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Reparieren von 12 bis 12 (noch ne Nähmaschine)

2023 mache ich wieder an einer Linkparty mit. Jeweils am 12. veröffentliche ich einen Blogpost zu dem Thema Reparieren.

Logo der Linkparty „Reparieren von 12 bis 12“

Auf diese Idee hat mich wieder mal Valomeas Flickenkiste gebracht, eigentlich ein Blog auf dem es um Nähen und Patchwork geht. Bei Valomea habe ich im vergangenen Jahr bei Weniger ist mehr- 1000 Teile raus mitgemacht und damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

1000 Teile raus läuft auch 2023 weiter doch ich möchte dieses Jahr nicht mitmachen. Zwar hätte ich genug Zeug um wieder von vorne zu beginnen, aber ich möchte meine Blogbesucher nicht langweilen.

Eine neue regelmäßige Linkparty

Die Teilnahme bei „1000 Teile raus“ hat mir im vergangenen Jahr sehr viel Spaß gemacht und vor allem hat sie mich motiviert regelmäßig zu bloggen. Das hat mir geholfen etwas mehr Routine zu entwickeln und meinem Blog hat die Regelmäßigkeit viele neue Leser gebracht. Deshalb habe ich mir für das neue Jahr eine neue Linkparty ausgesucht. Diesmal nehme ich nicht wöchentlich daran teil, sondern einmal im Monat.

Reparieren ist ein interessantes Thema

Das Thema Reparieren ist ein interessantes Thema gerade wenn man sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt. Ich habe die Erfahrung gemacht das ganz viele Menschen gar nicht mehr reparieren können. Deshalb halte ich es für sinnvoll über sowas zu schreiben.

Wobei ich hier das Reparieren nicht allein auf Textilien beziehen möchte. Ich bin von Kind auf gewohnt das man wenn etwas kaputt ist erst mal probiert das Problem selber zu beheben. So habe ich zum Beispiel mit 11 oder 12 Jahren mal meinen Kassettenrekorder auseinander genommen weil er nicht ging und ich hatte den Fehler tatsächlich gefunden und mit Hilfe einer Büroklammer repariert.

Für mich war es immer schon normal erst mal zu probieren ob man etwas wieder hin kriegt bevor man es weg wirft. Und ich bin mir ziemlich sicher das ich auch in 2023 zwölf Gegenstände finde die ich irgendwie retten kann.

Reparieren zum 12. Januar

Die Tage hatte mich eine Freundin gebeten nach ihrer Nähmaschine zu sehen, die nicht mehr richtig näht. Es handelte sich um ein älteres Modell, die Freundin meinte sie sei über 30 Jahre alt… aber ich würde sie schon eher in die 80er Jahre einordnen.

Ein Gerät aus der Schweiz von einer Marke die ich noch nie zuvor gelesen habe. Sie verfügt noch über ein Metall Gehäuse und 4 Drehschaltern auf der Vorderseite. Also war sie schon ein etwas umfangreicheres Modell. Sie verfügt über eine Reihe Zierstiche die über eine Kombination der Drehschalter angewählt werden. Oben am Gehäuse sind die Zierstiche aufgemalt und zeigt ein kleines grünes Lichtlein welcher Stich gewählt ist. Laut Bedienungsanleitung handelt es sich hierbei um ein LED Licht (gab es das damals schon?)

Die Freundin meinte sie habe die Maschine schon vor ihren Kindern gehabt, Ihre älteste Tochter macht jetzt eine Ausbildung… Und die Nähmaschine sei kürzlich erst in Revision gewesen, würde nun so kurz danach schon wieder nicht gehen…

Als ich fertig war habe ich beim Zusammenräumen den Beleg der letzten Reparatur gefunden, die Quittung wurde 2002 ausgestellt!! Hallo? Kürzlich ist über 20 Jahre her!

Dieses Bild ist ja noch recht unspektakulär, das war am Anfang…

Meine Freundin fand das cool und hat ein paar Bilder gemacht, doch schon bald legte sie das Handy weg, denn sie brauchte beide Hände um mir zu helfen die Maschine auseinander zu nehmen. Das schwere Metallgehäuse war etwas anders verschraubt als ich es von anderen Modellen kannte. Da muss man zu zweit sein um sie zu öffnen.

Zuvor wusste sie noch nicht mal wie man die Stichplatte ab nimmt… ich kannte das bisher nur mit schrauben von oben. Aber dieses Modell hat keine Schrauben dort… ich musste in der fast noch jungfräulichen Bedienungsanleitung nachsehen. Die Stichplatte entfernt man durch Druck von unten, sie ist nur mit ein paar Federn gesichert. Meine Freundin hatte die Stichplatte noch nie selber entfernt und war sichtlich überrascht wie viel Staub und Flusen man darunter findet.

An die tiefer liegende Technik, die eigentlich hin und wieder etwas Öl braucht kommt man durch öffnen einer Klappe auf der Rückseite. Hier hat es Schrauben… Dem Original Zubehör der Maschine das teilweise noch in Plastiktüten ist lag eine kleine Flasche Nähmaschinenöl bei… diese Flasche war noch ungeöffnet!

