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So war mein Tag in der Sportabteilung

Wie ich Euch am 31. August berichtet habe musste ich diese Woche einen Tag in der Sport und Schreibwarenabteilung unseres Warenhauses aushelfen.

Zuvor hatte ich viele Bedenken, weil ich mich in dem Warenbereich wirklich nicht auskenne. Doch es war halb so schlimm. Ich hatte Glück, eine weitere Kollegin die auch in dem Bereich komplett Fachfremd ist war mit mir eingeteilt. So hatte ich wenigstens jemanden in der Nähe den ich notfalls Fragen konnte.

Ich war ganz happy das sie sich gleich eine größere Arbeit bei den Sportbekleidungen geschnappt hat und das gerne erledigen wollte. Sie überließ mir Aufräumarbeiten in der angrenzenden Schreibwarenabteilung. Darüber war ich sehr erleichtert, denn ich dachte ich kenne mich bei Schreibwaren eher aus als bei Sport.

Schreibwaren sind einfach?

Als ich die Wären mit Schreibwaren sah, dachte ich das sei einfach die mal eben schnell auszupacken. Pustekuchen! So schnell und einfach geht das gar nicht wenn man sich nicht gut in den Warenbereichen auskennt.

Selbst mit den ganz normalen Ringordnern musste ich mehrfach hin und her rennen und den entsprechenden Ort suchen. Denn ich hatte das komplett unterschätzt wie viele verschiedene Modelle es gibt. Von weitem sieht es zwar aus wie „einfach nur ein Orndner“. aber genau den führen wir von 4 oder 5 Firmen! Da ich nicht wusste welches Design/Logo zu welcher Firma gehört musste ich immer wieder die EAN-Nummern kontrollieren und stellte dabei Fest das es zahlreiche Varianten gibt.

Noch diffiziler wurde es bei dem „Kleinkram“… Kugelschreiber, Minen, Titntenpatronen… am einfachsten fand ich sogar die Taschenrechner!

Beratungsgespräche?

Aber auch in der Schreibwarenabteilung kam es zu Beratungsgesprächen mit Kunden. Ein Kunde fragte mich nach einem Artikel den ich noch nie zuvor gehört hatte. Ich wusste absolut nicht was das ist. Aber aus meiner Erfahrung in der Kurzwarenabteilung weis ich: „Wenn der Kunde eine Bezeichnung nennt die Dir nix sagt, frag zuerst nach was man damit macht“. So konnte ich die Frage dann etwas besser einordnen. Da ich ganz ehrlich erklärt hatte das ich das erste Mal hier aushelfe grenzten wir seinen Bedarf gemeinsam ein und kamen auf den Punkt das unser Warenhaus derartige Artikel wohl nicht verkauft. Leider konnte ich ihm aber auch nicht beantworten wo man in Lörrach 3D-Stift bekommen könnte.

Erst hinterher habe ich gegoogelt was das genau ist. Ich denke das dies ein totales Nischenprodukt ist und wohl niemals den Weg in dein Warenhaussortiment finden wird.

Sport-Fragen:

Eine Kundin kam zu mir mit einem defekten Schuh ihres Freundes, den er erst wenige Tage zuvor gekauft hatte. Selbst ich mit meinem nicht vorhandenen Fachwissen konnte beurteilen das diese Schlaufe an dem Schuh nicht von Gewalt ab gegangen ist sondern nicht ordentlich vernäht war. Es war also offensichtlich das wir diese Fehlerhafte Ware umtauschen.

Leider hatte die Kundin keinen Kassenbon dabei, sondern nur einen Screenshot von der Buchung der Kartenzahlung auf ihrem Handy. Damit können wir keinen Umtausch machen. Normalerweise schicken wir Kunden dann in Kundendienstbüro wo sie die Kollegin bitten können den Bon nach zu drucken (geht nicht immer, es kommt immer darauf an wieviele Informationen in der Buchung stehen). Da ich aber ganz froh war mal einen Grund zu haben mich von der Fläche zu entfernen bin ich mit der Kundin mit gegangen.

