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Mal kurz in den Schnee, ein Ausflug auf den Kreuzweg

Über dieses Ausflugsziel habe ich schon mal im Sommer geschrieben, siehe dazu „MIni Wanderung am Kreuzweg“. Auch dieses Mal ging es um einen Ausflug mit meiner leicht gehbehinderten Mutter,

Am 6. Januar war bei uns Feiertag und man konnte schon von Lörrach oder Müllheim aus erkennen das es in den Höhenlagen des Schwarzwald geschneit hatte. Meine Mutter ist mittlerer Weile 82 Jahre alt und überhaupt nicht mehr gut zu Fuß. Hinzu kommt das sie sich selbst öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr zutraut. Zum einen aus Körperlichen Gründen und zum zweiten ist ihre Orientierung und Merkfähigkeit nicht mehr so gut und sie hat Angst in den falschen Bus zu steigen.

Doch momentan bin ich in der glücklichen Lage das ich ein Auto einer Freundin nutzen darf und so konnte ich meiner Mutter unkompliziert den Wunsch erfüllen mal wieder „in den Schnee“ zu fahren.

In den Schnee ohne weite Gehwege

Da im Radiodienst durchgesagt wurde das im Bereich Feldberg die Parkplätze ausgelastet sind kam dies nicht in Frage. Wenn es dort so voll ist dann kann es sein das man weit abgelegen parken muss und das geht mit meiner Mutter nicht mehr. Sie kann aus Gesundheitlichen Gründen kaum noch Bergauf oder Bergab gehen. Schon im normalen Stadtgebiet geht sie Strecken über 100m mit zwei Wanderstöcken.

Da wir von Müllheim aus Starteten entschieden wir uns für einen Ausflug zum Kreuzweg. Hier fuhr früher der Skibus hin, der in Sichtweite der Wohnung meiner Mutter startete, so wusste sie früher immer verlässlich wann am Kreuzweg genug Schnee liegt um Ski zu fahren und wann nicht, weil sie jeden Tag die einsteigenden Skifahrer beobachten konnte. Diesen Bus gibt es nun sein ein paar Jahren nicht mehr.

Skilift am Kreuzweg

Ziel dieser Buslinie war der Skilift am Kreuzweg von dem wir glaubten das er für immer außer Betrieb ist. Doch das ist nicht richtig! Als wir am Donnerstag dort waren, war er zwar noch nicht in Betrieb aber er öffnet wieder. Mehr Informationen über Öffnungszeiten und Preise findest Du unter Kreuzwegalm.de. Warum der dort beworbene Kiosk an diesem Feiertag mit tollem Schneewetter nicht geöffnet war ist mir allerdings nicht klar.

Im Hintergrund ist der Skilift erkennbar, leider noch geschlossen

Unser Ausflug am 6.1.

Wir sind mit dem PKW von Müllheim aus gekommen. Die Strecke ist sehr kurvenreich und führt am ehemaligen Gasthof Sirnitz vorbei, den es leider auch schon viele Jahre nicht mehr gibt.

Auf der Passhöhe angekommen war meine Mutter sehr überrascht über die vielen Autos. Mir war das schon klar das bei diesem tollen Wetter viele Menschen auf diese Idee kommen. Der Parkplatz war gut gefüllt aber nicht komplett ausgelastet.

Aussicht in Richtung Belchen

Die Aussicht war wirklich faszinierend. Bei dieser Aufnahme lag der Belchen noch in einer grauen Wolke die sich jedoch später auflöste. Trotz der vereinzelten Wolken konnten wir den Sonnenschein und ein tolles Panorama bestaunen.

Nur ein paar Schritte gehen

Wie ich oben erwähnt habe kann meine Mutter nicht mehr gut laufen. Ihr Wunsch war es aber das wir uns an dieser frischen Winterluft etwas bewegen. Zuerst war ihr Ziel „nur bis zum anderen Ende des Parkplatz“ zu gehen. Denn sie hatte große Angst das sie auf dem Schnee ausrutschen würde. Doch es ging viel besser als erwartet.

