weile für alle Altersklassen zugänglich. Aber leider meistens schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Deshalb fast nur für Reisen mit dem PKW zu empfehlen.

Beim Fliegen bin ich bisher auch nur low budget gereist. Und war mit Easyjet ganz zufrieden. Auch hier hab ich einen Blogartikel
darüber geschrieben.

Reisen muss nicht teuer sein. Und man muss nicht immer das teuerste und vermeintlich beste Verkehrmittel wählen. Oft erfordert es nur etwas mehr Geduld und Recherche um eine preiswerte Alternative zu finden. So auch bei der Hotelsuche. Klar geht es mit Booking.com oder HRS sehr schnell ein Hotel zu finden und zu reservieren, doch oft findet man über Google-Maps oder über die Webseite der Stadt in die man reisen will ein Hotel direkt daneben (oder sogar noch günstiger gelegen) für weniger Geld.

Sich den Stadtplan der Stadt in die man reisen will frühzeitig anzugucken spart auch viel Geld. Denn so verhindere ich, das ich vor Ort mit dem Taxi fahren muss. Denn was nutzt ein Hotelzimmer das 10€ billiger ist, ich aber 20€ für das Taxi zahlen muss. Ich bevorzuge stehts Hotels oder Air B&B Unterkünfte die entweder in der Nähe des Bahnhof/Busvahnhof sind oder ganz nah an dem Ort wo ich was Besuchen will.

Mein Rekord diesbezüglich war ein Hotel das direkt an die Halle in der ich ein Konzert besucht habe gebaut war… perfekt!

Für mich ist eine Reise zusammenstellen wie ein Sport geworden… dieses Suchen und Recherchieren… wo gibts Hotels, wo fahren Busse.. wo ist der Bahnhof. Habe ich dann eine Ideale und preiswerte Kombination gefunden ist das für mich ein Erfolgserlebnis. Und dann wenn es soweit ist das erleben „ah hab ich gut ausgesucht!“ Das würde ich bei einer Pauschalreise vermissen.

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Warum ich weiter mache?

Natürlich hab ich mich nach (bzw. In) der langen Blogpause gefragt, ob es noch für mich sinnvoll ist, dass ich weitermache.

Im Januar 2017 habe ich diesen Blog eingerichtet und hatte große, Pläne was ich alles schreiben könnte. Doch dann kamen einige Dämpfer, die mich demotivierten und manchmal beinahe lähmten, weiter zu machen.

Heute weiß ich das fast jeder Blogger mal über eine „Schreibblockade“ berichtet. Sowas hatte ich auch schon mehrmals.

Und gerade da mein Blog um das reisen gehen sollte, hatte ich immer dann wenn ich nicht unterwegs war das Gefühl, ich hätte gar nichts, das es wert wäre darüber zu schreiben. Und dann wenn ich mal richtig auf Reisen war hatte ich keine Zeit, Lust oder Idee dies nieder zu schreiben. Ärgerliche Zwickmühle.

So existiert zum Beispiel hier auf dem Blog ein Entwurf einer Reise vom November 2017, den ich immernoch nicht zu Ende geschrieben habe. Ich weiß noch nicht genau was ich daraus mache, mach ich mehere Berichte draus? Kürze ich den Riesentext oder schreibe ich alles neu? Ich weiß es noch nicht.

Was ich weiß ist, das ich weiter machen will. Denn ich habe das Gefühl ich habe etwas zu sagen/ etwas zu geben!

Erstens fällt mir schreiben und formulieren wohl leichter als vielen anderen. So rief mich die Tage eine Freundin frustriert an. Im Zuge ihrer Berufsausbildung soll sie verschiedene Berichte verfassen, was ihr sehr schwer fällt. Hmm, für mich war das kaum nachvollziehbar, mir kam es vor, als ob sie länger darüber schimpft, dass sie das schreiben muss, als es dauern würde, den Text zu verfassen.