Wir mussten in den 3. Stock dort befindet sich der Service-Schalter neben der Schuhabteilung. Zum Glück war gerade wenig los und ich konnte der Kollegin die Problematik schnell erklären. Diese erkannte in der langen Zahlenreihe auf dem Handydisplay das Datum und die Uhrzeit des Kaufs und konnte so den Ursprünglichen Vorgang finden und Drucken.

Dabei kam auch heraus das der Schuh 69.95€ gekostet hatte und nicht 79 wie die Kundin zuerst annahm. Ihr Freund hatte wohl noch einen weiteren Artikel gekauft. Da ich damit gerechnet hatte das das Suchen des Buchungsvorgangs länger geht war ich inzwischen schon wieder im Keller in der Schreibwarenabteilung.

Doch die Kundin kam mit dem Ausdruck wieder zu mir. Nun hatte ich wenigstens eine Artikelnummer und konnte im Computer nachsehen ob wir den Artikel noch haben. Der Bildschirm zeigte mir das wir noch ein Paar dieser Grösse und Farbe in der Abteilung 026 haben. Nur wusste ich nicht was 026 ist.

Natürlich hatte ich der Kundin längst gesagt das ich das erste Mal in diesem Stockwerk aushelfe und ich eigentlich keine Ahnung davon habe, aber ich würde mein bestes versuchen… und so suchten wir gemeinsam die ganze Sportschuhabteilung nach einem schwarzen Schuh von Bugatti ab.

Um es mir einfacher zu machen, „scannte“ ich erst mal Systematisch alle Kartons ab, um überhaupt mal die Marke Bugatti zu finden… Aber es fand sich kein Einziger Karton in den Regalen.

Das machte mich stutzig und ich las mal auf einem der Sportschuhkartons ob ich die Abteilungsnummer finde… da gab es keine 026…

„Könnte es sein das ihr Freund die Schuhe gar nicht hier unten gekauft hat, sondern oben in der Schuhabteilung?“ Für uns beide sah der Schuh wie ein Sportschuh aus, aber offensichtlich ist es keiner.

Also sind wir beide dann wieder hoch in den 3. Stock. Wo leider auch keine Kollegin von den Schuhen da war. Mit Hilfe einer Kollegin aus Spielwaren fanden wir dann auch die Bugatti-Herrenschuhe, die auch 69.99€ kosten… aber dieses Modell war nur noch in Dunkelblau da, nicht mehr in Schwarz. „Fragen sie doch bitte ihren Freund ob er auch den dunkelblauen Schuh nehmen würde?“. Die Kundin rief ihn an und er stimmte zu.

So konnten wir die Kundin endlich zufrieden stellen und den Umtausch abwickeln. Hätte ich gewusst das Bugatti Schuhe nur im 3. Stock geführt werden hätte ich sie gleich zu Anfang weg geschickt. So habe ich mir zwar viel mehr Arbeit gemacht, aber meine wichtigste Aufgabe die Kunden glücklich machen ist mir gelungen. Die Kundin hat sich sehr für unser Bemühen bedankt.

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Photo by JESHOOTS.com on Pexels.com

Dieses Bild ist ein kostenloses Stockfoto und dient nur der Aufmerksamkeit. Es ging nicht um diesen Schuh.

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Feueralarm im Warenhaus

Der 9. Juli war für mich ein ein lang ersehnter Arbeitstag. Denn an diesem Freitag öffnete das Restaurant in unserer Filiale wieder. Seit dem ersten November war es aufgrund des Corona-Lockdown komplett geschlossen.

Das Restaurant befindet sich auf dem gleichen Stockwerk wie mein Arbeitsplatz im fünften Obergeschoss des Warenhauses. Die letzten 8 Monate habe ich die Geräuschkulisse und die Kollegen sowie die Kunden des Restaurants vermisst.

Seit November war es auf etwa einem Drittel der Fläche des Stockwerkes seht still. Die Stühle waren hoch gestellt und die Küche leer geräumt und dunkel.

Am Anfang war sogar die Beleuchtung im Gastraum ausgeschaltet, was allerdings im November und Dezember sehr unangenehm wurde, weil es schon so früh dunkel war. Nach wenigen Tagen reklamierte ich, weil sich nach 17 Uhr kein Kunde mehr in den 5. Stock traute, weil es so dunkel war.

