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Morgen geht es wieder los!

Ab morgen darf ich wieder zur Arbeit. Nach 5 Wochen unfreiwilligem „arbeitsfrei“ geht es endlich wieder weiter. Zwar nimmt unser Geschäft den normalen Betrieb noch nicht vollständig wieder auf, wir Mitarbeiter dürfen aber kommen und vorbereitende Arbeiten machen.

Ohne Zweifel ich freue mich darauf! Endlich wieder die Kollegen sehen und mit dem einen oder anderen Quatschen. Endlich wieder was sinnvolles machen und endlich wieder eine richtige Tagesstruktur.

Ich bin Single und wohne alleine. Das bedeutet „Stay at home“ heißt vorallem viel alleine sein. Grundsätzlich habe ich kein Problem damit mal paar Tage alleine zu sein, doch spätestens nach 2-3 Tagen muss ich mindestens Telefonieren, ober am liebsten gleich mit mehreren Personen per Whats-App oder E-Mail komunizieren.

Das Reden mit anderen Menschen fehlt mir besonders, denn ich bin es beruflich gewohnt viel zu reden. Aber wenn keiner da ist zum reden…

Der allgemeine „Shut Down“ hat dafür gesorgt das ich 5 Wochen fast nur in meiner Wohnung zugebracht habe.

Die ersten Tage bin ich in Aktionismus ausgebrochen und habe Dinge gemacht wie Balkon reinigen und Schränke aufräuen. Und ich hab ständig geputzt… dann habe ich mich selbst etwas gebremst und habe mir jeden Tag absichtlich Arbeit für den nächsten oder übernächsten Tag aufgehoben… also Tätigkeiten die mir einfielen absichtlich verschoben, damit ich noch irgendwelche Ziele habe.

Fernsehen war für mich die erste Woche sehr wichtig, doch dann wurde mir das sehr schnell zu doof… dazu muss ich anfügen das ich unter normalen Umständen vielleicht einmal pro Woche oder alle 2 Wochen was im Fernsehen angucke. So wenig das ich schon vor Jahren das TV-Gerät abgeschafft habe und nur noch hin und wieder über das Internet mit dem Laptop gucke.

Anfänglich habe ich die Berichterstattung über Corona auch verfolgt und mir sehr viele Reportagen darüber angesehen und Berichte gelesen habe… aber irgendwann kam der Punkt wo ich nix mehr über Corona lesen oder hören wollte.

Gott sei dank hatte ich noch meinen „Nebenjob“ wobei dort ja auch kein ganz normaler Betrieb mehr herrscht. Ich hatte dort keine festen Arbeitszeiten sondern war der Springer der angerufen wurde wenn es irgendwo knapp ist. Uih und ich war froh wenn ich angerufen wurde. Für paar Stunden Arbeit hab ich mich geduscht und Haare gewaschen und freudig her gerichtet als wenn ich zu nem Date gehe… Einfach nur weil ich mich darauf gefreut habe das ich von Menschen wahrgenommen werde.

Mal ein paar freie Tage ohne Termine und Verpflichtungen zuhause im Pyjama rum gammeln kann zwar ganz erholsam sein. Aber wenn man das plötzlich ständig machen kann ist es dann auch nicht mehr schön.

Man verliert den Biss… und die Ordnung. Irgendwann ist es egal ob das dreckige Geschirr noch rum steht, ob das Wollknäul von der Couch gerollt ist, oder ob der Berg mit der Wäsche im Bad immer höher wird. Ich hatte ein paar Tage so eine „ist doch alles egal“-Haltung. Was eigentlich gar nicht gut ist. Plötzlich wird alles so … egal…

Ganz ehrlich da hat mir dann dieser Blog geholfen, weil er irgendwie für mich das Tor zur Außenwelt war und ich irgendwas schaffen und schreiben wollte das eben nicht egal ist. Nun ja, nicht gerade einfach wenn der Blog „Unterwegsistdasziel“ heißt in einer Zeit in der das erklärte Ziel ist das man eben nicht unterwegs ist. #bleibzuhause, #lörrachbleibtzuhause, #stayathome … meine Unterwegs Themen interessieren gerade niemanden und die Besucherzahlen gehen in den Keller.

Also habe ich mich darauf besonnen was ich gerne tue wenn ich zu hause bin und mich entschlossen jetzt einfach darüber zu schreiben. Aus dieser Idee heraus sind ein paar Häkelanleitungen entstanden, die ich auch bald noch um weitere erweitern werde…

Aber seit Ostersamstag komm ich fast nicht mehr dazu! Statt nix tun hab ich auf einmal richtig viel zu tun. Ich nähe Behelfsmasken!

