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Lockdown-Tagebuch

Tag 56 ( Mittwoch 10.2.)

Zum Sechsundfünfzigsten Mal sage ich Herzlich Willkommen in meinem Lockdown-Tagebuch. Hier berichte ich jeden Tag war ich während des Lockdowns mache.

Heute haben wir wiedermal auf eine Entscheidung gewartet. Die Regierung hat nun etwas beschlossen, aber eine wirkliche Entscheidung ist das meiner Meinung nach nicht. Lockdown verlängert, aber ob die Läden wieder auf gemacht werden soll an den Inzidenzwert gekoppelt werden… was soll denn das? Da wissen die Kunden ja noch weniger ab wann es was wieder zu kaufen gibt. Der Inzidenzwert schwankt ständig und ist von Faktoren wie Feiertage oder zu langsam meldende Stellen abhängig.

Lockdown verlängert bis ???

Fazit: ich habe bis mindestens 1. März Zwangsurlaub und vermutlich auch noch länger.

Ich möchte jetzt nicht gemein klingen, aber nur weil in Pflegeheimen ein paar 80 und 90 Jährige sterben muss ich um meinen Arbeitsplatz bangen. Denkt bei dieser Thema auch mal jemand darüber nach warum diese Menschen in Pflegeheimen leben? Weil sie auch ohne Corona, gebrechlich und krank sind. Wäre es nicht besser dafür zu sorgen das die Menschen so gesund sind das sie nicht in Heime müssen?

Stattedessen werden Millionen Arbeitnehmer in das Zwangsnixtun geschickt und ich frage mich wieviele davon auf die Dauer gesundheitliche Probleme bekommen. Ich würde mich als relativ fit bezeichnen, doch ich hatte bereits nach dem ersten Lockdown Rücken und Nackenprobleme, ausgelöst durch die nicht mehr gewohnte Belastung. Sicher werden solche Beschwerden nicht weniger je länger der Lockdown dauert.

Sorry das ich mal abgekotzt habe… Themawechel!

Heute war ein schöner Tag!

Heute hat es bei uns in Lörrach den ganzen Tag geschneit. Aufgewacht bin ich von den Geräuschen von den Arbeitern der Stadt, die vor meiner Haustüre den Schnee geräumt haben. In diesem Punkt finde ich es absolut toll direkt an einer Bushaltestelle zu wohnen. Ich brauche mir um Räumdienst keine Sorgen zu machen.

Am Vormittag habe ich genäht und Fotos gemacht für die neue Nähanleitung die ich heute endlich fertig gestellt habe. Du findest sie unter „Schnittmuster Herz selber machen“.

Als Aussenstehender kannst Du Dir das vielleicht nicht vorstellen, aber ich habe 4 verschiedene Herzen mindestens 20 mal fotografiert bis ich mit dem Ergebnis wirklich zufrieden war. Und wenn ich ehrlich bin muss ich zugeben das mir bestimmt noch 5 Kleinigkeiten aufgefallen sind die ich am liebsten verbessern würde… aber dann würde ich ja nie fertig werden!

Botengänge für zwei Bekannte

Mittags hatte ich mit einer Bekannten abgemacht, ich sollte für sie im Laden eine Bestellung abholen und dafür vorher das Geld bei ihr abholen… also auf den Hühnerberg laufen. Dort gabs netter Weise erst mal nen Kaffee. Dann bin ich (trotz Schneegestöber und Glätte) in die Innenstadt und habe das Teil abgeholt. Kein Problem es war nicht schwer, und ich habe im gleichen Laden auch noch was für mich abgeholt… dann bin ich mit dieser 170cm langen Ware wieder auf den Hühnerberg gestiefelt… wie gesagt, nicht schwer… aber abstellen und Arm wechseln ging im Schnee nicht, ich wollte ja den Karton nicht nass machen. Nein ich will auf keinen Fall jammern, es war mein Vorschlag das Teil zu holen und es machte mir nix aus.

Von dort bin ich erst mal nach hause um die Sachen für mich abzustellen. Dabei war auch etwas das ich als Überraschung meiner Mutter schicken möchte.

Also rein in die Wohnung Jacke und Schneematschschuhe kurz aus. Päckchen packen, Frankierung über DHL online ausdrucken, drauf kleben und dann wieder los zur Post.

Trinkwasser verunreinigt

Danach schnell zu Penny etwas Mineralwasser kaufen. Normal kaufe ich kein Wasser in Flaschen, weil ich vorallem Leitungswasser trinke. Doch heute kam eine Warnung das unser Leitungswasser durch einen technischen defekt verunreinigt ist und das man es nur abgekocht trinken soll. Wasser abkochen ist jetzt nicht so ganz das Problem aber ich dachte mir lieber etwas Mineralwasser im Haus haben… wer weis wie lange das dauert und ob das stille Wasser dann bald nicht mehr erhältlich ist.

