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Allgemein Lockdown-Tagebuch

Tag 58 ( Freitag 12.2.)

Herzlich willkommen zum 58. Eintrag in meinem Lockdown-Tagebuch. Hier schreibe ich täglich wie es mir im Lockdown ergeht.

Als kleinen Nachtrag zu dem „Hemdglunki“ der eigentlich gestern Abend gewesen wäre. Beim Hemdglunki ziehen mit Nachthemden und Schlafmützen gekleidete Narren zum Teil mit Fackeln durch die Strassen. Traditionell spielt dazu die Guggemusik.

Guggemusik ist eine närrische Blasmusik Gruppe. Das besondere an dieser Musik ist, das sie nicht richtig sein muss, nicht selten können in so einer Musiktruppe nur ein paar der Musikanten wirklich gut spielen oder Noten lesen. Alle anderen spielen nur nach Gehör und gerne etwas schräg.

Oft kommt es bei Fasnachts-Events zu Auftritten mehrerer Guggemusik-Cliquen und nicht selten wird dann einfach mal spontan zusammen gespielt (ohne vorher miteinander zu Proben) . Eine Combo aus Musikern aus verschiedenen Cliquen, die sonst nie miteinander spielen nennt man Chari-Vari-Gugge.

Heimathafen hilft beim „Durchhalten“

Der Heimathafen ist ein Pub und Eventlokal das momentan geschlossen ist. Der Capitain und seine Crew haben sich eine Aktion ausgedacht um ihren Gästen die Wartezeit bis sie wieder aufmachen zu versüssen. Unter dem Motto „einfach durchhalten“ veröffentlichen sie jeden Tag ein Video mit einem „Konzert am Fenster“. Gestern war dies ein Song von einer Chari-Vari-Grugge gespielt.

Als dieses Video gedreht wurde hab ich den Lärm gehört und ich hab mich auf den Weg gemacht um mir das anzusehen… Obwohl ich nebenan wohne kam ich zu spät, die haben wirklich nur dieses eine Lied einmal gespielt. Denn es sollte ja keine Menschenansammlung geben.

Video bei Facebook

Über den Link kommt ihr zu dem Video. Wer empfindlich ist und Guggemusik noch nicht kennt… Lautstärke etwas runter regeln 😉

Was habe ich heute gemacht?

Wachgeworden bin ich gegen 8 Uhr, irgendwie war es trotz geschlossenen Rolladen eigenartig hell… ah das war Sonnenschein. Morgens schon blauer Himmel und Sonne! Dem entsprechend war ich auch schneller wach und fit. Aber ich habe mich am Vormittag vorallem im Wohnzimmer wo die Sonne so schön rein schien aufgehalten. Und wo es schön warm war… draussen war es heute Minusgrade!

Beim Nähen habe ich mich mit ein paar kleinen Fummeleien beschäftig die man von Hand näht. das ist zeitaufwändig und es ist dabei noch nichts vorzeigbares entstanden… ich sag nur Stoffblümchen. Aber was ich daraus genau mache, weiß ich selber noch nicht ganz.

Nebenbei habe ich nach ner Spaziergang-Partnerin gesucht aber leider konnten die, die ich erreicht habe alle nicht. Für morgen habe ich eine Verabredung. Aber wenn jemand von Euch mit mir am Sonntag oder die kommenden Tage irgendwo spazieren gehen will (mind 5km!) bitte melden!

Spaziergang

Trotz des Sonnenscheins konnte ich mich erst gegen 14 Uhr endlich aufraffen raus zu gehen und los zu laufen. Wiedermal fast ohne festes Ziel… der Name meines Blogs wird langsam zu meinem Lebensmotto:

„Unterwegs ist das Ziel“

Hauptsache unterwegs sein und die beine Bewegen, wohin es genau geht ist zweitrangig.

Ich hatte zwar etwas in Lörrach Stetten abzugeben, aber ich bin absichtlich in die andere Richtung gestartet. Heute ging es wieder in den Wald Richtung Salzert.

Im Wald war es sooo schön! Und es waren echt nicht wenige Menschen unterwegs. Das längste Stück bin ich hinter 3 Personen mit Kinderwagen gegangen. Eine der Frauen hatte eine markante Mütze an.