Nachdem meine Mutter (80) mich dazu überredet hat das ich ihr ein paar dieser Mund-Nase-Masken nähe hab ich mich dann endlich mal an die Nähmaschine gesetzt. Und vor allem habe ich mal mein Stoff-Fundus nach geeigneten Stoffen durchforstet. Zu meinem Entsetzten fand sich dort weit weniger als ich dachte das sich wirklich gut für einen Mundschutz eignet. Ich hab dann damit angefangen für meine Mutter, meine Schwester und eine Freundin diese Dinger zu fertigen und hab festgestellt das das ja ganz gut von der Hand geht.

Erst danach habe ich mich bei “ Lörrach hilft“ gemeldet und seit Ostersamstag habe ich bereits 150 Behelfsmasken für das Projekt genäht! Mehr dazu unter Masken nähen für Seniorenheim

Diese Aufgabe hat mir gut getan, endlich etwas sinnvolles tun. Und endlich wieder Ziele stecken und erreichen! Ich hab mich richtig rein gesteigert und richtig Spaß daran gefunden. Je mehr man näht umso schneller und leichter geht es von der Hand.

… und plötzlich wollen alle etwas von mir!

Und spätestens seit gestern, als bekannt wurde das ab Montag Masken-Pflicht im öffentlichen Verkehr und im Verkauf gilt, wollen ganz viele Leute was von mir.

Immer mehr Freunde und Bekannte fragen mich nach Behelfsmasken. Gut das ich jetzt so viel Übung und Routine habe. Ich fertige die Dinger momentan fast wie am Fließband…

… aber jetzt gerade schreibe ich diesen Artikel… und warum?

Ich habe kein Material mehr!!! Ich habe keine Gummibänder mehr, und es gibt gerade keine zu kaufen!

Morgen darf ich wieder zur Arbei ! Ratet mal womit ich dort zu tun habe?!

Stoff und Gummiband !

Ich freue mich also morgen im doppelten Sinne auf meinen Arbeitsplatz. Wenn es stimmt dürfen wir Mitarbeiter morgen auch einkaufen, dann wäre mein Gummiband-Problem gelöst. Bis dahin muss ich etwas von der Nähmaschine pausieren.

In diesem Sinne genieße ich jetzt den letzten freien Abend von 5 Wochen Zwangsurlaub.

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Was ich so mache?

Heute möchte ich nur mal kurz und ganz privat berichten was ich so die letzten Tage gemacht habe. Denn ich versuche dieser Corona-Kriese möglichst viel positives abzugewinnen.

Ich versuche trotz „Shut down“ und „freiwilliger Quarantäne“ möglichst eine gesunde Tagesstruktur beizubehalten. Was beinhaltet das ich morgens zeitig aufstehe. Ich stelle mir zwar keinen Wecker aber ich nehme mir vor das ich dann wenn ich wach werde auch gleich aufstehe. Meistens werde ich gegen 7 Uhr wach. Ob das immer noch eine „Innere Uhr“ ist, oder doch Geräusche von außen kann ich nicht sagen.

Ich steh dann einfach auf und mach mir meinen Morgendlichen Kaffee. Während der Kaffee läuft nehme ich meine Medikamente (Schilddrüse, Heuschnupfen, Vitamine) und checke das erste Mal mein Handy.

Durch meinen Nebenjob den ich über 6 Monate früh morgens gemacht habe, hatte ich mir angewöhnt erst später zu frühstücken. Und ich habe festgestellt das meinem Körper das gut tun. Jetzt in der Corona-Pause frühstücke ich meistens gegen 9 oder 10 Uhr. Je nachdem was ich mache. Über mein Frühstück habe ich hier und hier geschrieben.

Ich habe für mich das Joggen entdeckt. Obwohl ich fast 20 Jahre der Meinung war das sei nichts für mich, hab ich nun gemerkt das es mir gut tut! Ganz ohne Hilfe und Motivation geht das nicht so einfach, deshalb habe ich eine App in meinem Handy probiert und bin begeistert. Lies hier über „In meinem Handy steckt ein Jogging Trainer“.

mein aktueller Rekord, dafür das ich das erst seit einer Woche machte, bin ich stolz drauf

Gestern war ich wieder für den Versorgungsdienst unterwegs. Die Wege die ich für die Erledigung zurücklegen musste waren echt nicht weit, und bei wunderschönen Frühlingswetter und mit dem Fahrrad eigentlich kein Problem. Eigentlich… nunja der Weg hat mich zu einer Adresse geschickt wo ich zuvor noch nie war. Es ist echt mal interessant in seiner Heimatstadt Straßen zu besuchen die man noch nicht kennt. Es handelte sich um eine chice Wohngegend mit schöner Aussicht… ja richtig geraten, am Berg. Ich musste also ein längeres Stück das Fahrrad schieben um hoch zu kommen. Da ich zuerst die Versichertenkarte abholen musste, um damit zu Arzt und Apotheke und dann das Medikament zu der gleichen Adresse bringen, musste ich diesen Berg gleich zweimal hoch.

