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Allgemein Konzerte/ Fan-Erlebnisse

Roland Kaiser in Schopfheim

Am 12.Juli 2019 war ich überraschend beim Open Air mit Roland Kaiser. Das war nicht lange geplant. Lest hier wie es dazu kam das ich Roland Kaiser beim Sommersound Fesival in Schopfheim live erleben durfte.

Das Sommersound Festival wird von Badem-fm präsentiert, einem Radiosender den ich nur ganz selten in den Leihwägen von Stadtmobil höre. Da es zeitgleich stattfindet mit dem Stimmen-Festival in Lörrach habe ich noch nie mit dem Gedanken gespielt für ein Konzert nach Schopfheim zu fahren. Schopfheim ist tiefste Provinz, dachte ich.

Obwohl ich sehr gerne auf Konzerte gehe war ich trotzdem noch nie bei einem der großen Konzerte des Lörracher Stimmen-Festivals. Irgendwie waren nie Künstler dabei die es mir wert gewesen wären um die 80€ Eintritt zu zahlen. Schon gar nicht für einen Platz über den ich sonst täglich zur Arbeit laufe. Ausserdem wohne ich in Hörweite, nunja nicht ganz hier bei mir kommt nur noch Lärm an. Man kann nicht mal mehr erkennen wer oder was singt.

Vor einigen Jahren trat mal hier Lenny Krawitz auf und sein „I want to get away“ konnte ich auf meinem Balkon erkennen. Doch die darauf folgenden Jahre wurde die Bühne anders gestellt und an der Beschallung einiges verändert, seit dem kommt hier nur noch Bass und laut an.

Als Anwohner bekommt man eigentlich nur das negative Drumrum mit, die Absperrungen und Verkehrsänderungen, den Lärm der nach hause gehenden Konzertbesucher, den Dreck. Besonders nerfig sind die überall rumliegenden Alkoholflaschen nach so einem Event. Man könnte meinen an solchen Tagen sind die öffentlichen Papierkörbe plötzlich unsichtbar, jeder schmeist sein Zeug hin wo er gerade geht.

Unverhofft zum Kaiser

Wenige Tage vor dem Konzert mit Roland Kaiser in Schopfheim schickte mir eine Bekannte mit der ich schon paar Monate nicht gesprochen hatte ein Foto von zwei Eintrittskarten. „hast Du mich verwechselt?“ war meine erste Frage, denn ich hatte keine Idee was sie damit sagen wollen könnte.

Sie hatte die Karten schon seit Monaten, geplant war das sie mit ihrem Mann zu diesem Event geht. Doch ihr Mann hatte einen Termin den er nicht absagen konnte und alleine wollte sie nicht gehen. Sie hatte schon in ihrem Freundeskreis herumgefragt wohl mehrfach die Antwort „ich hab kein Bock auf Kaiser“ erhalten. Und so fragte sie mich ob ich Bock hätte. Bock und Zeit hatte ich (Freitag und Samstag frei) aber absolut kein Geld und 54€ sind diesen Monat einfach nicht mehr drin. Ihre Antwort war „die Getränke gehen auf Dich!“ und somit sagte ich zu.

Anreise zum Konzert

Da durch die zeitgleichen großen Konzerte Schopfheim und Lörrach beide Städte im Parkplatz-Notstand sind, war schnell klar das wir nicht mit dem PKW anreisen.

Meine Bekannte kam mit dem Zug zu mir und wir fuhren mit der S-Bahn nach Schopfheim. Sie hat ein normales Ticket am Automaten gelöst und 3,50€ bezahlt. Ich bin mit der Ticket2go App für 2,70€ gefahren. Die Fahrt dauerte etwa 20 Minuten, die Bahn war etwas voll, aber es war erträglich. Vom Bahnhof Schopfheim aus, mussten wir nur etwa 250m laufen und waren schon am Veranstaltungsort.

