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Lockdown-Tagebuch Tag 8 (24.12.)

Heute möchte ich Euch im Lockdown-Tagebuch berichten wie ich diesen aussergewöhnlichen 24.12. verbracht habe. Ganz anders als gewohnt. Keine Hetze keine Termine, keine Arbeit, aber auch keine Feier und kein Gottesdienst.

Die vergangenen 4 oder 5 Jahre habe ich bei „Weihnachen Gemeinsam“ geholfen. Einer Weihnachtsfeier für alle die einsam und alleine sind, organisiert von der Evangelischen Allianz .Die Gäste waren zumeist Senioren und Obdachlose. Oder auch andere die heilig Abend ganz alleine waren.

Hier ein paar Presseberichte zu diesen Veranstaltungen. Aus der Oberbadischen und der Badischen Zeitung: Weihnachten gemeinsam in der Alten Feuerwache in Lörrach (veröffentlicht am Mo, 18. Dezember 2017 um 13:33 Uhr auf badische-zeitung.de)

Dieses Jahr ist die Veranstaltung wie alle anderen auch wegen Corona abgesagt.

Anders als andere Jahre

Ich arbeite seit über 30 Jahren im Einzelhandel. Und die Tage um Weihnachten herum sind immer die stressigsten des Jahres. Bei uns in der Firma haben wir die Regelung das jeder Mitarbeiter entweder am 24.12. oder am 31.12. arbeiten muss. Eins von beiden bekommen wir auf jeden Fall frei. Aber auch wenn ich diesen halben Öffnungstag frei hatte war ich Weihnachten immer gestresst!

Nicht so dieses Jahr. Seit einer Woche schon bin ich in „Zwangsferien“ und hatte schon genug Zeit um mich auszuruhen und zu erholen. Aber wie Erholung fühlt es sich noch nicht ganz an. Zu sehr spielt noch die Angst mit: „was wird nach dem Shut-Down?“ , „Kann mein Arbeitgeber so lange ohne Umsätze überleben“ und ähnliches.

Diesmal ist die Angst um die Zukunft meines Arbeitsplatzes nicht ganz so gross, weil die Firma anders als beim ersten Shut-Down einiges Vorkehrungen getroffen hat. Dafür ist die Angst vor der Krankheit selbst viel präsenter als im März.

Was habe ich heute gemacht?

Heute habe ich wieder etwas länger geschlafen und war diesmal nicht verkrampft. Auch habe ich richtig gut geschlafen. Im laufe des Vormittags hatte ich etwas Bauchschmerzen und auch zweimal Durchfall… ich vermute ich habe die Riesenportion Rührei gestern Abend nicht so gut vertragen. In den letzten Monaten/Jahren habe ich immer seltener Lust auf Eier, irgendwie habe ich den Eindruck ich vertrage die nicht mehr so richtig.

Zu allem Überfluss habe ich heute morgen im halbdunkeln die Kaffemaschine zusammen gesetzt… ohne Brille und ohne Kaffee im Blut… ich war noch nicht so wirklich konzentriert. Die Kunststoffteile des Gehäuses hab ich alle wieder richtig zusammen bekommen, aber weil ich eilig zur Toilette musste hab ich das einfachtste und banalste Teil vergessen. Ich habe die Kanne ohne den Deckel unter die Maschine gestellt. Der Filter verfügt über einen Tropfschutz und lässt keinen Kaffee durch ohne das der Deckel von unten gegen das Ventil drückt.

Ergebniss: der Filter ist übergelaufen! Und meine frisch geputzte Küche war voller Kaffee!!!

nochmal Putzen…

Das hat mich erst mal ganz schön gefrustet und ich hatte echt Mühe mich zum weitermachen aufzuraffen… fast 2h hab ich lieber auf der Couch gechillt anstatt das Bad und das Treppenhaus zu putzen.

Aber ich hab es dann endlich irgendwann gemacht. Badezimmer tiefengereinigt. Ganz gründlich! War auch bitter nötig, ich glaub so gründlich hab ich dort beim letzten Shut-Down sauber gemacht. Bei der Treppe hab ich es dann doch nicht so ganz übertrieben. (Ich muss ja die nächsten Wochen auch noch was zu tun haben)

Ich hatte bauchweh, keine Lust und war kurz davor die Kriese zu kriegen. Da fiel mir ein: Wenn es einem seelisch schlecht geht soll man versuchen etwas gutes zu tun, das hebt die Stimmung.

Am Vormittag beim chillen hatte ich im Facebook einen Kommentar einer Bekannten gelesen, das sie dieses Jahr leider keine Plätzchen backen konnte… und ich fand ich hab viel zu viele gebacken. Ich könnte ihr ja welche abgeben… aber sie wohnt in Weil am Rhein…

Kurz überlegt, was ist die Alternative? Weiter putzen? Kriese kriegen? heulen?. Nö da fahr ich doch lieber mit dem Fahrrad nach Weil am Rhein.