Ich jammere nicht, es war ein schöner Ausflug bei perfektem Wetter und ich hab eine Ecke von Lörrach kennengelernt die ich noch nicht kannte.

Die Burg Rötteln sehe ich selten aus diesem Blickwinkel
Lörrach mal aus einer anderen Richtung.
Lörrach vom Tüllinger aus. Erkennbar das Rathaus ,davor das Schwesternwohnheim neben dem Städtischen Krankenhaus und das Hotel Steigenberger

Die Straße auf den Tüllinger hoch kannte ich zwar vom vorbeifahren. Doch diesmal, das Fahrrad den Berg hoch schiebend hatte ich mal Gelegenheit inne zu halten und die Aussicht auf Lörrach von hier aus zu betrachten.

Vielleicht fragst Du Dich warum ich solche ehrenamtlichen Dinge wie den Versorgungsdienst mitmache? Dies könnte ich mit dem Titel dieses Blogs beantworten: „Unterwegs ist das Ziel“ !

Ich habe mit diesem kleinen Botengang nicht nur Menschen, die weil sie Vorerkrankungen haben und große Angst vor einer Ansteckung mit Corona haben das Haus nicht verlassen wollen, einen kleinen Hilfsdienst erwiesen. Ich habe auch meinen eigenen Bewegungsradius etwas verändert und damit meinen Horizont etwas erweitert. Augenblicklich geht es nicht darum weite Reisen zu machen, neues kann an auch ganz nah entdecken wenn man sich darauf ein lässt.

Ganz ehrlich ich bin dankbar um diesen „Einsatz“ auch wenn er mich gleich zweimal den Berg hoch gescheucht hat. Alleine hätte ich mich nie zu so einem Workout motiviert!

Die Belohnung für eine Anstrengung meldete sich genau in dem Moment als ich alles erledigt hatte und kurz am überlegen war was ich nun mit dem Rest des Tages anfange…

Ein Bekannter schrieb mir eine Nachricht „Hey es ist schönes Wetter, hast Du Lust mit mir in meinem Garten etwas zu trinken?“. Ich sagte sofort zu und machte mich auf den Weg. Von meinem Standort wo ich die Nachricht bekam bis zu dem Bekannten waren es fast 6 km… die ich gerne geradelt bin (okay das meiste bergab!)

Mit Sicherheitsabstand prosten wir übers Handy meiner Schwester zu.

Früher hat man sich bevor man das Haus verlässt geduscht und chic gemacht. Seit der Corona-Pause mach ich das eher hinterher. Ich versuche mich mindesten einmal am Tag so sehr körperlich zu betätigen das ich danach komplett verschwitzt bin. Entweder beim Joggen oder Radfahren. Wenn ich dann zurück komme gehe ich direkt unter die Dusche! Getragene Kleidung packe ich meist direkt in die Waschmaschine um sie zeitnah zu waschen. Mag sein das das übertrieben ist, aber ich habe in der momentanen Situation den Wunsch nach mehr Hygiene. Geht es Euch auch so?

So… nun beende ich diesen Blogpost und setzte mich an meine Nähmaschine und nähe für meine Mutter und meine Schwester „Gesichtsmasken“, „Nasenmundabdeckungen“, „Kussverhinderer“, „Lächelverstecker“ oder „Rotznasenbdecker“… ihr wisst schon was das ist. So Dinger denen man aus rechtlichen Gründen keine Namen mit dem Wort Schutz drin geben darf.

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Der Laden ist zu!

Heute ist der 18.3.2020 und für mich persönlich so etwas wie „Tag Eins der neuen Zeitrechnung“. Seit heute habe ich plötzlich viel zu viel Zeit. Aufgrund der Maßnahmen zur Verlangsamung der Corona-Virus Infektionen ist mein Arbeitsplatz seit heute geschlossen. Das gesamte Geschäft bleibt bis mindestens 16.4. geschlossen und wir Mitarbeiter sollen zuhause bleiben.

Noch vor wenigen Monaten habe ich in dem Artikel „Bloggen braucht Zeit“ darüber gejammert das ich keine Zeit habe regelmäßig zu schreiben. Und nun habe ich plötzlich ganz viel davon.

Unterwegs ist das Ziel – in momentan leider ein etwas unpopulärer Titel für einen Blog, denn unterwegs sein darf zumindest hier in Deutschland keiner mehr. Also muss ich mir was einfallen lassen und schreibe deshalb über das „Nichtunterwegssein“

Erster Tag „zuhausebleiben“

Obwohl wir die letzten Tage damit gerechnet haben das wir früher oder später zu machen hatten wir doch gar keine Vorstellung davon wie das ablaufen würde.