Das Konzert fand auf dem zentral gelegenen Marktplatz statt, der mit Gitterwänden abgesperrt war. Als wir an kamen begann wohl gerade der Soundcheck, sehen konnten wir nichts durch die Absperrung, aber zuhören. Wir kauften uns ein Getränk und ein Brötchen und setzten uns erst mal gemütlich auf eine Treppe in Sichtweite des Einlasses und guckten zu wie sich immer mehr Menschen dort anstellten. Erst als der Soundcheck fertig war stellten wir uns ins Gedränge. Sehr zum Unmut einiger andern Konzertbesucher wurden die Tore nach aussen hin geöffnet. Mich hat das nicht überrascht, denn das kenne ich so von Veranstaltungen dieser Größenordnung. Der Einlass und die Sicherheitskontrollen gingen zügig und reibungslos. Eine Dame von der Security wollte nur kurz in meine Tasche sehen. Das ist normal, Schirme und Glassflaschen waren wie immer verboten.

Das Konzert war ausverkauft, laut Zeitung waren 3500 Zuschauer da. Ich emfpand das eher als weniger, aber das liegt vielleicht an dem Platz, der einem gar nicht so gross vor kommt. Das Wetter war ideal, nicht zu warm und nicht zu kalt. Es waren zwar für den Abend kleinere Schauer angesagt, aber die kamen nicht. Und ich denke auch nicht das der Wetterbericht irgendwelche Kartenbesitzer zum wegbleiben veranlasst hat.

Roland Kaiser hat mich begeistert

Natürlich kannte ich Roland Kaiser von früher, also so 80er, ZDF-Hitparade-Zeiten. Meine erste selbst gekaufte Single war „Santa Maria“, wenn mich nicht alles täuscht war das 1982!

Aber in jüngerer Zeit habe ich mich nicht sehr mit seiner Musik befasst. Klar an „Warum hast Du nicht Nein gesagt“ ging nicht an mir vorbei. Aber die anderen aktuellen Titel kannte ich so gut wie nicht.

Dennoch konnte ich überraschend viele Titel mitsingen (nicht nur Joanna und Santa Maria!), so manchen hatte ich gar nicht mal mehr als Roland Kaiser-Song in Erinnerung. Aber schon krass wie man sich an Lieder und Texte erinnert die man schon fast Jahrzente lang nicht mehr gehört hat.

Roland Kaiser hat es geschafft mich zu begeistern, auch ohne viel Show und riesige Effekte. Im Gegenteil ich mag Pyro-Effekte und Konfetti-Regen gar nicht. Es gab noch nicht mal eine Videowand im Hintergrund (wie ich es seit paar Jahren von Thomas Anders gewohnt bin) aber ein abwechslungsreich agierendes Musikerensemble.

Ich finde es bewundernswert, das dieser Mann in diesem Alter und vorallem mit der Krankheitsgeschichte so ein 2,5 Stunden Programm durchhält. Und das von Anfang bis Ende in Anzug und Kravatte, noch nicht mal ein Knöpfchen hat er geöffnet.

Der Programmaufbau hat mir gefallen, ich nehme mal an das immer abwechelnd ein neuer und ein alter Titel kam. Ganz genau kann ich das nicht beurteilen, weil ich die Lieder vorher nicht kannte und nicht einordnen kann wie alt oder wie neu sie sind. Ich stand ziemlich weit forne, etwa 3 Reihe und dort empfand ich den Sound als sehr gut, ich könnte die Texte gut verstehen.

Roland Kaiser beim Sommersound Open Air auf dem Schopfheimer Marktplatz
Auf diesem Handy Schnappschuss seht ihr welche super Sicht ich hatte, perfekt

Schopfheim feiert Roland Kaiser

Die Stimmung auf dem Schopfheimer Marktplatz war sehr gut. Auch vor dem Konzert waren die Leute sehr entspannt und es gab kein Gedrängel oder Gequetsche. Wohl vorallem weil das Durchschnittsalter der Zuschauer etwas über 30 war, keine kreischenden Teenies. Aber es waren auch jüngere Zuschauer dabei. Direkt neben mir war eine Familie mit einem etwa 12-14 Jährigen Mädchen, die auch total hin und weg war.