Und dann sind mir viele sehr nichts sagende Blogpost negativ aufgefallen. Da schreiben Klugscheißer prahlerisch „erfahren Sie hier…“, „lesen Sie wie sie…“ bla bla… und dann folgt keine wirkliche Information! Leere Ankündigungen ohne wirklichen Inhalt. Ich möchte keine angeberischen Ankündigungen machen, oder nur durch geschickte Formulierungen Leser anlocken und denen dann nichts bieten.

Was ich möchte ist meine Erfahrungen teilen, ob es nun um Verkehrsmittel oder Reiseanbieter oder auch mal um Handy-Apps geht.

Ausserdem möchte ich eine Lanze brechen für öffentliche Verkehrsmittel. Denn ich halte das Reisen mit Bus und Bahn für erheblich umweltfreundlicher als den Individualverkehr. Schade nur das viel zu viele Menschen eigentlich nur mit dem Auto fahren, weil sie nicht um die Alternativen wissen.

Das Bild dient vorallem der Aufmerksamkeit. Entstanden ist es am 1. Januar 2019 in der Stuttgarter Stadtbahn.

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Allgemein Gedanken

Hast Du keine Angst?

„Hast Du keine Angst wenn Du alleine reist?“ Wurde ich heute gefragt als ich von meiner letzten Reise mit der Bahn und von meiner Planung vom nächsten Wochenende erzählt habe…

Und wenn ich es so richtig überlege NEIN!

Was könnte die Person meinen? Wovor sollte ich Angst haben?

Es geht in diesem speziellen Fall um reisen mit dem Zug in Deutschland, Schweiz und Österreich, also brauche ich ja nicht mal Angst zu haben das ich irgendwie niemanden verstehe. Und die Züge sind derart sicher und komfortabel das eine ähnlich weite Autofahrt anstrengender und gefährlicher wäre.

Ganz ehrlich müsste ich über 8 Stunden alleine Auto fahren hätte ich Angst davor, ich würde es sicher können wenn es sein müsste, aber das würde mich maßlos stressen. Viel zu groß wäre meine Angst einen Fehler beim Fahren zu machen oder wegen einer Kleinigkeit „auszufallen“ und dann fest zu hängen. Ich denke da nicht nur an einen möglichen Defekt am Fahrzeug, ne es reicht ja schon ein starker Heuschnupfen Anfall (tränende Augen das ich fast nichts mehr klar sehe) , ein Insektenstich am falschen Ort… oder was mir wirklich schon mal passiert ist… übelkeit! Sich im Fahrzeug übergeben ist wirklich wirklich ekelhaft!

Nein beim Zug fahren habe ich keine Angst. Das schlimmste was passieren kann ist Verspätung oder Streckensperrung… und beides hab ich schon erlebt und festgestellt „es gibt echt schlimmeres“

Die schlimmste Verspätung hatte ich im ICE nach Hamburg, 7 Stunden Verspätung!!!! Statt 7 Stunden war ich 14 unterwegs, das war wirklich unangenehm und äußerst anstrengend! Aber es war nie gefährlich, wir saßen warm, trocken und eigentlich bequem im Zug und mussten einfach warten bis die Strecke vor uns von den Sturmschäden befreit war. Wir sahen zwar die Bäume wackeln aber sonst haben wir von dem Unwetter um uns herum nichts mitbekommen.

„Hast Du keine Angst belästigt zu werden?“ Nein, auch das ist mir schon passiert… Damals als 18-20 jährige begegneten mir öfters Männer die zuerst nur wissen wollten ob der Zug nach da-und-da fährt und mich dann in längeres Gespräch verwickelt haben um dann irgendwann zu erzählen das sie mich heiraten wollen !!!