Am anderen Ende schlug ich ihr vor das wir ein kurzes Stück den Wanderweg Richtung Nonnenmattweiter gehen könnten, dieser erschien mir das erste Stück ziemlich eben. Doch sie gab zu bedenken das es da bergab geht und sie Angst hat nicht wieder zurück zu schaffen. „Lass uns lieber bergauf gehen, dann ist der Rückweg einfacher“. Okay ich rechnete damit das wir 50-100m gehen und dann umdrehen. Doch wieder erwarten schaffte es meine Mutter viel weiter! Sie war förmlich beflügelt durch diese wunderschöne Winterlandschaft.

Schneebedeckte Bäume sind einfach schön

Es war wunderschön, gerade so kalt das man nicht länger stehen oder sitzen bleiben wollte und doch spürte man in der Sonne ihre Kraft. So eine weiße Schneelandschaft tut auch sofort der seelischen Stimmung gut und meine Mutter blühte förmlich auf.

Wenn es bei ihr unten in der Stadt Schnee hat, dann hat sie höllische Angst vor dem Ausrutschen und mag am liebsten gar nicht mehr aus dem Haus. Und nun zwischen den verschneiten Wäldern schlug sie selber vor weiter zu laufen!

Mein Tipp:

Wenn Du in Deinem Umfeld jemand älteres hat, der im Winter sehr zurückgezogen und ängstlich ist, schlaf doch einfach mal vor mit ihm auf dem Kreuzweg zu fahren, hier zu parken und nur ein paar wenige Schritte zu gehen.

Es waren auch sehr viele Familien mit kleinen Kindern unterwegs, So mancher Papa zog den Schlitten an uns vorbei und meine Mutter witzelte „wenn ich nicht mehr kann leihen wir uns von jemand nen Schlitten und Du fährst mich zurück zum Auto“. Tatsächlich schaffte meine Mutter nach einer kleinen Pause auf einem Holzstapel (unbedingt Tüte oder Kissen mitnehmen) den Weg zurück und war am Ende überglücklich. Es war für sie ein wunderschöner Ausflug. Nach etwa 1.5 Stunden waren wir wieder zurück in Müllheim.

Wanderparkplatz Kreuzweg

Den Wanderparkplatz Kreuzweg findest Du auch in den meisten Navis oder in Google Maps. Von hier gibt es zahlreiche ausgewiesene Wanderwege die sowohl im Sommer und im Winter wunderschön sind. Unter „Miniwanderung am Kreuzweg“ beschreibe ich einen Ausflug ebenfalls mit meiner nicht mehr geh freudigen Mutter. Ein tolles Ausflugsziel zu jeder Jahreszeit.

Vielen Dank für Deinen Besuch auf unterwegsistdasziel.blog

Mini-Wanderung am Kreuzweg – Schwarzwald Panorama genießen auch für Senioren / Gehbehinderte

Einen kleinen Spaziergang im Schwarzwald, ohne Steigung, haben meine Schwester und ich kürzlich mit unserer Mutter unternommen. Meine Mutter ist 81 Jahre alt und nicht mehr gut zu Fuß. Aber sie wollte so gerne mal wieder wandern gehen.

Die Realität sieht leider so aus, das meine Mutter nach 500m gehen schon stehen bleiben muß. Es quälen Sie erhebliche Hüft- und Knie-Schmerzen. Zu dem ist sie sehr schnell außer Atem. Trotzdem wollte sie gerne mal wieder in die Schwarzwaldberge.

Wir haben uns dazu entschlossen mit dem Auto bis zu dem Wanderparkplatz Kreuzweg zu fahren, der zu der Gemeinde Neuenweg gehört.

Wanderparkplatz Kreuzweg

Den Wanderparkplatz findet man in Googlemaps und in den meisten Navis. Am besten erreicht man in von Badenweiler kommend oder von Schönau aus.

Von hier aus werden sehr viele Wanderwege beschrieben und beschildert. Doch so gut wie alle gehen bergab und bergauf und sind nicht mehr geeignet für eine alte Dame mit Problemen in den Knien und der Hüfte.