Zum Gehen auf den schnee bedekten Waldwegen ist es echt angenehm, denn alles ist gefrohren und nicht matschig. Durch den lockeren Pulverschnee ist es aber auch nicht zu glatt.

Vor dem Stadteil Salzert bin ich abgebogen und einen Waldweg in Richtung Stetten gegangen. Das Bild oben ist der Blick zurück Richtung Salzert, ich habe es gemacht damit ich Euch den blauen Himmel zeigen kann. Hier war es an paar wenigen sonnigen Stellen etwas matschig. aber die grossen Pfützen waren noch immer gefrohren. Auf den angrenzenden Wiesen waren immer wieder vereinzelt Kinder mit Schlitten unterwegs. Im Wald kam mir ein Vater mit zwei Kindern entgegen, die den Waldweg als Skipiste nutzten…

Schlittenpisten überall

Fuss und Schlittenspuren überall und so folgte ich einfach mal einer dieser Spuren die von der bekannten Route abzweigte. So landete ich im Winterwunderland… kurzfristig hatte ich keine Orientierung wo ich bin. Egal, es war schön, die Sonne schien und ich lief einfach weiter…

Der Weg zwischen Gärten blieb aber nicht so… nach einer Kurve, wo ein herrenloser Schlitten am Wegrand stand mutierte der weg in eine Schlittenbahn… ich habe kurz überlegt umzudrehen. Aber wenn Kinder mit ihren Schlitten den steilen weg hoch gehen können, sollte ich da ja auch heil runter gehen können… zum Glück waren gerade nicht sehr viele Kids da.

Also auf der Strecke hätte ich als Kind auch schiss gehabt mit dem Schlitten runter zu fahren, ein kleiner Fehler und man hängt an einem Gartenzaun. Aber den Spuren nach zu berurteilen waren hier schon viele Schlitten unterwegs.

Ich war froh als ich heil und ohne mich auf den Hosenboden zu werfen unten auf einer Straße an kam.

Wintersonne

Nach dem Wald ging es auch mal über freies Feld. auch hier alles gefrohren
Die Pfütze war wohl mal aufgetaut… aber jetzt wieder zu Eis erstarrt

Ich bin woll irgendwie Zick-Zack gelaufen, aber irgendwann hatte ich wieder die drei Personen mit dem Kinderwagen und der auffälligen Mütze vor mir. Die drei waren wie viele andere auch am Spaziergang machen. Es war zwar extrem kalt doch ideal zum spazieren gehen. Dem entsprechend waren sehr viele Menschen unterwegs. Was mir bei meinen Spaziergängen auffällt es sind immer mehr jüngere Leute einzeln unterwegs.

Nachdem ich in Lörrach Stetten schon wieder Ecken entdeckt habe dich ich noch nicht kannte bin ich dort hin gelaufen wo ich was abgeben musste und dann zu meiner Freundin die in Stetten wohnt. Sie muss normal arbeiten und hat dadurch meist nur Freitags Nachmittags zeit.

Nach einem Kaffeklatsch bei ihr bin ich dann auch wieder nach hause gelaufen. Die letzten Male bei ihr hab ich dann gerne aus Faulheit den Bus genommen… heute nicht, heute bin ich die restlichen 1,5 km auch noch gelaufen.

Schrittziel erreicht!

Mit dem Ergebnis bin ich heute ganz zufrieden, heute hatte ich auch den KM Zähler nicht eingeschaltet, der mir immer wieder sagt wieviele km ich abgeschlossen habe. Also langsam kriege ich es auch ohne das Ding hin. Morgen möchte ich aber gerne über 10 Km laufen, das Wetter sieht schon mal gut dafür aus.

Vielen Dank für Deinen Besuch in meinem Lockdwon-Tagebuch. Ich hoffe wir sehen uns hier bald wieder.

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Allgemein Ausflugsziele Lockdown-Tagebuch

Tag 40 ( Montag 25.1.)

Willkommen zu meinem Lockdown-Tagebuch. Willkommen zu meinem 40sten Bericht darüber was ich den ganzen Tag so treibe während des harten Lockdowns.