Wir nahmen die hintere Klappe ab und entstaubten erst mal alles. Dabei waren Ohrenstäbchen und eine alte Zahnbürste ganz hilfreich.

Nähmaschine ölen?

Ich weis es kann gefährlich sein aber ich lies die Maschine im offenen Zustand laufen um zu sehen welche Teile sich wie bewegen und zu horchen wo welches Geräusch entsteht. Sicher ist meine Vorgehensweise nach Gehör nicht üblich und normal, aber mir hilft das logisch vor zu gehen. An der Welle die, die Drehbewegung in eine Hebelbewegung wandelt meinte ich ein „unrundes Geräusch“ war zu nehmen. Also ölte ich diese stelle. Was dazu führte das erst mal schwarzes Öl hervor quoll, dieses tupfte ich mit einem Küchenkrepp weg, lies das Gerät wieder kurz laufen und dann ölte ich nochmal.

Und siehe da das Geräusch wurde leider und hörte sich gesunder an. Die Freundin fragte „woher weist Du sowas?“…. keine Ahnung… bei meiner Maschine war das ähnlich. Sieht zwar alles etwas anders aus, aber im Grunde sind es die gleichen Bauteile die sich bewegen.

Erst jetzt fiel mir ein das ich als kleines Kind meiner Mutter und meiner Oma (verschiedene Maschinen) beim Nähmaschineölen zugesehen hatte und das immer sehr spannend fand.

Wir schlossen das untere Gehäuse und stellten fest das sie jetzt wieder viel normaler Klingt. Weil ich im oberen Bereich auch viel Staub und Schmutz vermutet hatte, habe ich dort auch mal geöffnet. Dabei blendete uns die Lampe etwas… doch ich stellte fest das diese Maschine hier viel weniger verstaubt war als mein Gerät zuhause das ich im Herbst auseinander genommen hatte. Siehe Ich habe meine Nähmaschine repariert.

Das liegt wohl daran das diese Maschine die letzten 20 Jahre nicht sehr intensiv genutzt wurde. Kurz bevor wir das Gehäuse zumachen wollten meinte die Freundin „warte die Glühbirne ist auch dreckig“ also schaltete ich das Licht aus (ihre Maschine hat Licht und Motor separat zu schalten) sie machte sauber und wir schraubten alles zu… und?

Das Licht geht nicht mehr! Wir öffneten nochmal und entdeckten das die Glühbirne defekt ist… Die haben wir wohl „kaputt geputzt“. Aber das ist kein Beinbruch, diese gibt es im Einzelhandel für wenig Geld. Und meine Freundin hat ja jetzt gesehen wie man sie austauscht.

Nähmaschine ausprobieren

Danach haben wir sehr lange ausprobiert und rum gefummelt. Unter anderem war die Nadel verkehrt herum eingesetzt. Einer der probierten Fäden war porös. 30 Jahre alter Baumwollfaden ist nicht mehr so stabil.

Wir hatten etwas Mühe mit der Fadenspannung, diese wieder korrekt einzustellen aber nun näht sie wieder. Aber offensichtlich funktionieren ein Teil der Zierstiche nicht mehr korrekt. Aber meine Freundin räumte ein das sie diese noch nie benutzt hat. Es kann also sein das die noch nie oder schon ewig nicht richtig funktionierten.

Meine Freundin ist glücklich das die Maschine wieder geht. Und ich fand den Ausflug in das Innenleben eines anderen Modells ganz spannen.

Ich glaube ich kann langsam nachvollziehen wenn Männer über alte Autos schwärmen, das man an ihnen noch „schrauben kann“… so geht es mir mit älteren Nähmaschinen. Ich finde das faszinierend und spannend ob ich sie wieder zum laufen kriege. Wenn Du also so ein „altes Schätzchen“ mit nem Problem hast, darfst Du mir diese gerne mal anvertrauen.

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Ich habe meine Nähmaschine repariert!

Vor Kurzem hatte ich schon mal Probleme mit meiner Nähmaschine und das Problem mit Hilfe eines Freundes selber behoben.

Doch das war eigentlich eine Kleinigkeit. Die Maschine ging noch, nur riss ständig der Faden. Das ist zwar auch sehr ärgerlich gewesen und machte effektives Nähen fast unmöglich aber die Mechanik der Maschine ging einwandfrei.

Maschine Kaputt???

Heute hatte ich meinen freien Tag und mir vorgenommen einen ruhigen Tag zu hause zu machen, denn der Rest der Woche wird sehr aktiv. Am Vormittag habe ich mich an die Nähmaschine gesetzt und zwei Patchwork Täschchen genäht. Dabei hatte ich ein neues „Trägermaterial“ ausprobiert. Das Material habe zwischen dem Patchwork und dem Innenfutter verwendet um der Tasche Stabilität zu geben. Ich war erst unsicher ob sich das Zeug überhaupt gut nähen lässt, denn es ist eigentlich nicht dafür gemacht. Ich habe wieder mal etwas geupcycelt und zweckentfremdet. Was das genau war schreibe ich ein anderes mal.