Die meisten Konzertbesucher kamen wohl aus Schopfheim und Umgebung. Dennoch gab es Fans im „Kaisermania“-T-Shirt von weiter weg und hinter mir stand eine Dame aus Dresden, die wohl schon mehere Konzerte von Roland besucht hat.

Nach dem Konzert haben wir noch einen Sekt an der Bar getrunken. Aus richtigen Gläsern, was ich sehr angenehm fand. Das Glaspfand war 2€ angemessen und mir ist aufgefallen das der Platz nach dem Konzert nicht extrem vermüllt war. Es lagen keine Becher usw rum!

Mein Fazit:

Das Konzert hat mir sehr gut gefallen. Roland Kaiser ist live echt überzeugend und 54€ sind für das was geboten wird angebracht. Die Organisation und das drum rum des Sommersound fand ich gut! Für nächstes Jahr werde ich die Augen offen halten und mich frühzeitig informieren wer beim Sommersound auftritt.

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Ausflugsziele Sehenswürdigkeit

Vernissage in Schopfheim, Kunstausstellung DNArt in der Kulturfabrik

Vor ein paar Tagen war ich auf der Vernissage der DNArt in Schopfheim. Einer Kunstausstellung mit 4 Künstlern aus verschiedenen Richtungen. Initiiert und kuratiert wurde diese Ausstellung von dem Schopfheimer Künstler Oliver Fauser. Die weiteren Künstler waren Annette Mewes-Thoms aus Hamburg, Miki Buckland die gebürtig aus Tokio stammt und jetzt in Basel lebt und Tanja Bürgelin-Arslan die in Eimeldingen wohnt.

ich spiegele mich in einem Kunstobjekt von Tanja Bürgelin-Arslan

Die vier Künstler sind sehr verschieden, vorallem aber ist ihr Medium jeweils sehr verschieden. Während Annette Mewes-Thoms mit Filzstiften malt, fertigt Oliver Fauser seine Plastiken und dreidimensionalen Bilder aus selbst entwickeltem Material aus Styrodur und Spachtelmasse, bei Miki Buckland sind es Fotografien und Tanja Bürgelin-Arslan gestaltet ihre Plastiken vorallem aus Metall und Glass.

Alle vier Künstler waren anwesend und man konnte sich ungezwungen mit ihnen über ihre Werke unterhalten. Mich haben vorallem die Werke von Tanja Bürgelin-Arslan angesprochen und deshalb habe ich mich vorallem mit ihr unterhalten und dabei einiges interessantes von ihr erfahen.

Dieses Objekt fiel mir zuerst negativ auf, weil ich ihn zuerst nur von der Seite sah. Ein schwarzer matter Gegenstand voller Totenköpfe. Dann erkannte ich die Kreuzform und war leicht an Schmuckstücke wie sie gerne Anhänger der Grunge Szene tragen, erinnert. Doch dann zeigte mir die Künstlerin den richtigen Blickwinkel:

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Sie erklärte mir die Bedeutung dieser Plastik: Das Werk heist „Deafeater of Death“. Jesus Christus hat den Tod überwunden. Er hängt nicht mehr am Kreuz, weil er Auferstanden ist und er lebt. Deshalb hinterlässt er ein Loch. Die Totenköpfe sybolisieren den Tod, der besiegt ist und selbst am Kreuz hängt.

Eine Plastik von Tanja Bürgelin Arslan mit dem Namen Face-Book, die sich mit dem Thema gläserner Mensch beschäftig

Ein Weiteres Werk von Tanja Bürgelin-Arslan das mich sehr angesprochen hat. Die Plastik „Face-Book“ zeigt einen gläsernen Menschen… dabei geht es gar nicht allein um Social Media. Der Lange Draht, der dem Menschen durch das Herz geht stellt den Blick Gottes dar. Gott sieht unser Herz und was darinnen  ist und schreibt dies im Buch des Lebens auf. Das Leuchtende Buch  auf der anderen Seite ist weit mehr als nur das was wir auf unserem Facebook Account von uns preisgeben…

Über Bürgelin-Arslans Werke wäre noch viel mehr zu schreiben, aber ich fürchte da würde dieser Blogpost zu lang und umfangreich und deshalb splitte ich es auf mehre Beiträge.