Schnee im Rosenfelspark

Später dann nochmal los zu einer Bekannten in Lörrach Stetten, sie hat sich handgestrickte Socken von mir gewünscht und ich habe ihr heute 3 Paar mitgebracht damit sie sich eines aussuchen kann. Sie hat sich eines ausgesucht, und ein weiteres Paar bei mit in Auftrag gegeben…

Das laufen macht mir bei diesem Wetter wenig aus, im Gegenteil mir gefällt Schnee… was ich hasse ist allerdings der Salzhaltige Schneematsch an den Strassenrändern. Dieser macht meine Schuhe undicht, das ist ekelig. Also suche ich mir immer wege wo ich möglichst wenig durch Matsch laufen muss.

Bei der Bekannten in Stetten hab ich mich solange verquatscht das es schon fast dunkel wurde.

Die Temperaturen waren bereits gesunken und die matschigen Stellen sind schon wieder gefrohren. Nicht schön für Autofahrer die nicht die richtigen Reifen drauf haben. Aber zu Fuss ganz okay finde ich.

Da ich meine Schritte noch nicht ganz zusammen hatte, bin ich ein paar Umwege geganen und im Rosenfelspark ein paar Runden gedreht… schliesslich war es ganz dunkel bis ich zuhause war und:

Ich habe mein Schrittziel erreicht!

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog ich hoffe Du kommst morgen wieder in mein Lockdown-Tagebuch.

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Allgemein Lockdown-Tagebuch

Tag 29 (14.1.2021)

Herzlich willkommen zu meinem Neunundzwanzigsten Eintrag im Lockdown-Tagebuch. Hier berichte ich täglich was ich in meiner „Zwangsfreizeit“ während des harten Lockdowns so alles mache.

Das neue Jahr ist heute schon 14 Tage alt. Die Tage und Wochen fliegen da hin und ich hab das Gefühl ich krieg das gar nicht richtig mit. Diese Woche scheine ich es wenigstens mit den Wochentagen besser auf die Reihe zu bringen als letzte Woche. Da war ich irgendwie orientierungslos. Aber den neuen Kalender habe ich noch immer nicht gebraucht.

Die paar wenigen Termine die ich habe kann ich mir so merken. Außer einem Arzt-Termin und paar Verabredungen zum Spazieren gehen gibt’s ja auch nichts.

Heute haben wir Schnee

Heute hat es in Lörrach den ganzen Tag geschneit 14.1.2021

Als ich heute morgen aufgestanden bin um 7 Uhr hat es noch geregnet doch der Regen ging dann schnell in Schneefall über und es wollte den ganzen Tag über nicht aufhören.

Am Morgen hab ich beinahe 2 Stunden lang nur auf der Couch gesessen und mit dem Handy bei Facebook und Co mir die Zeit vertrieben. Dafür habe ich aber so wie es die Ärztin empfohlen hat schon die Stützstrümpfe angezogen. Schlafanzug und schwarze Stütz-Kniestrümpfe sieht schon witzig aus, aber das ist ja egal. Alleine zuhause auf der Couch sieht mich ja keiner. Wenigsten kriege ich so keine kalten Füße.

Als ich den Schnee sah hab ich mich schon gefragt wie ich bei solchem Wetter auf 10 000 Schritte kommen soll. Den Weg von gestern nochmal zu gehen, die Idee habe ich mir schnell anders überlegt, wegen der Brücke. Aber ich bin echt happy das ich das gestern gemacht habe, da habe ich das Wetter echt sinnvoll genutzt. Heute sah es nicht so gut aus. Ich beschloss erst mal bis mittags zu warten vielleicht hört es ja auf zu schneien und ich kann dann durch weiße Winterlandschaft laufen.

Also verkroch ich mich in meine Küche die in ein Nähzimmer mutiert ist und beschäftigte mich mit der Nähmaschine.

Der Versuch ein Kuscheltier zu nähen, den ich gestern begonnen hatte, der hat mich heute gar nicht gereizt. Irgendwie ist Tierchen nähen wohl nicht so ganz meins. Das Vieh das ein Bär werden soll, sieht im Moment noch aus wie ein Monster. Da ich noch nicht ganz sicher bin ob ich das Ding weiter mache, möchte ich Euch das hier nicht zeigen.

Heute wollte ich was neues probieren! In einer Facebook Gruppe war ich auf einen Beitrag aufmerksam geworden wo jemand eine Tasche und eine Utensilo auch kleinen Stoffresten genäht hat. Die Person beschrieb sie habe einfach nur angefangen die Stücke aneinander zu nähen und die Idee was es wird sei erst währenddessen entstanden.