Es lies sich einwandfrei verarbeiten. Die Nadel ging einwandfrei durch und die Nähte sahen gut aus. Das meine Maschine etwas lauter ist wenn ich ein neues Material vernähe hat mich nicht irritiert.

kleines Reissverschluss Täschchen

Solche Täschchen habe ich schon viele für den Weihnachtsbasar vorbereitet und auch dieses ist für diesen Zweck gedacht. Alles lief normal.

Weil ich gerade den schwarzen Faden drin hatte bin ich danach nahtlos zu den Handstulpen übergegangen, von denen ein paar schon zugeschnitten bereit lag.

Ich entschloss mich sogar mit der gleichen Nadel weiter zu machen obwohl es eine ganz normale Universal Nadel ist und ich nun Jersey nähen wollte. Aber alles ging super…

Bis zu dem Moment als ich die Naht verriegeln wolle, also vor und zurück nähen wollte. Beim Rückwärts nähen blockierte die Maschine, machte ein stöhnendes Geräusch und piepte. Das Display zeigte einen Fehler… den ich laut Anleitung für „Oberfaden Blockiert“ interpretierte. Weiter ging es erst nach Abschalten und Anschalten… wieder nur solange bis ich Rückwärts nähen wollte.

Ich nahm den Faden raus, doch da war nix verknuppelt, auch die Unterfadenspule war in Ordnung. Ich probierte es ohne Faden! Sobald ich die Rückwärts Taste betätige blockiert alles.

Weil ich den Fehler beim Transport vermutete nahm ich die Stichplatte ab und machte dort erst mal Staub und Flusen weg. Nun fiel mir auf das ein knallendes Geräusch immer dann auftritt wenn der Transport transportieren will. Und genau in dem Augenblick blockiert alles wenn man Rückwärts will. Kurzfristig ging Rückwärts aber dann nicht mehr Vorwärts!

Ich war verzweifelt!

Maschine aufschrauben

Weil ich weiter unten noch mehr Schmutz vermutete der vielleicht diese Blockade auslöste öffnete ich das untere Gehäuse der Maschine. Ich muss dazu sagen, sowas hab ich nur als Kind mal bei meiner Mutter gesehen und niemals selber gemacht. Und ihre Maschine stammte aus den 60ern. Ich hatte keine Ahnung von dem was ich da tat. Aber langsam war mir klar. Die Maschine geht nicht mehr, viel kaputt machen kann ich jetzt nicht mehr.

Da drinnen war sehr viel Dreck. Den ich mit einer Zahnbürste und einer Pinzette entfernte. Auch ölige stellen. Und harzige Fettklumpen.

Weil ich nicht mehr weiter wusste habe ich im Internet nach irgendeiner Anleitung zum reinigen der Maschine gesucht, aber kaum was gefunden. Überall steht das man die Maschine in Revision geben soll…

Was wird bei einer Revision gemacht?

Eine Firma die dies anbietet hatte einen interessanten Artikel was so eine Revision beinhaltet (wenn ich ihn wieder finde verlinke ich ihn später hier)

Ich beschloss das probier ich jetzt einfach selber, sauber machen, kontrollieren, defekte Teile suchen und ölen…

Um heraus zu finden was nicht geht habe ich die Maschine in diesem offenen Zustand angeschlossen und laufen lassen… ich weiß das kann gefährlich sein, aber ich wollte sehen und hören ob und wo etwas blockiert. Tatsächlich fand ich die Stelle die am lautesten war und die blockierte wenn ich die Nährichtung wechselte.

Und hier in der Nähe waren auch die verharzten Ölreste gewesen… und es klang für mich wie „Metall auf Metall“ und ich hatte bei meiner Recherche gelesen das dies vermieden werden sollte, da sich die Teile sonst verschleißen können. Hmm entweder war es schon so weit oder es fehlte ÖL!

Kaputt machen kann ich es nicht mehr

Ich dachte mir noch mehr kaputt machen kann ich eigentlich nicht, denn so wie die Maschine jetzt ist, ist sie fast Schrottreif! Also versuchte ich die lauten Stellen zu ölen, das war gar nicht so leicht und es ging einiges daneben. aber irgendwann waren endlich paar Tropfen Öl dort wo ich sie haben wollte. Und ?

DIE MASCHINE WAR VIEL LEISER

Ich drehte die Maschine in alle Richtungen, damit sich das Öl richtig verteilt und lies sie dabei laufen. Sicher, das war auch gefährlich, ist aber gut gegangen.

Schließlich habe ich sie wieder zu gemacht. Und eindringlich getestet.

Maschine funktioniert wieder einwandfrei!

Nach dieser Aktion habe ich 3 Paar dieser Handstulpen genäht, alles geht einwandfrei und viel leiser als zuvor!

Handstulpen aus Jersey

Diese Handstulpen sind aus Jersey und nach dieser Anleitung gemacht.

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