Radeln gegen „die Kriese“

Also eine Tüte mit Plätzchen gerichtet Jacke über und gegen 14:45 bin ich los gefahren. Mein Weg ging über den Dreiländergarten der direkt an der Schweizer Grenze liegt, ich musste also ein kleines Stück durch die Schweiz.

Aber die grüne Grenze ist nicht gesperrt, ich konnte ganz normal dem Fahrradweg folgen. Nur das es nach etwa der Hälfte der Strecke zu regnen begann. Leider hatte ich meine Regenhose nicht dabei, aber die Jacke erwies sich als sehr sinnvoll.

Völlig unangekündigt hab ich bei der Bekannten geklingelt. Sie war etwas überrascht aber fragte aber dann gleich „Wollen wir zusammen laufen gehen?“ … äh… ja gerne… obwohl ich gerade 7km geradelt war. Bissel Spazieren kann nicht schaden.

Wir hatten beide Gesprächsbedarf und so wurde unser Spaziergang dann doch ausgiebiger als ich erwartet hätte.

Das Vitra-Gelände

Unser Weg führte uns unter anderem durch das Vitra-Gelände. Wo es einige originelle Gebäudeteile zu sehen gibt. Logisch hab ich auch paar Bilder gemacht.

Mit Regenwetter-Radfahr-Klamotten auf dem Vitra-Gelände
Das Vitra-haus
Auf dem Vitra-Gelände stehen Tisch und Stühle sogar mitten im Dezember draussen.

Wenn mein Handy richtig Schritte gezählt hat sind wir etwa 7km unterwegs gelaufen. Wir haben das gar nicht so sehr gemerkt und auch der leichte Regen hat uns nix ausgemacht. Erst auf den letzten Metern hab ich einen nassen Fuss bekommen, der eine Schuh scheint undicht zu werden. Da ich eh vor hatte diese Schuhe demnächst zu entsorgen hat mich das nicht mal geärgert.

Ganz unerwartet eine Krippe im Vorgarten

Auf dem Rückweg durch ein Wohngebiet haben wir diese riesige Krippenlandschaft entdeckt. Sie steht in einem privaten Garten und ist wohl jedes Jahr dort zu bewundern wie mir meine Bekannte berichtete.

Krippenlandschaft in einem Vorgarten in Weil am Rhein
Eine Krippen Landschaft erinnert an die Geburt von Jesus Christus

Vom Bahnhof Weil bin ich dann mit der S-Bahn nach hause gefahren denn es wurde schon dunkel. In der Sbahn waren wir maximal 5 Fahrgäste im ganzen Zug, ich konnte die anderen Menschen nur von der Ferne sehen weil ich mit dem Fahrrad stehen geblieben bin.

…und noch ein Highlight

In diesem Minuten kocht er immer noch, mein Gulasch für morgen Mittag. Denn meine Schwester und meine Mutter kommen morgen zum Weihnachtsessen. Ich habe ein neues Rezept ausprobiert und ich bin gespannt ob es so gut wird wie es jetzt schon riecht…

Ich hoffe Dir hat mein heutiger Bericht ein wenig gefallen und Du kommst morgen wieder vorbei. In diesem Sinne wünsche ich Dir und Deiner Familie wunderschöne und friedliche Weihnachts-Festtage !

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Dreiländergarten Weil am Rhein

Da ich über die Basler „Langen Erlen“ geschrieben habe komme ich fast nicht drum herum über den direkt angrenzenden Dreiländergarten Weil am Rhein zu schreiben. Diese beiden Naherholungsgebiete bilden gemeinsam eine grenzüberschreitende grüne Lunge direkt an der Grenze zwischen Schweiz und Deutschland.

Vor 1998 war dieses Gelände mehr oder weniger brach liegendes Grenzland um dessen Nutzung lange gestritten wurde. Man einigte sich auf einen Landschaftspark der zur Landesgartenschau „Grün 99“ eröffnet wurde.

Die „Grün 99“ habe ich damals nicht besucht, weil mir stark überlaufende Gartenschau Veranstaltungen nicht wirklich gefallen. Jetzt nach einigen Jahren Abstand muss ich sagen das die Landschaft viel schöner geworden ist. Zwar gibt es nicht mehr diese Blumenvielfalt wie sie zur Gartenschau massiv aufgebaut wurde, doch jetzt sind die Bäume und Büsche erst so richtig gewachsen.