Meine Mutter hat mir von klein auf eingebleut nicht zu vertrauensselig zu sein und Fremden keine Auskünfte über meinen Wohnort usw zu geben. Und so erzählte ich dann solchen Kandidaten nichts über mich. Und mich hat nie einer verfolgt. Schon alleine weil ich erwähnt habe das ich am Zielbahnhof abgeholt werden würde. Das schreckte diese Spinner meistens ab.

Doch da fällt es mir wieder ein, einer war sehr hartnäckig und ist mit ausgestiegen und wollte mir folgen. Ich bin schnellen Schrittes auf den Bahnhofsvorplatz geeilt und auf einen älteren Herrn zu, der neben seinem Auto wohl auf jemanden wartete. Ich ging auf ihn zu und begrüßte ihn sehr laut mit „Onkel Rolf, das ist aber nett das Du mich abholst“. Ich kannte den Mann gar nicht aber er durschaute die Situation sofort und spielte kurz mit und mein Verfolger suchte das weite.

Also meine Taktik ist immer wenn es brenzlig wird auf andere Leute zu gehen.

Was kann sonst noch passieren? Das man beklaut wird? Ganz ehrlich, das kann Dir auch zuhause oder am Arbeitsplatz passieren.

Das man was verliert? Ja ist ärgerlich, aber auch nicht wirklich schlimm. Und ehrlich, die wahrscheinlich das man einen Schirm oder Jacke liegen lässt ist gleich groß, ob man nun 5 Minuten oder 5 Stunden fährt. Wenn man beim Aus oder Umsteigen unkonzentriert ist dann ist das so.

Manche haben Angst falsch zu fahren, im falschen Zug zu landen… Naja und wenn, spätestens bei der Fahrkartenkontolle merkt man das. Und dann ist es sicher nicht zu spät um auszusteigen. Ich wüsste nicht das es schon Züge zum Mond gibt. Die Wahrscheinlichkeit mit dem Auto falsch zu fahren ist viel größer, und da ist „Geisterfahrer“ machen lebensgefährlich.

Also ich selbst habe keine Angst vorm Bahnfahren wenn man Lesen kann und sich ein bissel sinnvoll vorbereitet dann braucht man auch keinen Hunger, Durst, Kälte, Hitze, Lärm oder Langeweile zu fürchten.

Meine Tipps für entspanntes Bahnfahren :

  • Nicht zu viel oder zu schweres Gepäck
  • Mehr essen und trinken mitnehmen als man eigentlich braucht (es könnte länger werden)
  • Nicht zu chickimicki kleiden (nicht reich aussehen! Bloß keine Gucci Handtasche )
  • Hand Desinfektionsmittel mitnehmen. Ggf Klopapier
  • Kopfhörer dabei haben (auch wenn man gar nicht Musik hören will, aber vielleicht möchte man ja zeigen „lass mich in Ruhe „
  • Beim Umsteigen nicht am Rand / in den Ecken rumdrücken sondern dort bleiben wo Leute sind.
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Allgemein Verkehrsmittel

Eine Reise „um Sieben Ecken“

Vergangenes Wochenende habe ich mich recht spontan dazu entschlossen zu einem Open Air Auftritt von Nino de Angelo zu fahren. Dieser sollte in Pfaffenhofen im Rahmen der Gartenschau stattfinden.

Erste Überlegung „Wo ist Pfaffenhofen?“… Nunja es gibt in Bayern mehrere Orte die so heissen, aber nur in einem findet gerade eine Gartenschau statt, auf der entsprechenden Webseite fand ich dann auch Hinweise zu dem Auftritt, die Veranstaltung sollte von 14-17 Uhr gehen. Ein recht großes Zeitfenster, aber damit kann man ja schon mal die Anreise Planen.

Pfaffenhofen an der Ilm liegt etwa eine halbe Zugstunde nördlich von München. Aber meine Reiseplanung war zu kurzfristig, an ein Sparticket bei der deutschen Bahn war nicht mehr zu denken, und eine normale Fahrkarte hätte je nach Verbindung zwischen 80 und 120 Euro gekostet… viel zu viel!