Ich gebe zu so nähe ich normal nicht. Im Grunde ist doch beim Nähen die Vorbereitung und die Planung das schwierigere und wichtigere. Das ist auch ein Grund warum ich der Meinung bin jedes Kind sollte in der Schule wenigstens mal ein Projekt genäht haben. Um zu lernen wie wichtig planen ist.

Einfach kleine Stücke Stoff zusammen nähen…

Ich habe noch eine Schachtel mit Zuschnitt-Teile für Masken. Da ich aber von zwei Hilfsorganisationen die ich angefragt habe ob sie wirklich noch Masken brauchen können eine negative Antwort erhalten habe, werde ich diese nicht mehr nähen.

Aus diesem Stapel ab ich alles was farblich zusammenpasst raus gesucht und einfach mal los gelegt. Dabei habe ich die Stücke hin und wieder kleiner geschnitten und einfach anders mit anderen Stücken zusammen genäht. Ohne Plan, ohne Vorbild, ohne Vorstellung was es genau wird…

Es wurde ein „freies Patchwork“ oder wie man diese Technik wohl nennen könnte. Ich habe das nicht gegoogelt oder irgendwelche Videos angeguckt. Ich hab einfach nur probiert:

mein erstes „Patchwork“ einfach nur drauf los

Patchwork

Ich hatte mich für grau und gelb entschieden. Inspiriert von dem Stoff mit den gelben Rosen, den ich so schön finde, aber keine Idee mehr hatte was, außer Masken daraus machen. Alle anderen Stoffe waren wirklich kleine Maskenzuschnitte. Von dem Gelben Stoff habe ich noch ein großes Stück. So viel das man damit eine Einfassung und eine Rückseite machen kann.

mein erstes Patchwork Projekt

Auf dem zweiten Bild seht ihr mein Werk von heute Vormittag. An diesem Stück das etwa 45-50 mal 120cm groß ist bin ich etwa 3 Stunden dran gesessen. Wobei man bei dieser Technik nicht ständig an der Maschine sitzt. Nein jede einzelne Naht muss man hinterher um bügeln, sonst klappt das nicht.

Ich habe das Bügelbrett neben dem Küchentisch stehen und nach jedem Arbeitsschritt musste ich aufstehen und erst mal Bügeln. Also ständig Auf und Nieder. Besser für meine Beine als permanent sitzen. Deshalb habe ich mir auch die Zeit genommen und es einfach nur genossen so lange am Stück dran bleiben zu können…

Überraschung zum Mittagessen

Doch dann gegen 12 Uhr wurde ich von einer Freundin überrascht. Sie stand vor der Türe mit zwei Tiefkühlpizzas in der Hand und begrüßte mich mit „Mach den Backofen an!“.

Sie kam genau richtig. Denn ich hatte Hunger aber über die konzentrierte Nährei hatte ich mir noch gar keine Gedanken über das Mittagessen gemacht. Also gab’s Pizza!

Nach dem Essen quasselten wir noch länger bei einer Kanne Tee, aber irgendwann sagte ich ihr „ich muss raus, ich muss laufen“. Spontan wie sie ist beschloss sie mich ein Stück zu begleiten.

Da mittlerer Weile viel Schnee lag, habe ich extra die warmen Stiefel angezogen. Meine Idee war erst mal nach Lörrach Stetten zu laufen, wo ich etwas abgeben musste und von dort aus vielleicht wieder an der Wiese entlang zu meinem Bekannten… so war der Plan. Der aber nichht aufging. Die Stiefel erwiesen sich als schlechte Wahl, ich ging unsicherer als meine Freundin mit ihren beinahe High Heels. Die Sohle hatte auf Schneematsch null Griff und ich eierte unsicher vor mich hin. Außerdem wurden die Schuhe nach kurzer Zeit undicht und ich hatte nasse Füße, die wenigstens von den Stützstrümpfen einigermaßen warm gehalten wurden. Auf eine größere Runde hatte ich so keine Lust.

Wir liefen zurück zu mir und wärmten uns erst mal auf. Meine Strümpfe waren bis dahin beide bis zum Knöchel nass. Trotz allem hab ich noch ein paar Schneebilder gemacht:

Schnee sieht zwar schön aus, aber das hier killt meine Schuhe
Schnee in Lörrach 14.01.2021

Schrittziel nicht erreicht

Mein Schrittziel habe ich heute leider nicht erreicht. Leider konnte meine Handy nur 5600 Schritte zählen…

Hoffentlich ist morgen etwas besseres Wetter, oder ich schaue das ich irgendwo hin komme wo es eine trockene Schneedecke hat. Dieser Schneematsch ist ekelig. Ich will auf jeden Fall morgen mehr laufen!

Ein weiteres Ziel ist das ich mein Patchwork Projekt fertig kriege. Ich Möchte daraus gerne einen Tischläufer für meinen Couchtisch machen.

Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich wenn Du morgen wieder rein guckst in mein Lockdown Tagebuch.