Stell Dir vor Du fährst in einem Warenhaus die Rolltreppe hoch und in einem Stockwerk ist nur die Hälfte beleuchtet. Das sieht etwas ungemütlich aus und deshalb wurde das dann auch nach wenigen Tagen geändert.

Seit dem brannte dort zwar Licht… aber sonst nix.

Das Restaurant ist endlich wieder offen

Endlich dürfen die Kollegen von Restaurant-Cafe wieder arbeiten und ganz normal öffnen. Am Montag habe ich schon ganz begeister davon erzählt das ich beim Teste der Kaffeemaschine „helfen“ durfte. Unter „auf diese Tasse Kaffee habe ich 8 Monate gewartet“ beschreibe ich meine Freude.

Heute war es endlich so weit ich durfte meine erstes Mittagessen nach 8 Monaten dort essen. Es war lecker! Leider habe ich vergessen mein Essen zu fotografieren, obwohl ich das fest vor hatte weil ich hier darüber schrieben wollte.

Leider passierte danach noch etwas spektakuläreres!

Feueralarm im Warenhaus

Wir Mitarbeiter sind stets gut informiert, jeden Morgen bevor das Haus öffnet werden uns die Feueralarm Durchsagen vorgespielt und erklärt. Regelmäßig gibt es Probealarm bei dem die Evakuierung des Warenhauses geübt wird.

Doch einen Ernstfall gab es seit ich in der Firma bin (1988) erst ein Mal. Und an dem Tag war ich nicht da. Ich weis also was zu tun ist, aber ich musste es noch nie „im Ernst“ anwenden.

Nach dem Mittagessen verabschiedete ich mich von der Freundin, die extra nach Lörrach gekommen war um mit mir das erste Mal im Restaurant zu essen. Ich fand das total toll das sie sich die Mühe gemacht hat. Sie sagte noch das sie auf den 12 Uhr Zug wolle, also denke ich das es zwischen 12 und 13 Uhr war… ich hatte nämlich keine Zeit auf die Uhr zu gucken.

„Achtung Achtung wir schließen wegen einer Betriebsstörung unser Haus“

Ein Andauernder langer Ton und dann dieser Satz… das bedeutet Feueralarm. Sofort die Filiale räumen!

Ich stand gerade im Lager neben der Kollegin vom Warenteam die dort eine Umfangreiche Preisänderung macht. Eine fummelige und langwierige Aufgabe, die in dem unklimatisierten Raum keine Freude macht. Weil es dort so warm ist hatte sie das Fenster geöffnet. Unmittelbar vor dem Alarm hörten wir die Feuerwehr kommen.

Deshalb war uns gleich klar „das ist keine Übung“

Ich rief ihr zu „Mach das Fenster zu und raus hier!“

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Photo by monicore on Pexels.com Diese Fluchtwegschilder gibt es auch bei uns. Das Bild ist nicht von mir und dient nur der Aufmerksamkeit

Klar geregelte Aufgaben

Da wir das schon mehrfach geübt haben wussten wir was unsere Aufgaben im Notfall sind. Wir zogen unsere Ordner-Westen an und jeder anwesende Mitarbeiter bekommt eine Karte mit Aufgaben.

Die Wichtigste Aufgabe ist immer dafür zu sorgen das kein Kunde mehr die Rolltreppe benutzt. Eine weitere Person muss alle Kunden auffordern sich in das Treppenhaus zu begeben und das Gebäude zu verlassen.

Nun die normalen Kunden machen das auch ziemlich zügig. Aber seit heute sind ja wieder Kunden im Restaurant, und es war genau Mittagszeit und es waren gerade nicht wenige Personen beim Essen. Diesen musste man zum Teil etwas forscher sagen „Dies ist keine Übung, bitte verlassen Sie das Gebäude“.

Manche wollten ihr Tablett mit dem Essen noch weg räumen, andere wollten erst aufessen… Aber nein wir mussten drauf bestehen das sie alles stehen und liegen lassen und sich sofort ins Treppenhaus begeben.