Also suchte ich nach Alternativen. Flixbus bietet gleich mehere Verbindungen nach München an, und ab da könnte ich ja dann Nahverkehrzug fahren. Der Umstieg von Fernbus auf Zug ist in München kein Problem, denn der ZOB liegt sehr zentral. Aber Warum brauchen die Busse so extrem lang?! Achso, eine Verbindung hat 1 Stunde Aufenthalt in Freiburg (okay damit könnte ich leben), die nächste Umsteigen mit 3 Stunden Aufenhalt in Karlsruhe (ich hänge doch nicht freiwillig 3 Stunden dort nachts rum!!!) und eine weitere Verbindung hat einen Umstieg in Mannheim. Also nein! Wieso soll ich bis nach Mannheim hoch fahren um nach München zu kommen? In meinen Augen ist das totaler Umweg.

Letztendlich fiel die Wahl nun doch auf Zug, und zwar nur mit Nahverkehrszügen und dem „Schönes Wochenende-Ticket“. Grundsätzlich eine Schöne Idee dieses Ticket, doch auf vielen Strecken gibt es kaum Züge am Sonntag vormittag (ich wollte ja bis 14 dort sein!).

Ich fand eine Verbindung ab Basel über Ulm und München, wo ich nicht zu oft umsteigen muss und auch nie zu lange Wartezeiten bis zur Weiterfahrt hatte. Aber das Problem war wie kommt man sonntags morgens von Lörrach nach Basel?

Gar nicht! Sonntags morgens vor 7 fährt kein Bus und kein Zug… nix. Gott sei Dank fand ich einen guten Freund der mich so früh zum Bahnhof nach Basel fährt.

Ich fuhr also Sonntag morgens kurz nach 6 Uhr in Basel los, der Zug bis Ulm war ein „Triebwagen-Zug“, alt, laut, rüttelnd und was ich unmöglich fand (der Zug startete in Basel) total dreckig. Alle Müllbehälter zum überquellen voll, klebrige Tische und was das Schlimmste war… eine total versiffte, verschissene Toilette! Ja dieser unmögliche Gurkenzug hatten wirklich nur eine einzige Toilette, in der es weder Klopapier noch Papierhandtücher gab. Und in diesem Zug musste ich 4 Stunden verweilen.

Da ich solche Situationen kenne, hatte ich vorsorglich, Desinfektionsmittel, Feuchttücher und ne ganze Menge Papiertaschentücher dabei.

Der Umstieg in Ulm klappte einwandfrei und der andere Zug war das krasse Gegenteil dazu! Neu, leise, sehr gut klimatisiert und vorallem sauber!

Am Münchner Hauptbahnhof musste ich das letzte Mal umsteigen und ich nutzte die Wartezeit an einer Kaffeebar, weil mein Handyakku schon nur noch 50% hatte, und ich wollte ja am Nachmittag sehr viel mit dem Handy fotografieren. Das wäre nicht nötig gewesen, denn der Nahverkehrszug von München nach Nürnberg ist nicht nur noch neuer und schöner sondern verfügt über WLan und Steckdosen !!!! Luxus pur! Ich fand es fast schade das ich ausgerechnet in diesem Zug die kürzeste Zeit war.

In Pfaffenhofen an der Ilm angekommen realisierte ich erst mal wie extrem warm es mittlerer Weile war (30 Grad). Nach 7 Stunden klimatisierte Züge ist das etwas krass. Ich war dankbar um die unübersehbaren Hinweisschilder zum Gartenschau-Shuttlebus die auch noch mit dem Wort „gratis“ geziert waren. Ich musste nur etwa 5 Minuten warten und mich dann in den Bus setzten. Zu mehr wäre ich in dem Moment nicht fähig gewesen…Hitze, Sonne, Desorientierung.