Wer hier in der Umgebung wohnt könte ein paar Werke von Tanja Bürgelin-Arslan schon gesehen haben. Denn sie hat schon zahltreiche größere Werke gestaltet, die man zum Teil nicht übersehen kann. Alleine in 14 Bankfilialen in der Umgebung hat sie die Glasswände, die wenn nur der SB Bereich geöffnet ist, zu sehen sind, Gestaltet. Bei diesen Wänden ist das Material und die Funktion vorgegeben und Bürgelin-Arslan hat jedoch für jeden dieser Räume eine individuelle Gestaltung geschaffen.

Ihr Aufflälligstes Objekt  ist jedoch keine Bank. Tanja Bürgelin-Arslan hat den markanten Kleisverkehr am Ortseingang von Eimeldingen gestaltet. Ein Reigen von riesigen Enten aus Metall. Inspiriert zu dem Motiv wurde sie wohl durch eine der hier mündenden Straßen, „im Entenschwumm“. Diese Enten begegnen uns auch in dieser Ausstellung, hier als kleines Modell auf einem Tisch. Die Enten am Kreisverkehr in Eimeldingen sind jedoch 5m hoch und jede der Enten wiegt 2,5 Tonnen.

 

Das Modell der Enten vom Eimeldinger "Entenschwumm" steht vor den Werken von Annette Mewes-Thoms
Das Modell der Enten vom Eimeldinger „Entenschwumm“ steht vor den Werken von Annette Mewes-Thoms

Bei der Ausstellung in der Schopfheimer Kulturfabrik sind die Werke der 4 Künstler mit einander kombiniert, ohne das es zu voll und zu eng wirkt. Die Räume mit dem angrenzenden kleinen Kaffee laden zum Verweilen und Betrachten ein.

Die Ausstellung ist bis zum 21 Juli jeweils Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14-17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Die Adresse lautet Johann-Karl-Gretherstr 2 in Schopfheim. Parkplätze sind vorhanden, die Ausstellungsräume sind Barrierefrei (Toilette allerdings etwas eng, ob es eine weitere Rollstuhltoilette gibt ist mir nicht bekannt).

Von der Sbahn kann man die Ausstellung sehr gut erreichen, auf der Rückseite des Bahnhof Schopfheim nur etwa 800m Richtung Süden immer gerade aus.

Ein Wegweiser zur 2. DNArt Ausstellung
Die DNArt ist sogar am Bahnhof ausgeschildert!

 

Eröffnung der DNArt, Kunstausstellung in Schopfheim

Ein Foto der Vernissage am Freitag den 28. Juni in den Räumen der Kulturfabrik Schopfheim. Auf dem Bild zu sehen: v.l. Annette Mewes-Thoms, Miki Buckland, Tanja Bürgelin-Arslan und leider von seiner eigenen Plastik verdeckt,  der Initiator der Ausstellung Oliver Fauser.

Im Hintergrund die Bilder von Oliver Fauser.

Fazit: die Vernissage hat mir sehr gefallen, denn ich fand den persönlichen und zwanglosen Austausch mit den Künstlern sehr interessant. Leider waren aufgrund der sehr heissen Wetterlage nicht sehr viele Besucher da.

Die Ausstellung kann ich für interessierte an moderner Kunst empfehlen. Infomaterialien und Kontaktdaten zu den einzelnen Künstlern liegen aus, und zum Teil werden sie auch anwesend sein.

Öffnungszeigen Mittwoch, Samstag und Sonntag jeweils 14-17 Uhr. Eintritt ist Frei. Direkt im gleichen Gebäude befinet sich ein gemütliches Kaffee.