40 Tage am Stück frei. Das ist beinahe länger als früher in der Schule die Sommerferien. Und die kamen einem immer so endlos lange vor. Seit ich im Arbeitsleben stehe hatte ich nur einmal eine ähnlich lange „Pause“ als ich vor zwei Jahren den Fuß gebrochen hatte. Aber damals war ich mit meiner Situation alleine, und es hing von mir selbst ab wann mein Leben wieder normal würde. Ich wusste stets ich kann erst wieder arbeiten gehen wenn ich wieder richtig laufen kann.

Aber jetzt? Mir geht’s gut, ich bin eigentlich fit und voller Tatendrang… Aber das wann wir wieder arbeiten gehen dürfen hängt nicht von mir ab. Und diese Unklarheit macht mich doch langsam etwas mürbe.

Egal heute war ein schöner Tag!

Ich hatte mich heute mit meiner Arbeitskollegin zum Laufen verabredet. Und ich hab mich total darauf gefreut mal wieder mit ihr zu quatschen. Im normalen Arbeitsalltag ist sie die Person mit der ich am meisten zu tun habe. Normal sehe ich sie fast täglich, außer in den Phasen der Kurzarbeit oder wenn eine von uns beiden Urlaub hat. Jetzt hab ich sie tatsächlich 40 Tage lang nicht gesehen.

Sie wollte mich um 12:30 Uhr bei mir zuhause abholen. Doch um kurz vor 12 begann es zu schneien. Und ich hatte schon Angst das sie absagt. Aber sie kam trotz starkem Schneegestöber exakt pünktlich! Ich begrüßte sie mit „Super Du bist kein Weichei!“

Da kenne ich einige, die schon wegen weniger abgesagt hätten. „Oh mir sitzt ein Furz quer“, oder „mein Hamster hat heute Nacht schlecht geschlafen“. Meine Lieblingskollegin ist nicht so eine. Sie kommt auch durchs Schneegestöber ohne Gejammer!

Auf in den Wald

Gut ausgerüstet mit dicken Jacken, Mütze und Kapuze sind wir beide los gezogen in Richtung Wald. In meinem Rucksack hatte ich eine Thermoskanne mit heißem Tee und zwei Stuhlkissen. Denn ich wusste, sollten wir irgendwo eine Gelegenheit finden wo man sich hinsetzten kann, dann würde es sicher zu kalt sein.

Wir sind zuerst durch den Rosenfelspark und dann auf der anderen Seite zum Waldrand hoch. Diesen Weg kannte ich noch nicht. Im Wald wurde es dann gleich mal steil und ich war froh die tritt-festen Schuhe gewählt zu haben. Dieser Weg war wohl nicht „nach dem Schneebruch gesichert“ worden. Denn zu dem matschig-rutschigen Untergrund kamen noch ein paar Äste und Baumstämme über die wir klettern mussten. Aber wir waren überzeugt das ist ein Weg.

Schon fast oben kamen wir dann auf den Waldlehrpfad, dem wir ein Stück weit folgten. Am Waldrand zum Stadtteil Salzert folgten wir ein kleines Stück der Straße zur Jugendherberge.

Blick vom Salzert in Richtung Basel

Diesen Blickwinkel habe ich die vergangenen Tage schon mal fotografiert. Wobei uns in diesem Moment vor allem die Lichtstimmung fasziniert hat. Meine Arbeitskollegin meine „guck mal da drüben schneit es“ (links).

Weiter Richtung Inzlingen

Von hier aus gingen wir an der Jugendherberge vorbei den Wanderweg Richtung Inzlingen. Hier kommt man direkt am Klettergarten vorbei, der natürlich in Winterpause ist und über den ich noch keine weiteren Informationen sammeln konnte. Auf einen Bericht darüber müsst ihr wohl noch 2-3 Monate warten.

Auf den Wegweisern stand auch „Finnenbahn“ und ich musste anmerken „ich weis gar nicht was das ist“. Dann ein Stück weiter im Wald haben wir sie entdeckt“

Die Finnenbahn

Die Finnenbahn ist ein für Sportler angelegter Rundparcours mit besonders weichem Untergrund. Der über 10 cm dicke Bodenbelag ist meist aus Sägemehl,Sägespäne und Rindenmulch über einer Sandschicht. Der Weiche Boden soll einem besonders Gelenkschonenden Training helfen und ist bei Joggern und anderen Sportlern sehr beliebt.