Der Bus fuhr bis vor den Haupteingang der Gartenschau. Die Busfahrerin war sehr aufmerksam und fragte mich, ob ich sicher sei, dass ich hier aussteigen wolle… „mit dem Koffer?“ Ja ich musste hier mit Koffer aussteigen, denn ich hatte gar keine Zeit mehr um diesen irgendwo unterzubringen, in 5 Minuten sollte es los gehen.

Am Eingang der Gartenschau bezahlte ich den Eintritt von 13 Euro und erkundigte mich sofort wie ich auf dem kürzesten Weg zu der Bühne komme „immer gerade aus bis ganz nach hinten“. Eigentlich waren meine Beine froh, nach 7 Stunden sitzen endlich etwas zu laufen, aber die gesamte Gartenschau hat Wege mit Kies, so locker und tief, das ich meinen Rollenkoffer nicht ziehen konnte, sondern tragen musste… einmal quer durch die Gartenschau.

Völlig ausser Atem und verschwitzt kam ich bei der Bühne an und war schockiert… Leere Reihen, kaum Leute. Ich platzierte mich mit meinem Koffer in der ersten Reihe und realisierte erst nach einigen Minuten, dass doch Leute da wahren, aber diese sich alle an den paar wenigen schattigen Plätzen drängten. Am Rande des Geländes im Schatten der Bäume auch viele Zuschauer, aber keiner wollte in die vorderen Reihen, wo die Sonne hin brannte. Auch ich floh zeitweise in den Schatten…

Die „Show“ begann um 14 Uhr. Der Moderator der zuerst selbst paar Lieder sang versuchte die Stimmung anzuregen, doch den meisten Leuten war es wohl zu heiss zum Klatschen. Er rief zu einem Spiel auf, bei dem er zwei Freiwillige auf der Bühne brauchte. Natürlich meldete sich niemand. (Wer nicht klatschen mag, mag auch nicht spielen) ich meldete mich, und Schwups stand ich auf der Bühne und durfte ins Mikrofon sagen „ich bin Uschi aus Lörrach“ wenigstens für meinen weiten Weg klatschten ein paar Leute.

Bei dem Spiel mussten wir alte Schlager erraten und dann auch noch richtig ansingen (zum Glück hab ich bissel Karaoke Erfahrung) und letztlich gewann ich den 1. Preis, weil ich wusste das es „eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, na na na na naah“ heisst und nicht “ lalalaaa“… also Dab-Radio abgesaht.

Gegen 16 Uhr kam Nino dann endlich, und ich hab den Eindruck, dass nicht wenige Zuschauer wussten ,dass es so laufen würde denn erst jetzt kamen mehr Menschen.

Nino’s Auftritt war Klasse: HIER findet ihr Bericht und Fotos.

Nach der Veranstaltung war ich fix und fertig. Ich ging mit meinem Koffer den gleichen Weg zurück zum Eingang und bestellte mir dort ein Taxi. Ich habe also von der Gartenschau exakt nix gesehen.

Mein Hotel befand sich im Nachbar Ortsteil, welches Siebenecken hieß, eine kleine Ansammlung von Bauernhäusern hinter sanften Hügeln mit Hopfenfeldern.

Am Montagmorgen war ich früh wach, obwohl ich mir keinen Wecker gestellt hatte. Und so kam ich auf die Idee, ich könnte die 4,5 km bis zum Bahnhof laufen, ich hätte ja genügend Zeit. Doch diese Idee verwarf ich nach dem Frühstück wieder und gönnte mir paar Stunden ruhen im Zimmer bevor ich dann gegen 10 uhr ein Taxi nahm.

Mit dem Nahverkehrszug ging es nach München, wo ich mir ganz kurz den Karstadt am Bahnhof ansah, um dann mit der S-bahn zum ZOB zu fahren.