Dieses Jahr feiert der Dreiländergarten sein 20 jähriges Jubiläum

20 Jahre gibt es den Dreiländergarten schon, den viele Anwohner gar nicht so nennen. Viele sagen nur „die Grün“ oder „das LGS-Gelände“ dazu. Als ich neulich von einer Weilerin „LGS“ hörte wusste ich nicht sofort was sie damit meinte.. das Landesgartenschau-Gelände. Nach 20 Jahren ist die Gartenschau also immer noch in den Köpfen der Menschen.

Anlässlich des 20 jährigen Jubiläums gibt es zahlreiche Veranstaltungen, ein Faltblatt dazu kann man hier downloaden.

Regelmäßige Veranstaltungen im Dreiländergarten

Die Infrastruktur des Dreiländergartens, also Parkplätze, Toiletten, Wege usw die damals extra für die Landesgartenschau angelegt wurden werden noch immer rege genutzt. Unter anderem durch regelmäßige Veranstaltungen wie das Kieswerk Open Air oder Mittelalterfestivals. Regelmäßig gibt es hier Flohmärkte, Stoffmarkt und die Automesse.

Meine Erfahrungen als Flohmarktanbieter

Ich habe in den vergangenen Jahren schon mehrfach als Anbieter / Verkäufer auf dem Flohmarkt mitgemacht. Das war jedes mal sehr angenehm und erfolgreich. Die Flohmärkte sind so organisiert das man mit dem Auto an den Stand fahren kann und dadurch entfällt die weite Schlepperei. Außerdem hat man Notfalls seine Rückzugmöglichkeit wenn es doch mal regnet. Sehr angenehm für Verkäufer und Kunden sind die vorhandenen Toiletten, die bei solchen Veranstaltungen auch angemessen gepflegt werden.

Aktuelle Veranstaltungen „Flammende Sterne“

Gleich 3 Tage (eher Nächte) lang gibt es eine Veranstaltung der besonderen Art. Die „Flammenden Sterne“ ist ein internationales Feuerwerkfestival bei dem Pyrotechniker aus aller Welt miteinander in den Wettstreit treten. Weitere Informationen gibt es Hier.

Mit dem Fahrrad vom Bahnhof Weil am Rhein nach Lörrach

Durch den Dreiländergarten gar kein Problem. Das Gelände ist sehr flach und auch für untrainierte Radfahrer geeignet. Die Wege sind gut erhalten und so zahlreich, das man sich nicht mit vielen Fußgängern in die Quere kommt.

Dreiländergarten Ausflugsziel für jung und alt

Der Dreiländergarten ist als Ausflugsziel für Familien mit kleinen Kindern sehr geeignet, es gibt einen gepflegten Spielplatz und auch sonst sehr viel interessantes für die Kleinen zu entdecken. Die Wege sind fast alle mit dem Kinderwagen gut zu gehen.

Für ältere Personen ist der Park auch geeignet. Die Wege sind fast alle sehr eben und es gibt sehr viele Bänke zum pausieren. Stellt man den PKW beim Haupteingang (bei Freizeitzentrum Impulsiv) ab, muss man nicht mehr sehr weit laufen um mitten im grünen zu sein.

Der Dreiländergarten ist weitläufig genug das sich Geräuschquellen wie spielende Kinder und Jugendliche mit Ghettoblaster sich so weit verteilen das man einander nicht stört. Das finde ich sehr angenehm.

Radfahren ist meines Wissens nach im Park erlaubt und die Wege sind so breit das vorbeifahrende Radfahrer die Fußgänger nicht gefährden.

Der Park ist weitestgehend mit dem Rollstuhl zu befahren, es sind lediglich ein paar kleine Stellen mit Stufen, die man aber sehr gut umgehen kann. Ich kann den Dreiländergarten also auch für Rollifahrer und Rollatoren empfehlen. Starke Steigungen gibt es so gut wie nicht.

Der Zugang zum Park ist kostenlos, wenn Veranstaltungen sind werden nur einige Teile abgetrennt und dort Eintritt erhoben (z.B. Kieswerk-Festival)

Mit öffentlichen Verkehrsmittel zum Dreiländergarten

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man sehr gut zum Dreiländergarten. Entweder man kommt mit der deutschen Bahn am Bahnhof Weil am Rhein an und läuft ein kleines Stück oder man steigt dort in die S-Bahn Richtung Lörrach um. Die Haltestelle „Gartenstadt“ grenzt direkt an den Dreiländergarten.

Parkplan und Veranstaltungen downloaden

Der Dreiländergarten hat eine eigene gut gemachte Webseite. Einen Plan des ganzen Gartens kann man downloaden..

Mein Fazit:

Ich finde den Dreiländergarten sehr angenehm und weitläufig und gerade mit dem Fahrrad toll. Ich werde hier sicher bald nochmal her kommen und noch mehr Fotos machen.