Ich war zuerst sehr skeptisch ob wir mit unserer Mutter überhaupt los laufen sollten, denn sie geht wirklich sehr schlecht und stützt sich dabei auf zwei Wanderstöcke (welche sie jedoch immer braucht). Also setzten wir uns erst mal auf eine Bank und genossen die Aussicht. Diese ist schon von hier aus sehr schön.

Doch dann kam der Linienbus und aus diesem stieg ein älterer Mann mit Gehilfen aus. Also ich meine die Unteramstützen, die im Volksmund Krücken genannt werden. Zu meiner Verwunderung steuerte der Mann mit dem offensichtlich verletzten Bein den Wanderweg Richtung Kälbelescheuer an. Der Mann war alleine und schien den Weg zu kennen…

Meine Mutter schwärmte von einer Wanderung in ihrer Jugend, als sie mal mit einigen Freunden von Badenweiler zur Kälbelescheuer gelaufen war. Sie erinnerte sich noch das es sooo steil gewesen war und das sie soetwas ja leider nicht mehr könne.

Aber wo geht der Mann mit den Krücken denn hin? der kann doch unmöglich einen Weg nehmen den meine Mutter nach 50 Jahren als sehr steil in Erinnerung hat. Dann kam der Vorschlag, wir gehen jetzt einfach mal den gleichen Weg hinterher, bis wir ihn einholen oder er uns entgegen kommt.

So haben wir es gemacht. Der Weg der als Wanderweg bis zur Kälbelescheuer ausgewiesen war ging fast ohne Steigung durch den Wald. Dieser Streckenabschnitt ist breit genug für ein Auto und man könnte hier ohne Mühe einen Kinderwagen oder gar Rollstuhl schieben.

dieser Wanderweg ist auch für unsere über 80jährige Mutter machbar

Der Weg verläuft ca 1km fast eben. Für Gesunde Menschen fast langweilig. Doch dann mündet er an einer Lichtung mit einer faszinierenden Aussicht Richtung Strauffen/Freibung.

Nur ein kleines Stück weiter befindet sich eine alte Holzbank, auf der unser vorhin erwähnter Mann mit den Krücken saß. Er hatte ein Bein hoch gelegt und so konnten wir erkennen das es sich dabei um eine Protese handelt… Er war also diese Strecke mit einem Bein „gewandert“!

Meine Mutter die zwar mehrmals stehen bleiben musste, war glücklich die Bank erreicht zu haben und beschloss hier eine längere Pause zu machen.

Ab hier geht der Weg steil bergab. den ausgewaschenen Pfad würde ich schon beinahe als „alpin“ bezeichnen. Also eigentlich nicht für leichtes Schuhwerk geeignet.

Meine Mutter verweilte etwa eine Stunde auf der Bank und meine Schwester und ich gingen hinunter zu dem Ausflugsziel „Kälbelescheuer“ das von der Bank aus gut zu sehen ist. Von unterwegs haben wir meiner Mutter paar mal zugewunken.

Für den Abschnitt von der Bank bis zum Ausflugslokal Kälbelescheuer haben meine Schwester und ich etwa 30 Minuten gebraucht, man kann aber sicher auch schneller gehen, wir haben nebenbei viele Fotos gemacht.

Auf der Kälbelescheuer kann man gemütlich einkehren und hier gibt es eine deftige Brotzeit zu einem kalten Bier oder Kaffee und Kuchen. Eis wird hier allerdings nicht angeboten. Wir sind dieses mal nicht eingekehrt, weil wir recht schnell wieder zurück wollten.

Meiner Mutter ging es in der Zwischenzeit sehr gut, sie hatte etwas mehr als eine Stunde auf uns gewartet und war nun ausgeruht genug um den gleichen Weg zurück zum Auto zu gehen.

Am Fahrzeug angekommen war sie etwas erschöpft aber glücklich die „Wanderung“ geschafft zu haben. Insgesamt waren wir etwa 3 Stunden unterwegs. Was für meine Mutter eigentlich genug war.

Fazit:

Diesen kleinen Ausflug kann man sehr gut mit jemanden machen der entweder älter oder gesundheitlich eingeschränkt ist.