Zum Glück war gerade kein Rollstuhlfahrer da und auch kein Kinderwagen!

Bei dem letzten Probealarm hatte ich einer jungen Frau den Kinderwagen die Treppe herunter getragen, während sie das Kind trägt.

Rolltreppen und Aufzüge dürfen nicht mehr benutzt werden

Für Gehbehinderte Personen ist so eine Situation leider nicht so angenehm. Wenn jemand nicht die Treppe runter getragen werden kann (5 Stockwerke!) muss die Person trotzdem im Treppenhaus bleiben und ein Mitarbeiter bleibt dabei bis die Feuerwehr kommt und die Person holt. Nur leicht eingeschränkten Personen mit Stock oder Rollator müssen wir auf der Treppe helfen.

Das Hauptproblem dabei ist es der Person erst mal klar zu machen: Auch wenn Du nicht Treppe laufen kannst, musst Du trotzdem ins Treppenhaus, denn nur da bist Du sicher und kannst von der Feuerwehr herausgeholt werden.

Aufregung bei Kunden und Mitarbeitern

Wir waren alle etwas aufgeregt und ängstlich, weil man ja nicht weis wo genau der Gefahrenherd ist.

Gott sei dank: Fehlalarm

Ich war noch nicht aus dem Stockwerk heraus, weil ich ja alle Kunden vor mir her treiben muss, da kam die Durchsage „Fehlalarm“

Achtung Achtung, die Störung ist beseitigt

Das bedeutet das die Gefahr vorüber ist und das man wieder zurück in darf. Allerdings sind dann noch Lüftung, Rolltreppe und Aufzug ausser betrieb. Das muss alles erst nach und nach von der Haustechnik eingeschaltet werden. Das geht erst wenn von der Feuerwehr der Alarm abgeschaltet und das Gebäude frei gegeben ist.

Da die Feuerwehr sehr schnell an dem vermeintlichen Bandherd war, ging das ungewöhnlich schnell.

Was war passiert?

Der Mitarbeiter an der Warenannahme hatte versehentlich mit einem Palettenfahrzeug ein Wasserrohr der Sprinkleranlage beschädigt und der Druckabfall hatte automatisch den Feueralarm ausgelöst.

Tatsächlich hat es gar nicht gebrannt sondern die Löscheinrichtung in der Warenannahme war los gegangen.

Sobald das klar war konnte Entwarnung gegeben werden.

Zurück zum Normalen Betrieb

Bis alles wieder normal läuft dauert das eine Weile. Ein Teil der Restaurant Kunden kamen die Treppe wieder hoch und aßen ihr Essen weiter. Ein Anderer Teil traute sich nicht wieder in das Gebäude.

Meine ersten Kunden nach der Aufregung hatten das ganze gar nicht mitbekommen, sie hätten zwar Feuerwehr gesehen, dachten aber an ein Übung.

Es dauerte eine ganze Weil bis sich alles wieder normalisiert hatte und wir uns wieder beruhigt hatten.

Zweiter Alarm!

Doch dann ging es wieder los. Auch wenn wir vermuteten das es ein Fehlalarm ist mussten wir wieder alles räumen. Wir wissen ja auch nicht ob durch die erste Störung irgendein größeres Problem ausgelöst ist. Dieses Mal hatten wir aber schneller alles leer und wir gingen als die letzten die Treppe runter.

Ich ging mit einer Gruppe langsamer Personen, eine davon mit Rollator, den wir abwechselnd trugen. Als wir im Erdgeschoss angelangt waren erfuhren wir das die Feuerwehr versehentlich beim Alarm beenden, einen neuen Alarm ausgelöst hatte.

Für mich und die Kollegen vom Restaurant bedeutete das, umdrehen und 5 Stockwerke wieder hoch laufen!

Viel Aufregung um nichts, aber besser so als umgekehrt!

Das ganze war viel Aufregung und Stress, aber letztlich sind wir alle froh das es so gelaufen ist und wir lieber zu früh geräumt haben als zu spät.

Und wir wissen jetzt das wir das können. Schließlich sind wir im 5. Obergeschoss diejenigen die den weitesten Weg haben.