Eingangsbereich der Finnenbahn Lörrach. Auf dem Schild steht „Sport treiben, fit bleiben“

Als wir bei der Finnenbahn ankamen lag hier eine geschlossene Schneedecke und wir konnten gar nicht sehen wie der Untergrund ist. Doch beim ersten Schritt stellten wir fest „das geht sich wie auf Wolken“ und darum sind wir einfach mal die ganze Runde gelaufen. Leider ist sie nur 500m lang.

Die Lörracher Finnenbahn im Schnee

Während wir unsere Runde drehten kam die Sonne raus!

Bei Schnee und Sonnenschein gingen wir gut gelaunt und angeregt plaudernd durch den verschneiten Wald. Es war einfach nur herrlich. Vom „alten Steinenweg“ kamen wir auf den „Eiserne Hand-Weg“

Die Eiserne Hand

Die Eiserne Hand ist ein schmales aber 1.7km langes Waldstück das schon seit Generationen zur Schweiz gehört. „Seit fast 500 Jahren ist dieser durch historische Grenzsteine markierte Grenzverlauf unverändert und ist damit einer der ältesten Mitteleuropas.“ (sagt Wikipedia).

Unser Weg umrundet die eiserne Hand so das wir eigentlich auf deutschem Grund bleiben. Naja fast… einmal sind wir kurz auf die andere Seite der Schilder um Bilder zu machen:

Selfie im Ausland… der Weg hinter uns verläuft in Deutschland

Dort im Wald ist es wirklich friedlich und still und wir genossen die frische Luft. Als wir aus dem Wald kamen, lag neben dem jetzt geteertem Weg ein Tennisplatz. Und ich schaute in Google-Maps nach ob der nun zu Deutschland oder Schweiz gehört. Er gehört zu Inzlingen. Genau in diesem Moment begann es zu schneien. Nein was sag ich, kein Schnee, Graupel… immer mehr… die kleinen Eiskristalle schlugen uns ins Gesicht und es blies ein äußerst unangenehmer Wind. Als ich im Handy nach dem Tennisplatz geguckt hatte, hatte ich gesehen das daneben eine Sporthalle ist. Ich rief „dort ist die Halle, da müssen wir hin“ und wir rannten beinahe zu dem Eingangsbereich der Halle um uns unter zustellen.

ich hab mich noch nie über den Eingangsbereich einer Turnhalle so gefreut

Es stürmte kurz sehr heftig. Binnen weniger Minuten waren Dächer und Straßen weis verschneit und wir konnten nur „abwarten und Tee trinken“. Ich packte meine Thermoskanne aus und wir nippten unseren heißen Tee während wir dem Naturschauspiel zusahen.

Nach Maximal 20 Minuten oder so, ich hatte vom rumstehen noch keine kalten Füße gingen wir weiter und die Sonne kam heraus!

Wir waren einfach nur froh und dankbar das uns dieser kurze Schneesturm nicht mitten im Wald erwischt hat, dort hätten wir nirgends unterstand finden können und so ein Wind in den hohen Bäumen hätte mir schon Angst gemacht.

Inzlinger Wasserschloss

In Inzlingen besuchten wir kurz das Wasserschloss und umrundeten es auf dem kleinen Rundweg. Über das Inzlinger Wasserschloss muss ich mal bei schönerem Wetter berichten. Also noch ein Ausflugsziel über das ich demnächst schreiben will.

Natürlich gab’s paar Selfies für die Arbeitskollegen.

beim Inzlinger Wasserschloss ist Maskenpflicht… übrigens wir standen immer nur für die Fotos so nah zusammen … haben uns den ganzen Tag nicht einmal berührt

Von Inzlingen nahmen wir dann den Bus zurück nach Lörrach. Auf der Heimfahrt haben wir beschlossen das wir auf jeden Fall nochmal zusammen los gehen, denn es hat uns beiden echt Freude gemacht.

Schrittziel erreicht!

So, heute ist mein Bericht etwas lang geworden. Vielen Dank das Du ihn dennoch zu Ende gelesen hast. Ich würde mich freuen wenn Du wieder rein schaust in mein Lockdown-Tagebuch auf unterwegsistdasziel.blog