Heute morgen kam ich auf das Gebäude meines Arbeitsplatzes zu und mir fielen schon von weitem Schilder an den Türen auf die sonst nicht dort sind. Also bin ich näher dran…. „Wir schließen unser Haus“. Von dem Versuch dieses Schild zu fotografieren wurde ich von innen von unserem Chef abgelenkt, dieser rief mir durch die Glastüre zu „das können Sie von mir als Original haben“…

Nach einer guten halben Stunde rum stehen und nicht genau wissen was wir tun sollen (ganz ohne Kunden) wurden wir zu einer Besprechung gerufen. Es wurde ein Brief der Firmenleitung vorgelesen und wir wurden informiert das unsere Filiale bis mindestens 16.4. geschlossen bleibt, unter Umständen sogar länger! Und dann wurden wir heim geschickt! Es war eine ganz eigenartige Stimmung, eigentlich war keiner wirklich froh um „Zwangsfreizeit“. Etwas vergleichbares hat noch keiner von uns erlebt, denn das gab es bis dato noch nie.

Ich muss echt zugeben das mir persönlich die Aussicht auf wochenlanges alleine zu hause sein etwas Angst macht. Ich bin Single und lebe alleine. Mal paar Tage mich ganz alleine beschäftigen ist für mich normal und kein Problem. Dabei helfen mir mein Handarbeitshobby und auch dieser Blog. Beruflich bin ich es jedoch gewohnt ständig mit vielen verschiedenen Menschen zu sprechen. Und dabei in Bewegung zu sein. Beides wird mir mit Sicherheit fehlen.

Jetzt endlich habe ich Zeit für alles das was ich immer schon mal erledigen wollte oder was in den letzten Monaten liegen geblieben ist…

Was ich heute gemacht habe:

Heute war wunderschönes sonniges Wetter, aber Spazieren oder Radfahren wollte ich dann doch nicht, denn wir alle haben ja die Anweisung „Bleiben sie zuhause“. Um Zuhause aber doch an frischer Luft zu sein habe ich ja meinen Balkon… aber der war noch winterliches Stiefkind. Also habe ich damit begonnen den Balkon zu säubern.

Mein Balkon ist nicht überdacht und so bildet sich über den Winter auf dem Boden eine Moos Schicht, die bei Feuchtigkeit sehr leicht rutschig wird. Also habe ich begonnen den Boden gründlich zu reinigen:

Andere Jahre habe ich sowas in kürzester Zeit mit einem geliehenen Dampfstrahler gemacht… dieses Jahr kann ich mir keinen ausleihen fahren… und ich hab ja genügend Zeit, also von Hand!

Letztendlich habe ich zwei Tage lang immer wieder an dem Balkonboden geschrubbt. Denn ich habe mir bewusst dafür viel Zeit gelassen. Abwechseln habe ich eine Runde geputzt und dann wieder eine ausgiebige Pause auf der Couch mit Stricken gemacht.

Eine weitere Herausforderung waren die alten Balkonmöbel, die ich letzten Winter nicht in den Keller getragen habe, weil ich geplant hatte sie dieses Frühjahr zu entsorgen und mir neues zu kaufen.

Angesichts der Situation „Kurzarbeit 0“ verzichte ich auf so eine Investition. Ich weiß nicht wie es genau finanziell weiter geht. Keiner weiß wie lange wir mit weniger Geld auskommen müssen.

so sah es vor meiner Putzaktion auf dem Balkon aus

Das eine intensive Reinigung notwendig war seht ihr auf dem Bild. Zusätzliche Information, der Boden ist Metall und wird durch das Moos rutschig.

Ich habe also die ersten zwei Tage „Zwangsfreizeit“ sinnvoll genutzt und diesen Zustand erheblich verbessert.

Als Reinigungsmittel habe ich nur zwei Sachen benutzt. Den Neutralreiniger von Penny (ins Putzwasser für den Boden) und den Alleskönner von Prowin auf den Möbeln… bissel einweichen und dann mit Schwamm schrubben.

Klar die ollen Möbel werden nicht mehr richtig weis, die oberste Schicht des Kunsstoff ist angegriffen und rau geworden. Aber das ist mir egal. Alle Teile sind noch stabil und Gäste kommen die nächste Zeit eh nicht.

Da ich momentan nicht über aktuelle Reisen und Ausflüge berichten kann werde ich mich hier einfach nur über mein tägliches Leben mitteilen. In der Hoffnung das es da draußen doch noch jemanden gibt der das Lesen mag.

In diesem Sinne bleibt bitte zu hause und bleibt gesund!