Einen sooo großen Busbahnhof Hab ich noch nie gesehen, mit Restaurants und vielen Läden. Selbst Apotheke und Lidl gab es dort und Büros von Flixbus und andere Bus Firmen die ich zum Teil noch nie gehört habe.

Zwischen Bussen nach Frankfurt, Berlin, Dresden, … und Prag fand ich auch meinen nach Lörrach, das auf dem gleichen Schild auch St.Gallen stand hat mich nicht weiter irritiert.

Der Bus war nicht voll, ich hatte meine eigene Sitzreihe, aber es war recht laut, weil man sich in mindestens 5 verschiedenen Sprachen unterhielt.

Wegen der Sonne zog ich den Vorhang zu, schnappte Kopfhörer und Häkelzeug und beachtete den Verkehr nicht weiter.

Nach einer Weile spürte ich, dass wir die Autobahn verlassen hatten. Ich zug den Vorhang zur Seite und sah Berge! Hohe Berge…. also so 2000er… Alpen halt!

Ich war irritiert, denn ich war ja der Meinung wir müssten Irgendwo Richtung Ulm oder so sein… ich rechnete eher mit der Schwäbischen Alb oder Allgäu als mit den ganz hohen Alpen.

Ich startete auf meinem Handy Googlemaps und ließ mir den Standort anzeigen…. die Karte lädt…. Hä?!

Wir befanden uns in Österreich! Der Bus war von München aus Richtung Süden gefahren und nicht westlich wie ich erwartet hatte. Wir fuhren auf der östlichen Seite um den Bodensee herum nach St.Gallen und dann über Winterthur und Basel nach Lörrach!

Diese Reise fürte wirklich nach Siebenecken und um sieben Ecken wieder zurück.

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Guten Morgen!

Heute fahre ich etwa 7 Stunden mit dem Zug, nachdem ich gestern zwei mal über 3 Stunden in einem Bus unterwegs war ist das nicht gerade die tollste Aussicht. Diese Nacht habe ich wenig und schlecht geschlafen, mehrfach war ich wach weil ich geträumt habe ich hätte verschlafen oder den Zug verpasst. Ich habe keine Erklärung dafür, derartige Träume hatte ich schon Jahre nicht mehr. Also wirklich gut drauf  war ich nicht als ich vorhin gegen 6 Uhr meinen Koffer gepackt habe. Es fiel mir schwer wirklich los zu gehen obwohl ich mich doch schon Monate auf dieses Konzert heute Abend freue. Irgendwie beschlich mich die Frage „Warum tust Du Dir das an?“, ich bin müde und unausgeruht, es ist kalt und düster und dann so weit alleine fahren…

Doch ich habe mich pünktlich aufgeraft und war zeitig genug am Bahnsteig um noch Reiseplan am Fahrkartenautomat auszudrucken und… 

… ein wenig ohne Zeitdruck an den Himmel zu gucken! Ich erblickte ein wunderschönes Morgenrot das sich in den paar Minuten die ich dort warten musste immer weiter über den Himmel ergoss und alle Wolken rosa erscheinen lies… Atemberaubend schön!

Völlig unerwartet wurde ich Zeuge eines beeindruckenden Sonnenaufgangs den ich aus der Sbahn gleich in unterschiedlichen Winkeln bewundern konnte. Jetzt weis ich wieder warum ich unterwegs bin! Um die Schönheit dieser Welt wahrzunehmen.

Schon auf den ersten Metern meiner Reise hat mir Gott gezeigt wie schön es sein kann auf dem Weg zu sein. Und mit diesem faszinierenden Lichtspiel hat er mich genau im richtigen Moment klar gemacht das ich niemals alleine bin und er immer für mich da ist egal wo ich bin und mich ermutigt wenn ich das gerade brauche.

Das Foto oben wird dem Erlebnis in keiner Weise gerecht, doch da ich festgestellt habe das hier Beiträge ohne Bild kaum gelesen werden füge ich lieber ein schlechtes Bild als gar keines ein.